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Endlich komme ich dazu, noch einen kleinen Reisebericht aus 2023 nachzureichen: Nach der längeren Fahrt durch Nordgriechenland wollten wir noch einmal los. Wir hatten drei Wochen, also sollte es nicht ganz so weit gehen. Angeregt durch die Reise von Momoblog/Micha haben wir uns entschieden, den Spätsommer in der Uckermark zu verbringen. Den "wilden" Osten kannten wir noch gar nicht - und wir haben es nicht bereut! Zunächst die Highlights im Überblick: 1. Kaiserbahnhof - Parlow 2. Oberuckersee- Warnitz 3. Sernitz 4. Angermünde - Blumberger Mühle - Grumsin 5. Klosterruine Chorin 6. Criewen - Nationalpark Unteres Odertal 7. Anklamer Stadtbruch 8. Usedom: Bansin 9. Usedom: Zinnowitz 10. Prenslau 11. Boitzenburg 12. Thomsdorf - Kolbatzer Mühle 13. Wildpark Schorfheide Weitere Beiträge aus meiner Highlight-Reihe: 2012 Frankreich --> Link, 2013 Schweden --> Link, 2015 Großbritannien --> Link, 2016 Spanien --> Link, 2017 Malta --> Link, 2017 Sizilien --> Link, 2018 Griechenland --> Link, 2019 Norwegen --> Link, 2020 Rhön --> Link, 2021 Thüringer Wald --> Link, 2022 Frankreich --> Link und 2022 Drei Inseln --> Link und 2023 Nordgriechenland --> Link Highlight 1: Kaiserbahnhof - Parlow Unsere erste Nacht in der Uckermark verbringen wir in der Nähe vom sog. Kaiserbahnhof Joachimsthal. 1898 kam der Kaiser persönlich zur Einweihung, aber wohl eigentlich eher zur Jagd. Auch die Inneneinrichtung mit viel Holz ist richtig hübsch. Wir stellen uns auf eine kleine Lichtung und beobachten einen Grünspecht ebenfalls bei der Jagd: immer wieder bohrt er seinen Schnabel tief in die Wiese. Unsere Nacht ist schön einsam und herrlich ruhig... Am nächsten Tag machen wir unsere erste Wanderung in der Nähe von Parlow. Wir bekommen einen Eindruck, was uns die nächsten Wochen erwarten wird: Wälder, Sümpfe und Seen und viel Natur: Unter anderem sichten wir Kraniche, einen Seeadler und einen Marderhund. Highlight 2: Oberuckersee - Warnitz Wir haben unser Kanu dabei und sind heiß, es mal wieder zu Wasser zu lassen. Wir fahren nach Warnitz und starten auf dem Oberuckersee, um auf der Ucker Richtung Unteruckersee zu paddeln. Das Wasser im See ist schön warm, gerade so, dass ich mich ins Wasser draue. Am nächsten Tag pumpen wir das Kanu auf. Als wir dann die Ucker erreichen, wird das Wasser glasklar. Es ist so, als würde man wie durch ein Aquarium fahren. Die Flossen der Rotfedern leuchten feurigrot und auch die Flussbarsche strahlen in den schönsten Farben. Die Ufervegetation ist wild: Bäume, Schilf und Teichrosen - wir sind begeistert, schöner kann man eigentlich nicht paddeln. Der Weg zurück auf dem Oberuckersee wird anstrengend: wir müssen uns gegen Wind und Welle kämpfen. Highlight 3: Sernitz Auf dem Weg nach Angermünde machen wir für eine kleine Wanderung einen Stopp in Sernitz. Hier soll Biberrevier sein, warum nicht? Biber sehen wir keine, aber was sind das da für interessante Tiere? Wasserbüffel - sieht man ja hier nicht so oft. Die Büffel finden mich scheinbar auch interessant und kommen näher. Mich trennt nur ein dünner, hüfthoher Draht von der Herde. Das ist mir zu wenig und ich trete mal vorsichtig den Rückzug an... Highlight 4: Angermünde - Blumberger Mühle - Grumsin Angermünde ist ein netter Ort, mit alter Stadtmauer und einigen schönen Fachwerkhäusern. Eine Runde lohnt sich. Aber schöner ist das NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle mit einem wirklich tollem Stellplatz und in der Gegend lässt sich wunderbar wandern... ... und jede Menge Vögel beobachten: Wir wandern