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Eine Art von Pisten Reifenreparatur


rolandderaeltere am 10 Apr 2021 00:37:38



Schwarz- nicht immer rund.

Hallo,

nachdem wir seit 1971 mit unseren Bullis so manches Mal Probleme damit hatten, aber auch viele Lösungen sehen durften, hier mein Senf zum Thema Reifenpanne, Selbstreparaturen daran und so:


Selbst ein Reifenproblem lösen:
Zuhause geht 222222 per Handy zu wählen, in gelb kommt der ADAC um es zu lösen...
Unterwegs für viele andere die, warum auch immer, „selbsttätig“ werden wollen mit Schwerpunkt Langzeitreisende:

Die allermeisten „Platten“ entstehen durch Nägel oder ähnliche einfach in die Lauffläche eingefahrene Fremdkörper.
Für deren Reparatur an unseren schlauchlosen Reifen gibt es eine Unmenge Reparatursets. Damit heißt es den Fremdkörper (auch ohne Raddemontage) herausziehen, mit dessen Raspel das Loch reinigen um die mit hochwirksamen Klebstoff versehene Kordel per Spezialahle einzuführen. Die wird bündig abgeschnitten und das Rad per 12 Volt Kompressor oder Luftpumpe wieder aufgepumpt.

Es gibt aber auch haarigere Reifenprobleme:
Z. B. größere Löcher, die bösesten an den Reifenflanken.
Für deren Reparaturen haben wir auf Langreisen immer einen Schlauch, Schlauch und – Karkassenflicken nebst Reifenmontierpaste, Montierhebel, Bremsenreiniger, Kompressor und unseren großen Stolz, einen selbst entwickelten Reifenabdrücker dabei.

Für solche Reparaturen muss der Reifen von der Felge gelöst werden um an „sein Inneres“ heran zu kommen.
Für diesen Akt haben Profis weltweit Hilfswerkzeuge, die den mit viel Kraft an der meist richtigen Stelle erledigen.
So einfach nur mit Montierhebel von der Felge lösen ist nicht!


Reisefahrzeuge rollen überwiegend auf 2 unterschiedlichen Räderarten:

1. Viele, meist recht große, Fahrzeuge mit „Sprengringfelgen“.

--> Link

Ein vielfach informatives Video dazu!

Die haben schon einmal konstruktiv die geringeren Probleme, auf die ich hier nicht weiter eingehen will.

2. Die allermeisten wie auch unsere, die ich hier beschreibe, mit „Tiefbettfelgen“.



Das „Tiefbett“ ist dieser gelb markierte engste Durchmesser der Felge, lila die beiden Felgenränder „Hörner“, und grün jeweils ein „Hump“.

Weltweit warten auf 90 % aller unserer Reisewege überaus fähige Reparateure darauf unsere Pannen zu beheben. In exotischen Ländern oft für „kleinstes Geld“.
Für die restlichen Reisewege braucht es

1. Eine Möglichkeit selbst den Reifen von dieser Tiefbettfelge zu lösen, um darin vielleicht einen vorhandenen Schlauch, einen Flicken von innen an der Lauffläche, oder (bei gravierenden Schäden an der Reifeninnenseitenwand) zusätzlich sogar (evtl. auch zusätzlich) einen „Karkassenflicken“ zu montieren. Oder gar beides.
Danach:

2. Eine Möglichkeit den Reifen dann wieder, bereit zum aufpumpen, auf diese Felge zu bekommen.


Die beiden innersten Ränder des Reifens, die „Wülste“ sind das zäheste und steifste des ganzen Reifens. Darin befindet sich ein starker Stahldrahtkern. Die kann man nicht einfach so, ob mit einer Maschine oder den meist bekannten Montierhebeln schadenfrei über den Rand der Felge hebeln. Niee!

Um einen Teil des einen Wulstes über das Felgenhorn, den eigentlichen Felgenrand, zu bekommen, und dann mit Montierhebeln den Rest darüber hebeln zu können, muss dessen gegenüberliegender Teil in den geringsten Durchmesser der Felge, das Tiefbett, gedrückt werden.

Um einen Reifen das abspringen von der Felge bei Luftdruckverlust zu erschweren, haben die Konstrukteure noch den „Hump“ in die Felge integriert. Das sind ein oder zwei zusätzliche Verdickungen der Felge zwischen den Felgenhörnern und dem Tiefbett.

