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Achtung:
Auch dieses Jahr ist Griechenland immer noch saudreckig, seine Einwohner sind laut und unwirsch, die Strassen sind schlecht, es ist beschwerlich hinzukommen - aber wir sind süchtig danach !!! Endlich wieder ein Jahr vorbei und es geht wieder ab nach GR - irgendwie kommen wir davon nicht mehr los. Dieses Jahr Premiere, das erste Mal begleitet uns ein Roller am Heck unseres Pösselchens, was einfach klasse ist !!! Nach langem hin und her hatten wir uns diesmal für die unbekannte Evia entschlossen, irgendwie sind wir da in den letzten 20 Jahren immer dran vorbeigefahren. Allgemeine Daten: Dauer der Reise: 05.06.09 - 05.07.09 Route: Singen - Zürich - Gotthard - Luganer See (erster Stopp auf CP) - Mailand - Venedig - Patras (Minoan, " Ikarus Palace") - Korinth - Chalkida - Limnionas - Karystos - Metochiou - Kimi - Kria Vrissi - Pefki - Loutra Edipsou - Kria Vrissi - Korinth - Kalogria - Kastro - Patras - Ancona -Mailand - Ponte Tresa (Luganer See) - Gotthard - Zürich - Singen. gefahrene km (Womo): 3300 Verbrauch: 10,3 l/100 km gefahrene km (Roller): 900 Übernachtungen insges.: 30 Davon auf CP: 7 Dieselpreise in GR: 86.9 bis 103.9 Cent Am ersten Abend schaffen wir in einem saumässigen Sturm noch bis an den Luganer See, wo wir noch in der Schweiz direkt neben der Autobahn auf einem CP (ACSI, 20 € / Nacht eine unruhige Nacht verbringen). Am nächsten Morgen beobachten wir schadenfroh an ihren Vorzelten hängende Engländer im Sturm - die Schadenfreude ist schnell verflogen, als wir feststellen, dass der Sturm unsere (geschlossene!!) Markie verbogen hat - na prima!
Also Spanngurte rum um das Markisengehäuse und ab nach Venedig - dort wartet die "Ikarus Palace" auf uns, die uns am Montagmorgen um 5 h in Patras nach ruhiger Überfahrt ausspuckt. Zum Schiff: Wir waren mal absolute Minoan- Fans, diesmal wars aber das letzte Mal: Schiff dreckig, WC's Sanitär entweder verstopft oder dreckig, kaum Stühle an Deck, Personal unfreundlich. Dazu kam auch noch die Umbucherei wegen dem Verkauf der Pasiphae Palace - weshalb wir über Ancona zurück mussten. Nun gut, nach der Ankunft in Patras waren wir übellaunig und unausgeschlafen und haben vor Korinth auf dem CP Blue Dolphin einen Tag erstmal ausgeschlafen. Zuvor Diesel, Wein und griechische Grundausrüstung gebunkert. Am Di., 16.06. Weiterfahrt über den Isthmus unter Umgehung von Athen nach Chalkida, Euböa. Unser erstes Ziel auf Evia ist Limniona Beach an der Ostküste, was wir am Nachmittag auch gut erreichen. Wir geniessen die Fahrt zunächst entlang der Südwestküste, stoppen in Eritra und schlürfen hier im Hafen unseren ersten Frappé... Strassen von Chalkidia aus gut ausgebaut, Wetter klasse.
In Eritrea besorgen wir uns dann auch eine Inselkarte, die für lau ausgegebene Inselkarte des Tourismusverbands erweist sich als völlig ausreichend. So gestärkt fahrwn wir weiter bis Limnionas Beach. Die Anfahrt der Bucht erfolgt über eine Art Ortsumgehung an Tsakei vorbei und wir sind froh das uns hier nix begegnet - selbst mit unsrem Pössl ist hier relativ eng. (die weiteren Anfahrten haben wir über Mesochori durchgeführt - da gibts im Dorf zwei Stellen die max. 2,3 m breit sind, aber die restl. Strasse ist breiter! Die Bucht erweist sich als sehr eng mit Campingverbotsschild und 4 (!) Tavernen, 2 Womos stehen auch schon neben dem Schild - wir beschliessen, uns bei einer "Psarotaverna" einzurichten (die 2. von rechts), was sich als weiterer Volltreffer erweisen sollte - das Essen war ausgezeichnet und wir hatten auch eine Dusche im Hof...
Am Strand gab's nen funktionierenden Wasserhahn. Es folgen erste Badetage und Erkundungstouren mit dem Roller. Wir quälen das arme Teil über Panaghia, Porto Boufalo nach Paralia Zarakon - auch hier könnte man stehen, Duschen und Wasser am Strand - allerdings reisst uns diese Bucht nicht sooo sehr vom Hocker, da ziemlich Müll rumliegt. Weiter geht's - wir wollen den kargen, trockenen Süden erobern und machen uns über die Inselhaupstrasse auf den Weg nach Karystos...
