Letztlich scheiterte der Einbau an mehreren Problemen, so dass die Drehkonsole nach einer Viertelstunde wieder ausgebaut werden musste.
Das Fahrzeug ist ein FORD Transit, aktuelle Generation, Erstzulassung 10/2020 mit dem Sitzpaket 12. Bei diesem Sitzpaket ist der Beifahrersitz ein Einzelsitz, nach vorne und hinten verschiebbar; die Lehne ist neigbar. Einen Airbag, eine Airbag-Kontaktmatte oder Sitzheizung hat das Fahrzeug nicht, so dass der Beifahrersitz mit keinem Kabel verbunden ist.
Die Drehkonsole ist das Modell CBTO 19 D2C von Scopema und soll laut Hersteller-Webseite und Verkäufer für einen Transit ab 2013 passen. Eine Einschränkung auf eine Fahrzeugausführung oder Ausstattung nennt der Hersteller nicht.
Der Einbau ist schnell erledigt: Ich habe den Gurt ganz herausgezogen und mit einer Federzange fixiert. Auf der Rückseite musste die Stoffabdeckung des Sitzkastens gelöst werden (siehe Fahrzeug-Bedienungsanleitung). Nach dem Lösen von nur vier Schrauben konnte ich den Sitz hochheben und zur Seite stellen – über den Sicherheitsgurt war er noch mit dem Fahrzeug verbunden.
Jetzt nur noch die Drehkonsole - etwas schräg gedreht - auflegen, die mitgelieferten (länger als die originalen) Schrauben lose eindrehen, den Sitz drauf stellen und mit den ebenfalls mitgelieferten Schrauben befestigen. Zu guter Letzt alle Schrauben festziehen. Leider war kein Drehmoment angegeben. Ich habe mich für 8 NM entschieden, da auf den Schrauben die Festigkeitsklasse 8.8 angegeben war.
Fertig!
Doch meine Freude währte nur kurz. Der Versuch, den Sitz zu drehen scheiterte. Ich ging also auf Fehlersuche und fand gleich mehrere:
Die obere Platte der Drehkonsole ist kürzer als die darauf zu montierenden Sitzschienen. Diese stehen deshalb an allen vier Ecken über und bilden eine Verletzungsgefahr für die Person, die den Sitz dreht. Die hervorstehenden, teils scharfkantigen Schienen verlaufen dicht vor dem Schienbein dieser Person.

Der Sitz hat auf der Rückseite einen Stoffstreifen, der am Sitzblock befestigt ist. Der Sitz lässt sich dadurch nicht drehen. Die Anleitung geht nicht darauf ein, wie mit dem Stoff bei der Montage umzugehen ist.

Da die Grundplatte der Drehkonsole kleiner als der Sitzblock ist, ist dieser ohne den Stoff oben offen. Das ist eine optische Beeinträchtigung, denn im Sitzblock sind serienmäßig Warndreieck, Wagenheber usw. untergebracht. Das sieht einfach nicht hübsch aus.

Laut Hersteller der Sitzkonsole muss die Seitenverkleidung des Sitzes (wie im vorliegenden Fall eines nicht höhenverstellbaren Sitzes) an ihrer Unterseite gekürzt werden. Dieses Kürzen ist nicht möglich, da dort Metallbügel sind, die die Verkleidung halten. Ob die Metallbügel auch zu entfernen sind und die Stabilität des Sitzes dadurch nicht gefährdet wird, geht aus der Anleitung nicht hervor. Dieser Bügel stößt beim Drehen jedoch an den unteren, feststehenden Teil der Konsole und verhindert, dass sich der Sitz drehen lässt.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass sich auf der Drehkonsole weder eine CE noch eine E4-Kennzeichnung befindet. Ob sie damit eine Einzelabnahme nach §19 StVZO benötigt, musste ich gottseidank nicht mehr klären.
Die Probleme habe ich dem Verkäufer geschildert, welcher die Konsole anstandslos zurücknahm.
Viele Grüße
Carsten

