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birgit60
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Spanien Zwei Wochen am Mittelmeer Juni/Juli 2022 Teil 3

permanenter Linkvon birgit60 am 27 Jul 2022 00:24:25

Sonntag, 19. Juni

Selbst unter erschwerten Stechmückenbedingungen wird Birgit nicht müde, sich nach Sehenswürdigkeiten in der Umgebung umzuschauen. So findet sie am frühen Morgen auf ihrem Handy ein Reis-Museum, das d’ Arros Moli de Rafelet in Deltebre. Das Navi führt uns in ein Wohngebiet, in eine ruhige Straße. Das Haus sieht zwar nicht nach einem Museum aus, wir gehen aber dennoch hinein. Ein infernalisch lauter Brummton kündigt unser Eintreten an. Es ist weniger ein Museum eher ein kleiner Verkaufsraum mit alten Holzregalen, der einem Produktionsgebäude vorgelagert ist. Bilder aus vergangenen Zeiten hängen an den Wänden und hie und da lehnt aus Gründen der Dekoration ein alter Reissack an der Wand. Der Betreiber der Reismanufaktur, Herr Rafelet, begrüßt uns freundlich. Auf Spanisch, Französisch, Englisch und mit Hilfe der Google-Übersetzung auf dem Handy, erklärt uns dieser nette Mann die unterschiedlichen Reissorten und gibt uns Tipps für eine richtige Paella. Wir ver-stehen nicht alles, nur soviel: Der Bomba ist der einzig wahre Paella-Reis, er darf niemals gewaschen werden und einmal angebrochen muss er im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wir kaufen mehrere 500-Gramm-Päckchen und zudem, wenn man schon mal ein einem Reismuseum ist, zwei Gläser Honig. Lavendel und Kastanie.





Mittlerweile sind wir den 5. Tag unterwegs. Nach knapp 2000 Kilometern wollen wir mal ein wenig die Seele baumeln lassen. Nächstes Ziel ist der Campingplatz Cala d’Oques kurz vor I’Hospitalet de l‘Infant, auf dem wir schon Weihnachten 2019 standen. 62 Kilometer Fahrt, ein Katzensprung.



Der Campingplatz liegt direkt am Meer. Von der Landstraße biegt man links auf den geschotterten, hundert Meter langen Zufahrtsweg, der direkt vor der Rezeption endet. Es ist Sonntag und der Weg ist rappelvoll mit Fahrzeugen aller Art. Ein spanischer Autofahrer, der mir entgegen kommt signalisiert unmissverständlich „Hier geht nichts mehr, alles voll“. Ich warte im Womo während Birgit zur Rezeption eilt. Die Minuten vergehen und ich daddel auf dem Handy rum, als ich aufschaue und Birgit wild gestikulierend mir entgegen ruft „Beeil dich, es ist noch EIN Platz frei“.
Wieder mal Glück gehabt. Der letzte Platz in der ersten Reihe und direkt am Strand.




Montag, 20. Juni

Wir genießen die Ruhe, die Sonne und das Meer. Sitzen, lesen, in die Gegend schauen und hin und wieder was Leckeres essen oder trinken. So vergehen die ersten Tage. Viel zu erkunden gibt es nicht in der direkten Umgebung.

Nach I’Hospitalet de l’Infant sind es 2,5 Kilometer zu Fuß oder mit dem Rad auf dem parallel zum Strand verlaufenden Weg. Im Ort gibt es alles was man braucht. Bäcker, Metzger und den besten Obst- und Gemüseladen Spaniens. Wobei das mit den Bäckereien so eine Sache ist. Wirklich lecker sind weder Brot noch die süßen Sachen. Es gibt nur einen Bäcker, der wirklich gutes Brot hat: La Boulangerie.
Für den ersten Morgen haben wir bei der Rezeption Baguette bestellt. Das schlechteste, das wir jemals gegessen haben. Leicht wie ein Bierdeckel und schmeckt nach Pappe. Mehr als die Hälfte bekommen wir nicht runter. Die andere Hälfte hat Gert konsequenterweise dem Altpapier zugeführt.

