Langzeiturlaub in Blanes/Costa Brava im November
Nachdem ich bislang viel von Euren Erfahrungen hier im Forum profitieren konnte, möchte ich nunmehr einen Beitrag online stellen, der den einen oder anderen Hinweis für einen verlängerten Urlaub im November in Spanien geben könnte.
Mit noch 31 Tagen Resturlaub stellte sich die Frage, was tun? Zu Hause im trüben und dunklen November bleiben oder ab in den Süden? Nachdem die Frau, die leider arbeiten muss, die Ampel auf Grünlicht schaltete, konnte das Projekt „Männertour 2023 - Der Hund und ich“ in Angriff genommen werden.
Angefixt durch viele Berichte, die das Thema Überwintern in Spanien zum Inhalt hatten, stand Spanien als Ziel schnell fest. Nur wohin? Das Ziel, ein geöffneter Campingplatz hinter Valencia oder Alicante war wegen er zu erwartenden warmen Temperaturen sehr verlockend, jedoch mit knapp 2.000 km Entfernung aus meiner Sicht zu weit. Es wäre sicherlich in drei Tagen machbar gewesen, doch wollte ich mich als alleiniger Fahrer nicht diesem Druck aussetzen.
Stattdessen rückte die Costa Brava in den Mittelpunkt der Überlegungen. Zur Auswahl stand ein Platz in Roses sowie zwei Plätze in Blanes, die alle ganzjährig geöffnet sind. Schlussendlich entschied ich mich für den Platz „Camping Blanes“. Auf Grund Eurer Hinweise und Tipps sich vorzeitig anzumelden, kam ich diesem nach und buchte für 23 Übernachtungen den Platz. Eine Reservierung wäre jedoch nicht erforderlich gewesen, da noch genügend freie Plätze vorhanden waren und noch sind. Wie es allerdings im Januar oder Februar aussieht, vermag ich nicht zu sagen. Zwischenzeitlich habe ich in Erfahrung bringen können, dass der Platz über Weihnachten bis 4. Januar 2024 komplett ausgebucht sei. Über die Lage des Platzes etc. berichte ich weiter unten.
1. Etappe Ruhrgebiet - Beaune ca. 660 km
In geplanten drei Etappen ging es Anfang November vom Ruhrgebiet Richtung Spanien. Als erstes Ziel war der Platz „Camping Municipal Beaune“ (Les Cent Vignes) in Beaune ausgesucht, den wir von vorherigen Fahrten bereits kannten, und der zu diesem Zeitpunkt noch geöffnet war. Eine Übernachtung auf einem Stellplatz in Langres hatte ich aus Sicherheitsaspekten auf Grund einiger Hinweise, u.a. aus dem Stellplatzforum, verworfen. Stattdessen nahm ich die ca. 660 km Fahrt bis Beaune in Kauf. Vom Ruhrgebiet ging es über die A1 und Bundesstraßen durch die Eifel bis nach Luxemburg, wo der Tank zunächst aufgefüllt wurde. Die weitere Fahrt über die französischen Autobahnen (A31) durch Lothringen bis Beaune gestaltete sich problemlos und ohne einen Stau. Gegen 18:00 Uhr kam ich dann nach neun Stunden reiner Fahrzeit in Beaune an, wo wir sehr freundlich empfangen wurden. Die Strecke ist für einen alleine tatsächlich zu schaffen, doch weniger Kilometer wären sicherlich entspannter geworden. Grundsätzlich fahren wir mit einer Reisegeschwindigkeit von 95-100 km/h über die Autobahnen; ein schnelleres Fahren wäre möglich gewesen, ist aber aus meiner Sicht stressiger und unentspannter.
2. Etappe Beaune - Gruissan ca. 550 km
Nach einer regnerischen Nacht und frischen 7 Grad Außentemperatur ging es am nächsten Morgen weiter. Den Tank wieder auffüllen und ab auf die „Autoroute du soleil“ über Lyon, Valence, Orange und Montpellier nach Gruissan. Zwar wollte das Navi mich um Lyon herumführen, doch nach Angaben eines Kollegen, der im September noch durch Lyon gefahren ist, war das kein Problem. Also das Navi nicht beachtet und den direkten Weg durch Lyon gefahren. Sicherlich ist auf Grund der Geschwindigkeitsbegrenzungen kein Fahren im „Normalmodus“ möglich, doch mit 50 km/h war das mittags auch kein unangenehmes Fahren über die Stadtautobahn von Lyon. Ab der Mautstrecke südlich von Lyon lief der Verkehr dann wieder normal auf drei Fahrspuren gen Süden.
