Die neue Lösung sollte
1. zwei 80er Gel-Batterien ersetzen. Die sind jetzt 5 Jahre alt, noch gut in Schuss aber ich möchte zukünftig gerne länger ohne Landstrom auskommen können und mir keine Gedanken mehr um die Stromversorgung machen müssen.
2. möglichst leicht im Verhältnis zur Leistung/Kapazität sein. Mein Eigenbau mit 280Ah wiegt jetzt 25,85 Kilo, die beiden Gel Batterien wiegen zusammen 50,8 Kilo. Bei einem 3,5 Tonner zählt jedes Kilo…
3. unter den Beifahrersitz passen und am liebsten sollte ein 1000W Wechselrichter (ist ein Solartronics FS1000D mit Fernbedienung geworden ca. 150 €) auch noch Platz hinter dem Akku haben.
4. bezahlbar sein. Die Gesamtkosten für den Eigenbau der Batterie belaufen sich bei mir auf ca. 920€. Eine fertige Kauflösung (die dann mindestens das 2,5-fache kosten würde) von Löwen oder Bullen oder wie sie sonst noch alle heißen, konnte und wollte ich mir nicht leisten. Eine billige no-name China Lösung wollte ich aber auch nicht.
5. Auch zukünftige Bedürfnisse abdecken. Deswegen 280Ah und ein BMS mit 200A. Sollte es noch einmal ein neues Womo geben und ich dann dort mehr Strom benötigen, wird der Akku auch ausreichen.
Zu dem was ich verbaut habe:
4x Eve LF280K 280Ah LiFePO4 3.2V A-grade, inkl. Pol-Verbinder zus. ca. 700€ (liegen aktuell bei 600€) bei NKON in NL
JBD smart bms 4s li-ion 12v 4s lifepo4 200a ca. 90 € (Ali)
5,5 BMS 4S Aktive Balancer mit Gehäuse ca. 18 € (Ali)
KFZ Kippschalter Wippschalter schwarz Rund EIN/AUS 2 PIN AC 230V 12V 10A Ø20mm ca. 6 € (ebay)
Batterie Leergehäuse 345×190×245 mm M8 ca. 43 € (Lichtex)
Batteriepol Adapterset M8 ca. 10€ (Lichtex)
Batterieanschlusskabel 25 mm2 0,2 m ca. 6,50 € (Lichtex)
Batterieanschlusskabel 25 mm2 0,5 m ca. 9 € (Lichtex)
Batterieanschlusskabel 25 mm2 0,4 m Rot 1 Stück 15 € (ebay)
Isoliert Kabelschuhe Set max. Querschnitt 1mm², Ring für M6-Schraube (25 Stück) ca. 4,50 € Amazon
Tesapack Ultra Resistant Filamentband 50 m x 25 mm - Transparent ca. 10 €
Nigrin Batterie Polfett ca. 4 € Baumarkt
Zusammen ca. 920 € an einzelnen Komponenten. Mittlerweile sind die EVE A-grade Module billiger geworden. Und wer den ein oder anderen Euro noch sparen will oder muss, wird bestimmt auch bei ALI und Co fündig bestimmt und eventuell reichen ja auch B-grade Module.
Zusätzlich habe ich zum Laden/Balancen noch ein Labornetzteil (0-30V,0-10A),DC Regelbar Netzgerät mit 4-stelliger LED-Anzeige 70 € (Amazon) kaufen müssen. Ein digitales Messgerät hatte ich bereits.
Zum Bau:
Zum parallelen Laden/Balancen habe ich die 4 Module immer mit Spanngurten verspannt. Beim finalen Einbau ins Leergehäuse habe ich mit Glasfaser verstärktem Klebeband die Module zusammengeklebt, da bewegt sich nichts mehr und ausdehnen kann sich da auch nichts mehr.
Zum Laden/Balancen will ich gar nichts sagen, da gibt es so tolle Beschreibungen z.B. von Helmut (basste314) oder auch jede Menge Videos im Netz.
Batterie Komponenten im Gehäuse:

