Nach dem Frühstück gehen wir duschen, checken aus und verabschieden uns von unseren Nachbarn. Am Ausgang ver- und entsorgen wir noch und fahren los.
Zunächst nehmen wir die Autobahn bis kurz vor Figueres, machen nochmal einen Abstecher nach Peralada um ein paar Flaschen vom spanischen Frizzante mitzunehmen und tuckern gemütlich die Küstenstraße weiter nach Frankreich.

In Port Vendres finden wir noch einen freien Platz auf dem WoMostellplatz. Anschließend machen wir einen großen Spaziergang in den Ort mit den vielen Treppen und kehren im Dunkeln abends zurück.







Montag, 30.12.2019
Wir sind früh wach. Da wir kein Brot mehr haben, wollen wir beim Bäcker im Ort einkaufen und unterwegs frühstücken. Kurz bevor wir vom Platz rollen halten wir noch bei zwei freundlichen Polizisten an und bezahlen 6 € für die Übernachtung. Die hatten wir zwar nicht vergessen, sind aber davon ausgegangen weil die Uhr schon 08:30 Uhr zeigte, dass niemand mehr zum Kassieren kommt. Wie peinlich, denn es sah so aus, als wollten wir uns heimlich davonstehlen.
Nachdem wir uns mit Brot und Kuchen eingedeckt haben, steuern wir zunächst den Campingplatz Le Roussillonnais in Argèles-sur-Mer an. Der soll direkt am Strand liegen. So richtig gut gefällt es uns hier aber nicht. Die Parzellen sind recht eng und Meerblick hat man auch keinen. Trotzdem ist er fast ausgebucht. Wir entschließen uns dazu nun doch bis nach Saintes-Maries-de-la-Mer zu fahren.
Große Hoffnung, dort noch eine freie Parzelle zu bekommen, machen wir uns allerdings nicht. Wir fahren mautfrei und kommen gegen 15 Uhr an. Zu unserer Verwunderung steht nur ein Wohnmobil vor uns. Entweder ist hier alles voll oder wir haben einfach nur Glück. Am Empfang erfahren wir, dass es nur noch Plätze ohne Strom gibt. Egal, wir sind ja autark. Schnell haben wir eine Parzelle gefunden. Wir radeln in den Ort und stellen fest, dass wir besser daran getan hätten, unsere Winterjacken anzuziehen und Mützen aufzusetzen. Als wir zum CP zurückkehren, trauen wir unseren Augen nicht. Eine nicht enden wollende WoMoschlange steht vor dem CP.

Zurück im WoMo wärmen wir uns erst einmal auf und beschließen, die Heizung heute Nacht auf kleiner Stufe durchlaufen zu lassen. Nicht, dass uns was einfriert. Gert sucht das Sanitärgebäude auf und stellt fest, dass das ganz schön weit weg ist. Beleuchtet ist unser Bereich nicht. In der Dunkelheit sind die einzelnen Parzellennummern nicht zu erkennen und so kommt es, dass sich spät abends ein Wohnmobil mit auf unsere Parzelle stellt, obwohl es in unserem Gang noch ausreichend freie Plätze gibt. Hoffentlich schnarchen die nicht.
Dienstag, 31.12.2019
Es ist richtig kalt. Das sind wir nicht mehr gewöhnt. Gefrühstückt wird drinnen. Ich mache einen Spaziergang über den Campingplatz. Es gibt tatsächlich Leute, die heute abreisen. Ich notiere mir freie Parzellen mit Strom und erledige die Ummeldung an der Rezeption. Gert, ein wenig genervt von meinem Entschluss umzuziehen, lässt sich schließlich zum Parzellenwechsel überreden. Der Strom ist unverschämt teuer mit 6 € aber das ist es mir Wert. Die neue Parzelle ist eben, das Sanitärhäuschen gleich um die Ecke und wir haben den ganzen Tag Sonne. Inzwischen wird es wärmer und wir holen Tisch und Stühle raus.

Anschließend radeln wir Richtung Leuchtturm in der Hoffnung Flamingos zu sehen. Vereinzelt sieht man mal ein paar. Kein Vergleich zum Sommer oder Herbst.


