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Wir sind erst gestern aus Portugal / Spanien nach 3 Monaten zurückgekommen und standen Anfang Februar in der Nähe von Tarifa auf einen Strandparkplatz, gemeinsam mit einer bunt gemischten Truppe. Unter anderen auch ein Mann aus Deutschland um die 60, der alleinreisend mit Wohnwagen und seinem Hund unterwegs war.
Am Abend feierte dieser Mann noch mit zwei anderen Mobilisten, es wurde einiges getrunken, sodaß wir uns auch nicht wunderten, als dieser Mann am nächsten Tag vormittags vor seinem Auto saß (am Boden zusammengesunken). Er hatte aber einen Schlaganfall erlitten, konnte die rechte Körperhälfte nicht bewegen und nicht mehr verständlich sprechen. Es wurde der Notarzt verständigt, der nach endlosen 30 Minuten kam, es dauerte nochmals 15 Min, bis man den Mann, der nicht mitkommen wollte, in das Auto verfrachtet hatte und wegfuhr. Wir wissen keinen Namen des Unglücklichen, finden keine Papiere in der Hektik, die wir den Ärzten geben können. Den eingeschüchterten Hund haben wir in den Wohnwagen gelockt. Hier könnte die Geschichte enden !!!! Keiner der Familie weiß, wo der Mann ist. Niemand kann die Familie verständigen. Das Spital hat keinen Namen und keine Adresse, der Mann bleibt für immer dort. Weil man jemand suchte, der spanisch spricht, fuhr ich dann am Nachmittag mit einen deutschen Rentner nach Tarifa in das Spital. Der eingelieferte Mann war aber nicht da, der wurde nach Algecira gebracht. Wir also 20 km weiter in die Großstadt, durch das Gewirr, bis wir das Krankenhaus finden. Verhältnisse wie in den amerikanischen Krankenhausserien bei RTL. Hunderte Leute, Verletzte , Durcheinanderlaufende, Schreiende. Ich erkläre einer unfreundlichen Empfangsdame, daß wir den eingelieferten Deutschen suchen, der keinen Namen hat. Sie will im Computer nach dem Namen suchen, obwohl ich ihr erkläre, daß sie den wohl nicht gespeichert haben kann, weil ihn keiner kannte. Sie schickt mich in die Notaufnahme. Da endlich mal ein netter Kontakt, man weiß Bescheid, schickt uns ums Eck, wo auch der eingelieferte Mann liegt. Zustand unverändert, halbseitig gelähmt, unfähig sich zu verständigen, sehr verwirrt , obwohl er uns anscheinend versteht. Der Arzt kommt, ich übersetzte die Aufnahmeprotokolle, gebe den gefundenen Personalausweis weiter, sodaß der Patient einen Namen bekommt . Nach 2 Minuten ist der Arzt wieder weg. Wir beruhigen den Deutschen, erklären ihn, daß wir sein Hab und Gut bewachen werden und seinen Hund versorgen. Wir wissen nicht, ob er uns versteht, gehen dann, fahren zurück. Am Stellplatz zurück versuchen wir den Wohnwagen zu untersuchen und irgendeine Telefonnummer oder Adresse zu finden, um seine Familie ausfindig zu machen. Vergeblich !!! Wir rufen die deutsche Auskunft an, dann Nummern in Deutschland, alle falsch. Dann rufen wir den ADAC an, wo der Verunfallte angeblich Mitglied war und wirklich, da kümmert sich jemand. Am nächsten Tag dann nochmals der Rückruf des ADAC aus diesmal Spanien, man habe über die Botschaft den Sohn des Unglücklichen ausfindig gemacht. Nach einigen Tage hat uns ein andere Mobilist dann informiert, daß seine Ex.Frau wohl angereist ist, um sich um den Rücktransport zu kümmern und die Habseligkeiten zu verwalten. Nachdem die ADAC Mitgliedschaft aber mittlerweise längst erloschen war, kam eine schnelle Rückführung nicht in Frage. Wie es den Betroffenen jetzt gesundheitlich geht, weiß ich nicht. Uns hat dies alles sehr zum Denken gegeben. Ich hoffe, vielen anderen auch. Auf das eine solche Situation nie wieder passiert. Christian Christian, von ganzen Herzen : vielen Dank ! Glücklicherweise habt ihr euch um ihn gekümmert!!
