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Reisebericht Nord-Schweden 2006


Formiga am 03 Sep 2006 15:54:48

Der heiße Sommer 2006 lässt uns von Schwedens endlosen kühlen Wäldern und den unzähligen
glitzernden Seen - es sollen etwa 96 000 sein - träumen und es ist für uns klar: Auch 2006 geht
es "schon wieder nach Schweden"! Unser Ziel ist diesmal der etwa 500 km lange "Vildmarksvägen"
(Wildnisstraße) in Nord-Schweden. Diese Straße windet sich von Strömsund/Jämtland nordwärts,
dicht an der Norwegischen Grenze vorbei, durch Süd-Lappland über das Hoch-Gebirge nach
Stekenjokk und über Vilhelmina wieder zurück nach Strömsund.

Am Sonntag, dem 13. August ist es soweit. Bei leichtem Regen sind wir in einer guten Stunde
in Puttgarden an der Fähre (56 Euro bis 6 m). Durch Dänemark wie gewohnt auf der E 47.
Diesmal fahren wir aber nicht über die Öresundbrücke nach Malmö, sondern folgen der E 47 weiter
nach Helsingör. Dass das keine so gute Idee war merken wir, als wir kurz vor Kopenhagen wegen
einer Großbaustelle über eine Stunde im Stau stehen.....aber wir haben ja Urlaub und das Wetter
ist inzwischen auch besser geworden.
In Helsingör geht es dann auf die Fähre (umgerechnet 35 Euro) nach Helsingborg. Gerade in dem
Augenblick als wir von der Fähre runter am schwedischen Zoll vorbeifahren, kommt unser Hund
vorne aus seinem Korb hoch und sieht dem Zöllner direkt in die Augen.
Na da ist alles klar! Wir werden aus der Schlange rausgewunken, müssen rechts ranfahren und
die Papiere für den Hund vorzeigen! Nach eingehender Prüfung dürfen wir dann endlich in Schweden
einreisen. Wir schlängeln uns durch die Stadt, fahren ca. 20 km auf der E 4 bis Ö.-Ljungby und von
dort auf schmalen Straßen noch etwa 25 km bis zum Västerjön. Gegen 18 Uhr finden wir an seinem
Ufer einen schönen ruhigen Platz für unsere erste Übernachtung in unserem Lieblingsland Schweden.



Montag
Am Morgen begrüßt uns leichter Nieselregen, der aber etwas später aufhört. Gegen 10 Uhr brechen
wir dann auf. Zunächst noch auf schmalen Straßen bis Växtorp. Hier müssen wir tanken und
bezahlen für 40 Liter Diesel 457 SEK. Diesel kostet in Schweden umgerechnet im Durchschnitt
1,23 Euro je Liter. Weiter geht´s zur E 6 und auf ihr ein Stück bis Halmstadt. Hier wechseln wir auf
die 26 und folgen ihr in Richtung Vännern. Langsam klart das Wetter auf und ab Skövde scheint
wieder die Sonne. In Mariestad haben wir den Vännern erreicht und der Stellplatz in Sjötorp ist
unser heutiges Ziel. Hier beginnt der Göta-Kanal, der ein Teil des 614 km langen Wasserweges ist,
der Stockholm mit Göteborg verbindet. Der Stellplatz am Hafen direkt an der Schleuse ist recht gut
besucht. Mit 100 SEK (umgerechnet fast 11 Euro) pro Nacht ohne Strom aber nicht unbedingt billig.
Stromanschluss soll 40 SEK kosten, worauf wir dann aber verzichten.
Für den Platz spricht die schöne Lage und die sehr saubere Sanitäreinrichtung mit kostenloser
Dusche (warm) und Waschmaschinen- und Trocknerbenutzung, ebenfalls im Preis inbegriffen.
So gesehen ist der Preis vielleicht gerechtfertigt, aber wer braucht schon Waschmaschine und
Trockner auf einem Stellplatz?
Nach einem Spaziergang entlang des Götakanals können wir am Abend noch draußen vor dem
Wohnmobil sitzen und den Sonnenuntergang über dem Vännern bewundern.





