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birgit60
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Route Napoleon und Cote d Azur September 2019 Teil 2

permanenter Linkvon birgit60 am 29 Sep 2019 11:45:43

Donnerstag 5.9.2019

Nach dem Frühstück radeln wir nach Castellane, stellen die Räder an der Kirche ab und machen uns auf den Weg hinauf zur Notre Dame du Roc. Ein schöner Pfad, der oft zum Innehalten einlädt und herrliche Aussichten auf das unten liegende Castellane und in die Umgebung freigibt.


















Oben angekommen, besichtigen wir die Bergkirche, die mit vielen Votivgaben ausgestattet ist.























Zurück im Ort sind wir hungrig von der Wanderung und entdecken ein schönes Restaurant, in dem gerade die ganze Gendarmerie speist. Das angebotene Menu liest sich vielversprechend und so fragen wir nach einem freien Tisch. Der Kellner ist „desollé“, weil die Küche gerade geschlossen wurde. Wieder einmal Pech gehabt. Also essen wir wieder auf dem Campingplatz. Heute bleibt der Omnia im Schrank. Die Kombüse bleibt kalt.

Freitag, 6.9.2019

Wir sind immer noch hier, es gefällt uns zu gut und wir denken noch nicht ans Weiterfahren. Gert unternimmt eine Radtour (wider Erwarten stimmt dieses Mal der Garmin)



und ich erkunde Castellane noch mal in die andere Richtung.





Zurück auf dem CP kommen wir mit unserem neuen Nachbarn, einem Belgier, der 20 Jahre in Castellane gelebt hatte und nun seine Urlaube hier verbringt, ins Gespräch. Er rät uns davon ab, Grasse zu besuchen: Zu voll, zu enge Straßen, kein Stellplatz, kaum Parkmöglichkeiten. Also wenn wir einen kostbaren Urlaubstag einsparen wollen, dann sollten wir Grasse auslassen. Naja, er muss es wissen. Wir streichen Grasse aus unserem Fahrplan.


Samstag, 7.9.2019

Vor dem Frühstück erledigen wir ein paar Einkäufe auf dem Markt in Castellane. Anschließend ver- und entsorgen wir, bezahlen und machen uns auf den Weg nach Cannes.



Aufgrund des dort herrschenden Trubels fahren wir weiter nach Agay. Der CP Agay Soleil ist komplett belegt, da geht nichts ohne Reservierung. Ok, so schön ist das dort nun auch wieder nicht und so tuckern wir weiter die Küste entlang.





Hin und wieder sehen wir Campingplätze, die aber auf der anderen Seite der Küstenstraße liegen. Also fahren wir planlos weiter, besichtigen im Vorbeifahren noch kurz den CP Les Mûres in Grimaud, durchqueren Saint Tropez ohne Stau(!) und landen letztendlich auf dem WoMostellplatz Bonne Terrasse in Ramatuelle, hinter dem Strand von Pampelonne.

Dieser ist wirklich gut besucht und wir ergattern den letzten freien Platz. Wobei der Platzwart immer noch Wohnmobilen Einlass gewährt, obwohl es längst keine regulären Abstellmöglichkeiten mehr gibt. Wie auf den meisten Stellplätzen, kommt man auch hier sehr schnell mit den Nachbarn ins Gespräch. Es ist gesellig und man muss es mögen. Eine Woche wollte ich hier nicht unbedingt stehen aber für 1-2 Nächte finde ich das nett und abwechslungsreich. Wir machen einen Spaziergang am Strand von Pampelonne, der unmittelbar an den Stellplatz angrenzt und schauen uns im Vorbeigehen die Strandclubs an. In einem findet gerade eine Hochzeit statt. In einem anderen sind alle Gäste ganz in weiß gekleidet. Draußen in der Bucht liegen einige Yachten vor Anker. Wer sich hier wohl gerade mit wem trifft?











Nach dem Strandspaziergang grillen wir. Unser Nachbar, ein netter belgischer Rentner, verbringt den halben Sommer hier. Er gibt uns den Tipp, dass morgen früh um halb 9 der Bäcker auf den Platz kommt und dass es von Vorteil sei, wenn wir uns da früh anstellen. Kurz vor Sonnenuntergang stehen wir einer Dame mittleren Alters mehr oder weniger gut mit Rat und Tat zur Seite, die gerade dabei ist, sich von ihrem Freund zu trennen und ihr Hab und Gut irgendwie zusammenpacken muss, weil sie bereits einen Flug gebucht hat und später noch mit dem Taxi nach Nizza zum Flughafen fährt.