Zurück auf dem CP gehen wir duschen und machen uns ausgehfertig. Um 19 Uhr ist am Rathaus Feuerwerk, das wir uns anschauen möchten. Wir essen noch eine Kleinigkeit und fahren mit den Rädern dick eingemummelt in den Ort. Auf dem Platz neben dem Rathaus sind noch einige Weihnachtsmarktbuden aufgebaut. Gert holt einen Vin chaud, der sehr gut schmeckt.
Kurz nach 19 Uhr beginnt das spektakuläre mit klassischer Musik untermalte Feuerwerkt. Es ist wirklich beeindruckend.



Nach einer halben Stunde löst sich alles auf und wir fahren zurück zum CP. Wir kochen Nudeln und eine Hackfleischsoße mit Tomaten und Zucchini. Ich bin gespannt, ob hier wirklich nicht geballert wird. Um Mitternacht hört man mal den einen oder anderen Böller. Bestimmt sind das (deutsche)Touristen, die nicht wissen, dass man das in Frankreich nicht darf. Außerdem klappern einige mit Kochlöffeln auf Töpfe. Wir stoßen noch mit den Nachbarn an, ein Smalltalk und das war der Jahreswechsel ins neue Jahrzehnt.
Mittwoch, 1.1.2020
Wir frühstücken spät und lassen uns Zeit. Um 11.30 Uhr ist im Ort Abrivado, was man auch gesehen haben muss. Um 11 Uhr fahren wir wieder mit den Rädern in den Ort. Warm eingepackt sehen wir aus, als wollten wir zur Vierschanzentournee.

Es herrscht reger Trubel im Ort uns wir stellen uns an die Straße zu all den anderen Zuschauern. Und irgendwann ist es dann soweit: Sie kommen. Zuerst in schwarze Trachten gekleidete Reiter auf ihren weißen Carmaguepferden, dahinter 4 kleine schwarze Stiere und dahinter wieder Reiter.

Die Zuschauer bleiben stehen, denn nach einer Weile kommt der Umzug ein zweites Mal. Jetzt laufen statt der Stiere weiße Pferde und Fohlen zwischen den Reitern.
Nach einem dritten Durchgang ist leider Schluss.
Wir machen einen Strandspaziergang und kaufen anschließend im Ort, wo fast alle Geschäfte geöffnet sind, ein.


Zurück am CP packen wir Essen und Getränke für ein Picknick am Leuchtturm ein und radeln die 12 km zum Phare de Garcholle.
Dort stärken wir uns und fahren wieder zurück.
Da wir morgen früh aufbrechen möchten, machen wir heute schon alles reisefertig.
Donnerstag, 2.1.2020
Nach einem kleinen Frühstück mit dem trockenen Brot von gestern, starten wir sehr zeitig um 8 Uhr nach Bedoin zum Mont Ventoux.
Dort möchten wir beim Weingut VMV (Vignerons Mont Ventoux) Wein kaufen. Laut Internetrecherche soll das Weingut geöffnet sein ab 9 Uhr. Um 10 Uhr stehen wir auf deren Parkplatz aber sie haben geschlossen.

Ein Mitarbeiter erklärt uns, wir könnten um 11 Uhr kommen. Im Ort kaufen wir beim Bäcker Brot und frühstücken anschließend auf dem Parkplatz des Weinguts. Ein Herr spricht mich an und fragt, worauf wir warten würden. Ich erklärte ihm, dass sie erst um 11 Uhr öffnen. Daraufhin erwiderte er, très desollé, es wäre heute wegen Inventur geschlossen. Ich lasse mich aber nicht abwimmeln, verklickere ihm, soweit es meine Sprachkenntnisse zulassen, dass wir uns bereits auf der Heimreise befänden und extra den Umweg über Bedoin gefahren seien um Wein zu kaufen. Daraufhin verschwand er kurz im Laden, kam freudestrahlend zurück und bat uns hinein. Wir kauften 2 Kisten Rosé Secret des Dames, eine Kiste Rouge Secret des Dames und eine Kiste Rouge Primeur. In irgendeinem Reiseführer haben wir zwar gelesen, dass der Primeur von minderer Qualität sein soll und das Preis-Leistungsverhältnis dabei nicht stimme. Diese Meinung können wir nicht teilen. Für 3,50 € pro Flasche bekommt man bei deren Primeur einen guten Roten, der prima zum Essen passt.
Nach unserem ausgiebigen Frühstück setzen wir unsere Fahrt fort. Auch hier fahren wir ausschließlich Landstraßen.
Gegen Mittag erreichen wir Mornas, einen kleinen Ort mit einer imposanten Burg, die wir bisher auf früheren Reisen immer nur von der Autobahn aus gesehen haben. Wir parken am Fuße von La Forterresse vor dem Stadttor Mornas und stiefeln erst durch den Ort und dann zur Burg hinauf. Die Aussicht ist wegen des diesigen Wetters nicht besonders aber immerhin waren wir mal dort.


