Hallo,
nachdem ich mich bei der Vorbereitung meiner 4 Wochen Reise im Sommer 2020 durch Lettland, Litauen und Estland auf Tipps und Hinweise hier aus dem Forum stützen konnte, möchte ich meine Erfahrungen von dieser Reise hier in Kurzform wiedergeben, damit diese vielleicht manchen von Euch bei seiner Planung für die nächsten Sommer helfen können.
AN- ABREISE
Da wir in Norddeutschland wohnen haben wir für die Hinfahrt DFDS Kiel - Klaipeda und für die Rückfahrt Stena Line Liepaja - Travemünde gebucht. In Liepaja bestand aufgrund der frühen Abfahrt morgens die Möglichkeit, am Stena Line Terminal zu übernachten inkl. Zugang zu den Terminal WC. Beide Fähren waren pünktlich und was Sauberkeit und Verpflegung angeht auch in Ordnung. Es ist sinnvoll die Fähren rechtzeitig zu buchen, da die vorhandenen Kabinen begrenzt sind und die Schiffe in der Regel gut gebucht sind.
Wer im Westen oder Süden Deutschlands wohnt muss natürlich abwägen, ob eine Anreise über Land für ihn vielleicht sinnvoller ist.
ÜBERNACHTEN
Mit dem übernachten an menschenleeren Stränden ist das nicht so einfach, wie wir ursprünglich gedacht hatten. Ja, die Länder sind dünn besiedelt, aber gerade in Lettland, was sehr schöne und nicht überfüllte Strände hat, war es nicht leicht Plätze für die Nacht in Strandnähe zu finden. Gerade um Kap Kolka werden die Zufahrten zu den Strandabschnitten begrenzt und ein freies Stehen schwierig. Außerdem sind die Zufahrten meist nur Sandwege und ob man am Ende des Weges auch Platz hat zum umdrehen - wer weiss.
Wir haben in der Regel auf Campingplätzen oder beim Hafenmeister/Bootshäfen gestanden und hier gute Erfahrungen gemacht. Bei allen u.a. Stellplätzen waren die Sanitäranlagen aus unserer Sicht in Ordnung und ausrechend vorhanden.
Litauen
Kaunas Campinn - CP am Fluß, teilw. schattige Plätze, gute Busverbindung in die Innenstadt, Verkehr ist zu hören.
Vilnius City Camping - Stellplatz wurde verlegt, großer Parkplatz ohne Schatten, sieht nicht einladend aus, ist aber sauber und das Personal hilfreich.
Klaipeda Juros kempingas - nördl. Stadtrand, schattige Plätze, 400m Fußweg zum Strand, 200m Bushaltestelle - gute Verbindung nach Klaipeda und zur kurischen Nehrung
Sunny nights camping (Berg der Kreuze) - kleiner gemütlicher Platz, nettes Team vor Ort, bisschen Hippyflair,
Lettland
Cesis Apalkalns Camping - gepflegter CP an einem See im Gauja National Park,
Meza salas Limbazu - 5 km Holperstrecke - der Platz entschädigt aber. Kurz vor der Grenze zu Estland, wem die Plätze am Wasser zu voll sind, ist hier gut aufgehoben.
Ventspils Piejuras kempings - recht belebt, Fußweg zur Innenstadt und Einkaufsmöglichkeiten, ebenso über die nahen Dünen zum Strand - und der ist nicht übervoll.
Riga City camping - bewachter Platz, nettes Team,
Estland
Insel Hiiumaa - Yachthafen Kärla - Stellplatz beim Hafenmeister anmelden, toller Aussicht, ruhiger Ort, günstig + sauber
Tartu - Yachthafen, im Bistro anmelden, ruhig gelegen,
Mereoja Camping Lääne-Virumaa - neue Anlage, ruhig + verkehrsgünstig gelegen um den Nordosten Estlands zu erkunden,
Insel Muhu - CP am Bootshafen, urig + ruhig, alternative Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden z.B. umgebauter Bauwagen, Fischerboot usw.
Tallinn - Vanamöisa Caravan Park Saue - Stadtrand von Tallinn, grosse Stellplätze, 20 Min Fußweg zur S-Bahn in die City, Züge alle 30 Min.
SEHENSWÜRDIGKEITEN
Da hat jeder seinen eigenen Geschmack und es gibt ja ausreichend gute Reiseführer. Für uns waren die Highlights in Litauen der Berg der Kreuze, Trakai und die kurische Nehrung mit dem Th. Mann Haus, in Lettland Schloss Rundäle, Riga mit Innenstadt und Freilichtmuseum, Gedenkstätte Salapils, Natur um Kap Kolka und in Estland die Insel Hiiumaa, die Städte Pärnu, Tartu und Tallinn. Außerdem der russische Teil Estlands mit Peipsi See, die Burgen in Narva und das Bergbaumuseum Kohtla.
TIPPS
In den Städten war es oft billiger wenn wir uns ein Taxi bestellt haben, als wenn wir den Stadtbus genommen hätten. Gerade wenn man nicht alleine reist. Haben beides probiert.
Die Hinweisschilder sind überall in den Landessprachen, was das auffinden oft nicht einfacher macht. Außerdem wird oft kein Englisch verstanden. Geht aber mit Zeichensprache trotzdem.
Die Straßen sind in unterschiedlichem Zustand. Vor Brücken, Überführungen, Bahnübergängen unbedingt abbremsen, da Ihr ansonsten abhebt. Da sind oft 50 km/h noch zu viel.
Wir haben die zahlreichen Märkte und Verkaufsstände an den Straßenrändern genutzt. So viele Pfifferlinge habe ich noch nie in einem Sommer gegessen.
Wer noch Fragen hat, darf sich gern melden.
Ich wünsche Euch eine spannende Reisevorbereitung für 2021 und dann viele neue Eindrücke in den baltischen Ländern!
Jürgen