Die in unserem Kartenmaterial als rote Strasse eingemalte "Hauptstrasse" wird je weiter wir nach Süden kommen immer schlechter, wir kurven um Schlaglöcher und werden immer langsamer. Das ganze ist aber noch steigerungsfähig: Vor Karystos kurven wir nur noch um riesige Bagger auf einer üblen Schotterpiste, die einen feinen rötlichen Staubfilm auf allem hinterlässt - Vorsicht: Die griechischen Leitsysteme bestehen hier aus Moniereisen, die zum Teil umgefahren über wenige cm aus dem Schotter ragen und nach unseren Reifen gieren. Spass war das also keiner, aber kurz vor Karystos ist der Neubau schon fertig und es geht flotter voran - ausserdem lässt das Knirschen zwischen den Zähnen mit nachlassendem Staub auch wieder nach. Karystos ist eine umtriebige kleine Hafenstadt, wo wir uns mit Geld, Wasser, Wein und deem was man sonst noch zum Leben braucht versorgen. Langgestreckter Sandstrand im Westen, Duschen am Strand, aber auch hier doch relativ viel Müll - irgendwie sind wir hier nicht so richtig glücklich... Weiter nach Westen wirds einsamer, hier ist ein ganzer Berg schon parzelliert und bereits geteerte Strasse warten auf den Bau von (vielen??) Ferienhäusern. Immer wieder herrliche kleine Buchten - allerdings auch hier viel Müll. Weiter Richtung Osten haben wir uns nicht mehr umgesehen sondern die Flucht Richtung Norden angetreten. Mit kurzem Stopp am See von Distos gings weiter Richtung Kimi. Die Landschaft nördlich von Kimi ist schlicht und ergreifend atemberaubend (siehe Bilder). Wir wollten eihgentlich die Bucht von Chiliadou anfahren, sind auf übler Schotterpiste allerdings zu früh abgebogen (Schildermangel !) und in einer kleinen Fischerbucht namens Metochiou gelandet. Hier ist's noch völlig griechisch, neben einer Taverne und vielen Fischerbooten sind wir allein. Und hier die Bilder: Vor Paralia Kimi sind die Strände steinig, schmal und direkt neben der Strasse Morgens gings dann mit völlig verdrecktem Pösselchen weiter, unterwegs erhielt unsere Ferienwohnung um 6 € eine Aussenwäsche und wir rumpelten nach Kria Vrissi, wo wir unser Domizil auch innen entstauben mussten - was für eine Freude überall hatte sich eine mehrere mm dicke Staubschicht eingenistet...
Kria Vrissi ist eine km - lange Sand-Kies-Bucht, viel Wind, Duschen am Strand, im Hinterland paar Tavernen und 1 Hotel. Anfangs viel Müll, der wurde aber am nächsten Tag auf typ. griechische Weise einfach untergepflügt. Abends wars relativ kühl, so dass der Retsina teilweise im Womo genossen werden musste... Kria Vrissi geniessen wir ausgiebig und erkunden die Umgebung mit dem Roller:
Pili: Schön gelegene Sand-Kies- Bucht mit Wasser und Mülleimern am Strand - Achtung: Die Strasse zw. Prokopi und Pili wird grad erneuert, lange Schotterpiste! Vlahia: Hübsche Bucht mit vielen griechischen Dauercampern - wir mögen den direkten (wenn auch manchmal lauten) Kontakt zu den Griechen und fahren da vielleicht nächstes Jahr mal hin. Hinter Vlahia kommt man mit dem Womo nicht mehr viel weiter, die Strasse wird zum Feldweg, wir waren mit dem Roller bis Sarakiniko. Weiter im Norden liegt Vassiliki, ein eher dem Tourismus geweihtes Örtchen, wie auch Aghia Anna. Im westl. Teil des Strand wirds einsamer, aber auch vermüllter und man müsste neben der Strasse stehen - was wir nun garnicht mögen... Auch haben uns Womobesatzungen erzählt, das ihnen beim reinen Parken gleich mal ein "No Camping" zugerufen wurde... Kotsikias ist eine wunderschöne kleine Bucht - nur verstehen wir nicht, weshalb Herr Schulz so eine Bucht in einen Womoführer aufnehmen konnte - mit gutem Gewissen kann man hier nicht mal mit einem VW- Bus übernachten... Achtung: Wer in die Bucht von Vlahia will, muss am Ortseingang von Vlahia rechts hoch, durch den Ort kommt man mit dem Womo nicht durch, das ist zu eng!
