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birgit60
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Spanien im Juni 2019 Teil 2

permanenter Linkvon birgit60 am 29 Sep 2019 12:18:50

Donnerstag 6.6.2019
Ich bin – wie so oft – früh wach und mache mich mit dem Rad auf den Weg nach Blanes. Im Ort duftet es nach frischem Brot, der Bäcker kann nicht weit entfernt sein. Nach einem ausgiebigen Frühstück radeln wir durch Blanes den Berg hinauf und laufen zu Fuß hinunter in eine wunderschöne Bucht. Wir wandern den Cami de Ronda entlang und lassen die schönen Eindrücke auf uns wirken.







Anschließend geht’s mit den Rädern zurück in den Ort. Die Marktstände bauen gerade ab. Nach der Ortsbesichtigung genehmigen wir uns in einer Bar auf dem Marktplatz Bocadillos mit Weißwein. An-schließend gibt’s noch für jeden ein Eis an der Eisdiele und auf dem Nachhauseweg auf der Strand-promenade noch Cappuccino.

Freitag 7.6.2019
Gert bricht zu einer Radtour auf, und ich fahre mit dem Rad nach Blanes zum Einkaufen auf den Markt. Nachmittags kehrt Gert schlecht gelaunt zurück. Sein Radnavi hatte ihn doch tatsächlich auf etliche unbefestigte Wege und sogar auf eine neue Autobahn gelotst – obwohl genau das im Navi unter „Vermeiden“ angeklickt war. Maut brauchte er immerhin keine zahlen. Beim abendlichen Grillen und einem Schlückchen Rotwein ist der Ärger des Tages jedoch schnell wieder vergessen.



Samstag 8.6.2019
Ich bin um 6 Uhr wach und schleiche mich aus dem Kastenwagen um den tollen Sonnenaufgang zu fotografieren. Gert kennt sowas Schönes leider nur von Fotos ☺



Nach dem Frühstück packen wir unsere Siebensachen zusammen. Während ich das Geschirr spüle, erledigt Gert die Formalitäten an der Rezeption.

Keine Ahnung, wie er das schafft, ob es sein Charme ist oder seine Überzeugungskraft. Er spricht die Rezeptionistin einfach nochmal auf ACSI an und siehe da, es funktioniert. Statt 36 € zahlen wir für die Nacht nur 21 €. Fragen lohnt sich ☺
Heute möchten wir Girona besichtigen.


Gut vorbereitet finden wir den großen Parkplatz aus dem „Schulz“ sofort. Der ist leider voll belegt und eine Alternative hatten wir nicht rausgesucht. Wir halten auf einer Busspur und gucken etwas ratlos aus der Wäsche. An der Ecke stehen fünf Polizisten. Kurzerhand laufe ich zu ihnen und frage sie in einem Mischmasch aus Englisch und Spanisch, ob sie einen Parkplatz kennen, auf dem wir das Campingcar während unserer Stadtbesichtigung abstellen können. Sie beraten sich angeregt, dann folgen uns zwei zum WoMo. Nachdem der Versuch, die Koordinaten ins Navi einzugeben scheitert, meinen sie ganz unkompliziert: „Follow us“.


Und so folgen wir dem Seat der Guardia Civil durch Girona zum Parcheggio Gratuito Girona, einem zentral gelegenen, kostenlosen Parkplatz. Mit einem herzlichen „Muchas gracias“ verabschieden wir uns von den dunkelblauen Helfern aus der Not, die uns ihrerseits ein ebenso nettes: „De nada" bzw. „you’re welcome“ mit auf den Weg geben.





Ein kurzer Fußweg über die Brücke des Rio Ter, ein paar Schritte durch einen Park und wir stehen vor der Kathedrale Santa Maria, welche vom 11. bis 17. Jahrhundert erbaut wurde und beeindruckend über der Stadt thront. Sie zählt zu den schönsten Kirchen in ganz Spanien.


Um zu ihrem gewaltigen eisernen Portal zu gelangen, steigen wir 90 steinerne Stufen empor.

Weiter geht’s zur Stadtmauer, von wo aus man eine herrliche Sicht auf die Altstadt hat, durch deren Treppen- und Gängegewirr wir uns gleich treiben lassen.











