Urlaub. Es geht nach Frankreich. Wir starten um 14:30 Uhr und es gießt aus Eimern. Die Sicht ist nahe Null. Kurz hinter Darmstadt fällt mir schlagartig ein; Oh Mist! Der Kartoffelsalat. Ich hatte doch extra für unseren ersten Abend Kartoffelsalat gemacht. Und jetzt steht der zuhause im Kühlschrank. Umdrehen wäre Quatsch. Also rufe ich die Kinder an. Food-sharing nennt man so etwas. Die Kinder essen den Kartoffelsalat – wir, die von Gisela spendierten Würstchen.
Kurz vor Bruchsal meldet sich TomTom mit einer Warnung: „Die verkehrsbedingte Verzögerung auf Ihrer Route beträgt 295 Minuten. Es wurde eine Alternativroute gefunden, die 250 Minuten schneller ist. Möchten Sie diese übernehmen?“ Was ne Frage. Natürlich möchten wir und biegen ab, runter von der Autobahn. Zäh fließend geht es jetzt über Landstraßen, dann mitten durch Karlsruhe und wieder über Landstraßen. Wir erhaschen einen Blick auf die zuvor verlassene Autobahn. Komisch. Dort rollt alles recht zügig. Und wie von Geisterhand switcht TomTom um und führt uns zurück auf die A5. Ob wir unser anvisiertes Ziel, den Kürbishof Opplinger in Oberburg im Emmental noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen? Inzwischen verkündet der Badische Verkehrsfunk, dass sich die Verkehrslage auf der A5 wieder normalisiert hat. Den nicht enden wollenden Verkehrsnachrichten folgt eine Fahndung der Polizei, die uns den restlichen Tag beschäftigt: „Bei einem Familiendrama in Baden-Württemberg sind ein Mann, eine Frau und ein Sechsjähriger erschossen worden. Der Sechsjährige ist erst wenige Stunden vor der Tat eingeschult worden. Man gehe von einer Beziehungstat aus. Die Ermittler fahnden nach dem Vater des erschossenen Jungen.“ (Wochen später erfahren wir, dass sich der Mörder der Polizei gestellt hat.)
Bei Basel passieren wir die Grenze zur Schweiz und erreichen den Kürbishof Opplinger erst nach Einbruch der Dunkelheit.
Wir schleichen ums Haus und suchen nach der Klingel, als plötzlich die Chefin des Hauses vor uns steht und uns freundlich Einlass gewährt. Sie öffnet uns das Tor und zeigt uns grob, wo wir nächtigen können. Zum Abendessen gibt es die besagten Würstchen ohne Kartoffelsalat. Eine Kirchturmuhr schlägt uns viertelstündlich in den Schlaf. Weit kann die Kirche nicht entfernt sein.
Samstag, 16. September
Schon wieder schlägt die Kirchturmuhr. Und zwar sieben Mal, als ich aufwache. Nach der Morgentoilette sehen wir, in welch schöner Gegend wir gelandet sind.
Wir stehen zwischen Tipis und weiteren Wohnmobilen auf einem gepflegten Wiesenstellplatz, schräg hinter uns die glockenlärmende Kirche. Ich fange die Idylle mit dem Foto ein, während Gert sich um das Frühstück kümmert.
Nach dem Abwasch bezahlen wir bei Frau Opplinger. Sie erkundigt sich, ob wir geduscht hätten. Nein, haben wir nicht. Abgesehen davon hätten wir auch gar nicht gewusst, wo. Ohne duschen und ohne Strom zahlen wir 9 €. Frau Opplinger stellt uns noch ihre 3 Esel vor, zu denen sich Bernie, ein Berner-Sennenhund-Welpe gesellt. Um 10 Uhr sind wir soweit und starten den Diesel.
Die Route durch die Schweiz gestaltet sich trotz Autobahn und etlicher Tunnels als sehr abwechslungsreich. Wir genießen das Panorama der Berge, lassen den Genfer See rechts an uns vorbei ziehen und stellen an Deep Purple erinnernd fest: No smoke on the water ☺
Den kurzen Stau an der Grenze zu Frankreich passieren wir schneller als befürchtet. Beim ersten Tankstopp in Frankreich genehmigen wir uns zwei Café au Lait aus einem Kaffeeautomaten für moderate 1,70 € pro Becher. Auf dem Parkplatz zwischen den Bergen stehend lassen wir die Blicke schweifen und ich frage mich, wie Gert weit oben auf dem Berg Leute erkennen kann, bis er mir erst blöd guckend, dann laut lachend zuruft „Gebäude nicht Leute“.