Ag. Anna: Hier gibts weinig Stellmöglichkeiten - abgesehen von einem für unseren Geschmack fürchterlichen CP - und der liegt nichtmal direkt am Meer. Wer Pool, Lärm, Bar und Animation sucht ist hier sicherlich gut aufgehoben! Wir fahren nach einigen Tagen weiter Richtung Norden, über Pefki nach Loutra Aedipsou bis zum CP Rovies. Der CP in Pefki ist derzeit geschlossen und soll angeblich (Stand Juni 2009) auch nicht wieder aufmachen. Pefki ist ein relativ grober Kieselstrand, Stellmöglichkeiten gäbe es hier im östl- Teil der Bucht... Über Loutra gelangen wir bis zum Camping Rovies, einem gepflegten CP direkt am Meer (wegen groben Steinen mühsam zum Baden). Mit 27,--€ in der Vorsaison (Platz fast leer, Restaurant und Taverne zu) für 2 P + 1 Womo relativ teuer... Wir ergattern einen Platz mit eigener Treppe zum Meer und ruhen uns aus... sehr sehr schön, will auch endlich wieder nach GR :cry: Weiter gehts über Chronia nach Limni, Limni hat uns ausgezeichnet gefallen... Es folgen noch ein paar Badetage - hierzu geht's nochmals nach Kria Vrissi. Die Tavernenbesitzer im Ort kennen uns nun schon, so dass wir nach opulenter Mahlzeit auch gleich noch 4 frische Eier mit auf den Heimweg mitbekommen - Griechenland halt!!!
Neben oder östlich von Kria Vrissi ist die Bucht von Limasi - wir nannten sie die "EU-Fabrikbucht" - eine ehemalige Schiffsverladebucht die mit EU- Mitteln hergerichtet wurde. Laut dem obligaten EU- Schild wohl um immerhin 490000,-- €... Auch hier könnte man badeurlauben. Die Bucht von Fragaki haben wir uns auch angesehen, aber hier gibts wie so oft auf Euböa keine vernünftige Stellmöglichkeit. Wenns doch nur nicht soooo weit wäre :cry: Unsere Evia- Rundtour neigt sich dem Ende zu - über die Brücke in Chalkida verlassen wir die Evia, hier müssen wir nochmals hin! Wir nehmen die gleiche Strecke über Korinth zurück auf den Peloponnes - und fahren durch ein frisch abgebranntes Waldgebiet, es stinkt noch, der Asphalt war noch warm. Von der Evia aus hatten wir den Brand sehen können und die Löschflugzeuge beobachten können... Unheimlich.
Wer unseren Reisebericht 2008 kennt, weiss dass wir in Kastro / Killini griechische Freunde haben wo wir auch dieses Jahr wieder hinmüssen! Über Kalogria gehts dann nach Kastro - wo wir noch ein paar Tage zubringen bis unser Schiff geht. Seit über 13 Jahren kennen wir diese Ecke, diesmal schaffen wir es endlich mal, das Kastro ("Chlemoutsi") auch zu besichtigen... Am Analypsis- und Golden Beach wird gebadet, der mitlerweile über alles geliebte Roller trägt uns auf die von uns über alles geliebten Wochenmärkte in Vartholomio, Amaliada und Gastouni. unvermeidlich auch dieses Jahr wieder das Schwefelbad in Loutra Killini, ausgiebige Grillabende bei unseren Freunden - gerne würden wir hier noch Monate bleiben... Schwermütig gehen wir nach ausgiebigem letzten Einkauf am 01.07.09 in Patras auf's Schiff (Olympia Palace) - dieser Dampfer war halbwegs o.k. - aber auch halb leer! Nun - nach scharfer Kontrolle in Patras - jede Klappe ging auf und der Typ hat mit seinen schmierigen Schuhen auch noch unseren Womoboden versaut weil er ins Bad schauen wollte - gehen wir wehmütig an Bord, Ziel soll jetzt Ancona sein.
