Lothar May am 27 Jun 2005 08:20:58 Hallo, ich würde gern 2 Stauraumklappen an meinem Womo selbst lackieren, und zwar der Optik wegen mit der Spritzpistole. Jetzt hab ich sowas allerdings noch nie gemacht. Egal, denk ich mir, hab ja ein paar herausgesägte Sandwichplattenstücke, kann ich erstmal üben. Nur eine Frage hab ich vorweg: Wie stark muß ich den Lack verdünnen zum spritzen? Gibts da ne Faustregel? 30% Verdünnung oder so?
Ich hoffe, einer hat nen Tip für mich.
Lothar
Gast am 27 Jun 2005 08:36:06 Hallo Lothar,
das ist vom LAcksystem abhängig, das Du verwenden möchtest. Las Dir vom den der die Farbe mischt das techn. Datenblatt aushändigen. Da steht alles dazu drauf, Farbe, Härter, Verdünnung.. Mengen.. Vorsichtsmassnahmen..
Viel Erfolg.
Gast am 27 Jun 2005 10:40:23 Hallo, zum einstellen der Viskosität gibt es einen Messbecher mit einem Loch unten drinn. Auf der Lackdose steht meist die Zeit in Sekunden, die der Lack brauchen soll um aus dem Messbecher auszufließen. Lack erst leicht verdünnen, dann Messbecher voll, dabei unten zuhalten, dann Finger weg und Sekunden mittels Uhr messen. Je nach Zeit nachverdünnen, bis Wert stimmt. Anderer Vorschlag, hast Du es mal mit Schaumstoffrolle versucht. Habe damit mal mein komplettes WoMo lackiert, bei sauberer Arbeit ist das Resultat nicht viel schlechter wie mit der Spritzpistole.
Gutes Gelingen wünscht präses
Scout am 27 Jun 2005 11:36:47 Hallo Lothar!
Ich bin nicht vom Fach, hab in jungen Jahren meine Autos und Möbel mit einem Druckluftspritzgerät gespritzt. Ist allerdings auch schon über 30 Jahre her.
Wie man die Viskosität der Farbe einstellt, hat Präses beschrieben.
Untergrund vorbereiten:
Ich habe vorher mit einem Spritzfüller gespritzt und dann mit Wasserschleifpapier geschliffen.
Spritzen:
Der Winkel und Abstand der Pistole zur Oberfläche sollte gleich bleiben. Nicht aus dem Handgelenk spritzen.
Außerhalb der Fläche mit dem Spritzen beginnen, Richtung ändern und enden. Sonst bekommt man Farbkleckse. Ich habe seitlich auf einem Karton begonnen, Richtung geändert und geendet.
Es soll kein Wind gehen. Der vertreibt die Farbnebel und bringt Staub auf die gespritzte Fläche. Am Besten im geschlossenen Raum spritzen.
Wolfgang
Gast am 27 Jun 2005 11:43:56 und Atemschutz nicht vergessen :razz:
BerndK am 05 Jul 2005 13:25:48 Noch ein Wort zur Vorbereitung:
Für jede Oberflächenbehandlung gibt es drei gute Tipps, nämlich Schleifen, Schleifen, Schleifen. Standardprozedur beginnt mit 80er, dann spachteln, was gespachtelt werden muss (Polyester-Feinspachtel), dann nochmal mit 180er schleifen. Dann kommt die Grundierung und der Füllspachtel. Ist nicht so dramatisch. Guter Filler (zum Spritzen) und abgestimmt auf die anschliessende Farbe, bildete durchaus auch gleich die Grundierung. Zum Spritzen reicht durchaus ein Baumarkt-Kompressor, der allerdings schon 3bar auf die Pistole bringen sollte; die sollte wiederum eine 1,3er Düse haben. Anschließend nach dem Trocknen (cirka 8 Stunden, besser am nächsten Tag) mit 240er nass schleifen (geht am besten mit der Hand); mit Universalspachtel (auch Fleckspachtel oder lackspachtel genannt) spachteln und - nochmal schleifen.
Wie man spritzt ist ja schon schön beschrieben worden.