Wir steigen ein und wechseln die Sitze. Gert wird zunehmend stiller und windet sich unruhig auf dem Beifahrersitz. Er klagt über Brustschmerzen. Ich bleibe ruhig und stelle Fragen: „Hast du Beklemmungen? Schmerzt dein linker Arm?“ Wir sind nicht in der Wildnis und in Frankreich gibt es auch Krankenhäuser. Plötzlicher erinnert sich Gert an die Pause auf dem Rastplatz. Er hatte sich verschluckt und irgendwie sitzt was quer. Aber so wie es kam, ist es dann auch wieder weg.
Wir verlassen die Autobahn und erreichen am Nachmittag L’Isle-sur-la-Sorgue.
Das Schild „complet“ am Eingang des Campingplatzes La Sorguette verheißt nichts Gutes. Der ist doch tatsächlich voll belegt. Als Alternative wählen wir den CP Capfun in Le Thor, ca. 10 km von L’Isle-sur-la-Sorgue entfernt. Der hat zwar nur noch eine Nacht geöffnet, aber das reicht uns ja. Wir haben freie Platzwahl und zahlen mit Strom regulär (also ohne ACSI oder ADAC) knapp 19 €. Da kann man nicht meckern. Sogar das Schwimmbad hat noch geöffnet. Abends ist in Le Thor ein großes Fest. Wir essen eine Kleinigkeit, duschen und fahren mit den Rädern zum dem Fest.
Gut, dass wir vorher noch gegessen haben, denn im Gegensatz zum sonst so kulinarischen Frankreich, gibt es hier nur einen Wein- und einen Bierstand und eine Bude mit Zuckerwatte. Die Zufahrten nach Le Thor sind gut bewacht.
Bewaffnete Polizisten mit Maschinengewehren zeigen Präsenz. Man sieht hier doch deutlich, Frankreich befindet sich immer noch im Ausnahmezustand. Ein mulmiges Gefühl. Als wir zu unseren Rädern zurückkehren wollen, stellt sich gerade der Festumzug auf und wir beobachten aus einer Seitenstraße heraus das rege Treiben der Reiter und der mittelalterlich gekleideten Zugteilnehmer.
Die Pferde scharren unruhig mit den Hufen und es dauert eine gefühlte Ewigkeit bis sich der Tross endlich in Bewegung setzt, nur um Sekunden später, nach dem Durchschreiten des neuen und hell bunt beleuchteten Stadttores, wieder in der Dunkelheit zu verschwinden.
Sonntag, 17. September
Wir frühstücken draußen in der Sonne und fahren anschließend weiter nach L’Isle-sur-la-Sorgue.
Auch dieser Ort ist gut beschützt. Das WoMo stellen wir in einem kleinen Industriegebiet hinter dem Bahnhof ab, denn die Stadt ist für den Verkehr gesperrt. Mit den Rädern fahren wir zum Markt. Wir staunen nicht schlecht: Der ganze Ort scheint ein einziger Markt zu sein. Reizüberflutung pur. Einerseits ist es sehr schön, andererseits aber auch anstrengend. Schließlich ist das unser erster Besuch in L’Isle-sur-la-Sorgue und durch die vielen Stände, kommt der Ort gar nicht mehr so gut zur Geltung.
Wir kaufen Obst, Gemüse und fett frittierte Fischbällchen, frittierte Auberginen und frittierte Zucchini. Zuviel Fett? Egal! Sieht lecker aus. Dazu erstehen wir an einem anderen Stand Ajoli und andere köstliche Dips. Fest steht, dass ich auf jeden Fall noch einmal hier hinfahren möchte. Aber für heute ist es genug. Wir müssen weiter, denn wir haben Dirk mitgeteilt, dass wir am Abend in Saint-Tropez sein werden. Wir fahren durch die Provence. 180 km Landstraße.