ABER: Wir geben uns nicht geschlagen und "urlauben" tapfer weiter: Dank Minoan müssen wir ja etwas früher zurück und haben deshalb beschlossen, am Luganer See, Ponte Tresa nochmals halt zu machen. Hier geniesen wir den Urlaub bis zum Ende, quälen das arme Rollerlein auch noch an den Lago Maggiore und kommen am Sonntag Abend gesund wieder zu Hause an. Natürlich auch dieses Jahr wieder mit einer LKW- Ladung Wassermelonen, gr. Wein, Zitronen, Zuckermelonen, Olivenöl, Ouzo und und und. Das Ende:
Italienische Kost zum Abschied - problemlose Heimreise (GsD mussten wir mit'm Womo auf keine Waage) am Folgetag. Fazit Euböa: Wer, wie wir, alle alten Steine in GR kennt und nur ausruhen, baden und faulenzen will ist auf Evia nicht schlecht aufgehoben. Landschaftlich ist die Evia einfach umwerfend. Laut und quirlig wirds am Wochenende, wenn die Athener einfallen - unter der Woche ist's ruhig und überschaubar, griechisch halt. Ein bisschen ist's auf Evia noch wie in GR vor 15 Jahren, wir hoffen das bleibt auch so. Nicht gefallen hat uns der Müll, wir kennen GR gut und wissen, dass die Griechen ein anderes Verhältnis dazu haben als wir - hier war's aber doch ein wenig heftig... Stellplätze, wie sie uns gefalllen gibts auf der Evia eher weniger als auf dem Peloponnes - CP sind knapp und teuer- die Strände zum Teil schwer erreichbar (zumindest für grössere Mobile). Entsorgungsfetischisten, die den Klappspaten verteufeln werden sich hier (auch wegen der geringen Anzahl an CP) sehr sehr schwer tun... Wasser gibt's wie überall in GR in Hülle und Fülle. Was uns bleibt ist nagendes Heimweh nach Griechenland - und die Vorfreude auf dieses dreckige Land mit seinen lauten, unwirschen Einwohnern, schlechten Strassen im Jahre 2010. Hier im Forum hab ich mal nen guten Satz gelesen (hab vergessen von wem der war): "Man sollte nicht zu früh im Leben nach Griechenland reisen, sonst sieht man nix anderes mehr!" Liebe vom heimwehgeplagten Dr. House - weitere Fragen zur Evia einfach posten ! Sehr schöner, informativer Bericht und tolle Bilder. Wenn GR nur nicht so weit wäre, allein die Anfahrt und die Heimreise nehmen ja schon 1 Woche in Anspruch. Aber später, wenn wir Rentner sind, dann geht es auch nach GR. Hi Dr. House !
Toller Bericht, schöne Fotos. Habe eine Menge Stellen wiedererkannt, die wir 2008 auch auf der Evia besucht haben. In MESOCHORIO haben wir die beiden Engstellen mit Spiegel-Einklappen gemeistert. @Uschi: Du hast Recht: Mit An-und Abfahrt ist eine Woche weg. Wenn man sich in GR selbst aber nicht zuviel vornimmt, kann das trotzdem klappen. Wir hatten die letzten Jahre immer das Glück, gut 4 Wo. am Stück Urlaub zu kriegen. Jetzt bin ich selbst zwar Pensionär, muss aber noch das Urlaubslimit meiner Frau beachten. Klausimaus Super Bericht und schöne Bilder :dankeschoen: Hallo Dr. House,
ich hab deinen Bericht mit großem Interesse gelesen und mich daran erfreut. Wir lieben Kreta, die Ionischen Inseln und wollen im nächsten Jahr nach Evia. Ja, einemal GR immer wieder GR, das können wir bestätigen. Im Frühling waren wir 2 Monate auf Ithaki, Kefalonia und Lefkada unterwegs. Auch wir ärgern uns über die Nachlässigkeit bzgl. des Mülls aber wo kannst du unbehelligt ein paar Tage frei stehen??? Wenn du mit den Menschen sprichst, dich gut benimmst, heißt es immer wieder "εντάξει" "Null Problem". So werden wir, im nächsten Jahr, evtl. auch einige von dir beschriebene Plätze besuchen und an dich denken........ Mit lieben n von SIG nach SIG faskomilo Hi Faskomilo !
Kannst dich ja schon mal auf unser Site einlesen. "Unsere Reisen" und dann "Evia 2008".Viel Spaß. Klausimaus Tolle Reise, genau mein Geschmack. Damit habt Ihr uns noch mehr Vorfreude gemacht.
Allerdings was mir nicht so gefällt, ist deine Aussage über die Ikarus Palace. Wir fahren am 22.08. mit der Ikarus nach Patras. "Na prima" sag ich da nur..... aus München Hallo Dr. House,
Super Bericht, super Bilder, vielen Dank dafür. Habe vieles wiedererkannt. Bei uns geht´s ende August los :D Viele Hallo Dr. House,
danke für den tollen Reisebericht und die schönen Bilder. Schade, dass eure Zeit in Hellas schon wieder hinter euch liegt. Wir müssen noch gute 2 Wochen ausharren, bis uns dann zum Glück die Olympia Palace für 4 Wochen nach Griechenland bringt. Dein Reisebericht steigerte nur unsere Vorfreude noch mehr. Wir waren letztes Jahr das erste Mal überhaupt in Griechenland und umfuhren die Peloponnes. Es war einfach wunderbar. Diesmal werden wir eine große Rundreise im Norden machen. Die weite Anreise nehmen wir gerne in Kauf. Beginnt der Urlaub nicht schon beim Einsteigen ins Womo? LG monana Sorry - ich hatte doch glatt mein Lieblingsbild aus diesem Urlaub vergessen, hier folgt es noch - finde das passt gut zu den letzten 4 Wochen ! |
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