Nach wie vor eine gute Idee finde ich das abspeichern von ICE Nummern im Mobiltelefon --> Link Merten Irgendwie versteh ichs nicht.
Wenn ein Notfall wie dieser bei der Polizei in Deutschland oder der Botschaft gemeldet wird, müssten die sich doch darum kümmern, dass Angehörige verständigt werden. Anhand des Personalausweises kann die Polizei doch ermitteln, ob Angehörige da sind. Ich finds nett, dass sich Platznachbarn kümmern, aber normalerweise müsste doch da eine Behörde zuständig sein. Allerdings wird die Polizei nicht im Handy nachsehen, hab ich mal gelesen, als diese Hoax-meldung über das Speichern der ICE durchs Internet geisterte. ... und wenn man Glück hat, trifft man solche Leute wie Christian, die sich um einen kümmern.
Mein Hochachtung. :respekt: Das hingegen liest man öfters, das es zu solchen Vorfällen kommt. Schlaganfall, Herzinfarkt ect. pp. im fernen Ausland.
Finde ich ganz klasse von dir das du dich gekümmert und nachgeschaut hast. Sind wir durch die Kartengedöns und EUisierung zu sorglos geworden? Kann mich ganz dunkel erinnern das es früher von meiner Krankenkasse so Formulare gegeben hat. Papiere mit übersetzungen etlicher Syptome und Krankheiten fürs jeweilige Reiseland. Klar, wie jetzt bei den Patienten bringt das nicht viel, aber ansonsten find ichs hilfreich. Gibts das noch? Ist das eine Marktlücke oder ein Verbesserungsvorschlag für ADAC o jeweilige Krankenkasse. Bin mal echt gespannt ob du von dem Mann noch was hörst. Hallo Tipsel,
woher weisst Du, dass das mit der ICE-Nummer ein Hoax ist? Ride safe Weils hier --> Link steht. Ging schon paar mal rum.
Ich fands auch Schade, weil ich es auch für Sinnvoll erachte. Hallo carthagocliff,
toll wie Ihr Euch gekümmert habt. Ich finde das echt toll, wenn man auch mal etwas von Hilfsbereitschaft hört. Nicht immer nur die schlechten Beispiele. Wenn es mehr so hilfsbereite Menschen geben würde, wäre die Welt auf jeden Fall viel besser. In diesem Sinne, nehme jeder sich ein Beispiel dran (ich auch). Viele , Niels Dem kann ich mich nur anschließen.
Für mich bist du und alle anderen, die geholfen haben, wirkliche und aufrichtige Wohnmobilfahrer! :gut: 1. Der Mann brauchte akute Hilfe. Ihr habt nicht weggesehen, ihr habt den Notarzt verständigt. Nicht wegsehen, das war richtig! 2. Ihr habt euch Gedanken um die persönlichen Folgen für das Hab und Gut des Mannes gemacht und habt euch um sein Haustier gekümmert. Verantwortung übernehmen, das war richtig! 3. Ihr seid noch einen Schritt weiter gegangen, ihr habt euch überlegt, dass der Mann nicht namenlos und hilflos in ein Krankenhaus eingeliefert werden sollte. Ihr habt euer Gewissen nicht damit beruhigt, dass schon "irgendjemand" ihm helfen wird. Ihr seid hingefahren, habt euch aufgerafft und die Probleme eines anderen nicht verdrängt. Aktiv sein und am Ball bleiben, das war sowas von richtig! 4. Ihr habt nicht locker gelassen, bis ihr den Mann gefunden habt. Nur Gott weiß, welche Ängste der Mann in der Zwischenzeit ausgestanden haben muss. Eine Sorge habt ihr ihm vielleicht nehmen können, ihr habt ihm gesagt, dass ihr euch um seine Sachen und seinen Hund kümmert. Vertrauen geben, das war sowas von richtig! 