Ziel des heutigen Tages sollte ein Stellplatz in Gruissan, unweit von Narbonne sein. Gruissan Plage kannte ich von unserer Frankreichtour 2020, so dass ich positiv gestimmt dieses Ziel festlegte. Der Platz „Aire de quatre vent Gruissan Port“ ist lt. Stellplatzführer für 150 Mobile ausgelegt und auch ganzjährig geöffnet. Ich befürchtete, einer von nur sehr wenigen zu sein, die diesen Platz nutzen. Weit gefehlt! Die Sorge war unbegründet, da der Platz mit schätzungsweise 100 Mobilen aller Art gut gefüllt war. Im übrigen ist der Stellplatz in der Nebensaison umsonst. Die Versorgung mit Frischwasser und Entsorgung von Grauwasser sowie der Toiletteninhalte war möglich, der Platz hatte jedoch keine Versorgung mit Elektrizität. Auch der Ort, der im Sommer voll von Gästen ist, schien mehr tot als lebendig zu sein. Ein Umstand, den ich so - wenn auch nicht derart stark - erwartete. Tankstellen und Supermärkte im Ort waren natürlich geöffnet.
3. Etappe Gruissan - Blanes ca. 210 km
Von Gruissan ging es am nächsten Morgen zum Ziel nach Blanes. Nach knapp drei Stunden Autobahn und Schnellstraße erreichten wir gegen Mittag das Ziel, den Platz „Camping Blanes“. Der CP selbst war mäßig frequentiert, so dass ich mir einen Platz aussuchen konnte. Wie ich nach der Buchung erfahren habe, war der Platz auch Thema in der WDR Reihe „Wir werden Camper“, die noch online abrufbar ist.
Inmitten eines kleinen Pinienwaldes gelegen befindet sich der Platz am südlichen Ende des Ortes. Weitere CP sind zwar noch in erster, zweiter und dritter Reihe gelegen, jedoch ist neben „Camping Blanes“ mindestens noch der Platz „Camping S’Abanell geöffnet. Dieser liegt etwa 400 m von unserem Platz in Richtung Ortskern, freie Plätze sind auch dort aktuell noch reichlich vorhanden. Darüber hinaus macht der Platz „Càmping Voramar Blanes“ auch Werbung für seine ganzjährige Öffnung. Vereinzelte Wohnmobile mit „Personal“ konnte ich vom Strand aus auch erblicken.
Von uns aus sind es bis zum historischen Ortskern am Hafen ca. 2 km. Gemütlich gehend ist man in 30 Minuten dort. An der Strandpromenade dort haben tatsächlich noch einige Restaurants geöffnet, bieten Einheimischen und Touristen Möglichkeiten zum Aufenthalt an. Auch der bekannte Botanische Garten liegt nur 20 Gehminuten vom Hafen entfernt auf einem Berg. „Camping Blanes“ ist direkt am Meer gelegen und nur durch die Strandpromenade vom Strand getrennt. Die sanitären Anlagen sind sauber und werden täglich zweimal gereinigt. Vorbildlich! Teilweise werden die „in die Jahre gekommenen“ sanitären Einrichtungen kritisiert. Das mag so sein, dafür sind sie sauber und werden regelmäßig gereinigt. Das ist mir persönlich wichtiger als ein LED-beleuchtetes Erlebnisklo oder eine buntbeleuchtete Wohlfühldusche, für die ich dann noch tiefer in die Tasche greifen müsste.
Der Platz hat einen kleinen Supermarkt, der jeden Tage frische Brötchen, Brot und Gebäck anbietet. Außerdem hat eine Bar mit kleinem Restaurant geöffnet und ist abends Treffpunkt für einige „Kälteflüchtlinge“. Weitere Restaurants, die sich hier in unmittelbarer Nähe an den Hotel- und Bettenburgen befinden, haben alle geschlossen.
Tatsächlich verbringt ein Großteil der Gäste ihre Zeit hier an der Costa Brava, während eine Minderheit den Platz als Stopover - gerade an den Wochenenden - für die weitere Fahrt gen Süden nutzt. Am 13.11.2023 wurde es noch 22 Grad warm. Jetzt, Ende November sind es in der Sonne noch 16 Grad, nachts geht’s runter auf 7 Grad. Mir persönlich reicht es vollkommen.
Für jemand, der auf der Durchreise ist oder nicht auf noch sommerliche Temperaturen angewiesen ist, ein - wie ich meine - schöner Campingplatz. Nachteilig sind sicherlich die vielen Pinienbäume, die ein äußerst bedachtes Rangieren und Einparken erforderlich werden lassen. Dennoch schaffen es auch „große Schiffe“ sich einen Stellplatz zu sichern. Dafür sorgen auch die vielen freiwilligen Nachbarn und Campingfreunde beim Einweisen und Rangieren. Man hilf sich . . . .
Viele Grüße
Matjes1963