Überhaupt sind wir sehr von dem Abfallsystem angetan, das sich die holländischen Betreiber des Campingplatzes ausgedacht haben. Alle paar Meter stehen unter Bäumen kreisförmig vier schwarze Plastikkübel, die unterschiedlich farbig markiert sind. Gelb für Plastik, Grün für Glas, Blau für Papier und Schwarz für Restmüll. Die Finger kann man sich nicht schmutzig machen, es gibt keine Deckel. Simpel und hygienisch zugleich, nichts stinkt, denn die Kübel werden mehrmals täglich geleert.



Der Campingplatz ist naturbelassen aber gepflegt. Es gibt keine Parzellen oder markierte Stellbereiche.



Und die Sanitäranlagen sind spitze, sie haben die von uns bevorzugten Einhebelmischer. Die großen Duschen verfügen im Vorraum über ein Waschbecken mit Spiegel, genügend Ablagemöglichkeiten mit Haken, und manche Duschen haben sogar noch eine Toilette. Und der freundlichste aller Badreiniger, oder auch Facility Manager genannt, begrüßt dich jedes Mal mit einem „Hola“ und einem freundlichen Lächeln.

Die Tage plätschern so dahin. Es ist heiß und windig.





Der Wind bläst meist aus südöstlicher Richtung und so wie wir stehen, macht es der Markise nichts aus, was uns aber nicht davon abhält, regelmäßig die Wetter-App zu verfolgen. Böen zwischen 50 und 55 km/h sind für uns das Maß der Dinge. Gehen die Werte höher, kurbeln wir die Markise rein, wobei wir das in der Regel eher nach Gefühl machen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Wer schon mal mit seinem Womo am Meer direkt am Strand stand, weiß sicherlich, dass das nicht ohne Risiko ist. Wir sind aber tiefenentspannt und lassen die Markise gegen unsere Gewohnheit, sie nachts einzufahren, einfach draußen. Sie ist ja gut befestigt.





Gegen halb 4 Uhr morgens werde ich durch ein Rumpeln und Wackeln geweckt, denke zunächst an ein Gewitter, merke aber schnell, dass draußen ein ordentlicher Sturm tobt. Das kennen wir noch von 2019. Damals erlebten wir den schlimmsten Sturm unserer Womo-Geschichte. Dieses Mal war kein Sturm vorhergesagt. Eine halbe Stunde beobachte ich das Treiben, unschlüssig, ob ich Gert wecken soll, oder nicht. In dieser Hinsicht bin ich die Ängstlichere von uns beiden. Gert traut der Markise und den Sturmbändern mehr zu als ich. Irgendwann reicht es und ich wecke Gert. Gemeinsam beobachten wir durch das Fenster der Schiebetür unsere Markise, die sich tapfer gegen den Sturm stemmt. Die Böen sind so heftig, dass sie die Gelenke der Markise für Sekunden nach unten drücken. Die Plane schlägt zudem lautstark mit heftigem Flattern auf das Gestänge. Wahrscheinlich hätte sie standgehalten, wir aber haben keine ruhige Minute mehr aus Angst, gleich in der ersten Woche unsere Markise zu verlieren. Zwischen zwei Böen gehen wir raus. Während ich an der Markise hänge und sie unten halte, löst Gert die Heringe und kurbelt die Markise ein. Befreit von allen Sorgen legen wir uns wieder hin. Es ist ja noch dunkel.


Dienstag, 21. Juni

Am frühen Morgen stellt sich heraus, dass wir mit unserer Vorsichtsmaßnahme nicht alleine waren. Nicht ein einziges Womo hat seine Markise draußen. Der Wind hat etwas nachgelassen und wir entschließen uns, den Schattenspender wieder auszufahren. In der prallen Sonne ist es selbst um 8 Uhr morgens nicht auszuhalten.
Wir verbringen den Tag mit Rumbummeln und einem Strandspaziergang.




