xbmcg am 25 Apr 2016 10:10:05
Wie gut sind Deine Elektrik-Kenntnisse?
Vom Prinzip her kann man alles verbauen, wenn es elektrisch zusammenpasst und mechanisch
ordentlich befestigt wrd, so dass es nicht dem Hintermann auf der Autobahn vor die Füße fällt.
Zunächst würde ich mir überlegen, wie stark die Anlage sein soll (Wp - Leistung), dafür muss man
seinen Verbrauch kennen, den die Anlage ausgleichen soll UND die Zeit der Nutzung (Sommer /
Übergangszeit / Winter?), weil die Sonneneinstrahlung je nach Jahreszeit und Wetterlage sehr stark
variiert und die benötigte Solarleistung damit auch.
Dann müssen Regler und Panele elektrisch zueinander passen.
Es gibt 2 Arten von Regler: PWM und MPP, die sich grundlegend unterscheiden.
PWM Regler
schalten die Panele auf die Batterie durch, wenn die Ladeschlussspannung erreicht wird, beginnen sie zu pulsen
(PWM heißt PulsWeitenModulation). Das Verhältns von Einschaltzeit und
Ausschaltzeit (viele hundert mal pro Sekunde) bestimmt die Energiemenge, die der Regler dann noch
durchläßt.
Daraus ergibt sich, dass man bei der Wahl der Panele für einen PWM Regler solche wählt, die eine UMP
um die 17V haben (Leerlaufspannung um die 20V), da sie direkt an der Batterie hängen. Panele mit höheren Spannungen
machen keinen Sinn bei PWM Regler an einer 12V Anlage. Mehrere Panele werden stets parallelgeschaltet. Die Leistung
des Reglers sollte größer oder gleich groß sein der Leistung der Panele.
MPP Regler
verhalten sich bei niedrigen Spannungen wie PWM Regler, wenn die Panel-Spannung aber um mehr als 3V höher ist, als die
Batteriespannung, dann wird diese elektronisch heruntertransformiert (wie ein Wechselrichter, nur nach unten von hoher
Spannung und niedriger Strom nach niedrige Spannung und hoher Strom). Hier kann man Panele mit hohen Spannungen oder
in Reihe geschaltete Panele verbauen. Wichtig ist hier beim Regler die maximale Eingangsspannung, die von den Modulbeschaltung
im Leerlauf nicht überschritten werden darf, sowie der maximale Strom am Ausgang. Insgesamt muss auch hier die Leistung der Panele
zur Leistung des Reglers passen, die Leistung des Reglers wie oben größer oder gleich der der verbauten Panele.
Die Regler können natürlich auch ohne weiteres überdimensioniert werden, um später Panele nachrüsten zu können. Ist eine Preisfrage.
PWM Regler sind wesentlich einfacher aufgebaut und deshalb grundsätzlich billiger.
Gut ist jede Anlage, die die eigenen Bedürfnisse und Budget entspricht. Teure Anlagen unterscheiden sich von billigen meist durch die
Wahl des Reglers (Markenware oder No-Name) und dessen Komfortfunktionen / Solar-Antzeige etc. Angebotene Komplett-Sets sind in der
Regel sehr eng aufeinander abgestimmt und mit spitzem Bleistift kalkuliert, eine Erweiterung ist bei den beigelegten Reglern und Kabel
nicht vorgesehen.
Auch bei den Panelen gibt es große Preisunterschiede, die eher vom Namen abhängen, als von den technischen Daten. Im Zubehör angebotene
Anlagen von MT Büttner & Co sind um Größenordnungen teurer, als die No-Name Angebote in der Bucht, der Ertrag ist aber vergleichbar,
der Strom interessiert sich nicht für den Markenaufkleber.
Es gibt bei den Panele Monokristallne und Polykristalline Panele und beim Aufbau welche mit Glasplatte und Rahmen (Schwer, aber billig) und
flexible, die zwischen Folien verschweißt sind (Leicht, Unsichtbar auf dem Dach, z.Teil begehbar, aber auch doppelt so teuer). In der Regel
sind monokristalline Panele häufiger und etwas leistungsfähiger pro Fläche. Auch unterscheiden sich die Panele bei der Garantierten Ausbeute
bei 20 oder 30 Jahren für PV Anlagen auf Dächer und damit auch im Panel-Preis... Das spielt beim WoMo aber eher keine Rolle.
Die meisten Regler, die ich bisher gesehen habe, beherrschen die gängigen Batterietypen: Nass, Gel, AGM, einige bessere können auch schon
LiFeYPO4 oder sind gar frei programmierbar bei der Kennlinie, einige können sowohl bei 12V als auch bei 24V Anlagen benutzt werden (automatische
Erkennung), wenn man aber keine 24V Anlage hat, ist das eher hinderlich.