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birgit60
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Spanien im Juni 2019 Teil 1

permanenter Linkvon birgit60 am 29 Sep 2019 12:11:16

Mittwoch 29.5.2019

Die Urlaubsplanung ist seit langem abgeschlossen. Das Ziel: Italien. Und seit einigen Wochen ist sie da. Die Vorfreude. Diese gilt im Allgemeinen als die schönste Freude, vor allem, wenn es um den eigenen Urlaub geht. Nächtelang bei Kerzenlicht (Deckenfluter) über vergilbten Karten (Google) ferner Länder (Italien) gebeugt, nach Routen (mautfreie Autobahnen) schauen, die zuvor noch kein Wohnmobilist befahren hat und natürlich von exotischen Gaumenfreuden (Pizza, Ravioli) träumen. Ja, dann ist es wieder soweit. Endlich Sommer. Endlich Urlaub. Endlich wieder mit dem Womo reisen, ungebunden sein, draußen sein, Wind und Wetter trotzen … apropos Wetter … kurz vor der Abfahrt löst ein Blick auf die Wetter-App im Zielgebiet (kalt, bewölkt) bei Birgit akute Schnappatmung aus und mir ist klar – die Routenneuberechnung läuft bereits – aus einem lang geplanten Italien- wird ein spontaner Spanienurlaub. Ab jetzt wird uns das Wetter-App-Sonnensymbol die Fahrtrichtung weisen.

Ein wenig später …

… gut gelaunt und auf Staus aller Art und Länge eingestellt starten wir um 15.00 Uhr. Wir haben diesmal nichts vergessen, alles ist an Bord: Das Bier sowie die obligatorischen Würstchen und der Kartoffelsalat für den ersten Abend stehen im Kühlschrank und im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren kommen wir zügig voran.

Vorbei an Karlsruhe und Mühlhausen rollen wir 500 Kilometer gen Süden und stoppen erst gegen 20 Uhr, rund 10 Kilometer von der Autobahn entfernt auf dem Parkplatz des Bio-Supermarktes Croc Nature, Rue de la Gare 25, 25770 Serre les Sapins, in der Nähe von Besancon. Dieser Parkplatz ist sogar als Womo-Stellplatz ausgewiesen, mit Entsorgung. Kostenlos und, besonders schön: Wir sind mutterseelenallein!



Das Wurstwasser köchelt wenig später mitten auf dem Parkplatz, ein kaltes Flens ploppt ungehört auf … und bevor es dunkel wird spazieren wir noch ein paar Meter durch diesen unbelebten Ort, dessen Namen wir am nächsten Morgen schon wieder vergessen haben.

Donnerstag 30.5.2019

Was wir bisher nur vermuteten ist seit 08:00 Uhr nun gewiss. Christi Himmelfahrt ist auch in Frankreich gesetzlicher Feiertag. Der immer noch leere Parkplatz am Morgen und der geschlossene Supermarkt ist der Beweis. Keine Menschenseele weit und breit. Während des Frühstückmachens entdeckt Birgit ein rotes Blinken am Kühlschrank-Panel. Wir wissen nicht genau was es verheißt, aber sicherlich nichts Gutes. Das hat noch nie geblinkt. Und die Aufbaubatterieanzeige meldet 2/3 voll. Als elektrische Analphabeten sprechen wir uns gegenseitig Mut zu: „Erst mal abwarten, wenn der Motor wieder läuft“. Und tatsächlich, kaum dieselt der Ducato vom Stellplatz, erlischt das Blinken und die Womo-Welt ist wieder in Ordnung. Also zumindest für mich. Birgit dagegen lässt das eben Erlebte keine Ruhe und sie tippt das Problem in ein Womo-Forum, was von mir im Stillen mit einem verächtlichen Lächeln begleitet wird, wohl wissend, dass dabei sowieso nichts rauskommt. Ja, ich gebe zu, ich halte nicht viel von Foren; jeder weiß was beizutragen, und das meistens besser als der, der sich zuvor dazu geäußert hat, viel Geschwätz, Geblubber, blablabla.