Anschließend geht es weiter über Montelimar, Valence, Vienne und Lyon nach Bourg-en-Bresse. Dort soll es in der Stadt einen Wohnmobilstellplatz geben. Vielleicht finden wir ja dort noch ein nettes Lokal für ein Abendessen. Es wird zunehmend neblig. In der Dunkelheit erreichen wir gegen 18.30 Uhr besagten Stellplatz. Das soll in der Stadt sein? Ein ganz normaler Parkplatz zwischen Autohändlern. Es wirkt eher, als seien wir in einem Industriegebiet gelandet. Hier kann ich nicht übernachten. Gert ist genervt: „Ist doch nur zum Schlafen. Dann kochen wir eben Nudeln“. Ich kann hier weder Nudeln kochen noch schlafen. Da ich aber die letzten zweieinhalb Stunden gefahren bin, möchte ich jetzt nicht mehr durch den immer dichter werdenden Nebel fahren. Und schon gar nicht in der Dunkelheit.
Ein Blick in die Stellplatzapp verrät mir, dass es bis Saint Amour nur 28 Km sind. Dort haben wir schon im Sommer übernachtet und waren von diesem kleinen Ort und dem Stellplatz sehr angetan. Gert lässt sich erweichen und bringt uns durch den dicken Nebel sicher nach Saint Amour. Im Ort haben alle Restaurants geschlossen. Nur eine kleine Pizzeria hat geöffnet. Pizza à emporter. Wir bestellen 2 Pizzen. Nach einer Viertelstunde flitzen wir mit 2 Kartons der Ausmaße 50x50 cm zurück zum Stellplatz. Wir öffnen eine Flasche Primeur. Der wurde zwar bisschen durchgeschüttelt während der Fahrt, mundet aber dennoch und passt hervorragend zur Pizza XXXL ☺
Die Fahrt hierher hat sich gelohnt. Wir haben gut gegessen, stehen schön und fühlen uns geborgen wie in Abrahams Schoß.
Freitag, 3.1.2020

Die Nacht war ruhig, der Nebel hat sich aufgelöst. Als wir unser Kaffeewasser aufsetzen möchten, stellen wir fest, dass unsere Gasflasche leer ist. Gut, dass das nicht in der Nacht passiert ist. Wir stecken schnell um. Nach dem Frühstück starten wir im Morgengrauen wieder über Landstraßen Richtung Baumes-Les-Dames.
Die Sonne kommt heraus, es lässt sich prima fahren. In Baumes-Les-Dames fahren wir auf die Autobahn. Aber irgendwie hatten wir was falsch in Erinnerung. Für ein paar KM nur zahlen wir stolze 7,20 €.
Also beim nächsten Mal fahren wir erst eine Ausfahrt später auf die Autobahn.
Zurück in Deutschland meldet der Verkehrsfunk zahlreiche Staus. Wir rasten kurz bei Rust. In der Zwischenzeit hat sich der Stau aufgelöst. Etwas zähfließend aber für einen Freitag Nachmittag durchaus normal, sind wir um 16.30 Uhr zuhause.
Fazit:
Zum ersten Mal waren wir mit dem Kastenwagen im „Winter“ unterwegs.
Wir legten 3.490 km zurück. Der Durchschnittsverbrauch lag bei 9,2 Liter Diesel. Im Gegensatz zum Sommer verbrauchten wir über einen halben Liter mehr.




November 2022
Juli 2022