In das Leergehäuse passen die einzelnen Komponenten gerade so rein. Ich hatte ursprünglich ein DALY BMS mit 200A gekauft, dass hat aber durch die festmontierten Kabel keine Chance gehabt, in das Gehäuse zu passen. Das jetzt verbaute JBD BMS (neue Bauform) passt noch gut rein, wenn auch die Kabelführung etwas tricky ist. Ich habe mir aus Styrodur Abstandshalter zurechtgeschnitten, sodass das BMS unten im Gehäuse nicht auf den Stecker/Kabelverbindungen aufliegt. Alle Komponenten im Gehäuse (auch den Deckel des Leergehäuses) habe ich mit Styrodur oder mit den Resten von dem verwendeten Material zur Isolierung zwischen den Zellen fixiert.
Die Anschlusskabel (25mm2) habe ich fertig konfektioniert gekauft. Im Nachhinein würde ich das sehr wahrscheinlich nicht mehr machen und mir einzeln Kabel, Kabelschuhen und eine große Grimp-Zange kaufen und das Ganze selbst grimpen. Man ist dann mit den Kabellängen einfach flexibler.
Einen der beiden Temperaturfühler des BMS musste ich verlängern, damit ich diesen in die Mitte der Zellen in einen Spalt, den ich dort extra in den Isolierungsplatten gelassen habe, einführen konnte. Der zweite Temperaturfühler (ist auf den Zellen oben fixiert). Auch zwischen dem BMS und der ersten Zelle ist eine Isolierplatte wie zwischen allen anderen Zellen auch.
Außenseite Batterie Gehäuse
An der Gehäuse Außenseite habe ich mir mit einem Forstner Bohrer ein Wartungsfenster gebohrt. Auf den Bildern mit schwarzem Tape abgedeckt. Ich komme also noch von außen an die Stecker und kann diese notfalls auch abziehen ohne den Sitz auszubauen. Hier habe ich auch noch Zugriff auf das Switch-Off Kabel des neuen JBD BMS und kann gegebenenfalls noch einen Schalter montieren (ich muss gestehen, ich habe mich mit dem neuen Ausschalter noch nicht beschäftigt, keine Ahnung ob das einen Mehrwert hat und wenn ja, welchen?).
Das Bluetooth-Modul ist ebenfalls an der Seite rausgeführt. Ich werde das Kabel aber noch verlängern, so dass ich dann von vorne noch besser rankomme.
Die Kabel für den aktiven Balancer sind angeschlossen und der Stecker dafür ist auch nach außen geführt. Sollte ich ihn wirklich mal brauchen, was ich allerdings nicht glaube, kann ich den dann von außen anschließen.
Außenseite Batterie Gehäuse:

Ich habe, bevor ich den Deckel des Gehäuses aufgesetzt habe, alles gut abisoliert. Zusätzlich habe ich auch noch eine dünne Polsterfolie, die ich an den kritischen Stellen noch mit Glasfaser verstärktem Klebeband verstärkt habe, zwischen die beiden Anschlusskabel und den restlichen Komponenten eingefügt.
Den Deckel des Gehäuses habe ich dann mit dem glasfaserverstärktem Klebeband verklebt:

Hier auch noch mal eine zusätzliche Bemerkung: Ich kann nur jedem raten, alles gut zu isolieren. Beim Hantieren mit den Zellen habe ich nur isoliertes Werkzeug verwendet, keine Uhr getragen, kein Ring angehabt und immer alles mit Klebeband abgedeckt um ja einen Kurzschluss zu vermeiden. Auch das Abdecken/Abkleben der Kontakte, auch wenn die 4 Zellen nur auf dem Schreibtisch stehen und eigentlich keiner etwas daran macht, ist kein Fehler!
Hier ist die im Beifahrersitz fertig eingebaute Batterie und der Wechselrichter hinten dran zusehen:


So jetzt wird sich zeigen, ob alles so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Die ersten 1,5 Liter Wasser konnte ich mit dem Wechselrichter schon mal kochen.
Ich werde aber bestimmt noch mit der ein oder anderen Frage an die Profis um die Ecke kommen.
Vielen Dank noch mal für die tolle Unterstützung hier im Forum!
Peter

