Spooky (mein Wohnmobil) hatte ich bereits Ende Februar aus dem Winterschlaf geweckt. Gasprüfung mit Austausch von Druckminderer und Anschlussschlauch, Inspektion und TÜV mussten vorher erledigt werden. Gegen Mittag am 18.3 sind wir dann gestartet und über Köln, Euskirchen durch die Eifel nach Luxemburg gefahren. Ohne Stau, was für NRW bemerkenswert ist. In Luxemburg haben wir kurz vor der französischen Grenze bei der großen Aral Station noch vollgetankt. Ultimate Diesel für 1,09 Euro. Vor dem Winterschlaf und auch zwischendurch gönne ich dem Motor den besonderen Saft, ist halt ein Ford...
Weiter ging es bei miesem Wetter bis Toul. Der Stellplatz ist zwischen Hafen und alter Stadtmauer. Die Stadt selbst in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Da es aber regnete, haben wir es uns gemütlich gemacht und vom noch vom mitgebrachten deutschen Wein getrunken. Schön ist der nächtliche Blick auf die angestrahlte Kathedrale. Ein würdiger Rahmen für die erste Womo-Übernachtung 2017!
7€ inclusive. Strom und V/E.
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Von Toul ging es über die Autobahn weiter bis Lyon. Autobahnfahren in Frankreich bringt einen schnell voran. Das Stau- und Kreisverkehr freie Fahren kostet aber extra. In unserem Fall, der Womokategorie 2 = 48€.
Dann wollten wir etwas Neues sehen und sind durch Lyon immer an der Rhône entlang Richtung Süden gefahren. Die vielen Weingüter waren verlockend, aber es war Sonntag und die meisten ohnehin "fermé".
Über Vienne ging es Richtung Tournon sur Rhône. Der Stellplatz in der Stadt am Busbahnhof war schon voll - Gott sei dank! Denn wir suchten noch ein bisschen und fanden in dem kleinen Ort La Roche de Gul den Campingplatz Municipal "Le Vernes" , der jetzt wohl von der Kette "Camping-Car-Park" betrieben wird.
Aus einem früheren Urlaub hatte ich die Karte für den Check in noch in Spooky liegen. Am Terminal konnte ich 30€ per Kreditkarte aufladen und dann preisgünstig (genauen Preis habe ich nicht notiert) inklusive Strom und VE auf einem fast leeren Platz seeeehr ruhig übernachten. Am Morgen hält man die Karte an den Terminal, die Schranke geht auf und fertig...
Weiter ging es dann wieder ohne Autobahn Richtung Süden. Über Valence Richtung Montelimar. In einem riesigen Super U haben wir ein bisschen Käse und Obst gekauft und eine Klobürste. Die alte hatte ich entsorgt und keine neue vor der Saison besorgt. :oops:
Mit ergänzten Vorräten und Ausrüstung führen wir weiter Richtung Süden und dann nach Osten auf D Straßen Richtung Nyon und von dort zum kostenlosen Stellplatz in Mirabel aux Baronnies, einem netten kleinen Provence-Nest.
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Mittlerweile war herrlicher Sonnenschein! Nach einem Glässchen kaltem Riesling (Import von Germany) Baguette und Käse habe ich glatt eine Stunde in der Sonne gepennt!

Stellplatz aus dem Dorf gesehen
Am nächsten Morgen wollten wir die Panoramafahrt über den Mont Ventoux wagen. Doch daraus ist nichts geworden. Gesperrt war die Überfahrt. So sind wir in Bedoin gelandet, wo wir vor einigen Jahren bereits einmal gewesen sind. Der Stellplatz liegt neben dem Camping Municipal und gehört auch zur "Camping-Car-Park" Gruppe. Ein regulärer Check In war nicht möglich, da die Schränke fehlte. Abgebrochen! Wir sind dennoch drauf gefahren und hatten fast die freie Auswahl auf dem riesigen Platz.
Beim abendlichen Stadtbummel haben wir ein paar älteren Herren beim engagierten Boule Spiel zugesehen und dann ein leckeres 'Leffe' in der Stadt getrunken.


Nach ruhiger Nacht und V/E kamen wir nicht mehr runter vom Platz. Die Schranke war inzwischen repariert. Aber auch das war kein Problem. Wir mussten die Betreiber anrufen, Kartennummer und Aufenthaltsdauer sagen und dann ging alles wie von selbst.
Gelandet sind wir an diesem Tag in Le Isle sur La Sorgue, auf dem ACSI Camping La Sourgette. Sehr schöner und geräumiger Platz mit nicht mehr ganz neuen, aber sauberen Sanitäranlagen. Mit dem Rädchen ging es ins den Ort, der unbedingt sehenswert ist!



