Es folgt ein Auszug aus dem Reisebericht. Den gesamten Reisebericht mit viel mehr Bildern findet ihr hier--> Link

Auge des Varus

Speicherstadt in Hamburg

Carlos Santana

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Montag, 29.06.2015
Da es sehr heiß ist, lassen wir uns bei unseren letzten Vorbereitungen etwas Zeit. Die Fahrt verläuft dann sehr entspannt über die A45 und A1. Hinter Osnabrück nehmen wir die Abfahrt Bramsche und fahren zu dem Stellplatz “Reisemobilhafen Waldwinkel” (EUR 6,00 inkl. E; alles andere gegen Zusatzgebühr) in Bramsche-Kalkriese. Der Stellplatz ist eine große Wiese vor einem Dauer-Campingplatz in absoluter Ruhe. Leider hat der Gasthof am Platz montags seinen Ruhetag.
Wir nehmen unsere Fahrräder zur Hand und fahren zum nicht weit entfernten “Varusschlacht”- Museum und Park Kalkriese. Mit einem Blick auf die Übersichtskarte am Stellplatz gebe ich als alter Fährtenleser den kürzesten Weg durch den Wald vor. Nach nicht mal zweihundert Metern geht es nur noch bergauf. Zum Glück kommt ein Mountain-Biker vorbei, den ich sicherheitshalber noch einmal befrage. Er empfiehlt uns umzudrehen und den Radweg an der Straße entlang zu nehmen. Ihm sei gedankt. Nach einer gemütlichen Fahrt an Getreidefeldern und Gehöften vorbei erreichen wir unser Ziel.
Im Empfangsgebäude wird in der Sonderausstellung “Ich Germanicus! Feldherr, Priester und Superstar” der künftige Anwärter auf den Kaiserthron in Rom, Germanicus (bedeutet soviel wie “Sohn des Germanenbezwingers”) anhand von Bild- und Schrifttafeln und zahlreichen Exponaten vorgestellt. Germanicus kommt in den Jahren 15/16 n. Chr. mit 8 Legionen und tausend Kriegsschiffen als Rächer von Varus und Roms nach Germanien, und will Arminius und seine Germanen unterwerfen. Doch scheitert er ebenso und muss unverrichteter Dinge wieder abziehen, da dies von Kaiser Augustus so angeordnet wurde. Nicht weit entfernt, befindet sich in dem mit Metallplatten verschalten Turm die ständige Ausstellung, in der mit Bildern, Tafeln und Fundstücken erklärt wird, wieso hier auf dem Gelände 9 n. Chr. die Schlacht zwischen Arminius (Hermann) mit seinen Cheruskern und dem römischen Statthalter Publius Quintilius Varus in Germanien und seinen drei Römischen Legionen stattgefunden haben soll. Arminius bereitete dabei mit einer heute als Guerillataktik bekannten Kampfweise den erheblich besser ausgerüsteten und ausgebildeten Römern, die auch zahlenmäßig in der Überzahl waren, eine vernichtende Niederlage. Als Varus die Ausweglosigkeit seiner Lage klar wurde, beging er noch auf dem Schlachtfeld Selbstmord. Als Ausspruch von Kaiser Augustus ist überliefert:”Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder.”. Mit diesem Wissen bepackt ziehen wir zum Park Kalkriese nebenan, wo man versucht hat, dass Gelände und seine Struktur etwas nachzustellen.
Als wir uns im Restaurant beim Einlass etwas stärken wollen, werden wir abgewiesen, da das Restaurant zur gleichen Zeit wie das Museum (18.00 Uhr) schließt. Es wird uns lediglich ein Getränk zugestanden! Zurück am Stellplatz kommt uns die Erkenntnis, es bietet sich doch ein Pizza-Service an, der auch noch 10 % für Campingäste gibt. Ich bestelle eine 40er Gyros-Pizza für netto EUR 11,61, die auch prompt nach ca. 40 Minuten an unser Wohnmobil geliefert wird. Und ich kann sagen, die schmeckt richtig super.
Tagesstrecke: 230 km
Dienstag, 30.06.2015
Nach einem kurzen Einkauf in Bramsche geht es wieder auf die A1 und über Bremen und Winsen an der Luhe nach Drage auf den Stellplatz “Campingplatz Stover Strand” (Gebühr EUR 13,00 inkl. V+E) im OT Stove. Doch bevor wir zu dem Platz fahren, halten wir beim Restaurant “Zur Rennbahn”. Es ist sehr heiß, doch können wir es unter den Sonnenschirmen im Biergarten bei “Sauren Heringen” und “Sauerfleisch” (wobei die rote Färbung der Speisen durch die Sonnenschirme kommt) gut aushalten. Der Campingplatz Stover Strand liegt hinter dem Deich und ist ein riesiger Platz für Dauercamper. Ein Bereich mit Wohnwagen liegt vor dem Deich um einen kleinen Hafen herum. Den eigentlichen Stellplatz erreicht man nach Durchfahren einer weiteren Campingzone. Hier ist es sehr schön. Wir bekommen einen Platz mit freiem Blick auf die Elbe und haben Natur pur. Alles ist grün, die Vögel zwitschern, das einzig Laute sind die Motoren der Schiffe, aber deshalb sind wir ja hier. Am Spätnachmittag machen wir auch hier eine kleine Fahrradtour am Deich entlang. Zurück am Stellplatz sehen wir, dass selbst hier, östlich von Hamburg, Ebbe und Flut an der Elbe sichtbar sind.
Tagesstrecke: 252 km
Mittwoch, 01.07.2015
Beim morgendlichen Brötcheneinkauf im Minimarket werde ich darauf hingewiesen, dass man die Brötchen vorbestellen soll. Es geht aber noch mal so. Total unproblematisch gestaltet sich nach dem Frühstück die Fahrt nach Hamburg zu dem Stellplatz “Wohnmobilhafen Hamburg Grüner Deich 8? (Gebühr EUR 19,00 alles inklusive). Der Vorteil neben der direkten S-Bahn-Anbindung ist auch noch der Bäcker um die Ecke. Der Nachteil ist die über uns hinwegfahrende S-Bahn, da wir bei der Hitze auch nachts die Fenster oben herum auf hatten. Wir kaufen uns am Stellplatz die Hamburg Card als 2-Tage-Karte und schon geht es los. Die S-Bahn bringt uns in die Stadt zum Jungfernstieg. Vorbei an vielen Nobelgeschäften in einer Nobelstraße gehen wir zum Rathaus. Auf dem Rathausplatz ist zur Zeit das Stuttgarter Weindorf aufgebaut. Uns interessiert aber mehr die tolle Architektur des Hamburger Rathauses. Als wir so bewundernd da herum stehen, spricht uns ein älterer Herr aus Hamburg an und erklärt uns einiges über Baustil, Bauzeit und Besonderheiten des Rathauses. Und so weiter, usw. ...
Wie schon oben geschrieben, findet ihr den gesamten Bericht hier --> Link
Viel Spaß beim Lesen.