200 Kilometer später …

… OK, ich bin geneigt, meine Meinung über Foren zu überdenken – unglaublich. Nach wenigen Stunden – ich frage mich, was machen diese Menschen morgens an einem Feiertag nur – haben wir diverse Antworten. Es sind nicht nur Antworten, es sind fachlich fundierte Ausführungen mit verständlichen Lösungsansätzen, beginnend mit „wenn so und so … dann so und so“. Kurz um: Das Problem ist wohl unsere in die Jahre gekommene Aufbaubatterie, die von dem etwas zu klein dimensionierten Solarpanel (75Watt) nicht mehr ausreichend gespeist wird, um den Kompressorkühlschrank über mehrere Stunden autark zu versorgen. Sobald wir Landstrom haben oder uns fahrend fortbewegen, wäre alles kein Problem. Einleuchtend. Birgits stolzes Grinsen über Qualität und Zuverlässigkeit der „Kastenwagenfreunde“ ignoriere ich elegant. Ich muss mich auf die Straße konzentrieren.

Es folgt eine staureiche Fahrt Richtung Süden. Komisch, die Jahre zuvor war es meist anders herum – es stockte in Deutschland und in Frankreich war freie Fahrt. Nun stehen wir. Erst auf der Landstraße, dann auf der A 6 im Stau bis Valence.



Während einer Pause im französischen Irgendwo begutachte ich den Fahrradträger und stelle einen Reifenschaden an meinem Fahrrad fest. Skandal. Wieso habe ich nicht zu Hause nachgeschaut? Ich brauche einen neuen Reifen. Das fehlende Stück Lauffläche ist zu groß um es zu ignorieren, vor allem weil ich ein paar längere Touren machen möchte. Also umdisponieren und Zwischenübernachtung in Les Bacarès nähe Perpignan. Dort gibt es einen Décathlon.

Stellplatz-App-sei-Dank finden wir unweit des Déclathlons einen Platz für die Nacht. Den zu finden, ist auch nicht schwer, denn das Areal ist schon von Weitem zu erkennen. Es bietet laut App-Info Platz für 200 Mobile. Und es scheint, er ist nur zur Hälfte belegt, wie man vor der Schranke stehend erkennen kann. Schwieriger hingegen ist es, überhaupt reinzukommen. Denn da steht er wieder. Unser Freund, der Schranken-Automat.
Immerhin haben wir seit letztem Jahr eine für diesen Betreiber passende Scheck-Karte – ich steige aus, halte sie ihm direkt vor’s Display. Nix passiert. Ich schaue zu Birgit, die nervös vom Beifahrersitz aus mein Treiben beobachtet. Ich zucke mit den Schultern und registriere beiläufig die Wohnmobilschlange, die sich mittlerweile hinter uns bildet. Ich probiere diverse Varianten, dem Automaten das Lesen der Karte zu ermöglichen. Nix passiert. Gut, wir haben ja Zeit … also, ins Menü geklickt, Deutsch ausgewählt aber alles, was ich zu Lesen bekomme hilft mir nicht weiter. Die Notfallnummer ignoriere ich genauso, wie die immer länger werdende Wohnmobilschlange. OK. Blöd kann man sein, man muss sich nur zu helfen wissen.
Hinter uns steht ein Belgier, der noch einen recht entspannten Eindruck macht – ich spreche ihn mit peinlich schlechtem Französisch an und wedel dabei mit der Karte. Der Belgier ist ein Mann der Tat. Er begleitet mich und probiert all das, woran ich kurz zuvor gescheitert bin, ebenfalls vergeblich. Er fackelt nicht lange, greift sein Handy und wählt die Nummer die auf dem Automaten steht, und erklärt einer fremden Person, weil der Sprache mächtig, in nullkommanichts die Problematik. Er geht zwei, drei Schritte auf die Schranke zu, dreht sich um, schaut auf unser Mobil, geht wieder zum Automaten hält die Karte hin, nix passiert. Die Stimme am anderen Ende des Mobiltelefons scheint den alles entscheidenden Tipp zu geben.
Er reicht mir die Karte und fordert mich auf, einen Meter näher an die Schranke zu fahren und DANN die Karte vor das Display zu halten …. Das Wort „Merci“ spreche ich nach hundertfacher Wiederholung seither akzentfrei aus! Es lag wirklich nur daran, nicht nah genug vor der Schranke gestanden zu haben … unglaublich.

Wir suchen uns einen ebenen Platz und schließen den Strom an. Es dauert eine Weile bis die Womo-Schlange vor der Schranke sich auflöst und wir beschließen, einen schönen Abendspaziergang durch den Ort zu machen. Von schön kann allerdings nicht die Rede sein. Der Ort, zumindest das, was wir zu sehen bekommen, ist ziemlich schrecklich. Hässliche Gebäude, größtenteils verlassen, viel Beton. Vieles wirkt vergammelt. An einer einsamen Eisdiele hole ich mir mein Standard-Eis: Zwei Kugeln, Vanille und Erdbeer. Es schmeckt passend zum Ort.





