Ich habe kürzlich einen Beitrag gesehen, der über die technologische Entwicklung von LiFePO4-Batterien handelte, aber ich weiß nicht mehr wo. Die LiFePO4-Batterien sind erst in den Achtziger Jahren erfunden worden. Die Li-Ionenbatterien auf Basis von Nickel und Kobalt sind schon in den Siebziger Jahren erfunden worden.
Die ersten LiFePO4-Batterien hatten ein Speichervermögen von ca. 80 Wh pro kg. Dieses Speichervermögen pro kg Gewicht hat sich in mehreren "Generationen" schrittweise erhöht. Die modernsten LiFePO4-Batterien liegen jetzt bei ca. 210 Wh pro kg Gewicht. Das zeigt, dass die Löwenbatterien technologisch gesehen einige Generationen zurück liegen. Bis Ende 2023 soll es im Handel erste Batterien der nächsten Generation geben, bei der 220 Wh pro kg Gewicht möglich sind.
Neu für mich war, dass weltweit mittlerweile rund 30 % der E-Autos mit steigender Tendenz nicht mit herkömmlichen Li-Ionenbatterien mit viel Nickel und Kobalt ausgerüstet sind, sondern mit LiFePO4-Batterien, darunter angeblich auch die Teslas für den chinesischen Markt.
Gründe:
- Der Rückstand in Bezug auf die Kapazität pro kg zu den Li-Ionenbatterien auf Basis Ni und Co hat sich stark verringert.
- Die LiFePO4-Batterien neigen ungleich seltener zur spontanen Selbstentzündung. Die recht häufigen Brände herkömmlicher E-Autos sind sehr schlecht für das Image dieser Fahrzeugklasse.
- In herkömmlichen Li-Ionenbatterien sind mehrere kg Cobalt und etwa 15 kg Nickel enthalten. Beide Metalle sind recht selten. Durch den Ukraine-Krieg ist der weltgrößte Ni-Produzent (Russland) zumindest für die westliche Welt ausgefallen, wodurch der Ni-Preis auf dem Weltmarkt stark angestiegen ist. Ungleich seltener ist Cobalt, welches vor allem im Kongo und Sambia mühevoll mit Kinderarbeit gewonnen wird. Das ist sehr schlecht für das Image einer Zukunftstechnologie. Cobalt wird aber auch sehr dringend für andere Technologien benötigt, z.B. für starke Magnete, für Hochtemperaturwerkstoffe, z.B. Flugzeug- und Gasturbinen, und vor allem als Bindemittel für Wolframkarbid in Hartmetallen. Für diese Anwendungen gibt es zu Cobalt keine Alternativen. Vor allem durch den stark gestiegenen Bedarf für Li-Ionenbatterien ist der Weltmarktpreis für Cobalt geradezu explodiert. Früher verwendete man Cobalt als Farbstoff, z.B. für Blaudruckerei, blaue Farben für Glas und Porzellan.
- Durch die Preisexplosion für Co und Ni sind die LiFePO4-Batterien in Bezug auf Materialkosten pro Wh Kapazität deutlich billiger geworden als herkömmliche Li-Ionenbatterien auf Basis Co und Ni. Deshalb werden in der Tendenz vor allem Kleinwagen mit LiFePO4-Batterien ausgestattet, da diese sehr preissensibel sind und Li-Ionenbatterien auf Basis Co und Nickel einen Kleinwagenpreis so in die Höhe treiben, dass dieser zunehmend nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Da nimmt man etwas kürzere Reichweiten in Kauf.
- Es gibt für den Westen auch geostrategische Gründe für die LiFePO4-Batterie. In der Vergangenheit hat sich China weltweit den Zugriff auf bestimmte Rohstoffe gesichert. Um künftig etwas unabhängiger von China zu werden, muss der Westen auf besser verfügbare Rohstoffe tendieren. Kürzlich war unser Bundeskanzler in Bolivien, um das Mangelmetall Li in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Bolivien zu gewinnen. Ob etwas aus diesem Projekt wird, muss man abwarten.

