BikeAir am 05 Dez 2022 19:20:07 Mal ein Frage an die Wassergelehrten. Für ein lange geplante Reise haben wir unser WoMo ziemlich autark gestaltet. Trenntoilette, Solar, LiFe Akku und für Frischwasser (Trinkwasser) ein 3-stufiges Wasserfiltersystem. Alleine für das Grauwasser, haben wir noch keine Lösung, sofern der Tank voll und eine Dumstaion nicht in der Nähe ist. Das Grauwasser einfach so irgendwo abzulassen, widerstrebt mir ganz arg, deshalb mal die Frage an die Wasserexperten: Gibt es irgendein handhabbares Filtersystem, mit dem man das Grauwasser zumindestens so reinigen könnte, damit man es irgendwo ablassen könnte? Oder gibt es da gar keine Möglichkeiten? Mein Trinkwasser aus Flüssen/Bächen/ Seen kriege ich ja auch pikobello sauber.
Danke für einen Tipp
Grüße
DigiMik am 05 Dez 2022 20:37:40 Moin,
ich wüßte nicht, wie man die Seifen mit ihren Tensiden und sonstigen Inhaltsstoffen mit vernünftigen Aufwand aus dem Grauwasser bekommen soll. Ich glaube, da muss man schon ziemlich Aufwand betreiben und mir ist auch kein System bekannt. In Ländern ohne Entsorgung hilft eigentlich nur, auf Shampoo und Spülmittel weitgehend zu verzichten und auf natürliche oder abbaubare Stoffe zu greifen und nur in kleinen Dosen in die Natur abzugeben. Ansonsten ist in dem Grauwasser ja nichts Schlimmes enthalten. Würde mich aber auch interessieren, ob es so etwas gibt.
LG vom Mikesch
BikeAir am 05 Dez 2022 21:06:53 DigiMik hat geschrieben:Moin,
ich wüßte nicht, wie man die Seifen mit ihren Tensiden und sonstigen Inhaltsstoffen mit vernünftigen Aufwand aus dem Grauwasser bekommen soll. Ich glaube, da muss man schon ziemlich Aufwand betreiben und mir ist auch kein System bekannt.
Ich habe mir jetzt einiges angesehen - 3 Stufig Kies- Sand - Kohle Das ist nichts für´s Wohnmobil DigiMik hat geschrieben:In Ländern ohne Entsorgung hilft eigentlich nur, auf Shampoo und Spülmittel weitgehend zu verzichten und auf natürliche oder abbaubare Stoffe zu greifen und nur in kleinen Dosen in die Natur abzugeben.
Vielleicht wäre das die Lösung - ich mache mich mal auf die Suche - Ist ja auch nur für Notfälle gedacht, aber wenn es eine grundsätzlich verträglichere Lösung gäbe, hätte das natürlich was. Grüße
Irmie am 05 Dez 2022 23:49:50 Hallo, für diese Zwecke muss das Abwasser in 3 Stufen gereinigt werden. 1. mechanische Reinigung 2. biologische Reinigung 3. gezielte Entfernung der Stickstoffe und Phosphate durch Bakterien So ein Klärwerk, als mobile Anlage kann man nicht kaufen! Da muss man schon ein Drei - Kammer - Klärwerk in Miniformat nachbauen. Also hilft nur ein großer Tank, um bei Gelegenheit den Inhalt umweltgerecht zu entsorgen. Dazu wäre es vermutlich sinnvoll, zuerst den Schwarzwassertank zu entleeren und dann durch dessen Tank das Grauwasser zu leiten. Damit hat man Leerung und Reinigung in einem Zuge, ohne Frischwasser nutzen zu müssen.
DigiMik am 05 Dez 2022 23:59:58 Irmie hat geschrieben:Dazu wäre es vermutlich sinnvoll, zuerst den Schwarzwassertank zu entleeren und dann durch dessen Tank das Grauwasser zu leiten. Damit hat man Leerung und Reinigung in einem Zuge, ohne Frischwasser nutzen zu müssen.
