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Reisebericht - Route Nationale 9 - Von Moulins nach Spanien


womo-2 am 21 Jun 2024 17:02:52

Die Route Nationale 9 ist vielleicht eine der schönsten Straßen Frankreichs. Und wäre da nicht meine geliebte Route Nationale 7, wäre sie vielleicht sogar meine Lieblingsfernstraße. Im Eröffnungsjahr 1959 waren es 591 Kilometer kurvenreiche Asphaltstrecke von Moulins in Zentralfrankreich nach Le Perthus an der spanischen Grenze. Eine Route wie geschaffen für die Poesie vergangener Zeiten. Mit tiefen Schluchten, engen Passstraßen und herrlichen Landschaften. Und mit viel Nostalgie.

Die Straße von Moulins zu den östlichen Pyrenäen und nach Spanien auf der Trasse der historischen N9 ist relativ neu. In der Antike gab es keine direkte Nord-Süd-Verbindung durch die Auvergne. Fast alle Nationalstraßen Frankreichs folgen zumindest in Nord-Süd-Richtung den Römerstraßen. Lediglich die Verbindung von Le Puy über die Cevennen nach Nîmes verband Paris mit dem westlichen Mittelmeer. Die “Histoire d’Auvergne” berichtet sogar, dass es zu Beginn des 18. Jahrhunderts nur eine einzige Straße von Paris nach Clermont-Ferrand gab.

Noch 1845 war die N9 in der Lozère durch eine 16,2 km lange Lücke unterbrochen. Die Planung und der Bau der Straße, die durch teilweise sehr gebirgiges und abgelegenes Gelände führte, erforderte straßenbautechnische Meisterleistungen.


Route Nationale 9 (von Nord nach Süd als D2009, D909, D809, A75, D609, D6009, D900)

Wer auf der N7 von Paris kommt, muss die Route Nationale 7 in Moulins verlassen, um auf die N9 zu gelangen. Die N7 führt weiter entlang des Allier in Richtung Lyon, die N9 geht nach der Überquerung der Brücke über den Allier in Richtung Clermont-Ferrand und weiter nach Spanien.

Eine der großen architektonischen Leistungen des 18. Jahrhunderts beim Bau der ersten Nationalstraße war die Brücke von Moulins über den Allier. Die Aufgabe war äußerst schwierig, da der breite Fluss auf sandigem Untergrund fließt und bis dahin keine festen Fundamente gebaut werden konnten. Sieben Brücken waren zuvor von den Fluten weggerissen worden. Die Brücke über den Allier war auch die Demarkationslinie, die Frankreich im Zweiten Weltkrieg in zwei Hälften teilte. Der Norden mit der Hauptstadt Paris stand unter deutscher Besatzung, der unbesetzte Süden mit der Hauptstadt Vichy unter französischer Verwaltung.



Schon von weitem kündigen die Türme der Kathedrale Moulins an. Die Stadt ist nach den zahlreichen Mühlen am Allier benannt. Hier wurde das Getreide der Region verarbeitet und konnte bequem per Schiff transportiert werden.

In Moulins gibt es viel zu entdecken. Die Kathedrale Notre-Dame, den Donjon de la Mal Coiffée, der mächtige Bergfried des alten Schlosses, das historische Zentrum mit seinen malerischen Fachwerkhäusern, die stattlichen Stadthäuser aus rosa Backstein oder die Gassen und Treppen hinunter zum Allier.


