wer schon immer mal ein Hausboot fahren wollte, aber wegen des eigenen Womos - welches eh die meiste Zeit nur „blöd rumsteht“ - auf eine Anmietung verzichtet hat, hier die Lösung:
Der freecamper ist ein motorisiertes Floß, ein fahrbarer Stellplatz auf dem Wasser.
Mitte Juni haben wir 4 Tage den Freecamper getestet, hier ein kleiner Bericht.
Womo ist verzurrt, es kann los gehen
Unsere Erfahrung in Binnenschifffahrt waren gleich null, trotzdem kann man das Floß führerscheinfrei mit einer Charterbescheinigung selbst fahren. In einer 3 stündigen Einweisung in Theorie und Praxis wird man in alles eingewiesen. Laut Vertrag darf man das Boot leider nur bis 4 Beaufort fahren. An unserem Übernahmetag hatte es aber Böen bis 6 Bft. Das Wetter war schön und wir hatten noch viel Zeit, da haben wir uns entschlossen, trotzdem einfach mal los zu fahren. Man muss sich aber im Klaren sein, bei einem Schadensfall wird die Versicherung sicher die Windwerte des Tages checken. Insofern ein kleiner Minuspunkt. Wobei ich keine Ahnung habe, was die anderen Hausbootvermieter für Windvorgaben machen.
Das Ablegen klappte erstaunlich gut, das Floß hat elektrische Bug – und Heckstrahlruder und einen 60 PS Außenbordmotor und ist wirklich trotz böigem Wind in der recht engen Hafenausfahrt gut zu steuern.
Bei schönem Wetter, welches wir leider nur an 2 Tagen hatten, macht das schippern wirklich viel Spaß.
Wir tuckern gemütlich dahin.
Die Landschaft ist herrlich und das gemütliche übers Wasser gleiten bei ca. 6 kmh ist sehr beruhigend. Man könnte ohne weiteres auch schneller fahren, aber erstens sind auf der Havel max. 9 kmh erlaubt und zweitens braucht der Motor bei der Geschwindigkeit nur ca. 2 Liter die Stunde.
Etwas Aufregung war beim ersten Schleusen schon dabei
Wenn man dann noch die erste Schleuse gemeistert hat, macht es einfach nur noch Spaß und die Anspannung ist dahin. Nachts haben wir immer in Marinas, oder an einer Gaststätte angelegt. Es gibt aber auch einen Anker an Bord.
Marina in Templin, selbst das rückwärts, sorry achtern, einparken zwischen den beiden Schiffen hat geklappt.
Unser Fazit ist positiv. Wer etwas Mut hat und sich auf das Abenteuer ein ca. 4 x 13 Meter großes Floß steuern zu lernen einlässt und schönes Wetter hat, wird sicher auf seine Kosten kommen.
Alle weiteren Infos gibt es hier: --> Link

