jemand Lust auf den Besuch mancher Orte machen - also hab ich mich entschieden, doch hier zu posten. Es war zwar nur ein
"2 halbe und ein ganzer Tag" - Urlaub, aber ein ziemlich intensiver. Und dabei waren nicht nur die optischen Eindrücke intensiv,
die physischen waren es auch :D
Gestartet sind wir am Mittwoch Nachmittag. Das ist ganz gut daran zu erkennen, daß hier noch alle lachen.....
nach 35km gab es die erste Rast, da wurde schon nicht mehr ganz so freundlich geguckt (kein Wunder, es waren 36°C)
hier lächeln zwar beide - aber das ist (wie man sieht) nur gestellt. Im Hintergrund der Kyffhäuser, über dem sich grad ein
dickes Gewitter zusammenzieht.
Der Abend war so anstrengend, daß ich nicht zum Fotografieren gekommen bin. Unter der Thyratalbrücke der A38 hindurch radelten
wir in Richtung "Heimkehle". Der als Radweg ausgewiesene Weg erwies sich als 20cm breiter, extrem steiler und stark überwurzelter
Pfand am Seitenhang eines Karstfelsens. Im (fast) Dunkeln war das nahezu unfahrbar. Das Kind war dementsprechend schneller unten
als ihr Rad, aber was sollten wir machen? Wir konnten ja nicht am Hang schlafen. Zum Glück gab es keine größeren Blessuren und
wir hatten den Pfad auch bald geschafft. Die Nacht haben wir dann in Ermangelung eines besseren Plätzchens in einem Maisfeld
verbracht. Ich schlafe gern hart, aber Iso-Matte ist eindeutig nichts für mich. Schon gar nicht auf einem huckligen und buckligen Acker.
Mehr als 3 Stunden konnte ich nicht schlafen und gegen 6:00Uhr ging es bereits weiter.
Stolberg ist eine Reise wert, irgendwie siehts aus, wie von einem Disneyworld-Designer gebaut, ist aber alles echt.
Ein Stückchen hinter Stolberg sah die Welt dann schon wieder ganz anders aus. Radwandern ist auf Grund des fehlenden Platzes
für eine Garnitur Wechselwäsche einigemaßen geruchsintensiv, so daß wir ziemlich glücklich waren, endlich eine Gelegenheit zum
Baden gefunden zu haben. 7:30 Uhr und eiskalter Gebirgsbach ist übrigens eine spannende Kombination :D
In Breitenstein hatten wir das erste Mal Sichtkontakt zum "Zielobjekt" - Ostdeutschlands zweit-höchstem Berg: dem Brocken
(hier auch von Gewitterwolken umgeben)
Gewitterwolken, die in Hasselfelde dann auf uns gewartet hatten...........
nach dem der Regen nachgelassen hatte, aber schon die nächsten dunklen Wolken nahten, wollten wir fix weiter, um nicht
in das nächste Gewitter zu geraten (feuchtigkeitstechnisch ist das eh egal, man ist sowieso von früh bis abends "dauerdurchgeschwitzt",
aber auf freiem Feld sind Gewitter nicht der Hit......)
Was die Stadt Hasselfelde allerdings als Radweg ausschildert, ist kaum in Worte zu fassen - so wie auf dem Bild ging es bis
Trautenstein. (an der Seite konnte man auch nicht fahren, da war ein Graben drin)
viel schöner anzuschauen war dann z.B. der Vorspeicher der Rapp-Bode-Talsperre
Da wir inzwischen die Lust auf Maisfelder komplett verloren hatten, freuten wir uns riesig auf den Zeltplatz in "Elend"
(so heißt das Nest wirklich) und genauso war uns zu Mute, als wir merkten, daß der (in der Karte vermerkte) Zeltplatz
überhaupt kein Zeltplatz war - sondern ein Wohnmobilstellplatz (ich komme wohl doch noch "ON"-Topic? :D)
Der Wirt der Gaststätte am Waldbad ließ uns dann aber freundlicherweise im Schimmbadgelände übernachten. (Nachtbaden inklusive)
Der Stellplatz am Bad bietet 10 Wohnmobilen Platz und ist auf Grund des Bades und der Brockennähe immer einen Besuch wert.
Punkt 5:00 Uhr war die Nacht zu ende und wir strampelten los in Richtung Schierke/Brocken. Leider hatten sämtliche Geschäfte
noch zu und unser Wasservorrat (immer 4,5L dabei) schmolz rapide. Die Straße nach Schierke war schon arg, der Brockenweg aber
der Hammer. Steil, steiler und irgendwann eigentlich nur noch senkrecht nach oben - jedenfalls kommt es einem so vor, wenn
man bereits 130KM in den Beinen und 20KG Gepäck auf dem Rücken hat. Wir mussten unseren Wasservorrat dann eben anders beschaffen.
JUBELTRUBELHEITERKEIT! Nach 12 nicht enden wollenden, unsäglich steilen Kilometern war es dann geschafft - wir waren oben!
Endstand, einfache Strecke Querfurt-Brocken: 139,89 KM
Auf dem Rückweg sind wir dann noch nach Rübeland geradelt, (nochmal 33KM) weil es da 2 Höhlen gibt und Kindi gerne Kristalle kaufen wollte.
Unterwegs haben wir in Königshütte noch diesen Wasserfall entdeckt:
Den Rückweg wollten wir eigentlich auch radeln, aber die berühmten 4 Buchstaben waren bereits ziemlich angeschlagen, so daß
wir uns abholen ließen. Die Strecke kannten wir eh schon..........
Fazit: anstrengend, aber schön!
gefahrene Kilometer insgesamt: 173 (innerhalb 48 Stunden)
Benzin/Dieselverbrauch: 0
Kalorienverbrauch: nicht belegt, aber sicher erheblich
Wasserverbraucht insgesamt: 26 Liter