Die gut ausgebaute Landstraße schlängelt sich durch das weitläufige Land, durch wunderschöne Wälder und Felsformationen und wieder auf zahlreichen Serpentinen hinunter ins Tal. Unterwegs, in einer Haltebucht, kochen wir uns einen Kaffee und essen einen Teil unserer Marzipanstückchen und Kokosmakronen vom Markt aus L’Isle.
Zwei Radtourenfahrer mit voll bepackten Anhängern fahren Rückenwind unterstützt fröhlich grüßend an uns vorbei.
Am frühen Abend erreichen wir den CP LA Plage in Grimaud. Der CP wird durch eine viel befahrene Küstenstraße geteilt.
Der untere, am Strand gelegene Bereich, ist voll belegt. Auf dem oberen, im waldreichen Teil hingegen, haben wir freie Platzwahl. Wir suchen lange nach einer vermeintlich sonnigen Parzelle, und vor allem nach einer, die halbwegs eben ist. Nach langem Hin und Her einigen wir uns auf einen Platz.
Ehrlich gesagt, habe ich mir diesen Campingplatz schöner vorgestellt. In diversen Foren wurde er so schön beschrieben, was wohl daran lag, dass die Benutzer eine Parzelle im unteren Bereich ergattert hatten. Mich erinnert das Ganze an die Odysseen auf kroatischen Großcampingplätzen und die zeitraubende Suche nach einer geeigneten Parzelle, die zwischenzeitlich von anderen Suchenden für gut befunden und vor uns belegt wurde. Der deutsch sprechende Rezeptionist mit den barocken Ausmaßen einer Frau leiert gelangweilt seine Fragen herunter: „Brauchen Sie Strom? Wenn ja wieviel? 4 Ampere kosten 4 €, 6 Ampere 6 € und 10 Ampere 10 €“. Keine Ahnung, wieviel Ampere wir brauchen, also entscheiden wir uns erstmal für die preiswerteste Variante. Und dann kommt die Stromaktion so richtig in Gang: Erstmal erhalten wir einen Aufkleber, den wir von innen an der Windschutzscheibe anbringen müssen. Dann kommt nach einigen Minuten der Strombeauftragte des Campingplatzes mit der entsprechenden Sicherung, schließt den Stromkasten auf, unser Kabel wird eingesteckt, reicht aber nicht bis zum Auto. Unser 30-Meter-Kabel ist doch tatsächlich zu kurz. Wir fragen, ob wir nicht den nur 5 Meter entfernten Stromautomaten nehmen dürfen. Nein, dürfen wir nicht, denn der befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Weges. Und Kabel dürfen nicht über die Wege laufen. Der Strommann radelt wieder los und kehrt wenig später mit einem Verlängerungskabel zurück. Nun passt’s.
Der Puls sinkt wieder langsam und wir beginnen Tisch und Stühle auszuladen, denn: Es ist Zeit für das Abendessen: Selbstredend gibt es die fettigen Schweinereien vom Markt. Dazu Ajoli, auch nicht gerade als „light“ zu bezeichnen und Weißbrot. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass sich das fettige Essen nochmal zurückmeldet.
Doch zuvor fahren wir nach Sonnenuntergang mit den Rädern auf gut ausgebauten Radwegen Richtung Saint-Tropez. Ein kurzes Stück hinter Port Grimaud kehren wir um. Viel zu sehen gibt es jetzt eh nicht mehr, zudem ist es frisch und windig ist es auch. Stunden später in der Nacht wache ich auf und fühle mich wie der böse Wolf, der Wackersteine im Bauch hat. Gert fühlt sich auch nicht sonderlich, ist aber im Gegensatz zu mir in der Lage einen Fencheltee zuzubereiten. Allerdings verweigert die Sicherung (war da nicht was?) dem energiehungrigen Wasserkocher die weitere Zusammenarbeit und Gert wechselt notgedrungen auf Gas. Nur mit Mühe und Dank Tee bleibt alles dort wo es hingehört. Und ein wenig Schlaf finden wir auch noch.