Dienstag
Das schöne Wetter ist erst einmal wieder vorbei. Der Himmel ist bewölkt und als wir nach dem
Frühstück den Platz verlassen, regnet es. Auf der 26 geht es über Kristinehamn - Filipstad -
Vansbro und Gävlunda immer nach Norden. Gute 100 km weiter, ab Filipstad, hört der Regen auf.
Mittag machen wir an einem neuangelegten Badeplatz mit Blick auf einen schönen See. Der Platz
ist sehr gut zur Übernachtung geeignet und ich zeichne ihn auf der Karte für spätere Touren ein.
Zwischen Gävlunda und Mora finden wir einer sehr schönen und ruhigen Platz am Jugan zum
Übernachten. Wir kommen bei strahlendem Sonnenschein an und können später statt des
obligatorischen Sonnenunterganges mal einen Mondaufgang über dem spiegelglatten See bewundern.







Mittwoch
Nach einer sehr ruhigen Nacht ist es am Morgen etwas windig und dichter Nebel liegt über dem
See. Wir fahren jetzt auf der 45 - dem "Inlandsvägen" - weiter nach Norden über Mora - Orsa und
Ytterhogdal. Kaffeepause machen wir am Asanforsen und bestaunen die kunstvoll aufgesetzte
alte Natursteinbrücke.





Etwa 40 km vor Östersund am Storsjön biegen wir von der 45 ab und haben bald den 548 Meter
hohen Hoverberg, der auf einer Halbinsel im Storsjön liegt, vor uns. Im 2. Gang schnaufen wir die
ziemlich steile Schotterstraße bis zum Parkplatz auf dem Gipfel hoch. Hier oben gibt es ein Cafè,
das natürlich jetzt in der Nachsaison längstgeschlossen hat, und einen Aussichtsturm mit einem
grandiosen Ausblick über den Storsjön.





Hier in der Tiefe des Storsjön soll es ein Seeungeheuer geben. Im Laufe der Jahrhunderte ist das
Storsjö-Ungeheuer den Menschen der Umgebung mehrmals vor Augen gekommen. Es gibt 200
Berichte von glaubwürdigen Personen. Die Augenzeugen wollen ein schlangenartiges Geschöpf
mit Buckeln, einem kleinen hundeähnlichen Kopf und Halsflossen gesehen haben. Die Länge
variiert zwischen 3,5 und 14 Metern. Acht Beobachtungsplätze sind rings um den großen
Storsjön eingerichtet worden. Der Turm auf dem Hoverberg ist einer davon.



Hier oben sind wir ganz allein und richten uns für die Nacht ein. Später klettere ich noch einmal
auf den Turm. Leider kann auch ich kein Foto von dem Ungeheuer machen, dafür aber von
einem schönen Sonnenuntergang.



Donnerstag
Nebel, der den Storsjön vor unseren Blicken versteckt, und einsetzender leichter Nieselregen
macht es uns leichter diesen schönen Übernachtungsplatz zu verlassen. Auf einer Nebenstraße,
die am Ufer des Storsjön entlangführt, geht es bis Ytteräng. Von da ein Stück auf der E 14 in
Richtung Norwegen. Bald verlassen wir die Schnellstraße wieder und finden nach etwa 25 km
wieder einen ruhigen Übernachtungsplatz am Alsensjön. Ein schöner idyllischer Badeplatz
mit Toilette, Spielgeräten und Grillplatz mit Holzvorrat - eben typisch schwedisch!





Freitag
Heute haben wir etwas länger geschlafen und fahren erst gegen 11 Uhr ca. 6 km weiter bis Glösa.
Hier folgen wir den Hinweisen"Glösa Hällristningarna" bis zum Parkplatz im Wald. Nach einem
kleinen Fußmarsch finden wir die 6000 Jahre alten Felszeichnungen im Glösabäcken. Die Elche
und anderen Figuren im Flussbett sind mit roter Farbe nachgemalt worden und die Deutung der
Bilder kann man deutschen Info-Blättern entnehmen. Auch einige originalgetreu nachgebaute
Behausungen und ausgegrabene Gebrauchsgegenstände geben einen interessanten Einblick
in das Leben der Steinzeitmenschen vor 6000 Jahren.