Freitag 31.5.2019
Relativ früh machen wir uns auf den kurzen Weg nach Perpignan zu Décathlon. Während ich das Auto bewache, besorgt Gert schnell einen neuen Mantel. Das Navi ist programmiert auf Cadaqués unter Vermeidung von mautpflichtigen Straßen.



Der Weg ist uns vertraut und doch erschließen sich uns immer wieder andere, neue Eindrücke. An vielen Stellen wurde die Straße, die sich in Serpentinen zwischen Küste und Bergen hinauf und hinunter schlängelt, neu ausgebaut. Wir nehmen die Abbiegung nach Cadaqués und folgen auf der schmalen und kurvenreichen Strecke einem Teilintegrierten aus Deutschland. Nicht, dass uns der Behäbige am Ende noch den letzten freien Platz auf CP Cadaqués wegschnappt. In der Tat: Er hat dasselbe Ziel. Platz ist auf dem CP Cadaqués, der zwischen Cadaqués und Port Lligat liegt, genug. Hier gibt’s sogar ein schönes Schwimmbad – leider noch nicht in Betrieb. Die Vorbereitungen laufen aber auf Hochtouren. Wir suchen uns eine Parzelle, während der „Behäbige“ noch am Suchen ist. Kurz darauf steht er neben uns.

Und wie das so ist auf Plätzen, wo die Parzellen nicht durch hohe Hecken voneinander getrennt sind, kommen wir gleich ins Gespräch. Der Besitzer des „Behäbigen“ meint, wie sehr er uns beim Durchfahren der engen Gassen um unseren Kastenwagen beneidet hätte und dass er sich immer mehr mit dem Gedanken beschäftige, seinen „Dicken“ gegen einen wendigen Kastenwagen einzutauschen. Während Gert noch mit dem Nachbarn die Vorteile eines Kastenwagens erörtert, habe ich bereits für Strom gesorgt. Das Kaffeewasser kocht. Nach einer kleinen Stärkung machen wir uns zu Fuß auf den kurzen Weg nach Port Lligat. Schnell haben wir die kleine Bucht erreicht.






Vor Dalis Haus warten Dutzende auf Einlass, sodass wir die Besichtigung auf später verschieben. Wir wandern ein Stück Richtung Cap d’en Roig, kehren um und ergattern den letzen freien Tisch in der Strandbar Es Racó d'en Dani. Tolle Sicht auf’s Meer, nette Bedienung, gutes Essen, guter Wein, nur die wummernde Planierraupe, die vor dem Lokal auf und ab dröhnt, stört ein wenig das romantischen Flair. Die Besichtigung des Casa Dali fällt leider aus, da sich der Besucherandrang nicht reduzieren will. Aber wir kommen irgendwann wieder. Gut gestärkt geht es in die andere Richtung, nach Cadaqués. Dort genehmigen wir uns ein leckeres Eis, das Beste des gesamten Urlaubs, wie sich am Ende herausstellen wird.







Gegen Abend sind wir um viele schöne Eindrücke bereichert zurück auf dem CP. Wir machen Be-kanntschaft mit Gaby und Martin, die ebenfalls im Kastenwagen unterwegs sind. Es folgt eine gegen-seitige Besichtigung der Fahrzeuginneren. Nachdem ich die Sanitäranlegen besucht und für ordentlich befunden habe, gehe ich duschen. Das Wasser ist kalt. Ich wechsle die Kabine und stelle beim Schließen der Tür fest, dass meine Tür einen blauen Punkt hat, den ich zuvor übersehen hatte. Die übrigen Duschkabinen haben rote Punkte. Hinter der Tür mit dem roten Punkt beginnt es über mir sogleich an schön warm zu plätschern. Am späten Abend fahren wir nochmal mit den Rädern in eine andere Bucht.






