Zunächst sollte man darüber nachdenken, welche Herausforderungen im Winter an den Lack stehen.
Meines Erachtens ist der größte Feind aller Lacke die UV-Strahlung. Die UV-Strahlung zerstört organische Pigmente und in unterschiedlichem Maße den Lackgrundstoff. Zu den Pigmenten: Mineralische Pigmente werden in der Regel durch UV-Strahlung nicht angegriffen. Das sind z.B. Weiß, Schwarz, Ocker und Grau. Rot, Gelb und Blau sind synthetische Pigmente und die werden recht schnell zerstört. Bei PKWs dominieren, zumindest in D, Acryllacke. Diese sind im Vergleich zu früher verwendeten Alkydharzlacken recht UV-beständig.
Wie ist das bei Womos: Man kann davon ausgehen, dass die lackierten Metallflächen mit Acryllacken lackiert wurden. Aber GfK-Bauteile haben Polyesterlacke und die sind recht UV-empfindlich. UV-Stabilisatoren sind reines Marketingsprech. Ausnahmen sind GfK-Teile, die nachträglich überlackiert wurden, wenn dafür Acryllacke verwendet wurden. Es ist aber so, dass im Winter die Sonne tief steht und damit eine geringe UV-Last darstellt. Dazu kommen längere Nächte und oft schmuddeliges Wetter.
Fazit: Die UV-Strahlung schädigt den Lack oder Gummidichtungen in erster Linie im Frühjahr und im Sommer, kaum aber im Winter.
Der entscheidende Lackfeind im Winter sind Streusalze und Lösungen, also Kochsalz (Natriumchlorid) und Magnesiumchloridlösungen. Alle diese Chloride sind hauptverantwortlich für die Korrosion, z.B. an Stahl, Aluminium, verzinktem Stahl und selbst verchromten Stahl. Diese Chloride greifen aber auch Kunststoffe an, also z.B. Lacke, Aufkleber, Gummi und Acrylfenster.
Ich sehe im Prinzip zwei Möglichkeiten, das
Womo im Winter zu schützen. In jedem Fall muss verhindert werden, dass die genannten Chloride auf die empfindlichen Flächen desdas Womo kommen.
1. Man stellt das Womo abseits von Straßen ab, so dass kein Chloridnebel auf das Womo gelangt, z.B. in Hallen, auf Grundstücken abseits von Straßen.
2. Man unterbindet, dass der Chloridnebel auf empfindliche Teile gelangt, indem man diese auf geeignete Weise schützt, z.B. mit Wachsen. Am empfindlichsten sind m.E. nicht der Lack, sondern Teile aus blankem Alu, verzinkte Teile und verchromte Teile. Das können z.B. Zierleisten und Leichtmetallfelgen sein. Danach sehe ich Gummiteile, z.B. Dichtungen als gefährdet an. Für diese gibt es spezielle Gummipflegemittel. Bei der Lackierung würde ich vor allem GfK-Teile mit einem Schutzwachs schützen und erst wenn dass erfolgt ist, die Acryllacke.
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Ein spezielles Problem könnten Solarmodule sein. Die Siliziumflächen sind wahrscheinlich nicht so gefährdet, aber die metallischen Leiterbahnen könnten langfristig korrodieren. Wie groß diese Gefahr tatsächlich ist, weiß ich nicht, aber ich hatte mal gelesen, dass es spezielle Solarmodule für Schiffe/Boote gibt, die in Salzwasser unterwegs sind. Falls das nicht nur Marketingsprech zum Verkauf teurerer Solarmodule ist, kann es eine Gefährdung durch die Auftausalze bzw. -lösungen geben. Niemand sollte denken, dass die Solarmodule auf dem Dach hoch genug sind, dem Salznebel zu entkommen. Ich sehe aber keine Möglichkeit außer Punkt 1, um die PV-Module zu schützen.