Hier ist kein Schwarzwassertank, die Rede ist vom Grauwasser! LG vom Mikesch
kamann am 06 Dez 2022 00:23:15 Hallo: Oder wie zu meiner frühsten Jugendzeit, bevor es bei und Kanalisation gab: erst 2 Kammerkläranlage die dann zu 3 Kammerkläranlage umgebaut werden mußte. Danach wurde dieser Überlauf zu Versickerung gebracht!!! PS: und im unserem Gemüsegarten Vorderpfalz ist das heute noch so, und alle die über die A61 gen Süden fahren könen das sehen, wenn sie denn wollen..... So long KH
mv4 am 06 Dez 2022 05:39:32 Wenn man biologische Produkte zur Reinigung von Körper und Geschirr und Kleidung nutzt, dann muss man da auch nix reinigen...das macht die Natur selbst. Das hat Jahrhunderte funktioniert...
Gast am 06 Dez 2022 08:08:44 Es gibt kleine Mini-Kläranlagen, die sogar Schwarzwasser wieder zu Trinkwasser machen. Vor Kurzem war im Forum der großen Womos mal ein Beitrag drin: Mini-Kläranlage mit Namen Enteron Cube. Diese Mini-Kläranlagen sind zuerst mal für Boote gedacht gewesen, finden sich aber auch in Womos wieder.
Gruß Axel
Tinduck am 06 Dez 2022 09:59:53 Es gab da vor ein paar Jahren mal einen Versuch von einer Firma, und dieses Jahr auf der Caravan war auch wieder ein Stand von einer neuen Firma. Die Konzepte solcher Kleinkläranlagen kranken an zwei Dingen: - Energiebedarf - es muss ständig gepumpt und umgewälzt werden - Volumendurchsatz - durch das kleinen Volumen der Kläranlage können die Dinger das Wasser nicht so schnell reinigen, wie Schmutzwasser nachkommt. Dazu kommt die Geräuschkulisse, weiss nicht, ob ich nachts Pumpengeräusche und Geglucker haben muss. Punkt 2 ist natürlich von der Nutzung abhängig - könnte für eine Person vielleicht knapp funktionieren, bei fünfen im Womo eher nicht. Zum Thema Naturprodukte - wenn damit wirklich Efeusaft o. Ä. gemeint ist, stimmt das. Aber die üblichen 'Biologisch abbaubaren' käuflichen Pflegeprodukte sind zwar biologisch abbaubar (Frage: in welcher Zeit?), akut in die Umwelt gegeben aber genauso toxisch wie normale Seife. Sonst hätten sie ja auch keine Reinigungswirkung. Eigentlich bleibt da nur, den Verbrauch an Tensid-haltigen Produkten so weit wie möglich einzuschränken, damit man das Wasser auf irgendeiner Wiese ablassen kann. Aber wirklich nur, wenn es gar nicht anders geht! Auf Fernreise ist das wohl oft so. bis denn, Uwe
BikeAir am 06 Dez 2022 11:00:21 Tinduck hat geschrieben:Zum Thema Naturprodukte - wenn damit wirklich Efeusaft o. Ä. gemeint ist, stimmt das. Aber die üblichen 'Biologisch abbaubaren' käuflichen Pflegeprodukte sind zwar biologisch abbaubar (Frage: in welcher Zeit?), akut in die Umwelt gegeben aber genauso toxisch wie normale Seife. Sonst hätten sie ja auch keine Reinigungswirkung.
Ich werde mich mal hier bei uns vom BUND beraten lassen. Wir haben uns gestern eh dazu entschieden diesbezüglich komplett auf biologisch abbaubare Produkte umzusteigen. Wir gehen mal auf die Suche Tinduck hat geschrieben:Eigentlich bleibt da nur, den Verbrauch an Tensid-haltigen Produkten so weit wie möglich einzuschränken, damit man das Wasser auf irgendeiner Wiese ablassen kann. Aber wirklich nur, wenn es gar nicht anders geht! Auf Fernreise ist das wohl oft so.
Wir möchten das eigentlich komplett vermeiden, aber man weiß ja nie. Ist schon witzig, am Anfang war Strom, WC und Frischwasser die begrenzende Ressource, auf einmal ist es evtl das Grauwasser. Grüße
DigiMik am 06 Dez 2022 11:36:13 BikeAir hat geschrieben:Ist schon witzig, am Anfang war Strom, WC und Frischwasser die begrenzende Ressource, auf einmal ist es evtl das Grauwasser.