Wir essen Tapas und anschließend ein köstliches Eis. Wir beide wählen dunkle Schokolade, ich dazu Creme Catalan, Gert, wie immer, Erdbeer. Und dann liegt er vor uns, der Onyar, der die historische Altstadt Barri Vell von dem modernen Teil Mercadal trennt.




Die Ufer sind gesäumt von bunten Häuserfassaden. Mehrere Brücken verbinden die beiden Stadtteile miteinander.


Besonders markant ist die rote Pont de les Peixeteries, auch Eiffel Bridge genannt, die von Gustave Eiffel designt wurde und bei genauerem Hinsehen an den Eiffelturm erinnert.



Wir begeben uns zurück zum Parkplatz und machen uns auf den Weg nach Púbol, einem kleinen Ort mit mittelalterlichem Flair und einer Burg, die Dali 1968 kaufte und seiner Frau Gala schenkte.


Púbol hat einen gepflegten kostenlosen Parkplatz, auf dem man auch übernachten könnte mit sauberen öffentlichen Toiletten.

Wir besichtigen die Burg, deren Erscheinungsbild Dali nach langen Renovierungsarbeiten vollständig verändert hat: Den Garten dekorierte er mit Elefanten, die auf immens langen Beinen stehen. Er baute ein Schwimmbecken mit Büsten von Richard Wagner. 1982 wurde Gala im Schloss begraben. Die Gruft neben ihr blieb leer. Dali fand seine letze Ruhestätte in seinem Museum in Figueres.












Unsere Reise führt uns weiter nach Peratallada. Wir parken auf einem großen Parkplatz vor der Stadtmauer. Ein kurzer Fußweg und wir stehen inmitten eines der schönsten Dörfer Spaniens. Hier ist alles aus Stein: Die den Ort umgebende Mauer, die Häuser, die Gassen. Unbeschreiblich, man muss es gesehen haben.








Statt Nepp und blöden Souvenirläden gibt’s hier Kunstgewerbe und nette kleine Boutiquen mit Kleidung und Schuhen. Ich kaufe Geschenke für meine Geburtstagskinder, Gert ersteht zwei Rennradmotiv-T-Shirts und „vegane“ Sommerschuhe aus Biobaumwolle. Bummeln macht hungrig. Die Lokale öffnen allerdings erst um 20.30. Wir bringen unsere Einkäufe zurück zum WoMo und machen uns um 20.15, noch hungriger, erneut auf den Weg in den Ort.




Nachdem wir (relativ) gut gegessen haben, spazieren wir zurück zu unserem Schlafwagen.

Sonntag 9.6.2019
Gut ausgeschlafen und gefrühstückt fahren wir ins nahegelegene Ullastret.

Hier herrscht mittelalterliches Treiben. Die Stände bieten allerlei spanische Köstlichkeiten und so probieren wir uns durch Tapas und Tortillas, Hühnchen und Fleisch. An einem anderen Stand kaufen wir Propolisbalsam und, nach ausgiebigem Probieren, Honig.







Anschließend geht es weiter nach L’Estartit. Der CP El Molino 2 wirkt auf mich „zu einfach“ und die Umgebung nicht gerade einladend. Wobei der Strand mit dem Felsen davor eigentlich sehr schön ist. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir dort bleiben sollen. Schöner Strand direkt vorm CP, nette Betreiber und die Übernachtung 16 €. Aber wir fahren weiter zum nächsten CP La Sirena, am anderen Ende von L’Estartit. Dieser sieht völlig anders aus, als auf der Internetseite beschrieben, ein endloser Weg zieht sich Richtung Strand, den wir nach einem viertelstündigen Fußmarsch nicht einmal zu Gesicht bekommen. Wir sind uns überdurchschnittlich schnell einig, dass wir hier nicht bleiben wollen und programmieren das Navi auf „Camping Resort Illa Mateua“ in Montgo, einem Vorort von L’Escala.
Wir haben keine Wahl, bekommen eine Parzelle zugeteilt und buchen wagemutig, ohne den Platz in Augenschein genommen zu haben, für 2 Nächte. Es herrscht reges Treiben auf dem naturbelassenen aber doch gepflegten Platz. Der Reiseführer würde es mit: „Geprägt von Dauercampern“ beschreiben.