Mittwoch, 22. Juni

Ich habe mir vor dem Urlaub ein neues Navi für mein Rennrad gegönnt. Extra für den Urlaub und extra mit der Roundtrip-Routing-Funktion. Man gibt eine Distanz ein, zum Beispiel 60 Kilometer und das Gerät stellt drei Rundkurse zur Auswahl zusammen. Ich bin in den letzten Monate nur sehr wenig gefahren und die Form ist ziemlich im Keller. Die tatsächliche Distanz der Rundkurse differieren immer ein wenig, das ist der Infrastruktur am jeweiligen Standort geschuldet, daher entscheide ich mich für die kürzeste der drei gelisteten Strecken mit 61 Kilometern und den wenigsten Höhenmetern, ca. 600. In Anbetracht der Temperaturen jen-seits der 30 Grad, der Topografie und meinem aktuellen Fitnesszustand – ein ambitioniertes Unterfangen.



Derweil fahre ich mit dem Rad nach L’Hospitalet einkaufen und widme mich einer ersten Grundreinigung des Womos bevor es an den Strand geht. Das Meer ist so làlà. Ein Kiesel-steinstreifen von drei Metern muss als erstes überwunden werden, danach geht es schnell in die Tiefe. Nichts für kleine Kinder. Aber wir haben ja keine (zumindest keine Kleinen).



Drei Stunden, 27 Minuten und 30 Sekunden später stehe ich wieder vor dem Womo. Ich bin fix und fertig. Völlig durch. Statt der berechneten Distanz hat die Runde am Ende 72,93 Ki-lometer mit 1299 Höhenmetern bei einer Durchschnittstemperatur von 34 Grad. Ein Jahr zuvor wäre das kein Problem gewesen, ohne Form aber habe ich mich völlig übernommen. Mit heftigen Kopfschmerzen sitze ich den Rest des Tages vor dem Womo, schaue stumm auf das Meer und meine, hin und wieder ein schadenfreudiges Schmunzeln in Birgits Gesicht zu entdecken.



Donnerstag, 23. Juni

Nach 2019 sind wir das zweite Mal auf diesem Campingplatz und erst jetzt fällt uns auf, dass dieser in unmittelbarer Nähe zum Kernkraftwerk Vandellos II liegt. Man sieht es zwar nicht, es befindet sich aber in südlicher Richtung hinter der nächsten Bucht. Ob das erklärt, warum wir nicht eine einzige Muschel finden und auch nicht einen einzigen Fisch zu Gesicht bekommen? Oder warum die Übernachtung mit 25 Euro + Strom so günstig ist?

Wenn man vor dem Womo sitzt und seinen Kaffee in der Hand hält, kann man herrlich Menschen beobachten. Wir tun das für unser Leben gern (Gert aber noch lieber als ich). Da sind die Angler, die früh morgens oder spät abends ihre Angel in den Sand stecken und stundenlang bewegungslos daneben stehen.



Da ist der Drachenmann, ein Italiener, der jeden Tag mit einem anderen Lenkdrachen für Aufsehen sorgt. Oder richtet er die Wahl seiner Drachen nach dem jeweiligen Wind der gerade herrscht? Wir wissen es nicht.





Freilaufende Hunde am Strand zu beobachten und zu raten, zu wem die gehören macht auch immer wieder Spaß.



Junge Familien mit kleinen Kindern zu beobachten wird auch nie langweilig. Oder Menschen, die ins Wasser wollen dabei beobachten wie lange sie brauchen bis sie drin sind, macht Gert besonders viel Spaß, weil er selbst immer lange braucht, bis er drin ist.

Wir haben sehr nette Nachbarn. Links ein Pärchen aus dem Allgäu, etwa in unserem Alter mit Wohnwagen, rechts ein deutlich jüngeres Pärchen aus Berlin mit Kleinkind und selbst ausgebautem Lieferwagen.