nach Wolletz und am See entlang Und entdecken jede Menge Tiere, manche erst im letzten Augenblick: Eine wunderschöne Wanderung! Dann lockt uns noch in der Nähe das Weltnaturerbe "Buchenwald Grumsin". Ganz nett, am besten gefällt uns das Rabenpäarchen: Highlight 5: Klosterruine Chorin Regentag = Kulturtag und wir besuchen die Klosterruine Chorin aus dem 13. Jh. in der sog. Backsteingotik. Entweder waren Steine in der Gegend knapp oder man fand es einfach schick, denn viele monumentale Bauten sind aus Backstein. Die alte Küche hat was Trotz Regen ziehen wir trotzdem los und entdecken auf dem Weg diese niedliche Maus: Highlight 6: Nationalpark Unteres Odertal Einer der Höhepunkte unter den Highlights :wink: : der Nationalpark Unteres Odertal. Zuerst starten wir in Criewen und entdecken auf eine Weide Wisente: Auch wenn es nur die kleinen Verwandten der Bisons sind, sieht der Chef schon recht beindruckend aus An der Oder, die Grenze zu Polen gibt es einen schönen Aussichtsturm. Am anderen Ufer entdecken wir auch einen Seeadler. Die jungen Füchse sind wenig scheu. Der Schlosssee von Criewen ... ... und die Kirche. Besonders gut hat uns die Wanderung "Wilder Wald gefallen". Im schönen Besucherzentrum gibt es jede Menge Infos. Wir fahren ins benachbarte Gatow und am Abend kommt tatsächlich auch ein Biber auf die Wiese und mümmelt sich in aller Seelenruhe durch: Dort machen wir dann auch am nächsten Tag eine Wanderung: Selten so ein prächtig gefärbtes Tagpfauenauge gesehen: Eine Bande junger Lachmöwen Die Landschaft hier ist einfach wunderschön Im Besucherzentrum in Criewen sind wir von "Röhren hören" angefixt. Es ist Anfang September und die Brunft der Hirsche beginnt. Im südlichen Stützkow gibt es einen tollen Aussichtsberg, nur leider ist die Zufahrtsstraße dorthin gesperrt. Also starten wir abends in Criewen und wandern die 5km mit unserem Gepäck zum "Hochsitz". Rehe ziehen vorbei, aber von Hirschen hören und sehen wir nichts. Schließlich geht der Mond auf. Es ist Vollmond. Vor Mitternacht geben wir auf und wandern zurück zum Womo. Nebel liegt über den Oderwiesen und der Nordstern weißt uns den Weg. Erst als wir am Womo ankommen sind, beginnen dann auch die Hirsche zu röhren. Trotzdem war unsere Nachtwanderung ein tolles Erlebnis. Highlight 7: Anklamer Stadtbruch Ich will ans Meer!!! Wenn wir schon so "nah" sind, dann möchte ich doch auch mal Usedom sehen. Also Planänderung! Es geht weiter in den Norden, auf einer Wiese beobachten wir einen kleinen Trupp Kraniche. Auf dem Weg liegt der Anklamer Stadtbruch. Einst ein Moor, dann wurde es eingedeicht und trocken gelegt, um Torf abzubauen. Bei einer Sturmflut brach 1995 der Deich und das Gelände wurde geflutet. Schließlich beschloss man, den Zustand so zu lassen und es zum Naturschutzgebiet zu erklären - eine gute Entscheidung! Vom Aussichtsturm kann man gut die Vogelwelt beobachten: Nach dem Torfabbau hatte man ein Wäldchen gepflanzt, das aber auf dem gefluteten Gelände keine Überlebenschance mehr hatte: Auch hier sehen wir Seeadler: Das verspricht eine gute Schlehenernte ;-) Der alte Entwässerungsgraben steht auch randvoll mit Wasser: Highlight 8: Usedom - Bansin Usedom ist über zwei Brücken gut ans Festland angeschlossen, unser erster Stopp ist Bansin. Wir stehen hoch oben auf den Sandklippen. Dort lässt sich oben wunderbar auf schönen Pfaden durch den Buchenwald wandern ... ... oder unten am ewig langen Sandstrand: Aber ja, es ist dann doch "nur" die Ostsee: Das Wasser dümpelt so dahin. Es ist voller brauner Algen und es riecht auch recht gammelig. Zu einem Bad lädt es