Hier scheinen die Spanier ihre Wochenenden und Ferien zu verbringen. Nun stehen wir auf unserer schattigen Parzelle unter hohen Bäumen. Null Sonne. Kein Meer in Sichtweite. Eine Horde Kinder auf klapprigen Fahrrädern umrunden johlend unser „Viertel“ auf der Jagd nach der Bestzeit.

Schön und ruhig ist anders. Etwas frustriert machen wir eine Wanderung auf dem Küstenwanderweg bis kurz vor L’Escala.






Auf dem Rückweg kaufen wir im nahegelegenen Supermarkt ein und besichtigen nach dem Abendessen den Platz. Der tolle Pool hoch über den Klippen hat noch geschlossen. Er wird erst nächste Woche in Betrieb genommen.

Montag10.6.2019
Über Nacht wird es überraschend ruhig. Offensichtlich sind alle „Dauercamper“ entweder spät abends oder früh morgens aufgebrochen. Nach dem Frühstück machen wir uns mit den Rädern auf den beschwerlichen Weg zu den Ruinen d’Empuries und stellen fest: Auf dem Ruinenparkplatz hätte man für 10 € auch herrlich übernachten können. Meerblick und Strand inclusive.

Die Ruinen von Empúries zählen zu den ältesten und beeindruckendsten Kulturdenkmälern Kataloniens. Im 6. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Griechen die Handelsniederlassung Emporion, die später der Region Empordà ihren Namen geben sollte. Sie war ein Umschlagplatz für Importprodukte wie Metall- und Tonwaren, die hier gegen landwirtschaftliche Produkte und Erze aus dem Binnenland getauscht wurden. Neben dem Handel mit der einheimischen Bevölkerung, wie zum Beispiel den Iberern im nahegelegenen Ullastret, war Emporion damals auch ein Knotenpunkt für den Handel mit den Balearen und den weiter südlich gelegenen Regionen der Iberischen Halbinsel.

Zum Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. erkannten die Römer die strategische Position Emporions im Kampf gegen Karthago. Emporion wurde Ausgangspunkt der römischen Eroberung der Iberischen Halbinsel. Unter Julius Caesar wurde die nun Emporiae genannte Stadt weiter vergrößert. Oberhalb der griechischen Siedlung entstand ab 49 v. Chr eine neue, römische Planstadt, die etwa zehnmal so groß war wie ihre Vorgängerin. In der römischen Kaiserzeit (27 v. Chr. bis 284 n. Chr.) verlor Emporiae gegenüber Großstädten wie Barcino (Barcelona) und Tarraco (Tarragona) an Bedeutung, da die Stadt abseits der bedeutenden Handelsrouten lag, auf denen zum Beispiel Wein aus Tarraco oder Olivenöl aus Südspanien nach Italien verschifft wurden. Im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde das römische Emporiae verlassen. Reste einer frühchristlichen Basilika legen nahe, dass das Gelände ab dem 4. Jahrhundert als Friedhof genutzt wurde.
Mit dem Audioguide stiefeln wir bei gefühlten 40°C durch das riesige Areal. Etwas erhöht auf der linken Seite liegt der heilige Bezirk der Stadt. Eine Asklepios-Statue markiert heute den Ort, an dem der Tempel des berühmten antiken Gottes der Heilkunst stand. Das Original der Statue ist in dem dem Park angeschlossenen Museum zu besichtigen.








Hungrig und durstig steuern wir nach soviel Kultur eine schön am Strand gelegene Bar an und nehmen an einem freien Zweier-Tisch Platz. Eine nette Bedienung bringt uns die Speisekarte.

Kurz drauf werden wir von einer anderen, eher arrogant wirkenden Kollegin gebeten, den Tisch zu wechseln, da unserer reserviert sei. Wir ziehen etwas angefressen um und warten darauf, dass sie unsere Bestellung entgegennimmt. Tut sie aber nicht. Sie kommt einfach nicht. Nach 15 Minuten verlassen wir die Strandbar unverrichteter Dinge und sitzen kurz darauf vor einem netten kleinen Lokal auf dem Dorfplatz am Dorfstrand, werden nett bedient und schlemmen uns durch die Tapaskarte.

Zurück auf dem CP packen wir alles zusammen. Für die Nacht ist Regen vorhergesagt und ein Tem-peratursturz auf 16°C.

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