Weiter geht es auf der fast autoleeren Straße zu unserem nächsten Ziel, dem Orchideensumpf
von Forsasen. Ein Bohlenweg führt vom Parkplatz durch das Naturreservat. Obwohl wir hier mitten
im Sumpfgebiet sind, gibt es erstaunlich wenig Mücken. Dank Autan bleiben wir daher unzerstochen.
Von den 10 hier vorkommenden wild wachsenden Orchideen-Arten sehen wir noch einige zu dieser
Jahreszeit blühenden Exemplare.





Am frühen Abend finden wir dann wieder einen schönen zur Übernachtung geigneten Badeplatz am
Laxjön, mit der landestypischen üppigen Ausstattung.

Sonnabend
In der Nacht wurde ich wach weil es recht kalt geworden war, so dass ich zum ersten Mal unsere
Heizung anstellen musste (das blieb aber auch das einzige Mal auf dieser Tour).
Bei wolkenlosem Himmel geht es gegen 10 Uhr weiter bis Strömsund. Hier tanken wir noch einmal,
ergänzen unseren Wasservorrat und entsorgen an der Tankstelle. Hier beginnt der "Vildmarksvägen".
Es gibt unterwegs einige Tankmöglichkeiten, doch sollte man dann Hundertkronen- und/oder
Zwanzigkronenscheine dabei haben. Es sind fast ausschließlich Tankautomaten, die nur Tankkarten
oder Geldscheine akzeptieren. Zunächst fahren wir ein Stück auf der 45 bis Lövberga und biegen
dann ab auf eine Schotter-Waschbrettstraße, die etwa 20 km immer am Ufer des Flasjön
entlangführt bis zur 342. Auf halber Strecke machen wir einen kleinen Abstecher und besichtigen
ein altes wassergetriebenes Sägewerk.



Die 342 ist eine sehr verkehrsarme Asphaltstraße, die etwa 100 km bis nach Gäddede und weiter
über die Grenze nach Norwegen führt. Wir fahren auf ihr noch 10 km bis zu unserem heutigen
Nachtquartier, dem sehr schön direkt am Flasjön gelegenen "Naturcamping Gubshögen". Dieser
sehr geräumige ebene Platz lässt kaum Wünsche offen. Es gibt hier Stellplatzbuchten mit
Feuerstellen inklusive Brennholz, Badesteg, Trocken-Klo, eine Küche mit Wasser und einem Herd
mit Brennholz, überdachte Grillplätze, Schutzhütte und Picknickbänke - allerdings kein Strom.
Das Schönste aber ist der Preis: Es wird um eine kleine Spende für die Erhaltung und Pflege des
Platzes gebeten. Gegen Abend treffen dann nacheinander noch drei Womos ein: zwei Deutsche
und ein Schwede.



Sonntag
Der Wettergott meint es sehr gut mit uns und, nachdem wir unseren Obolus für die Übernachtung
in die Dose gesteckt haben, fahren wir bei herrlichem Wetter weiter nach Norden. Das Gelände
wird langsam hügeliger, überall blühen die Weidenröschen und vor uns sehen wir bewaldete Berge.
Wir durchqueren Gäddede auf der 342 in Richtung Norwegen und biegen kurz darauf auf eine
20 km lange einspurige Schotterstraße mit Ausweichbuchten ab, die uns zum Hällingsafallet,
einem 800 Meter langem Canyon mit 50 bis 60 Meter hohen Felswänden, bringen wird.
Schwedische Schotterstraßen sind in der Regel recht gut befahrbar. Nur wenn es regnet, oder
gerade geregnet hat, sehen die Fahrzeuge nach der Fahrt aus, als wenn sie an der Rallye
Paris - Dakar teilgenommen hätten. Nach nur wenigen Kilometern auf dieser Straße, finden wir
einen schönen Picknickplatz mit einem herrlichen Blick über den Hegeltörn.