Samstag 1.6.2019
Gert bricht nach dem Frühstück zu einer größeren Radtour auf. Ich nutze die Zeit und plane unseren weiteren Reiseverlauf. Morgen soll es weiter Richtung Süden gehen.
Während ich so sitze und eine Route plane, verfolge ich die Entsorgungstechniken anderer Wohnmobilisten. Unweit der Einfahrt befindet sich ein Bodeneinlass mit blauem Deckel. Dort kommt alles rein, was raus muss: Grauwasser und Chemietoilette. Blöd ist nur, dass es keinen Wasseranschluss gibt, wo man den Fäkaltank nachspülen könnte. In unmittelbarer Nähe zu besagtem Bodeneinlass befindet sich ein Brunnen mit Trinkwasserhahn. Es wird doch hoffentlich niemand den Trinkwasserhahn zweckentfremden?
Nein, alles bestens: Einige entleeren nur und laufen wieder zurück. Andere haben einen Wasserkanister dabei und spülen damit nach. Doch dann kommt einer, der schüttet seinen Kloinhalt in den Bodeneinlass, schreitet zur Trinkwasserzapfstelle, stellt den Klotank DIREKT unter den Trinkwasserhahn und dreht den Hand auf, schwenkt den Tank und kippt alles wieder in den Bodeneinlass. Zweimal! Wie widerlich.
Gert ist inzwischen an der französischen Grenze angelangt und schickt Fotos zum Beweis, dass mit ihm alles ok ist.
Nachmittags machen wir einen Spaziergang nach Cadaqués und erkunden den Ort, diesmal in die andere Richtung.







Beim Abendessen beschließen wir, morgen nach Cambrils zu fahren.

Sonntag 2.6.2019
Bis Cambrils sind es ca. 300 km. Weil wir auf der kurzen Strecke bis Figueres, bedingt durch einen Sonntagsfahrer, schon viel Zeit verloren haben, nehmen wir nach Cambrils die Autobahn.



Der CP Oasis Mar nähe Cambrils ist eine wahre Oase. Wir bekommen die letzte freie Parzelle direkt am Strand und fühlen uns wie in der Karibik. Dank ACSI zahlen wir nur 18 € die Nacht.





Die Sanitäranlagen sind picobello sauber, der ganze Platz sehr gepflegt, das Personal überdurch-schnittlich freundlich. Ich stelle den Wasserkocher an und stelle fest, dass mir dieser gerade die Zu-sammenarbeit verweigert. Ich kontrolliere die Stromzufuhr, alles ok. Während ich Gert mein Leid klage, stelle ich fest, dass der Kocher nicht auf sondern neben dem Strom spendenden Untersatz steht. So kann das nicht funktionieren.
Nachdem wir mit unseren Nachbarn ein paar Worte gewechselt haben, erkunden wir mit den Rädern die nähere Umgebung.

Montag 3.6.2019
Nur zwei Parzellen in der ersten Reihe – wir stehen auf einer davon – haben Schatten spendende hohe Bäume. In diesen sitzen in luftiger Höhe satte Tauben und verdauen. Wir haben die Wahl: Markise ausfahren oder besser nicht. Wir beschließen, die Markise bleibt drin, Tisch und Stühle sind leichter zu reinigen, falls nichts Gutes von oben kommt.



Wir machen eine Radtour nach Cambrils. Der Ort an sich hat außer Souvenirläden nicht sonderlich Reizvolles zu bieten. Foto haben wir vergessen.








Dienstag 4.6.2019
Nach dem Frühstück bricht Gert zu einer längeren Fahrradtour auf.
Nachdem der Abwasch erledigt und der Kastenwagen ausgefegt und aufgeräumt ist, beschäftige ich mich mit unserem nächsten Ziel: Montserrat. Man kann auf dem großen Parkplatz übernachten und zahlt für 24 Stunden 6,50 €. Hört sich gut an. Beim Nachmittagskaffee beschließen wir, noch heute zum Montserrat aufzubrechen, dann sind wir abends schon vor Ort und am nächsten Morgen bei den ersten Besuchern.
Gegen 16 Uhr melden wir uns an der Rezeption ab. Die Mitarbeiter sind nicht nur freundlich, sie sind auch äußerst kulant, denn wir müssen nur 2 Nächte bezahlen, obwohl wir den Platz erst nach 12 Uhr verlassen. Für unsere Nachbarn, die abends gegen 18 Uhr ankamen, war die erste Nacht kostenlos.
Vor uns liegen ca. 100 km zum Montserrat.



Am Fuße des heiligen Bergs, in Monistrol, kaufen wir in einem mongolischen Supermarkt das Not-wendigste (mehr ist auch nicht zu haben) ein ☺.



Beim Anblick der Felsnadeln, die sich bis auf eine Höhe von 1236 Metern erheben, kann man in den bizarren Gesteinsformationen versteinerte Tiere wie z.B. ein Kamel, einen Elefantenrüssel und vieles mehr ausmachen. Richard Wagner soll sich für die Szenerie seiner Oper "Parsifal" an den Felsen des katalanischen Berges orientiert haben. Montserrat heißt übersetzt "zersägter Berg".