Claudia (meine Frau) hatte ihre Brille zerbrochen. Ein eigener Reparaturversuch mit Cyano-Sekundenkleber war erfolglos. Der Optiker hat es hingekriegt. Kostenlos! So konnte sie die schöne Stadt auch gebührend ansehen.
Sind dann noch zum Super U, Wein kaufen. Die spätere Verkostung nahm einige Zeit in Anspruch. Geschmack und Bekömmlichkeit der verschiedenen Sorten Rosé war nicht zu beanstanden.
Im Gegensatz zu den Weinen, waren wir vom Wetter am nächsten Tag weniger angetan. In der Nacht zogen die angekündigten starken Niederschläge und Gewitter auf. Heftig. Die unmittelbare Nähe zum Fluss ohne nennenswerten Höhenunterschied und die zwischenzeitlich entdeckten Hinweise für eine Evakuierung im Hochwasserfall führten dazu, dass wir am nächsten Morgen wieder ausgecheckt haben und Richtung Vaison La Romaine gefahren sind. Der Stellplatz dort, liegt nahe an der Stadt und ist mit 7€ inklusive V/E aber ohne Strom angemessen bis preiswert.

Markt in Vairson-la Romaine

Römische Brücke wird noch genutzt!
Nachmittags waren wir noch einen Stadtbummel machen und sind natürlich auf ein Rosé Gläschen am Markt eingekehrt. Lecker und teilweise wieder mit Sonne. Doch der Regen kam wieder und mit ihm der Kassierer der Gemeinde. Abends gegen 19.30 im strömenden Regen musste der Arme kassieren gehen, aber er schien gut gelaunt und freundlich war er auch.
Auch am nächsten Morgen gab es noch reichlich Segen von oben. So entschlossen wir uns zu einem Standortwechsel, in der Hoffnung auf Trockenheit. Dämlicher Weise ohne uns vorher im Netz ausreichend zu informieren. Richtung Gap und weiter nach Grénoble sollte es gehen. Bis Gap sind wir gekommen, dann war Winterreifen und Schneeketten Mitführpflicht. Beides haben wir nicht, also kehrt und Richtung Sisteron, leider immer noch im Regen und so war die Lust auf einen Stadtrundgang gering.
Auf dem weiteren Weg Richtung Süden sind wir in Villeneuve gelandet, auf einem kostenlosen Stellplatz unterhalb des Friedhofes. Sehr ruhig und nur ein paar französische Mobile waren noch da. Eine nette Französin kam zu uns und erklärte uns, dass wir kein Wasser tanken sollten. In der Gemeinde gäbe es ein Problem mit der Trinkwasserqualität. Wir hatten genug Frischwasser an Bord, aber dass sie eigens kam um uns zu warnen fand ich klasse.
Die Fahrt ging weiter Richtung St. Remy de Provence, zum uns bekannten ACSI Platz Le Parc de La Bastide. Zuvor legten wir einen Stopp bei der Weinkooperative in Apt ein. Da hatten wir vor zwei Jahren bereits einige Kanister Rouge und Rosé erworben. Die Qualität ist nicht schlechter geworden!
Noch schnell volltanken bei Total nebenan (1.18€) und ein Einkauf im E.Leclerc Supermarkt gegenüber und weiter im immer noch strömenden Regen.
Ab der Ankunft in St. Remy war bestes Wetter und wir konnten herrlich faulenzen und die Gegend und die Ruhe genießen.
Dummer Weise war meine Frau vor ein paar Tagen ausgerutscht und hatte sich den Steiß geprellt. Daher war nicht viel mit Radfahren. Also bin ich einen Tag alleine zu einem kleinen See südlich von St, Remy aufgebrochen. Völlig fertig kam ich dort an, denn die Gegend gehört schon zu den Alpillen. Am See habe ich dann bewundernde Blicke von ein paar älteren französischen Wanderern geerntet, die registriert hatten, dass mein Hollandrad rein mit Muskelkraft und nicht elektrisch bewegt wird.
Allen die es auch versuchen wollen sei gesagt: ein Hollandrad taugt nicht für die Berge, sondern nur für's Flache.
Neben faulenzen stand auch noch Ausflug nach Avignon auf dem Programm. Mit dem Bus von St. Remy bis zum Busbahnhof für ca. 6 Euro, hin und retour! Avignon ist unbedingt eine Reise wert!

Papstpalast Avignon
Leider war die Zeit für ausgiebige Besichtigungen zu knapp bemessen, aber ein leckeres Mittagessen in der Sonne und ein Rosé an einem Mühlbach wo Dreharbeiten von ein paar Studenten für ein Projekt stattfanden, waren eine nette Entschädigung.

Den Markt in St. Remy am Vortag unserer Abreise haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Oliven, Muscheln in Knofi-Kräutermarinade, Käse... ein fürstliches Mittagessen mit einem kalten Gläschen Rosé und einem abschließenden Nickerchen in der Sonne entschädigten für die paar Regentage zwischendurch!
Die Zwischenübernachtung haben wir wieder in Toul gemacht. Dieses Mal jedoch mit Stadtrundgang vorm Abendessen - Spaghetti mit Meeresfrüchten und viel Knoblauch und Parmesan.

Der Diesel aus Apt hat bis Luxemburg gereicht. Nun hoffen wir, bald wieder packen zu können. Und wenn das Wetter im Norden zu mies ist, kann es durchaus wieder Südfrankreich werden...
(P.S.: Auch wenn es sich nicht so liest: Wir haben auch Wasser, Säfte, Kaffee, Tee getrunken!)