Nach dem Mittagessen bewältigen wir den Rest der schmalen Schotterstraße in angemessenem
Tempo und stehen bald auf dem Waldparkplatz am Hällingsafallet. Am Parkplatz kann man das
Rauschen des Wasserfall schon hören. Nach kurzem Fußmarsch stehen wir am oberen Rand
des Canyon und sehen die Wassermassen, die sich aus 45 Metern Höhe in die Tiefe stürzen.
Auf gut gesicherten Wegen und Aussichtsplattformen können wir dieses Naturschauspiel bewundern.
Wir gehen noch ein gutes Stück den Weg, der durch den durch die hohe Luftfeuchtigkeit begünstigten
dichten Bewuchs von Moosen, Farnen und Flechten führt, am Canyon entlang, bevor wir dann auf
dem gleichen Weg wieder zum Parkplatz zurückkehren.





Abends ist es sehr einsam hier am Waldrand und wir denken daran, daß das hier das bärendichteste
Gebiet Schwedens ist. Auch Luchs, Wolf und Vielfraß sind hier zu Hause. Aber die Wahrscheinlichkeit
eines dieser Tiere zu Gesicht zu bekommen ist sicher noch geringer als ein Lottogewinn.
Wir haben jedenfalls gut geschlafen wie die Murmeltiere.

Montag
Gut ausgeruht und von keinem wilden Tier angeknabbert, fahren wir die 20 km Schotterstraße nach
Gäddede zurück. Gäddede ist der einzige größere Ort auf der 500 km langen Strecke, abgesehen
von ein paar Hütten und einzelnen Bauernhöfen. Ich tanke noch einmal voll, wir ergänzen unsere
Vorräte und dann verlassen wir die 342 und es geht wieder nordwärts auf einer gut ausgebauten
Straße Richtung Fjäll. Der Vildmarksvägen windet sich an mehreren großen Seen entlang und wir
genießen den schönen Ausblick auf die herrliche Berglandschaft vor uns. Hinter dem kleinen Ort
Stora Blasjön am gleichnamigen See finden wir einen Platz für die Kaffeepause mit einem schönen
Blick auf den See. In so einer Umgebung schmeckt der Kaffee besonders gut.



Ein Stückchen weiter machen wir wieder einen Abstecher nach Ankarede, einem kleinen Kirchdorf
der Samen, wo in den Jahren, als es noch keine Straßen und keine Autos gab, die Menschen, die
dem Gottesdienst beiwohnen wollten, in kleinen Hütten übernachteten. Diese Hütten, die um die
kleine Kirche errichtet wurden, sehen noch genau so aus wie vor hundert Jahren und werden im
Sommer an hohen kirchlichen Feiertagen immer noch bewohnt. Dann kommen die Samen für 2 - 3
Tage hier zusammen und tauschen sich über die Ereignisse der letzten Monate aus.



Wieder zurück auf dem Vildmarksvägen machen wir nach kurzer Fahrt unsere Mittagspause am
nächsten See, dem Ankarvattnet.



Gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. Die Straße steigt jetzt stetig an und die Landschaft
wird immer kahler. Ab hier ist die Straße über das Gebirge nur von Juni bis Mitte Oktober geöffnet.



Wir sind jetzt in Süd-Lappland und von Norwegen her grüßen die teilweise noch mit Schnee
bedeckten Gipfel des Borgafjälls herüber. In Stekenjokk haben wir den nördlichsten Punkt unserer
Tour erreicht. Wir steigen aus und lassen die beeindruckende Landschaft und die Stille auf uns
einwirken. Hier fühlt man sich ganz klein und unbedeutend.





Von Stekenjokk fahren wir weiter durch die langsam wieder üppiger werdende Vegetation. Über
Klimpfjäll geht es immer am Ufer des Kultsjön entlang bis zur Abzweigung nach Fatmomakke,
einem weiteren Kirchplatz der Samen. Hier werden wir auf dem Naturcamping-Platz unter Bäumen
direkt am Fluss übernachten. Dieser schön angelegte ebene SP hat großzügig bemessene
Stellflächen, die sicher auch einen etwas längeren Aufenthalt angenehm machen würden.
Toiletten, Wasserhahn und ein kleines Cafè mit reichhaltigem Souvenir-Angebot sind vorhanden.
Der Preis: 80 SEK mit Stromanschluss.
Nach dem Abendessen machen wir noch einen Rundgang durch das Kirchdorf. Über eine kleine
Brücke gelangt man dorthin. Im 18. Jahrhundert wurden hier die ersten Sami-Koten errichtet und
heute stehen etwa 100 Gebäude rund um die Kirche. Auch hier treffen sich die Samen noch einige
Male im Jahr und wohnen dann in diesen Hütten.