Sonntag, 8.9.2019

8.15 Uhr auf dem Stellplatz. Schräg hinter unserem Schlafzimmerfenster stehen bereits die ersten Leute zusammen und plaudern. Ich geselle mich dazu. Bonjour, ca va? Aus der kleinen Gruppe wird innerhalb von Minuten eine lange Schlange und kurz darauf fährt ein kleiner Kastenwagen hupend über den Platz um dann genau vor der Schlange Position zu beziehen. Die nette Bäckerin macht hier das Geschäft ihres Lebens.



Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei und aus allen Richtungen duftet es nach Kaffee. Wir frühstücken ausgiebig, machen anschließend noch einen Strandspaziergang und beschließen, es bei der einen Nacht zu belassen.



Wobei, wir haben schon schlechter und enger gestanden. Der Platz kostet 10 € für 24 Stunden, zuzüglich 0.60 € Kurtaxe pro Person. Strom gibt es nicht aber immerhin zwei Duschen und zwei Toiletten, die wir allerdings nicht aufgesucht haben. Einfache Spülen und eine V+E Station gibt es auch. Alles nicht wirklich schön, aber funktionell. Nachdem wir uns vom belgischen Dauercamper gegenüber verabschiedet haben, machen wir uns auf den Weg nach La Londe Les Maures zum CP Le Pansard.



Dort angekommen läuft alles ganz unkompliziert. Wir sollen uns einfach eine Parzelle aussuchen und dann Bescheid sagen, für welche wir uns entschieden haben. Umstellen sei kein Problem, dann aber bitte (für den Evakuierungsfall) die neue Parzellennummer wieder mitteilen. Der Platz ist ganz nach meinem Geschmack. Kein Schickimicki, freie Platzwahl, saubere Sanitäranlagen. Auch wenn wir nicht in der vordersten Reihe stehen, so haben wir eine schöne sonnige Parzelle mit Blick auf das Meer, nur ein paar Schritte vom Strand entfernt. Mit einer gewissen inneren Genugtuung antworten wir auf die Frage, ob wir Strom benötigen, mit „non“. Hier lässt es sich aushalten. Nachdem wir uns eingerichtet haben, ruft das Meer. Das Wasser ist herrlich warm.











Montag, 9.9.2019





Nach dem Frühstück macht Gert mal wieder eine Radtour und ich fahre, ebenfalls mit dem Rad, nach La Londe Les Maures. Allerdings verfahre ich mich auf dem Rückweg mehrmals und habe so gesehen auch eine „längere“ Radtour gemacht. Es wird zunehmend windiger und stürmischer. Gut für die Surfer, schlecht für unsere Markise. Bei einem Nachbarn sind schon die Markisenstangen eingeknickt. Der Wind ist extrem böig und bevor das in einen strammen Sturm übergeht, schmieden wir einen Plan, wie wir die Markise rein bekommen ohne dass sie wegfliegt. Wir beobachten, dass zwischen den heftigsten Böen dreißig bis sechzig Sekunden Pause ist. Sobald der Sturm also eine kurze Pause einlegt, Heringe raus, Sturmband lockern, einer hält fest, einer kurbelt. Perfekt. Unser Plan geht voll auf und wir fahren das gute Stück ein, bevor es Schaden nehmen kann. Der gesamte Kasten ist mittlerweile mit einer feinen Sandschicht durchzogen, wir auch. Jedesmal wenn die Schiebetür offen stand hat der Wind den feinen Sand in den Innenraum geblasen. Auch durchs offene Heki kam er rein.
Nachmittags halten wir noch ein Schwätzchen mit Hamburgern, die 1978 einen Hanomag zum Wohnmobil ausbauten. Dieses Schmuckstück hat es uns angetan. Wir dürfen es fotografieren, ich sogar einen Blick ins Innere werfen.








Dienstag, 10.9.2019

Auf die WetterApp ist Verlass. Für heute ist den ganzen Tag Regen vorhergesagt. Es regnet aber nicht, es schüttet. Bis auf einen Gang zum platzeigenen Supermarkt und zum Leeren des Chemieklos, verbringen wir den Tag drinnen mit Lesen, Sudoku und Wissensquiz. Das von Hartmut reparierte Fenster bleibt dicht. Nichts hält besser als ein Provisorium ☺ Wollen wir mal hoffen, dass kein Evakuierungsfall eintritt.