Was noch? Ach ja: 1K oder 2K lacke. Dazu gleich mehr
BerndK am 05 Jul 2005 13:42:57 Grundsätzlich: 1K-Lack auf 2K geht - umgekehrt nicht. Ist die Grundierung für 1-Komponentenlack ausgelegt, dann nicht mit 2-Komponentenlack draufspritzen.
Einstellen von 2K-Lack ist recht unproblematisch, einfach an die Angaben des Herstellers halten und gegen Ende der Topfzeit wenig Verdünner dazu (1 Schnapsglas auf 1 Liter Lack).
Übrigens gibt es gutes Abdeckband preiswert bei Hornbach (Marke Kip), aber auch das muss so schnell wie möglich runter, also gleich, wenn die Farbe getrocknet ist. Nach 3-4 Tagen hilft nur noch runterschleifen.
Viel Spaß und viel Erfolg - Bernd
Ach ja, wer es genau nimmt: ab 1.7.05 dürfen lösungsmittelhaltige lacke nicht mehr im Freien verarbeitet werden.
Lothar May am 05 Jul 2005 14:37:52 Oh so ein Mist, ich habs am 02.07 getan, im freien. Überdacht, aber im freien.
Na ja, jetzt ist die Farbe drauf. Als Farbe habe ich einfachen Kunstharzlack aus dem Baumarkt benutzt. Leider steht da nix von Viskosität zum Spritzen drauf. Ich hab also einfach den Lack fast so dünn wie Wasser gemacht und ein wenig probiert.
Wahrscheinlich hatte ich extremes Glück und der Umstand daß ich ja nur Klappen und Türen lackieren wollte, die ich vorher ausgebaut und hingelegt hatte, half mir auch. Jedenfalls bin ich von dem Ergebnis begeistert. Ein ähnlich gutes Ergebnis hätte ich glaube ich mit der Rolle nie hinbekommen.
Vielen Dank nochmal für die Tipps. Ich bin doch froh, daß ich das erfolgreich hinter mich bringen konnte. 1000 Euro (soviel wollte die Lackiererei um die Ecke dafür) konnte ich so sparen. :D :D
Lothar
Jagstcamp-Widdern am 05 Jul 2005 14:39:51 für 2 stauraumklappen reichen auch sprühdosen, die sind übrigens in den zubehörläden für graffitikünstler sehr günstig (und haltbar :D ), ausserdem gigantische farbenpalette!
grusz hartmut
Gast am 05 Jul 2005 18:06:46 @Lothar, wie denkst du kannst du den gesetzlichen Schaden an der Umwelt wieder gut machen? Noch dazu wo du den Lack besonders dünn genommen hast und dabei mehr Lösungsmittel freigesetzt hast als unbedingt möglich! :twisted:
lg
rup
Lothar May am 06 Jul 2005 08:35:11 Wenn ich bedenke, daß ich mit 200ml verdünnter Farbe ausgekommen bin, hält sich mein Schuldgefühl doch in rel. engen Grenzen.
Das mit den Sprühdosen hatte ich schonmal versucht. Hab damit nur rel. fleckige Oberflächen erreicht. Bin wohl zu dumm dafür.
Lothar
Gast am 06 Jul 2005 11:14:14 Hallo Lothar,
habe es heute morgen gesehen. Ist doch super geworden.
hartifisch
Lothar May am 06 Jul 2005 11:31:50 :D :D :D Freu :D :D :D
Gast am 06 Jul 2005 11:39:56 Hi,
sieht eigentlich so gut aus, das ich Dich einladen könnte, das ganze nach meinem Womoumbau bei meiner kompletten Aussenhaut (vom Womo) zu versuchen.
Ich selber traue es mir nicht zu und die Lackierpreise :cry:
hartifisch
Lothar May am 06 Jul 2005 13:20:30 Da lässt sich drüber reden.
Wenn du die Räumlichkeiten dazu hast und ich keine Garantie übernehmen muß...und natürlich diese grausame Schleiferei übernimmst!
Meld dich ruhig,
Lothar
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