Montag, 18. September
Gert, schon wieder fit, holt Baguette auf der anderen Straßenseite und teilt dem Empfangspersonal bei der Gelegenheit mit, dass unsere Sicherung herausgeflogen ist. Es dauert seine Zeit, bis der Strommann kommt und für Abhilfe sorgt. Unseren Frühstückstee kochen wir also wieder mit Gas und entscheiden uns, nicht länger hier zu verweilen. Schließlich hatte Dirk uns schon vorgestern angeboten, dass wir bei ihm in der Hofeinfahrt kampieren können. Nach dem Bezahlen warten wir ein letztes Mal auf den Strommann, denn nur er kann den Stromkasten aufschließen und unser Kabel wieder „freigeben“. Was ein Irrsinn.
Bereit für neue Abenteuer reihen wir uns in den Stau ein, der täglich in und um Saint-Tropez herum herrscht, und fahren in Schrittgeschwindigkeit zu Dirk, der hier mit Elli und Wolfgang in Lindas schönem Haus zwei Kilometer vom Stadtkern entfernt Urlaub macht.
Dirk hat uns die Maße der Hofeinfahrt bereits per WhatsApp mitgeteilt: Breite 2,60 m, Höhe 3,50 m, Länge unendlich. Eine halbe Stunde später steht der lange Lulatsch in der Hofeinfahrt.
Wir staunen nicht schlecht als wir das Haus betreten: Die drei haben sich ordentlich Mühe gemacht. Der Tisch im Wohn/Essbereich ist festlich für uns gedeckt.
Denken wir zumindest. Aber Dirk holt uns auf den Boden der Tatsachen zurück: „Das ist alles nur Deko! Wir essen in der Küche, da ist mehr Platz.“
In der gemütlichen Küche sitzen wir bei Kaffee und Apfeltarte und klönen ausgiebig. Anschließend gibt es eine Hausführung.
Von Ellis Schlafzimmer aus sieht man das Meer. Gut, man muss sich auf die Zehenspitzen stellen, aber man sieht das Meer. Ein Schlafzimmer wäre noch frei, doch wir beschließen, im WoMo zu schlafen. Duschen reicht völlig. Es nieselt. Nachdem der Himmel aufreißt, spazieren wir mit Dirk nach Saint-Tropez und bestaunen die Yachten der Reichen und Schönen.
Abends holen wir Pizza in der nahe gelegenen Pizzeria und ziehen uns nach langem, gemütlichen Beisammensein in unser Schlafmobil zurück.
Dienstag, 19. September
Nach dem Frühstück fahren wir diesmal mit dem PKW nach Saint-Tropez. Es ist Markt.
Wir schlendern durch das Getümmel und Dirk führt uns durch die Altstadt.
Er lädt uns nach ausgiebigem Bummeln in ein nettes kleines Café auf einen Café au Lait ein.
Nach ein paar Stunden fahren wir wieder zurück. Wir verabschieden uns von den Dreien und brechen um 15 Uhr nach Bormes-les-Mimosas auf. Ziel ist das Camp du Domaine. Leider sind auch hier die schönen Stellplätze belegt und bevor wir wieder eine Nacht auf Waldboden verbringen, entscheiden wir uns zur Weiterfahrt nach Cassis.
Dann sind wir wenigstens schon an Ort und Stelle und können uns morgen früh gleich auf den Weg in den Ort machen.
Das Personal auf dem CP ist extrem freundlich und hilfsbereit. Weil uns bei dem zugewiesenen Platz die Keile wegen der Schräglage nicht ausreichten, bitte ich die freundliche Empfangsdame um einen anderen Platz und bedanke mich vielmals für eine neue Platznummer. Doch dieser Platz sagt Birgit überhaupt nicht zu. Peinlich. Also wieder zurück zur Empfangsdame in der Gewissheit, einen Vogel gezeigt zu bekommen, aber das Mädel ist völlig tiefenentspannt. Ohne zu Murren teilt sie uns erneut einen Platz zu, und fragt nur, nachdem ich ihr auf schlechtem Französisch versichere, heute nicht mehr zu kommen, ob ich mir da auch sicher wäre. Nun stehen wir auf dem Platz mit der Nummer 10 und hoffen, dass die Riesenbäume um uns herum dem immer stärker aufkommenden Mistral auch Stand halten. Oder sollten wir nochmal nach einem Platz ohne Bäume fragen? Gut, lieber nicht …
Mittwoch, 20. September
Der Sturm hat nachgelassen und wir frühstücken draußen.