Sonntag 26. Juni

Auf zu neuen Ufern. Wir haben lange genug am Strand herum gegammelt und brauchen neue Eindrücke. Während Gert die Räder montiert, reihe ich mich an der Rezeption in die Schlange der Abreisenden ein. Nachdem ich eine halbe Stunde angestanden habe, wird mir das Auschecken verweigert. Grund: Wir stehen noch auf dem Campingplatz. Kein Witz. Wir müssen erst fertig gepackt vom Platz rollen, hinter der Schranke parken und dann dürfen wir offiziell auschecken. Die nette Rezeptionistin macht derweil aber schon alles fertig. Immerhin.



Wir haben im Internet den Campingplatz Gavina in Creixell entdeckt, ein Platz der Yellow-Kette. Laut der Beschreibung verfügt dieser Platz über besonders schöne Stellplätze am Strand. 40 Kilometer Fahrtweg, nichts wie hin.
Um uns für die Platzbesichtigung anzumelden, brauchen wir erst einmal Geduld. Urlauber in zwei Schlangen stehen an der Rezeption, die einem Hotel ähnelt. Wir erhalten einen Plan wo es lang geht und ziehen los. Der Platz ist von vorne bis hinten durchgestylt. Asphaltierte von Palmen gesäumte Wege schlängeln sich durch Mietzeltbereiche im Safaristil. Wegweiser, Laternen, irgendwie alles erinnert an Phantasialand und eine riesige Poollandschaft wird von einer noch riesigeren Menge Menschen bevölkert. Wir erreichen den Platz der später frei werden soll, schlendern noch kurz über eine kleine Düne um den Strand zu begutachten und schauen uns gegenseitig an. Ausnahmsweise sind wir mal einer Meinung. Dieser Platz geht gar nicht. Beim Verlassen des Geländes winken wir noch freundlich der Rezeptionistin durch die Scheibe zu, die uns eine Sekunde später sicherlich schon vergessen hat.

Wir fahren weiter und kommen an wunderschönen kleinen Buchten vorbei. Toll zum Anschauen, aber unerreichbar mit unserem Wohnmobil. Zudem ist Sonntag und es scheint, ganz Spanien ist heute auf dem Weg zum Meer. Auch nur einen Parkplatz zu bekommen, von einem Stellplatz gar nicht zu reden, ist aussichtslos.





Aus Mangel eines konkreten Ziels greifen wir auf Bekanntes zurück. Der Ballena Alegre bei Sant Pere Pescador hat uns doch schon zweimal gut gefallen. Warum nicht ein drittes Mal? Auf dem Weg in diese Richtung wollen wir noch dem CP El Molino II in L’Estatit einen Besuch abstatten. Den hatten wir uns vor einigen Jahren schon mal angeschaut, sind aber keine Nacht geblieben. Rückblickend hatte der doch irgendwas, oder nicht? Ein Campingplatz der Sorte „einfach und ursprünglich“ mit schönem Sandstrand und Ausblick auf die Iles Medes (leider nicht vom WoMo aus), einer kleinen vorgelagerten Insel.
Wir finden ihn auf Anhieb wieder, können uns aber nicht ganz einigen, ob wir bleiben wollen oder nicht. Nach ausgiebiger Besichtigung kommen wir zu dem Schluss: Wir bleiben nicht. Die sanitären Anlagen sind uns, sagen wir es mal so, doch ein bisschen zu „gesellig“. Unsere Wahl fällt nach 2016 und 2018 nun endgültig auf den Ballena Alegre.



Die Anmeldung erweist sich ohne Reservierung ein wenig schwierig. Nachdem wir aber auf Nachfrage bestätigen, dass wir mit zwei Aufenthalten in den vergangenen Jahren fast schon Stammgäste wären, bekommen wir einen schönen Platz in der 2. Reihe.



Seit unserem letzten Aufenthalt hat sich einiges verändert. Die Poollandschaft ist neu und sieht zugegebenermaßen gefälliger aus als vorher.





Die Sanitäranlagen sind komplett neu. Highlight für den, der es braucht: Touchscreen-Armaturen in der Dusche. Wählen kann man zwischen Handbrause und Regendusche. Die Temperatur ist gradweise, der Wasserdruck in fünf Stufen regulierbar. Ist das noch Camping oder schon Spa? Ehrlicherweise muss man sagen, steht man erstmal unter der Regendusche ist das schon recht angenehm.