nicht gerade ein... Highlight 9: Usedom - Zinnowitz Beim dritten Anlauf gelingt es uns, einen Platz auf einem Campingplatz zu bekommen. Wir sind in Zinnowitz und gehen abends in den Ort. Da ist mehr los, als wir dachten. Überall gibt es Live-Musik und der Abend ist herrlich lau. Besonderer Magnet ist die Seebrücke mit der Tauchgondel. Zurück natürlich wieder barfuß am Strand. Am nächsten Tag machen wir noch eine kleine Wanderung durch Wald und am Strand. Auch wenn unser Herz eher für die Nordsee schlägt, hat uns Usedom richtig gut gefallen: der Buchenwald, die Klippen und der unendliche Sandstrand sind toll. Highlight 10: Prenzlau Wir wollen nun wieder in die Uckermark und auf dem Weg machen wir einen Stopp in Prenzlau. Nicht viel vom alten Prenzlau hat den Krieg überlebt. Der Aufbau der Marienkirche hat sich etwas gezogen: erst 2020 fand hier nach 75 Jahren wieder ein Gottesdienst statt. Auf jeden Fall lohnend ist die Besteigung des Glockenturms Die schönste Ansicht Prenzlaus: Mitteltorturm - Heilig Geist Kapelle - Marienkirche Highlight 11: Boitzenburg Schloss Boitzenburg ist heute Kinder- und Familienhotel im Jugendherbergsstil. Entsprechend lebhaft geht es hier zu :-) Wir wandern im angrenzenden Wald, der von den Herrschaften Arnim-Boitzenburg parkähnlich gestaltet wurde mit Apollotempel, Rote Kapelle und Schlangentempel. Hier die schöne Familiengruft: Die Dorfkirche "St. Marien auf dem Berg" hat uns besonders von innen beeindruckt: Wir wandern weiter vorbei an den Ruinen des alten Zisterzienser Klosters aus dem 13. Jahrhundert. Im Wald auch wieder herrliche Sumpflandschaften ... ... und viele schöne Seen. Insgesamt wieder ein toller Tag mit vielen verschiedenen Eindrücken ... Highlight 12: Thomsdorf - Kolbatzer Mühle Beim nahen Thomsdorf machen wir nun unsere letzte Wanderung. Eine nette Wanderung, aber nichts Spektakuläres. Wir können aber endlich auch mal den scheuen Schwarzspecht ablichten: Bei der Krüseliner Mühle kehren wir ein und wir haben das Glück, den schönsten Platz etwas abseits zu bekommen. In einem Strandkorb haben wir direkten Blick auf den See. Dort sehen wir eine Gruppe Kanuten und wir fassen den Entschluss, auch noch einmal hier in See zu stechen. Wir fahren also weiter zur Kolbatzer Mühle. Hier können die Kanuten auf Mehrtagestour campieren. Man kann auch sein Wohnmobil abstellen, aber unser staubiger, schräger Platz direkt an der Straße ist eigentlich keinen Euro wert. Aber wir sind ja hier zum Paddeln. Erwähnenswert sind aber die sanitären Anlagen des Platzes: Früh vor allen anderen lassen wir unser Kanu beim Mühlteich zu Wasser... ... und werden belohnt durch einen Fischotter auf der Jagd: Bald verjüngt sich der kleine See zum Bach. Erst geht es vorbei an Schilf mit Teichrosen und dann durch Wald. Kurz bevor wir wieder die Krüseliner Mühle erreichen drehen wir wieder um und freuen uns, den schönen Abschnitt noch einmal befahren zu können. Das Wasser ist auch hier wieder glasklar und neben Rotfedern und Barschen, sehen wir Schleien und auch schön gezeichnete Hechte. Wir sind uns mal wieder sicher: schöner waren wir noch nie paddeln ;-) Wir nähern uns wieder dem Ausgangspunkt. In dieser Hütte zu übernachten hätte auch was. Allein, um noch einmal den Fischotter zu beobachten! Highlight 13: Wildpark Schorfheide Eigentlich sind wir hier zum Übernachten. Wir stehen herrlich einsam auf einer großen Wiese mitten im Wald direkt am Wildpark. Und weil es so schön ist, beschließen wir, dem Park mit unserem Besuch zu danken. Vor der Fütterung geht es im Wolfsgehege noch recht gelassen zu: Die scheuen Luchse zeigen sich erst, wenn Fleisch winkt: Auf dem Weg zu den Ottern besuchen wir Hirsche und Elche: Und auch hier gibt es erst zur Fütterung richtig Action: Fazit: Das waren also unsere Eindrücke aus rund drei Wochen Uckermark. Uns hat es richtig gut gefallen. Es ist eine wirklich schöne Ecke von Deutschland. Dazu ist es entspannt und ruhig, perfekt, um runter zu kommen. Danke auch an Micha für die Inspiration. :-)
