Ich weiß, der Bericht ist schon etwas her. Vielleicht bereitet er dem einen oder anderen dennoch etwas Kurzweil und Freude. Viel Spaß!
Auslandsurlaub im ersten Corona-Sommer - wir haben lange überlegt, ob wir das wirklich machen sollen. Es wurden Risiken abgewägt, Einreisebeschränkungen gecheckt und relativ kurzfristig haben wir uns pro Auslandsreise entschieden. Ein Punkt war sicherlich, dass "alle" zu der Zeit Urlaub in Deutschland gemacht haben und bei uns in Schleswig-Holstein war es proppevoll. Allein die Autoschlangen an der dänischen Grenze, die Zugangsstopps an den Ostseestränden, irre!
Um nach Kroatien reisen zu können, musste zu der Zeit ein Einreiseformular mit Angaben zum gebuchten Ort mitgeführt werden. Da wir aber eigentlich sehr ungern buchen und unterwegs frei entscheiden, wo wir hinfahren haben wir uns einen Campingplatz in Istrien ausgeguckt und den als ersten Aufenthaltsort angegeben. Gebucht haben wir trotzdem nicht. Letztlich war die Sorge unbegründet - das Formular wurde kein einziges Mal auf der ganzen Reise kontrolliert.
Am 27. Juni 2020 ging es in aller Früh (gegen 4.30) los auf Richtung Süden, um das Schreckgespenst Elbtunnel möglichst ohne Verzögerungen schnell hinter uns zu lassen.
Unser erster Übernachtungsstopp sollte in Österreich und möglichst dicht beim Karawankentunnel sein, damit wir morgens früh da schnell durchrutschen können.
Wir entschieden uns für das Gasthaus Fruhmann in Wernberg, einem Metzgereibetrieb mit Gastronomie, bei dem man als Gast des Restaurants auf deren Hausparkplatz übernachten kann.
Ich muss sagen, wir haben das nicht bereut. Das Essen war lecker, das Bier auch und wir erlebten einen angenehmen Urlaubsauftakt bei schönem Wetter, übrigens ohne Maske.
Der Stellplatz war für eine Übernachtung gut. Wir hatten allerdings Zuschauer - am Gelände gab es hinter einem Zaun Ziegen, die uns neugierig beäugten.
Location: Gasthaus Fruhmann in Wernberg, Österreich
Stichworte: Desinfektionsmittel vergessen - Ziegen am Zaun - Stau an der Grenze
28. Juni 2020
Am nächsten Morgen ging es relativ früh weiter Richtung Kroatien. Noch schnell getankt und dann....standen wir vor dem Karawankentunnel! Ach, du Sch...! Schon Stau?
Der Schreck war zum Glück nur kurz, es ging dann doch relativ zügig weiter. Alle Grenzkontrollen, auf die wir wegen der Coronalage unsicher zurollten, winkten uns problemlos durch. Am Grenzübergang von Slowenien nach Kroatien (ich glaube, es war Plovanija, das weiß ich nicht mehr genau, neben einem Flugplatz gelegen) mussten wir rund 2 Stunden warten und fragten uns im Stillen, wie es hier wohl im Juli / August ohne Corona sein mochte....
Danach ging es hügelig und kurvig weiter bis Rovinj, wo wir uns auf dem Camping Polari für ein paar Nächte einrichteten. Die Sorge, noch einen Stellplatz zu ergattern, war völlig unbegründet: Der Platz war geschätzt zu 10 / 15 % belegt - wir konnten in Ruhe aussuchen.
Der Campingplatz selber gehört wohl zu den größeren und teureren Plätzen der Region. Wir stehen am Anfang unserer Reisen meist erst auf einem besser ausgestatteten Campingplatz; im Verlaufe der Fahrten werden wir dann meist immer spartanischer und anspruchsloser. Keine Ahnung, warum. Vielleicht ist das unsere Art, den Alltag loszulassen und im Urlaub anzukommen.
Der Platz hat einen eigenen (Stein-)Strand, Badeschuhe empfehlenswert. Ich fand den Strand und das Wasser dort nicht ganz so schön, wie ich es auf Bildern vorher gesehen hatte und war eine Spur enttäuscht. Aber dies war unsere erste Kroatienreise, und wir hatten noch einiges vor an Etappen!
Weiterhin gab es eine schöne Poolanlage, Brötchenservice usw. Sanitär sauber.
Wir unternahmen viele kleine Ausflüge mit dem Fahrrad. Rovinj ist wunderschön, hat einen herrlich venezianischen Touch, kleine Gässchen (mit glänzendem spiegelglatten Pflaster), einen pittoresken kleinen Hafen und einfach ein schönes Flair.
Oben über der Stadt thront die Kirche der heiligen Euphemia, zu der wir natürlich auch hinaufstiegen. Man kann sich in Rovinj herrlich in den Gassen verliere und findet an jeder Ecke stimmungsvolle Fotomotive.
Nie vergessen werde ich die glatten Pflastersteine der Gassen und Wege, die glänzten wie poliert und auf denen ich ein paar Mal fast ausgerutscht wäre....
Radtouren die Küste entlang zeigten uns übrigens, dass es in der Umgebung doch schöne Strände und tolle Ecken gibt. Faszinierend fand und finde ich auch heute noch diese braune Erde, die aussieht, wie Kakaopulver.....
Im Vorfeld unserer Reise hatten wir soviel über die kroatischen Konobas am Wegesrand gelesen und von den typischen Spanferkelbraten, die sich vor den Restaurants in großen Grills drehen, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Nun - die Konobas mit ihren Grills haben wir gesehen - leider ohne Braten. Da sich so wenig Touristen in den Orten befanden, war es anscheinend nicht lohnenswert, die Grills anzuwerfen. Aber was soll's - wir haben an zwei Abenden trotzdem sehr gut in zwei Lokalen in der Nähe des Campingplatzes gegessen und ein sehr nettes Ehepaar aus Österreich kennengelernt, mit denen wir dort bis in den späten Abend gesessen haben.
Nach einem mehrtägigen Aufenthalt auf dem Camping Polari sagten wir Rovinj Adieu und machten uns auf Richtung Krk.....
Location: Camping Polari in Rovinj
Stichworte: Grills ohne Spanferkel - rutschige Wege - Wein und gutes Essen