Wenn du dich im Baltikum, Polen, Rumanien etc. bewegst, wirst du dein Grauwasser kaum bis gar nicht los. Selbst dort, wo eine Entsorgung angeboten wird, geht das letztendlich in die Natur. Jetzt in Griechenland gibt es null Entsorgung. Keine SP und CP haben zu. Selbst auf den CP möchte ich nicht wissen, wo das letztendlich hin geht. Da bleibt nur die Vermeidung von Chemie und das Grauwasser laufend in kleinen Mengen an unschädlichen Stellen abzugeben. Nett, dass du das Thema einmal ansprichst, in der Regel wird das totgeschwiegen, denn eigentlich ist die Entsorgungsinfrastruktur wie im mittleren Teil Europas eher selten anzutreffen, Nordamerika mal eingerechnet. LG vom Mikesch
Elgeba am 06 Dez 2022 17:54:43 Es gibt aber eine andere und noch dazu sehr einfache Methode.Cassette entleeren,dann mit Grauwasser füllen und ebenfalls dort entleeren,wo auch die Fäkalien entleert wurden,der Vorgang muss,falls erforderlich,wiederholt werden.
Gruß Bernd
Pechvogel am 06 Dez 2022 18:30:58 Elgeba hat geschrieben:Es gibt aber eine andere und noch dazu sehr einfache Methode.Cassette entleeren,dann mit Grauwasser füllen und ebenfalls dort entleeren,wo auch die Fäkalien entleert wurden,der Vorgang muss,falls erforderlich,wiederholt werden.
Gruß Bernd
Auch bei einer Trenntoilette?!? :eek: BikeAir hat geschrieben:…haben wir unser WoMo ziemlich autark gestaltet. Trenntoilette, Solar,…
Grüße Dirk
BenNemsa am 06 Dez 2022 20:00:11 Auf den Reisen durch die Sahara, wo wir erst nach einigen Tagen wieder eine Oase fanden, nutzten wir das Trinkwasser auch zum Kochen und Zähneputzen. Die Körperhygiene erledigten wir mit Feuchttüchern, die nach dem Grillen verbrannt wurden. Eine Lösung?
Peter
BikeAir am 06 Dez 2022 20:11:17 Elgeba hat geschrieben:Es gibt aber eine andere und noch dazu sehr einfache Methode.Cassette entleeren,dann mit Grauwasser füllen und ebenfalls dort entleeren,wo auch die Fäkalien entleert wurden,der Vorgang muss,falls erforderlich,wiederholt werden. Gruß Bernd
Pechvogel hat geschrieben:Auch bei einer Trenntoilette?!? :eek: Grüße Dirk
BikeAir hat geschrieben:…haben wir unser WoMo ziemlich autark gestaltet. Trenntoilette, Solar,…
Gut aufgepasst Dirk. :)
Elgeba am 07 Dez 2022 18:35:09 Bei einer Trenntoilette muss der Urin getrennt entsorgt werden,wo der entsorgt wird,sollte man auch das Grauwasser entsorgen können.
Gruß Bernd
Tinduck am 08 Dez 2022 10:17:33 Elgeba hat geschrieben:Bei einer Trenntoilette muss der Urin getrennt entsorgt werden,wo der entsorgt wird,sollte man auch das Grauwasser entsorgen können.
Gruß Bernd
Das ist mir völlig neu, dass Urin auch Tenside erhält, die in der Natur ewig nicht abgebaut werden und toxisch für Mikrolebewesen sind... also ist zumindest das 'hinter den Busch kippen' von Abwasser, wie es für den Urinbehälter manchmal propagiert wird, nicht unproblematisch. Wenn in den Abwassertank natürlich nur Wasser und ein bisschen Schmutz kommen, dann mag das OK sein. Keine Seife, kein Geschirrspülmittel, kein Duschgel, keine Zahnpasta... dann ist allerdings die Frage, was da noch reinläuft?? Nur klares Wasser vom Obst und Gemüse abwaschen? :) Aber wie gesagt, auf Fernreise in Ländern / Gegenden, wo es keine Kanalisation gibt, eher sekundär, weil die Bevölkerung dort notgedrungen alles in die Natur güllt, bestenfalls in eine Sickergrube. When in Rome, do as the romans do. bis denn, Uwe
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