Mittwoch, 11.9.2019

Heute ist das Wetter wieder wie vorgestern.



Die Sonne lacht, es ist warm, alles wieder gut: Die Campinggemeinde frühstückt draußen, Kinder radeln fröhlich über den Platz und der zähneputzend über den Platz marschierende Endvierziger aus der ersten Reihe taucht auch wieder auf. Ist das ein neuer Trend? Man putzt die Zähne, während man über den Platz läuft? Das ist nicht der Erste, den wir hier dabei beobachten. Auch in Castellane fiel uns das schon auf.

Nach einem Bad im Meer radeln wir zum Weingut Bastidon.





Auf dem Rückweg stellt Gert einen Platten am Hinterrad fest. Nun ist Schieben angesagt. 2 Kilometer sind es zurück zum CP, wo Gert den Schlauch flickt. Nach einer Kaffeepause radeln wir erneut los. Jetzt zur 6 km entfernten Ölmühle. Meinen Vorschlag vorsichtshalber Flickzeug mitzunehmen ignoriert Gert mit den Worten, dass es statistisch sehr unwahrscheinlich sei, jetzt wieder einen Platten zu bekommen.
Wir testen verschiedene Öle und decken uns reichlich ein.



Und auf der Rückfahrt passiert das Unwahrscheinliche: Die Statistik stimmt nur teilweise. Diesmal hat Gert vorne einen Platten. Gut, dass wir nicht schieben müssen und Gert sich mit mehrmaligen Aufpumpen bis zum CP behelfen kann.





Donnerstag, 12.9.2019

Unser Abschied rückt näher aber wir lassen es gemütlich angehen. Nach dem Frühstück packen wir alles zusammen und gehen nochmal an den Strand ein letztes Mal im Meer baden, anschließend duschen und um 12.30 Uhr verlassen wir Le Pansard.



Über Landstraßen tuckern wir gen Norden nach Sisteron.









Wir schlendern noch einmal durch den Ort, kaufen beim Metzger 2 Scheiben vom berühmten Sisteronlamm und zwei Würstchen und setzen unsere Fahrt gemütlich fort. Dieses Mal nehmen wir die parallel verlaufende N 75. Sie fährt sich nicht nur besser als die Route Napoléon (N 85), auch die Eindrücke sind deutlich schöner.





Wir übernachten in einem kleinen Ort namens Lus-la-Croix-Haute am Ortseingang unterhalb der Feuerwehr. Auf dem kostenlosen Stellplatz für 4 Wohnmobile, kann man ver- und entsorgen. Zum Abendessen gibt es das Sisteron Lamm (mein Fall ist es nicht, Gert findet es super) mit Baguette und Tomatensalat.













Freitag 13.9.2019

Im Gegensatz zur warmen Cote d’Azur ist es hier oben in den Bergen empfindlich kühl am frühen Morgen. In kurzen Hosen mache ich einen kleinen Rundgang.








Danach freue ich mich auf ein Heißgetränk. Wir frühstücken und setzen unsere Fahrt fort nach Annecy.



Der dortige WoMostellplatz ist hoffnungslos überfüllt. Auf dem CP Au Coeur du Lac haben wir Glück.







Wir laden die Räder ab und fahren nach Annecy, auf einem tollen Radweg, 5 km immer am See entlang. In dem sehenswerten Ort genehmigen wir uns ein Eis, schlendern durch die Altstadt und radeln zurück zum CP.



























Kurz darauf testen wir die Radstrecke noch einmal in die andere Richtung und finden quasi im Vorbeifahren einen Metzger. Heute Abend gibt’s nochmal Filet Mignon mit Taboulé.


Samstag 14.9.2019

Unser letzter Urlaubstag bricht an. Über schweizer und deutsche Autobahnen fahren wir zurück nach Offenbach, wo wir gegen Abend eintreffen.





Fazit:

Übereinstimmend stellen wir fest, dass dies eine der schönsten und abwechslungsreichsten Reisen war. Wir fuhren 2400 km, genossen die Berge, bestaunten den Grand Canyon du Verdon, besuchten wunderschöne Orte und kamen aus dem Staunen oft nicht heraus. Dieser Urlaub hat etwas in uns ausgelöst, an das wir uns immer wieder gerne zurückerinnern. Es war mit Sicherheit nicht unser letzter Urlaub in den Bergen.

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