Die einen haben viel zu viel Wasser, so dass es Überschwemmungen gibt. Hier bei mir hat es zwar auch im Dezember längere Zeit geregnet, aber meist war es nur Nieselregen und in der Summe kam nicht ungewöhnlich viel zusammen, nur in etwa ein normaler Monat. Durch die geringe Regenintensität konnte der gesamte Regen versickern. Die Elbe hatte zwar ein mittleres Hochwasser, aber dieses Wasser kommt nicht von den hiesigen Niederschlägen, sondern zu ca. 95 % aus Tschechien. Aber nicht nur die Niederschlagsmenge bzw. die Schneeschmelze in Tschechien führen zu einem hohen oder niedrigen Wasserstand, sondern in erster Linie die Art der Bewirtschaftung der Talsperren in Tschechien, darunter auch die Förderung der tschechischen Binnenschifffahrt. Ist es trocken, halten die tschechischen Staudämme das Wasser ungewöhnlich stark zurück, um dann mal für einige Stunden, die Dämme zu öffnen, damit die tschechischen Schiffe im Oberlauf der Elbe genug Wasser unterm
Kiel zu haben. Bei viel Niederschlag ist es umgekehrt. Bei hohem Pegel kommen die tschechischen Schiffe nicht durch alle Elbbrücken. Also lässt man das Wasser nicht so ablaufen, wie es auftritt, sondern hält es für einige Stunden stark zurück, damit die wartenden tschechischen Schiffe den Oberlauf der Elbe passieren können. Danach werden die Dämme wieder stark geöffnet, damit das zurück gestaute Wasser abfließén kann. Das führt zu stärkerem Hochwasser.
Um das Niederschlagsdefizit der vergangenen Jahre auszugleichen, müssten zusätzlich zur normalen Niederschlagsmenge noch 1000 ... 1500 l/qm auftreten, aber es ist schon eine Sensation, wenn mal das langjährige Mittel vom Himmel kommt. Durch den Regen im November und Dezember sind jetzt die oberen ca. 30 cm des Bodens wieder feucht, aber darunter ist es immer noch knochentrocken.
Welchen Bezug dazu gibt es für uns Wohnmobilisten?
Durch das Hochwasser der Elbe werden Park-und Stellplätze und Straßen an der Elbe überflutet, z.B. in Bad Schandau im Elbsandsteingebirge, in Dresden und in Meissen. Manchmal kommt das Hochwasser aber urplötzlich, ohne das es hier geregnet hat, weil man in Tschechien mal gerade der Meinung war, man müsse alle Dämme öffnen. Wenn man als Wohnmobilist auf Park- und Stellplätzen an der Elbe längere Zeit ohne Aufsicht parken will, sollte deshalb den Wetterbericht in Böhmen im Auge behalten. Warnungen im Radio kommen manchmal zu spät, da die Tschechen Sachsen nicht informieren, wenn sie die Dämme öffnen. Nicht immer ist es gelungen, alle Autobesitzer zu warnen bzw. die Autos alle abzuschleppen und in einigen Fällen hat es geparkte Autos weg getrieben. Die gute Nachricht ist, dass es kaum ein Auto bis nach Hamberg geschafft hat.
Im Allgemeinen ist man auf der sicheren Seite, wenn der Elbpegel 2 m unterhalb des Park- bzw. Stellplatzes ist. Nur bei seltenen 5B-Wetterlagen in Tschechien kann der Pegel innerhalb von wenigen Stunden um ca. 8 m steigen. Das ist aber in den letzten 50 Jahren nur alle ca. 10 Jahre passiert. Der tatsächliche Abstand solcher Hochwässer beträgt aber oft nicht den statistischen Wert, d.h. innerhalb weniger Jahre gab es mehrere extreme Hochwässer, die es eigentlich nur einmal in Tausend Jahren geben sollte.