Nach jeder Serpentine bieten sich neue, unbeschreiblich schöne Ausblicke sowohl hinauf zum Berg als auch hinunter ins Tal. Den uns entgegen kommenden Reisebussen, Wohnmobilen und PKWs nach zu urteilen, scheint es auf Montserrat langsam ruhiger zu werden. Der große Parkplatz leert sich. Wir parken neben einem VW Bus aus Freiburg.



Später gesellt sich ein PKW mit einem Herrn aus Australien dazu. Er startete seine Europareise Ende April in Rom und fuhr im Mietwagen die Küste entlang von Italien über Frankreich nach Spanien. Anschließend führt ihn seine Route weiter über Portugal, Frankreich, Belgien, Holland und Deutschland, bis er Ende Mai von Frankfurt aus wieder zurück fliegt.
Nach unserem Nudelessen machen wir in der Abenddämmerung einen Spaziergang rund um das Kloster.












Mittwoch 5.6.2019
Nach einer ruhigen Nacht werden wir durch Hubschraubergeräusche geweckt. Der birgt aber keinen abgestürzten Freeclimber sondern transportiert Findlinge an schlecht zugängliche Stellen.



Nach dem Frühstück marschieren wir –in angemessener Kleidung- in das christliche Heiligtum, das um 880 nach Christus entstanden sein soll.
Der Legende nach sollen Hirten in einer Grotte eine schwarze Madonnenstatue gefunden haben, die der Evangelist Lukas geschnitzt haben soll. Beim Abtransport der Figur sei diese dann so schwer ge-worden, dass die Hirten sie nicht mehr tragen konnten. Die Madonna wollte offensichtlich nicht mehr bewegt werden.
Also entstand genau an der Stelle, wo sie zu schwer wurde, die erste Andachtsstätte am Montserrat. Die schwarze Madonna, die "Moreneta", ist heute immer noch im Kloster zu bewundern. Inzwischen ist sie sogar zur Schutzpatronin Kataloniens erhoben worden, auch wenn Wissenschaftler ihre Entstehung auf das Ende des 12. Jahrhunderts datieren.
Im Jahre 1025 errichten Benediktinermönche an dieser Stelle eine erste Marienkapelle. Die schwarze Madonna zieht so viele Gläubige an, dass man sich im 12. Jahrhundert entschließt, ein Kloster im romanischen Stil anzuschließen.
Der Klosterbau wird in den folgenden Jahrhunderten stetig erweitert, doch die Scharen an Pilgern nehmen immer mehr zu. 1560 beginnen die Mönche erneut mit dem Bau einer größeren Kirche, die 32 Jahre später feierlich eingeweiht wird.



















Nach Santiago de Compostela ist Montserrat das zweitwichtigste Wallfahrtsziel Spaniens. Ruhe und Andacht im Kloster Montserrat findet man am besten in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend. Zu diesen Tageszeiten sind die meisten Besucher noch nicht da oder bereits wieder weg.
Bevor wir zum Creu de Sant Miquel aufbrechen, zünden wir für Mutti und Anny zwei Kerzen an.











Unten bei den Parkplätzen füllt es sich langsam. Die Touristenbusse spucken ihre Fahrgäste aus und der Weg vom Parkplatz zum Kloster gleicht von hier oben aus betrachtet einer Ameisenstraße.



Die steile Zahnradbahn lassen wir aus und gehen zu Fuß.
















Nach drei Stunden sind wir zurück am Parkplatz. Oh Schreck. Der Parkautomat möchte 52,50 €. Auf Nachfrage erfahren wir, dass Campingcars für 24 Stunden nur 6,50 € zahlen müssen. Das ist aber nur am manuellen Schalter an der Parkplatzausfahrt möglich.
Bereichert um viele schöne Eindrücke machen wir uns auf den Weg nach Blanes zum CP El Pinar.



Der liegt etwas außerhalb von Blanes und hat direkten Zugang zum Strand. Platz ist hier noch jede Menge, nur die ACSI Parzellen sind klein und nicht sonderlich schön gelegen. Wir gönnen uns eine sonnige Premiumparzelle ohne Bäume und ohne Tauben für über 30 € pro Nacht. Die Sanitäranlagen sind vorbildlich, die Duschen verfügen über Einhebelmischer. Das Wasser zum Geschirrspülen ist ordentlich heiß, alles in allem perfekt.










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