Sommer 2012 - neuer Campingbus von Knaus. Der erste Nichtselbstausbau in meiner fast 60jährigen Camperkarriere. Zuerst wunderte ich mich über die so schnell absinkende Tankanzeige des Frischwassertanks. Im Rahmen einer, damals noch durch die Garantie abgedeckten Reparatur diverser Mängel (ab Werk) ließ ich auch die Tanksensoren überprüfen. Laut Werkstatt war alles ok.
Aufgrund meiner Erfahrung mit vorherigen, selbstausgebauten Bussen und meinem Heimwerker-Bauchgefühl habe ich dann mal einen Mengentest durchgeführt. Den Wassertank bis zum Überlauf gefüllt. Hierbei zwischendurch mittels aktivierter Pumpe alle Luftblasen aus den Schläuchen geblasen. Mit einem Meßbecher 5 Liter in die zugestöpselte Spüle gefüllt und abschließend die 5-Litermarke am Rand gesetzt. Und dann konnte es losgehen. Spüle für Spüle, immer mit 5 Litern voll- und wieder ablaufen lassen und schön jeweils einen Strich auf dem Block notieren.
An dem Tag hatte ich durch Zufall noch "mehr Glück", als gedacht. Da es nicht geregnet hatte fiel es mir natürlich auf, daß plötzlich von unter dem Busboden Wasser weglief. Ein Sprint nach draußen und auf Straßenhöhe runtergekniet brachte schnell das Ergebnis. Der Abwassertank leerte sich über seinen Überlauf, da er voll war. Das alles bei knapp über 75 Liter, obwohl der Abwassertank lt. Knausprospekt 100 Liter groß sein sollte.
Dann gings weiter mit den 5-Liter-Pump-Etappen. Bis zur Endleerung der 120 Liter waren es ja noch 9 x volle Spülbecken - DACHTE ICH. Doch dann war kurz nach 95 Litern Feierabend. Eine Kontrolle im Tank ergab, duch eine minimale Schrägstellung, vieleicht noch einen Restbestand von 2-3 Litern.
So nebenbei hatte ich beim Individualausbau und dem Versuch passende Kabelwege zu finden auch noch Macken und Fehlbestände bei den Iso-Matten entdeckt. Hinter den Verkleidungen der Hecktüren fielen mir die nicht mehr per Kleber haltenden Matten entgegen, die dazu noch sehr sparsam im Zuschnitt waren. Zwischen Dachverkleidung und Querspriegel und über den Seiten-/Eckstreben waren gar keine Isolierungen. Und das alles, obwohl Knaus für unseren Boxstar mit den Worten "Erstklassige Isolation von Boden, Seitenwänden und Dach mittels 20 mm PU-Schaum" geworben hatte.
Der von mir zu o.a. Punkten angesprochene Knausverkäufer, der logischer Weise nicht für die Mängel verantwortlich sein konnte, wandte sich an Knaus und erhielt von dort die Antwort, daß alles korrekt sei.
Mir blieb also nur der Weg der Klage. Ein Gutachter wurde vom Gericht beauftragt und der kam wegen der Tankinhalte fast zu den gleichen Meßwerten: Frischwasser 99 statt 120, Brauchwasser 78 statt 100. Seine Beurteilung zu den Dämmungsmängeln waren eher massenfabrikatskonform, für mich aber nicht nachvollziehbar, daß verringerte Innenhöhe und -Breite hierfür eine der Begründungen war, zumal gerade an der Decke der Freiluftraum zwischen Verkleidung Spriegel trotzdem vorhanden waren und an den Seitenwänden sich nur minimale Auswirkungen innerhalb der Schränke ergeben hätten.
Ein erstes Vergleichangebot der Gegenseite liegt bereits vor. Mir zu wenig. Notfalls gibt es den Gerichtstermin im nächsten Frühjahr.
Bei unserem lokalen Knaushändler (= nicht der Verkäufer - war zu teuer), dessen Werkstatt ich aber für die Inspektion nutze, soll es einen vergleichbaren Fall wegen der Tankinhalte gegeben haben (leider verraten die nicht mehr).
... und jetzt mein Anliegen an die Forenteilnehmer. Sind euch vergleichbare Fälle bekannt und falls ja, was ist bei denen rausgekommen?
Harry