Anschließend geht es zu Fuß steil bergab nach Cassis. Wir besichtigen den Ort. Auch hier ist heute Markt.
Wir schlendern die schöne Hafenpromenade entlang und nehmen in einem hübschen Café am Hafen einen Café au Lait.
Eigentlich hatten wir uns so Saint-Tropez vorgestellt. Der gleichen Ansicht scheint auch der Verfasser folgenden Textes zu sein: „Wer sich ins St. Tropez der 60er Jahre zurückwünscht, der solle – so heißt es – unbedingt einmal Cassis besuchen.“
Anschließend machen wir uns auf den Weg zu den Callanques.
Die Sonne meint es gut und ich bereue, mir keine Kopfbedeckung mitgenommen zu haben. Aber Frau weiß sich ja zu helfen.
Wir laufen nur bis zur Callanque de Port-Miou und beschließen, aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit, umzukehren.
Der Marsch zurück ist steil und anstrengend.
Im kleinen Supermarkt kaufen wir Baguette, Tomaten und Olivenöl, und machen uns einen gemischten Salat. Dazu grillen wir mitgebrachte Würstchen.
Donnerstag, 21. September
Unser heutiges Ziel ist der Wohnmobilstellplatz in Carro.
Die Einfahrt gestaltet sich ähnlich schwierig wie auf vielen Wohnmobilstellplätzen und es dauert eine ganze Weile, bis sich die Schranke endlich öffnet. Während ich auf dem schönen, am Meer hinter dem kleinen Fischereihafen gelegenen Stellplatz einen Kaffee zubereite, zählt Gert, als Freund unsinniger Statistiken, 84 Wohnmobile: davon 58 Franzosen, 18 Deutsche, 3 Holländer, 3 Belgier, 1 Engländer, und einen Italiener. Ein paar wenige Plätze sind noch frei.
Bis zum Abend sind alle Plätze belegt. Gert verzichtet auf eine Statistikaktualisierung.
Nach dem Kaffee machen wir eine Radtour in Richtung Martigues.
Im Hintergrund verschandeln hoch aufragende Schornsteine die schöne Landschaft. Hoffentlich ist das kein schneller Brüter. Wie sich später rausstellt, handelt es sich um das Wärmekraftwerk EDF Martigues-Ponteau (Gud-Gas). Unsere Tour führt uns an herrlichen Buchten vorbei, in welchen vereinzelte Häuser stehen.
Die Steinformationen erinnern an die Bretagne. Was es hier alles an Fischen gibt, ist unglaublich. Zumindest sind diese auf zahlreichen Infotafeln abgebildet. Gesehen haben wir in Natura leider keinen.
Wir kehren um und erkunden Carro noch ein bisschen in der anderen Richtung. Im benachbarten Ort soll es einen netten CP geben, den ich mir gerne anschauen möchte. Gert dreht etwa auf der Hälfte der Strecke um. Das Bergaufgegurke mit mir ist ihm wohl zu langweilig.
Ich radel weiter zum CP und stelle fest, dass wir es auf dem Wohnmobilstellplatz doch netter getroffen haben. Auf dem Rückweg besorge ich im kleinen Lebensmittelladen noch ein großes Suppengrün. Aufgrund der Nähe zum Nachbarn kommt man hier außerordentlich schnell ins Gespräch. Während ich unsere Kartoffelsuppe zubereite, ergibt sich ein Plausch mit der Nachbarin. Später gesellt sich noch ihr Mann mit seinem Pudel hinzu und wir tauschen unsere bereits angefahrenen Ziele aus. Auf La Plage in Saint Tropez haben wir uns offensichtlich nur knapp verpasst. Die beiden standen, wie wir auch, unfreiwillig auf dem waldreichen Teil oberhalb der Straße. Nur im Gegensatz zu uns, wusste der Nachbar, dass 4 Ampere ungefähr 800 Watt entsprechen und diese für einen Wasserkocher deutlich zu wenig sind. Man lernt nicht nur nette Leute kennen, man lernt auch noch was fürs Leben ☺




November 2022
Juli 2022