Ich nutzte das "lange" Wochenende um den ersten Mai für die erste Ausfahrt des Jahres mit meinem Wohnmobil. Der Bürstner rollt wieder! :D
Am Samstag schnell noch die letzten Dinge ins Mobil verfrachtet und den Frischwassertank gefüllt, dann ging es kurz vor 9 Uhr los. Schnell fand ich meinen Platz im Fahrerhaus des Ducato; meistens sitze ich ja im Mobil vorne links hinter dem Lenkrad, da wo im Fußraum das Gaspedal und Bremse und Kupplung angebracht sind. Während der Fahrt bin ich dort auch meistens anzutreffen... :lol:
Im Nachbarort Einbeck, ja die bekannte Bierstadt, rannte ich noch schnell durch den "Marktkauf" und kaufte noch etwas Reiseproviant. Dann ging es ab in den Süden, na ja, jedenfalls von meiner Heimat aus gesehen. :eek:
Bei Northeim ging es auf die A 7, wo noch ein Plätzchen für mich frei war. Es war relativ leer auf der "Bahn", was mich angesichts des Feiertagswochenendes verwunderte. Ich fügte mich also in den dahinfließenden Verkehr ein und nach etwa 50 gefahrenen Kilometern ( :!: ) setzte ich den Blinker nach rechts und fuhr zwischen Nörten-Hardenberg und Göttingen auf den Parkplatz an der Autobahn. Es war Zeit für das Mittagessen. Es gab Bratwurst im Brötchen. Ja, ich war nicht nur der Fahrer, ich war auch der Koch. :)
Das Essen konnte ich sogar schon draußen auf der Sitzgruppe auf dem Parkplatz zu mir nehmen. So liebe ich das! Na, zumindest hier auf diesem noch relativ neuen und ziemlich sauberen Rastplatz ging das.
Dann ging es weiter auf der Autobahn A 7 bis zum Dreieck "Drammetal" hinter Göttingen.


Am Dreieck "Drammetal" wechselte ich für ein paar Kilometer auf die A 38, das ist die Autobahn in Richtung Halle. Aber schon nach wenigen Kilometern hinter Friedland

verließ ich die "Bahn" wieder. Friedland, das Tor zur Freiheit. Hier befand sich einst das Einigen vielleicht bekannte Grenzdurchgangslager: --> Link
Weiter führte meine Reise dann auf der Bundesstraße B 27 ins schöne Werratal.

Ein trauriger Beigeschmack an dieser Stelle: Nur ein paar Tage später verunglückte hier auf der B 27 ein Ehepaar aus meinem Nachbarort tödlich mit dem PKW, als eine andere PKW-Fahrerin mit ihrem PKW frontal in deren Auto krachte.
Aber das war einige Tage später. Ich erreichte das romantische Werratal und nach einer Umleitung wegen einer Straßensperrung kam ich in Witzenhausen an. --> Link
Mit Erreichen von Witzenhausen hatte ich im Übrigen meine Heimat Niedersachsen verlassen und war im nordöstlichen Hessen "gelandet". Die Region hier am Unterlauf der Werra ist bekannt als Obstgarten, vor Allem superleckere Kirschen gibt es in dieser Gegend --> Link in jedem Jahr. Jetzt im April/Mai war Zeit der Kirschblüte und das zeigte sich auch farbenprächtig.
Ich parkte mein rollendes Urlaubsquartier auf einem Parkplatz am Ortsrand und schaute mich in dem schmucken Örtchen ein wenig um. Zwar bin ich alljährlich schon öfters in dieser Region unterwegs ... nicht nur zum Kirschenkaufen :!: ... aber direkt im Ort war ich noch nicht oft.
Für uns Wohnmobil-Urlauber gibt es im Ort zwei Anlaufstellen um zu übernachten. Das ist zum Einen der kleine Stellplatz am Diebesturm,

Hier finden vier Mobile eine stromversorgte Parklücke. Auch Ver- und Entsorgung ist hier möglich. Auf einem Teil eines auch für PKW anfahrbaren Parkplatz steht man hier direkt an der Altstadt, die in wenigen Minuten zu Fuß erreicht ist.
Im Bild ist links vom Turm übrigens eine Brauereigaststätte zu sehen, wenn man also mal einen zuviel getrunken hat... :eek:
Ein kleiner Nachteil des Platzes ist leider die unmittelbar hier vorbeiführende Ortsdurchfahrtsstraße, die tagsüber auch von vielen Fahrzeugen genutzt wird, Nachts soll es aber ruhig sein.

Ein weiterer Stellplatz befindet sich am Werraufer in Nähe zu mehreren Einkaufsmärkten am Josef-Pott-Platz --> Link
Die Übernachtungsgebühr beträgt auf beiden Plätzen 5,- €, ich nehme an, zuzüglich Strom und V+E.

Im Ort kann man ein schönes Rathaus bewundern:

Der Steinbau mit 8-eckigem Turm wurde im Jahr 1590 erbaut, 1819 bei einem Stadtbrand zerstört und wieder aufgebaut.

Sorry, das Schild ist im Foto nicht so toll getroffen, ich hoffe, man kann es dennoch erkennen.
Auch schöne Fachwerkhäuser gibt es in Witzenhausen zu bewundern, hier ein paar Beispiele:




Die Freunde der Kirchen finden im Ort die Liebfrauenkirche

deren Bau bereits im 13. Jahrhundert begonnen wurde. --> Link
Ich schwenkte dann meinen Spaziergang in Richtung Werra, die hier aus Richtung Bad Sooden-Allendorf im oftmals grünen Flußtal durch waldreiches Gebiet daherkommt:

Von der steinernen Werrabrücke blickte ich noch auf die Altstadt:
... und ließ meinen Blick in die Richtung schweifen, in die ich dann im weiteren Verlauf meiner Wochenendreise fahren wollte; flußabwärts in Richtung Hann-Münden:

Zurück zum Wohnmobil und dann ging die Tour weiter auf der B 80 durch das Werratal über Hedemünden und unterhalb der Autobahnbrücke der A 7 und der parallel verlaufenden Bahnbrücke der ICE-Trasse entlang. Etwa 60 Meter hoch überspannen diese Bauwerke das Werratal. --> Link
Viele Wohnmobilisten sind sicher schon ein- oder mehrmals oben über die Autobahn gefahren und haben ins Tal herunter geblickt.
Kurze Zeit später erreichte ich Hann.Münden, die Stadt am Zusammenfluß von Werra und Fulda zur Weser. Und dort, wo die Weser beginnt, da befindet sich auf dem "Tanzwerder" auch ein Parkplatz mit einem gekennzeichneten Bereich für Wohnmobile.

"Wo Werra sich und Fulda küssen, sie ihren Namen büssen müssen und hier entsteht durch diesen Kuss Deutsch bis zum Meer der Weserfluss." So steht es auf dem Weserstein:

Hier ist der Anfang der Weser:

Von links kommend fließt die Fulda, dieser etwa 220 Kilometer lange, aus der hessischen Rhön im Bereich der Wasserkuppe kommende Fluß hier in die Weser.
Von rechts kommt die Werra aus dem thüringischen Schiefergebirge nach einer Strecke von rund 300 Kilometern und ergießt sich ebenfalls in die Weser.
Nach so einer Mammutstrecke von knapp 110 Kilometern benötigte ich erst einmal eine Erholungspause auf dem Stellplatz in Hann.Münden und die Pause benötige ich jetzt auch hier beim Schreiben. In Kürze geht es dann mit schönen Fotos aus der "Drei-Flüsse-Stadt" in Südniedersachsen weiter. Bis dahin! :)