Eine weitere Neuerung des unaufhaltsamen Fortschritts hat den Ballena erreicht. Eine Chemietoiletten-Waschanlage. Nein, neu ist sie nicht. Sie stand vor 4 Jahren schon dort, allerdings kostete sie damals 2 € und uns war das „Ding“ zunächst unheimlich. Zuerst denken wir, wir stünden vor einem Getränkeautomat. Bebilderte Bedienungsanleitung, absolut idiotensicher, vorausgesetzt man hat für den Reinigungsvorgang die richtige Kassette ausgewählt. Nach dem Drücken der Starttaste öffnet sich ein kleiner Rollladen, Kassette rein, Rollladen runter, es brummt, nach 4 Minuten öffnet sich der Rollladen wieder und man entnimmt die Kassette geleert, gereinigt und gebrauchsfertig mit wohl riechendem Wasser aufgefüllt. Angenehmer geht‘s kaum. Allerdings sei auch hier die Frage gestellt, braucht man das?



Ebenfalls kostenlos sind die in jedem Spülbereich aufgestellten Spülmaschinen, die für uns aber nicht in Frage kommen. Wir spülen lieber von Hand.



Die Parzellen wurden neu nummeriert. Der Mitte- und der Nordbereich trägt nun ungerade Nummern, der Südbereich die geraden. Jede einzelne Parzelle hat einen Buchstaben. Mir kommt die Parzelle irgendwie bekannt vor, meine aber, wir hätten weiter hinten gestanden. Gert ist sich zu 100 Prozent sicher, wir standen viel weiter vorne. Während eines Platzspaziergangs fragen wir an der Rezeption nach, auf welchen Parzellen wir früher gestanden haben. Und wie es der Zufall will, stehen wir genau auf derselben Parzelle wie 2019. Negativ aufgefallen ist uns das schneckenlahme Internet. Es gibt kein kostenloses W-Lan. Für einen Platz dieser Preisklasse eigentlich eine schwache Leistung. Selbst ohne W-Lan geht es nur sehr langsam voran. Nicht nur bei uns, auch bei allen anderen. Angeblich wären zu viele Camper gleichzeitig im Internet.


Montag, 27. Juni

Wir bummeln herum bis mittags und entschließen uns eine kleine Radtour zum benachbarten Campingplatz Aquarius zu machen. Meine Nichte mit Mann und den drei Kindern sind gestern dort angekommen. Wir finden sie, wo auch sonst, am Strand und stellen uns ohne etwas zu sagen einfach neben sie, tun so, als würden wir einen Platz suchen. Die Überraschung ist groß, die Begrüßung herzlich.

Abends zieht mal wieder heftiger Wind auf und wir fahren die Markise ein. Der Kühlschrank ist völlig vereist und kühlt nicht mehr richtig. Später, als es kühler wird, tauen wir ihn ab und zwei Stunden später ist er sauber und wieder eingeräumt. Gerade rechtzeitig bevor das angekündigte Gewitter mit einem heftigen Regenguss aufzieht.


Dienstag, 28. Juni

Endlich hat der starke Wind nachgelassen und es ist soweit. Das SUP wird rausgeholt. Laut Hersteller liegt der optimale Luftdruck zwischen 1 und 1,5 Bar. Mit der neuen knallroten Doppelkammerpumpe sollte das Aufpumpen ein Klacks sein. Bei 1,1 Bar stelle ich vor Anstrengung das Pumpen mit hochrotem Kopf ein. Die Surfer und Kiter pausieren, heute erobern die Stehpaddler das Meer. Birgits monatelange Vorfreude auf das neue Board wird nicht enttäuscht. Nach wenigen Sekunden steht sie aufrecht und paddelt davon, als würde sie den ganzen Tag nichts anderes tun. Mit stoischer Ruhe und Gleichmäßigkeit zieht sie das Paddel mal links durchs Wasser, mal rechts durch Wasser und verschwindet langsam am Horizont.







