Hallo Roland,
mein Sohn und ich sind gerade dabei, unsere
Wohnmobile auf Hochglanz zu polieren. Ehrlich gesagt, habe wir uns mit der Auswahl des Poliermittels gar nicht großartig beschäftig und mehr oder weniger wahllos verwendet, was ich gerade da habe.
Das habe ich in den über dreißig Jahren mit GFK-Booten auch noch nie anders gehandhabt, weil ich schnell die Erfahrung gemacht hatte, dass sich die teuren Mittelchen zum Bestreicheln in der Wirkung nicht viel von Noname-Produkten unterscheiden.
Unser Alpa ist herstellerseitig sehr stark foliert und 7 Jahre alt. Weil es ein Hallenfahrzeug ist, reicht bei mir eine Politur mit niedrigem Schleifanteil. Meine fast 90-jährige Mutter hat mir vor Jahren mal ein größeres Gebinde "Lotus Effektcreme" von LEKA Products geschenkt, dass sie sich von so einem Werbeheini auf dem Supermarktparkplatz im Vorbeigehen für viel Geld hat andrehen lassen.
Damit habe ich das gesamte
Wohnmobil mit einer Maschine und einem leichten Schleifpad "eingecremt" :lach: . Ich bin auch nur grob schnell drüber gegangen. Es hat prächtig funktioniert. Der Alpa glänzt mehr als bei der Auslieferung und das Ergebnis ist absolut wolkenfrei.
Da ich grundsätzlich mit der Hand das überschüssige Material entferne, habe ich gemerkt, dass ich auf den folierten Flächen öfter nachwischen musste als auf den lackierten, um den Polierstaub zu entfernen. Insgesamt war es aber relativ mühelos.
Anders hat das beim Charisma unseres Sohnen ausgesehen. Das Fahrzeug haben wir erst im Winter gekauft. Es ist 22 Jahre alt, hat trotz weniger Kilometer auf dem Tacho offensichtlich leider viel Zeit im Freien zugebracht. Das GFK ist mittelstark ausgekreidet und mäßig stumpf, die Lackflächen verschmutzt, ganz leicht angestumpft und die Dekorfolien unansehnlich.
Zunächst haben wir die alten Folien entfernt und ein aktuelles Design folieren lassen. Dann haben wir ohnen Rücksicht auf die Folie poliert.
Für das GFK habe ich "Schleifpolitur" von Mannol verwendet. Um es wieder zum Glänzen zu bringen, waren drei intensive Arbeitsgänge mit der Maschine und mittleren Schleifpads erforderlich. Da die Oberfläche je nach Lichteinfall trotzdem noch wolkig war, habe ich noch einmal mit der Hand, vielen Tüchern und einer Noname-Nanopolitur nachgearbeitet. Das Ergebnis kommt dem Glanz des Neuzustands sehr nahe. Auf die Folie hatte die Arbeit überhaupt keine Auswirkung. Sie war neu und sah danach immer noch so aus.
Die Lackflächen haben wir mit der Maschine und einer mittleren Schleifpolitur,"F601 Finecut" von Kochchemie und einem mittleren Schleifpad wieder auf Hochglanz gebracht. Dafür war ein Arbeitsgang aber mit intensivem polieren, also mehrer Poliergänge im Kreuzgang direkt hintereinander erforderlich. Versiegelt haben wir die Fläche danach von Hand mit Wachs von Sonax. Auch hier hatten die Arbeitsgänge überhaupt keine Auswirkung auf die Folie.
Fazit: Ob Folie oder Lack, die Politur hat gleichermaßen funktioniert. Natürlich haben wir nur im Schatten gearbeitet und auch darauf geachtet, nicht zu viel Druck auf die Maschine zu geben und zügig und gleichmäßig über die Flächen zu gehen. Das ist sehr :!: wichtig, ganz besonders bei der Folie, damit sie nicht zu warm wird und die Politur sich "einbrennt".