Dienstag
Wieder zurück auf der Wildnisstraße geht unsere Fahrt bei Traumwetter weiter über Saxnäs zu
Schwedens schönstem Wasserfall, dem "Trappstegsforsen". Er liegt direkt an der Straße. Auf
dem Parkplatz machen wir unsere Kaffeepause mit einem wunderbaren Panoramablick auf den
Wasserfall, der wie eine mehrere hundert Meter lange Treppe aussieht, über die das Wasser vom
Kultsjön brausend und weiß schäumend herabstürzt.





Auf unserem Weg nach Vilhelmina begleitet uns auch weiterhin der Kultsjön. Mal als als breiter
See, mal als Wildwasser-Fluss. Am Litsjöforsen, etliche Kilometer weiter, machen wir wieder Halt
und genießen noch einmal die traumhafte Kulisse, die uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben
wird.



In Vilhelmina müssen wir Abschied von der Wildnisstraße nehmen. Wir treffen hier wieder auf die 45,
folgen ihr bis Meselefors, um dann auf die 90 in Richtung Ostküste abzubiegen. Wir kommen auf der
gut ausgebauten Straße flott voran und in Hälla wechseln wir dann auf die 342. Ab hier geht es fast
nur noch durch Wald. In Örnsköldsvik erreichen wir die Ostküste und die E 4 und lassen uns von
unserem Navi über schmale Straßen zum Nationalpark Skuleskogen an der Höga Kusten (Hohe Küste)
leiten. Auf dem ebenen geschotterten Wanderparkplatz am Waldrand richten wir uns für die Nacht ein
und unternehmen noch eine kleine Wanderung, um uns die Beine zu vertreten. Es ist sehr einsam hier,
aber wir bleiben diesmal nicht allein. Als wir von unserem Ausflug zurückkehren, hat sich inzwischen
noch ein Womo aus der Schweiz eingefunden.

Mittwoch
Bei immer noch sehr schönem Wetter geht es zurück zur E 4. Kurz vor Härnösand machen wir
Halt auf dem Parkplatz an der "Höga Kustenbro", eine der längsten Hängebrücken weltweit. Sie
überspannt mit 1210 Metern Länge die Angermanälv-Mündung und ihre 180 Meter hohen Pylonen
sind weihin zu sehen.






Nach der Kaffeepause geht es auf der E4 weiter über Sundsvall - Hudiksvall und Söderhamn bis
Gävle. Hier verlassen wir die E 4 und fahren auf endlich wieder vekehrsarmer Straße nach
Hedesunda zum Hedesundafjärden. Auf unserer Straßenkarte ist da ein Badestellen-Symbol
eingezeichnet. Dieser Badeplatz erweist sich als ein sehr schöner, idyllischer Übernachtungsplatz
unter Kiefern direkt am Wasser. Nach der etwas hektischen E 4 genießen wir hier die
Abendstimmung am See.





Donnerstag
Um 9 Uhr sind wir schon wieder bei leicht bewölktem Himmel und 19° "on the Road". Wir schlängeln
uns durch zur 67 und auf ihr bis Heby. Dann auf der 70 bis Enköping, wechseln auf die 55 nach
Strängnäs - Katrineholm bis Norrköping und fädeln uns wieder auf die E 4 ein. Hier erwartet uns eine
gewaltige Gewitterfront, die uns mit riesigen Wassermassen fast von der Fahrbahn spült. Doch etwa
50 km weiter kommt sie Sonne langsam wieder zum Vorschein. Bevor die E 4 den Vättern erreicht,
biegen wir ab und fahren in das Naturschutzgebiet am Takern.
Hier waren wir auf einer früheren Tour schon einmal und man kann auf dem abgelegenen ruhigen
Parkplatz prima übernachten. Vor dem Abendessen gehen wir noch auf dem Bohlen-Rundweg durch
das Schilf und beobachten die hier rastenden Wasservögel. Im Schilf werden wir umschwärmt von
vielen roten Libellen.