5. Alle diese Schritte konntet ihr nur ausführen, weil ihr auf Freizeit und Urlaub verzichtet habt. Es wäre so einfach gewesen, einfach wieder zur Tagesordnung überzugehen und den kurzen dunklen Moment einfach zu verdrängen. Es ist ja euer Urlaub! Das soll ja eine schöne Zeit sein! Ihr aber habt eure Freizeit für einen anderen Menschen geopfert. Ihr habt etwas auf euch genommen, eine Last getragen, für einen anderen! Das war sowas von richtig! Gott sei es gedankt war ich noch nie in einer solchen Situation! Ich muss daher auch zugeben, dass ich gar nicht so recht weiß, ob ich es in einem solchen Moment gleich tun könnte. Kann ich es schaffen, nicht wegzusehen? Mich nicht nur um meinen eigenen Kram zu kümmern? Mit etwas Glück werde ich es vielleicht nie ausprobieren müssen, aber dank deinem Bericht weiß ich, wie es richtig geht. Vielen Dank! Wären nur ein paar mehr Menschen so wie du und eure Mitcamper, wäre diese Welt eine bessere! Björn
bin der gleichen Meinung--> und wenn hier keiner Zuständig sein sollte -> zweifel ich an unserem System ,egal ob ich in Malaysia oder Polen bin :!: :!: :!: :!: Super gemacht, wir werden alle älter und wandern zusehends in die Risikogruppen denen ähnliche Nackenschläge drohen. Unverständlich anderseits die Sorglosigkeit keine Hinweise für den Notfall hinterlegt zuhaben. Eine Alukapsel, am Schlüssel, Halskette, die Telnr. der Angehörigen vermerkt, sind ow. realisierbar. Für alleine reisende Fahrer/innen eigentlich selbstredend...es sei denn er/sie hatte Gründe den Kontakt abzubrechen Hatte das Auto oder der Wowa denn kein Kennzeichen?
Damit sollte es doch bei der heutigen Vernetzung für die spanische Polizei nur einen Minutensache sein, zumindest herauszufinden auf wen das alles zugelassen ist........?
Das ist und bleibt kein Hoax, sondern wird weiterhin von vielen internationalen Rettungsorganisationen empfohlen. Der Hoax war eine Spammail, in der behauptet wurde man würde sich durch das Einspeichern von Nummern die mit dem Kürzel ICE beginnen einen Virus aufs Handy laden. Bedenklich finde ich die Haltung deutscher Rettungsdienste. In Interviews zum Thema kommt immer nur: "Ist für uns nicht relevant, wir kümmern uns nicht um die Benachrichtigung der Angehörigen" oder "Ist keine Empfehlung von uns, schadet aber auch nicht"... Warum wird die gute Idee, die noch nicht mal was kostet hier nicht unterstützt??
Na wenn die Polizei nicht dazu in der Lage ist mal eben im Handy nachzusehen, trifft man ja evtl. auf so engagierte Mitmenschen wie Christian, denen die Nummer beim Helfen hilft! Beste Merten
Zuerst: Ich finde das Verhalten von Christian richtig, verantwortungsvoll, kurz Spitze. Die Idee von ICE ist gut, zweifellos, ich habe es schon lange so gespeichert. Allerdings ist mein Handy PIN-gesichert und im Urlaub nicht immer eingeschaltet. In solchen Fällen findet keine Polizei und kein Notarzt meine "ICE" Nummer. Jeder muss sich halt überlegen was er will, die Gefahr des Diebstahls und dann Missbrauch oder eine Notruffunktion für Andere. Andreas @ christian,
großes Kompliment an deine Hilfsbereitschaft - ist heute leider beiweitem weder verbreitet, noch selbstverständlich. Ich selbst habe in meinem Pkw und während Reisen immer innen im Fahrzeug sichtbar einen mit SOS gekennzeichneten USB-Stick, der meine persönlichen Daten, Blugruppenausweis, Impfausweis, Organspendeausweis, zu verständigende Angehörige u. a. enthält. . . . und hoffe dass er niemals erforderlich sein wird. Hallo Christian,