Oft viele Jahre, ohne jegliche Demontage auf dieser Felge ruhend, haben sich Reifen und Felge auch miteinander „festgebacken“.
Alles Erschwernisse.



Eine sehr abenteuerliche „letzte“ Möglichkeit, die diesen Zweck schon erfüllt, ist wie hier, einfach mit einem Rad über diesen Reifen zu fahren.
Haben wir früher öfters beobachtet, hörten bei dieser brutalen Methode aber auch wie Drähte in der Reifenkonstruktion rissen.
Ist also nur im äußersten Notfall brauchbar.

Im Outdoorequipment vieler „Offroader“ ist der Hi- oder Quäljack, als „vorletzte“ Möglichkeit gerne ein Mädchen für alles.
Neben seiner enormen Ballasteigenschaft für´s Auto, die er ja auch mit einem 2. kompletten Reserverad gemeinsam hat, denke ich dazu hauptsächlich „viele Wege führen nach Rom“...
In diesem Fall geht das dann so:

--> Link

Den Vulkaniseuren am asiatischen Straßenrand abgeschaut, hatten wir bald diesen Eigenbau, der

1. Genau auf unsere Felgengröße abgestimmt,
2. klein und leicht ist und
3. schonendst für den Reifen seine Arbeit macht:





Unser damit modifizierter original VW T3 Wagenheber

https://youtu.be/QmLA_3wy2mM

drückt einen Wulst nach dem anderen in das Felgentiefbett, wie es schonender wohl kaum geht...

Mit seinem Prototypen drückte das Gewicht des Wagens den (hier an einer Radschraube) befestigten Abdrücker beim ablassen ebenso mit dem Reifenwulst in das Tiefbett. Dies können natürlich auch manch andere kräftige Befestigungspunkte sein, die man dann zum abdrücken mit dem Fahrzeuggewicht her nehmen kann.
In dieser Art könnte eine Lösung bei Fahrzeugen aussehen, die konstruktiv ganz andere Wagenheber haben wie der unseres (hier) VW T2:



Den ab hier notwendigen Rest sollte man sich vielleicht einmal „in Natura“ bei einem nicht elektrifizierten Reifendienst in der „3. Welt“ abschauen.
Mit zunehmender Übung geht’s immer leichter...



Danach die Lochreparatur (fast ähnlich wie am Fahrrad)... , mit Montiereisen die Reifen wieder zwischen die Felgenhörner und:

Mit normal kräftigen Kompressoren ausgerüstete Werkstätten füllen nun schnell viel Luft in den schlauchlosen Reifen und erreichen so, dass die Wülste das Reifeninnere gegen die Felgenhörner prallen und dort abdichten.

Bei einem Schlauchreifen geht das unterwegs langsamer, aber auch einfach mit Luftpumpe oder 12 Volt Kompressor.
Kurz vor dem glücklichen Ende, mit dem sich ja langsam aufpumpenden Schlauch, gibt es noch einmal einen spannenden Augenblick:
Irgendwann ist schon ein gewaltiger Druck im Reifen, bevor der Wulst mit einem Knall plötzlich über den 2. Felgenhump springt.
Am Straßenrand hatten wir dabei einmal etliche neugierige und „hilfsbereite“ kleine Jungs als Beobachter. Da musste ich einmal schon recht energisch werden um deren Finger aus dem verbleibenden Spalt zwischen Wulst und Felgenhorn weg zu komplimentieren, mit denen sie mir den „nochnichtgenugDruck“ zeigen wollten!

Werkstatt- und schlauchlos greifen schon lange manche unterwegs zum Bremsenreinigerspray als Hilfsmittel um das Rad bis zum eigentlichen Aufpumpen fertig zu machen. Selbsterklärend:

--> Link

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So, bis hierher habe ich alles geschrieben, was ich zu diesem Thema los werden wollte.
Reicht aber nicht so einfach.

Reifenreparaturen sind gefährlich!
Zu Risiken und Nebenschäden fragt Ihr am besten Euren TÜV´ler oder Automobilclub. Vorher!


Ich will mich schon jetzt freuen, über Eure zusätzlichen Tipps und Berichtigungen zum Thema.
Nur her damit.
Kann alles nur allen helfen.

Ja, noch lieber würde ich über 2020er und folgende Reisen mit meiner heiligen Kuh berichten.
Scheiß Corona!

Gute Reisen wünscht Euch aber allen aus Niederbayern, px (pleipt xunt)
Rolandderältere

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