Vom großen überdachten Beobachtungsturm hat man einen guten Blick über den See. Auf einer
langgestreckten Insel, etwa 200 Meter vom Ufer enferrnt, beobachten wir eine große Anzahl von
Grau- und Kanadagänsen, die aufihrem Flug in das Winterquartier hier am Takern Rast machen.
Auf einer Tafel ist die von Vogelschützern ermittelte Anzahl von Vögeln vom Vortag mit 9800
Gänsen und 1700 Kranichen angegeben.

Freitag
Gegen 9 Uhr brechen wir auf. Wir fahren zurück auf die E 4 und auf ihr am Vättern entlang, mit
schönem Blick auf den See. Wir bleiben auf der E 4 bis Markaryd und wechseln dann auf die 108,
der wir gut 100 km folgen. Unser letztes Ziel in Schweden ist wieder das Schloss Torup. Hier
haben wir schon einige Male übernachtet und so stehen wir auch heute wieder auf unserem
Stammplatz unter den großen Eichen und Kastanien am kleinen Seerosenteich. Nach unserer
Rückkehr von einer längeren Wanderung durch den angrenzenden Wald und nach dem
Abendessen haben wir dann das große Gelände ganz für uns allein.



Sonnabend
Die letzte Etappe ist dann nicht mehr sehr spektakulär. Die E 20 führt uns an Malmö vorbei über
die Brücke nach Dänemark. An der Fähre nach Puttgarden herscht Hochbetrieb durch
Rückreiseverkehr, aber es sind heute fast keine LKW's unterwegs und wir wundern uns, welche
Mengen an PKW's und Womo's auf der Fähre untergebracht werden können. Wir erwischen
jedenfalls auch noch einen Platz auf dieser Fähre und treffen dann am frühen Nachmittag bei
Regen wieder in Lübeck ein. Da hat uns das Wetter im Norden Schwedens aber besser gefallen,
aber man kann eben nicht alles haben!


Fazit unserer Reise:
Für Naturliebhaber und für Womo-Besatzungen, die gern frei stehen und auf komfortable Stell- und
Campingplätze verzichten können, ist diese Region Schwedens unbedingt zu empfehlen! Menschen,
die "Äktschen" brauchen, oder die etwas ängstlichen Gemüter, die auf einem sehr einsamen SP im
Wald oder an einem See schlecht schlafen können, sollten vielleicht lieber Süd- oder Mittelschweden
bevorzugen. Obwohl hier die Übernachtung auf einem belebten Platz - womöglich noch direkt an einer
Schnellstraße - bestimmt riskanter sein kann als in der Einsamkeit Nord-Schwedens!

Für uns war es jedenfalls wieder eine sehr schöne Schweden-Tour mit unvergesslichen Bildern und
Eindrücken, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden. Wir wissen auch schon, wo wir im
nächsten Jahr, wenn es unsere Gesundheit erlaubt, hinfahren werden............... :D

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maximilian am 04 Sep 2006 20:36:08

Hallo,

toller und ausführlicher Bericht. Da kommt die Schönheit des Nordens richtig über und man kriegt Fernweh.

Hattet Ihr keine Probleme mit Mücken ?

Tipsel am 04 Sep 2006 21:52:18

Schöner Reisebericht und tolle Bilder. Haste den Link schon an Dirk gemeldet ?

:daumen2:

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Formiga am 04 Sep 2006 21:57:42

Hallo Max,
wir waren angenehm überrascht, wie verhälnismäßig wenig Mücken
es dort oben gab. Wir hatten extra viel Autan mitgenommen, weil wir
auch damit rechneten "umschwärmt" zu werden.
Jedenfalls blieben wir ungestochen.

[Admin] am 04 Sep 2006 22:30:57

ein wirklich schöner Bericht aus einer wunderschönen Gegend! Das Bild mit dem Wasserfall ist auch "wettbewerbsverdächtig" :wink:

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