Hi Torsten War nett die Reise mit dir. War bereits in der Uppermark 2 mal. Waren begeistert von Land und den Menschen dort. Können nur kurze Strecken gehn, aber viel mit dem Rad unterwegs gewesen. Einige Sachen deiner Reise hab ich auch wieder erkannt. Weiter so, ich liebe deine Berichte. Franz wie jeder bericht von dir: einfach toll! allesbleibtgut hartmut Hallo, sehr schöne Bilder und schön beschrieben - Danke - hat Lust auf diese Gegend geweckt ... LG Rupert Vielen Dank für deinen wirklich phantastischen Reisebericht. Einzelne Stationen kennen wir schon, den Rest werden wir mit Sicherheit auch noch anfahren. Toller Bericht. Vielen Dank für die vielen schönen Fotos. Das nehme ich mal in unsere Reiseziele-Liste auf. Gruß Oliver
Dem Statement schließe ich mich vollumfänglich gern an :gut: Wie immer : sehr gut gemacht, Torsten, vielen Dank dafür :) :dankeschoen: Hallo Torsten, vielen Dank für den schönen Bericht! Da bekommt man richtig Lust! Besonders die schönen Naturfotos haben mir gefallen. Vielen herzlichen Dank für Eurer Lob - ich freue mich, dass Euch mein Bericht gefallen hat! Tolle Reise und toller Bericht. Wir fahren im Jahr möglichst 3-mal für 6 Wochen ins Ausland und eine Kurzreise in Deutschland. Die Uckermark hatten wir bisher noch nicht im Folus. Das soll sich jetzt ändern. Tipp für Nachahmer: Wenn man bis Heringsdorf kommt, dann ist auch ein kleiner Abstecher nach Polen zu empfehlen. Vor einigen Jahren gab es dort ein phantastisches Fischangebot in den Gaststätten. Die Portionen beinhalteten doppelt so viel Fisch zum halben Preis als in D. Die meisten Fischsorten gibt es hier nicht einmal in dt. Fischgaststätten. Mensch Torsten, ich bin jetzt erst auf deinen Bericht gestoßen! Wie schön, dass wir euch auch für die Region haben begeistern können. Wir fahren dort jedesmal mit dem Gefühl weg, dass wir bald möglichst wieder dorthin wollen. Das letzte Mal waren wir auf der Rückreise von Masuren aus dort. Apropos Masuren: Da ihr ja auch gerne paddelt, kann ich dir nur die Krutinna ans Herz legen. Obwohl: Das Naturerlebnis beim Paddeln kann man dort auch sonst überall haben. Fiel mir auf, als ich mir noch mal unsere Reiseübersicht angeschaut habe: --> Link Ich habe mir auf jeden Fall noch ein paar Tipps aus euren Highlights notiert, damit es uns auf dem nächsten Besuch in der Region nicht langweilig wird. Du schaffst es echt immer wieder, dass man sofort losfahren möchte, wenn man deine Highlights gelesen hat! Liebe Grüße Micha Hallo Torsten auch ich habe deinen wirklich tollen Bericht erst heute gelesen. Klasse gemacht! Immer noch die FZ 1000? Bedankt für die Mühe! Kompliment, schöne Eindrücke und supertolle Fotos !!! Womit fotografierst du ? Gruß Dieter Vielen Dank! Schöner und hilfreicher Bericht. Beste Gruesse Bernd Vielen, vielen Dank auch an Euch und ja, es ist nach wie vor die Panasonic FZ1000. Moin Torsten! Euch aus Ostfriesland ein Herzliches Dankeschön! Macht richtig Laune Deine kernigen Reiseberichte und die wunderschönen Fotos zu entdecken. Munterholln! Hartmut
Vielen Dank Hartmut - ich bin gerade dabei einen neuen zu verfassen ;) |
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