ich finde es klasse was Du da alles gemacht hast. Super Courage, echt!!!! Mir tut aber auch der Mann leid, denn ein Schlaganfall ist eine Katastrophe. Und da zählt der Faktor Zeit. Wenn wir alle etwas mehr mit anfassen würden und weniger wegschauen................ Danke Christian
ÄHH, habe ich vergessen, Polizei war auch zufällig auf dem Parkplatz, sogar zwei Wagen. Die haben gar nichts gemacht. Haben mir erklärt, sie dürften nicht den Wohnwagen betreten. Für die war der Fall beendet (und sie sind auch dann gefahren) als der Mann in den Rettungswagen getragen wurde. Warum sollten die sich auch weiter kümmern.? Für die war doch alles ok. Keine Straftat, kein Unfall, keines Schreibarbeit. Und wer sollte denn die Polizei oder die Botschaft in Deutschland verständigen, wenn sonst niemand auf dem Parkplatz gewesen wäre? Das Krankenhaus hatten keinen Namen, keine Identität oder Staatsangehörigkeit. Der Verletzte sprach keine Spanisch, konnte nicht einmal durch Nicken oder Kopfschütteln die einfachsten Fragen beantworten. Wem sollte das Spital wohl verständigen??? Der Arzt wollte nicht einmal die Adresse sich aufschreiben. Nur das Alter des Patienten war im wichtig. Wie lange steht denn wohl ein Wohnwagen und Pkw auf einen öffentlichen Parkplatz in der Nähe von Tarifa ??? Wir wurde telefonisch nach Tagen von einen netten Herrn (der sich übrigens nach unserer Abfahrt weiter gekümmert hat) berichtet, daß der Laptop aus dem Wohnwagen verschwunden ist, wahrscheinlich von einem "Womo Kollegen ausgeborgt" Wichtig ist es, in der Brieftasche zumindest eine Kontaktadresse im Notfall hinterlegt zu haben und im Handy eine klar zu erkennende Telefonnummer mit z.B. der Bezeichung "zu Hause " PS: Ich bin oft im Ausland so blöd und fahre allein mit Fahrrad durch die Städte, ohne Ausweis oder Brieftasche. Was, wenn mich jemand an der Ampel über den Haufen fährt und ich ins Spital eingeliefert werde. Seit dem Vorfall habe ich immer einen Zettel dabei mit der Handynummer des Womos, damit meine Frau schnell erfährt wo ich bin. Christian hallo Christian, jeder in so einer Situation kann dankbar sein, wenn er an solche Helfer gerät!!!
Mein Schwiegersohn hatte vor zwei Jahren, unterwegs mit dem Rennrad einen schweren Epileptischen Anfall, Gott sei Dank hatte er sein Handy dabei, die Polizei hat eine Nummer nach der anderen angerufen und so seine Schwester erwischt, seit dieser Zeit hab ich immer meinen Personalausweis dabei. :daumen2:
ich möchte mich dem voll anschließen. Das ist eine außerordentliche Hilfsbereitschaft, die hohen Respekt verdient. :daumen2: :respekt: Gerd Vorbildliches Verhalten. So würde ich mir das in solchen Fällen immer wünschen.
Allerdings zeigt mir das auch wieder, dass man sich im Ausland unbedingt Gedanken über seinen Versicherungschutz machen sollte. Urlaub und Krankheit passen für viele nicht so richtig zusammen. guuder
Guude Find ich richtig toll, dass da jemand nicht weggeschaut hat und sich so um den Kranken gekümmert hat. CU Wolf Moin moin Christian
Du bist schon ein GUTER............. L.G. kalle
Hallo Horst, ich hoffe aber mal das Du nicht Deine Adresse mit darauf gesoeichert hast?!? Sonst könnte es evtl. noch ein böses Erwachen geben. Ich versuche, wenn ich unterwegs bin, immer möglichst wenig dabei zu haben, wo meine Adresse drauf steht. @Christian
Du hast meinen höchsten Respekt verdient - ehrlich!!!! Mein ausdrückliches "Habe die Ehre" an dich Gogolo |
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