Als guter Ski- und Radfahrer war ich mir sicher, Gleichgewichtsgefühl ist alles, das kann ich auch, da bin ich zu Hause. Mein erster Versuch auf dem Board war nach drei Sekunden beendet. Immerhin hatte ich das Paddel noch in der Hand als ich wieder auftauchte. Von den drei Sekunden habe ich die Hälfte aufrecht gestanden, machte aber den Fehler nach unten zu schauen, wo sich das Wasser von rechts nach links zu bewegen schien. Es war ein Gefühl, als würde einem der Boden unter dem Brett weggezogen und instinktiv versuchte ich die zweite Hälfte der drei Sekunden das Gleichgewicht zu finden und mit rudernden Armen den Sturz zu vermeiden. Mit den nächsten Versuchen wurde es Gottseidank besser.









Birgit jedenfalls ist von dem Board begeistert. Es ist leichter und stabiler als das alte und liegt auch bei kleineren Wellen ruhig auf dem Wasser.





Am Abend ist kaum noch Wind und endlich kann ich meine Dartscheibe mit dem neuen Dartständer aufbauen. Dass Open-Air-Darten so viel Spaß macht, hätte ich nicht gedacht. Ich spiele so lange bis es die Lichtverhältnisse nicht mehr zulassen.




Mittwoch, 29. Juni

Den lieben langen Tag haben wir zunächst mit Paddeln verbracht



(der Wellengang ist wieder enorm heute), sind dann aber zum Schwimmen übergegangen und haben die stürmische See den Surfern überlassen.



Danach bisschen herumsitzen und lesen und dann stellt sich uns die Frage: „Was essen wir heute eigentlich?“ Fisch wäre mal wieder gut. Der Fischladen in Sant Pere hat noch geschlossen aber er öffnet wieder um 19 Uhr. Wir machen uns startklar und radeln los. Wir sind etwas zu früh dran und schlendern noch ein wenig durch den Ort. Punkt 19 Uhr finden wir uns vor der Peixateria Jaume ein. Der Rollladen ist unten aber er öffnet sich bestimmt bald. Tut er aber nicht. Wir warten noch eine Viertelstunde und ziehen enttäuscht von Dannen. Dann eben nicht. Zurück auf dem Campingplatz holen wir im Gemüseladen Paprika, Zucchini, Karotten und Zwiebeln und bereiten uns eine Gemüsepfanne mit Reis.


Freitag, 1. Juli

Wir waren zwar schon vor vier Jahren mit den Rädern in L‘ Escala, trotzdem gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Außerdem ist die Fahrt an der langen von Pinien gesäumten Strandpromenade, vorbei an den sehenswerten griechischen Ruinen von Empuries, wunderschön.













Wir kommen von der Radtour später zurück als gedacht und haben es versäumt etwas Leckeres für das Abendessen zu besorgen. In dem Moment, als wie in den Ballena Alegre einbiegen, fällt uns die Campingplatz-Pizzeria ein, die ganz am Ende eines größeren Gastronomiebereichs liegt. Eigentlich nicht unser Ding aber der Hunger wirft alle Prinzipien über den Haufen. Ein großer Fehler wie sich herausstellt. Eine Pizza Margaritha und eine Pizza mit leuchtend roter Salami für 27,50 Euro for to go ist schon heftig, noch dazu war sie furztrocken und einfach nur schlecht.


Samstag, 2. Juli

Heute besuchen wir auf Empfehlung die Käserei Can Manasses. Außer selbst hergestellten Ziegenkäse, gibt es hier noch Wein, Wurst und Schinken. Alles darf probiert werden. Der Inhaber führt uns stolz durch seine Käserei. Wir kaufen ordentlich ein und abends gibt es „kalte Platte“.

Anschließend packen wir alles, was wir nicht mehr benötigen zusammen, denn morgen ist Abreisetag.



Fortsetzung Teil 4: --> Link

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