Moulins


Moulins


Moulins


Moulins – Notre-Dame de Moulins


Moulins

Bevor ich Moulins verlasse, muss ich dem Grand Café einen Besuch abstatten. Es wurde 1898 erbaut und seine Innenarchitektur ist repräsentativ für den Neo-Rokoko-Stil des späten 19. Jahrhunderts. Es ist herrlich, hier zu sitzen, seinen Morgenkaffee zu trinken, ein leckeres frisches Croissant dazu zu essen, zu schauen und zu staunen. Die gute alte Zeit …


Moulins – Grand Café

Fast alle französischen Nationalstraßen beginnen in Paris. Auf dem Platz vor der Kathedrale Notre Dame befindet sich eine kleine Markierung im Boden, von der aus alle Straßen Frankreichs kartographiert sind. Die N9 hingegen beginnt an der Kreuzung der N7 mit der Brücke über den Allier in Moulins und führt nach Clermont-Ferrand, Millau, Béziers, Narbonne und Perpignan, um an der spanischen Grenze zu enden. Der große Vorteil der Strecke, durch landschaftlich wunderschöne Gegenden Frankreichs zu führen, ist gleichzeitig ihr Nachteil. Die Streckenführung ist kompliziert, hinter Clermont-Ferrand gibt es kein gerades Straßenstück mehr, Kurven reihen sich aneinander, es geht ständig bergauf und bergab.

Das machte den Autofahrern in den 60er und 70er Jahren zu schaffen. Die Autos wurden stark beansprucht, überhitzte Kühler oder heiße Bremsen zwangen oft zu unfreiwilligen Fahrtunterbrechungen. Und auch die Zahl der Werkstätten und Pannendienste entlang der Strecke war beachtlich.


Moulins – Brücke über den Allier – Startpunkt der N9

Auf einer langen Geraden verlässt die N9 Moulins. Bei herrlichem Wetter fahre ich in den Frühsommer. Aber die “Schafskälte” ist noch nicht vorbei. Es ist kalt geworden.

Die Straße führt schnurgerade nach Süden. Fast 30 Kilometer lang keine nennenswerte Kurve, keine Abwechslung. Immer entlang der Sioule. Das Gebiet ist von Weideland geprägt. Hier werden große Herden von Charolais-Rindern gehalten. Das satte Grün der Wiesen, der blaue Himmel und die weißen Wolken bilden eine wunderbare Komposition. Am Straßenrand blüht rot der Mohn. Traumhaft.


bei Saint-Pourçain-sur-Sioule

Das Städtchen Saint-Pourçain-sur-Sioule ist von Moulins nach kurzer Zeit erreicht. Der Ort ist schnell durchstreift, aber die Kirche Sainte-Croix ist einen Besuch wert. Selten habe ich in Frankreich ein Kirchendach gesehen, das nicht aus Stein, sondern aus Holz gebaut ist. Und das Kirchenschiff ist seltsam krumm und schief. Und es gibt sehr merkwürdige Steinfiguren zu bewundern …


Saint-Pourçain-sur-Sioule


Saint-Pourçain-sur-Sioule – Église Sainte-Croix


Saint-Pourçain-sur-Sioule – Église Sainte-Croix

Genau 50 Kilometer vom Ausgangspunkt der N9 entfernt liegt eines der legendären Hotels an der Nationalstraße 9 “Les 50 Bornes”. Das kleine Hotel ist längst geschlossen, es wird nicht mehr benutzt. In den Anfängen des Automobiltourismus mussten lange Strecken in mehreren Etappen zurückgelegt werden. Übernachtungen wurden von den Urlaubern eingeplant. Heute kann man Spanien in einem Tag auf der Autobahn erreichen. Das kleine Hotel mit seinen wenigen und winzigen Zimmern fiel, wie so viele Hotels, Gaststätten und Tankstellen, dem Bau der Autobahnen und Schnellstraßen zum Opfer.


Le Mayet-dEcole – Hotel “Les 50 Bornes”

Kurz vor Gannat, etwas abseits der N9, liegt das Viaduc de Rouzat, eine Eisenbahnbrücke über die Sioule. Gustave Eiffel wurde 1869 mit dem Bau des 180m langen und 50m hohen Viadukts beauftragt, seine “Handschrift” ist auch für mich als Laie gut zu erkennen. Die Pfeiler erinnern mich an den Eiffelturm in Paris. Seit 1965 steht das beeindruckende Bauwerk unter Denkmalschutz.


Viaduc de Rouzat

Ich fahre durch reizvolle Dörfer mit Kopfsteinpflasterstraßen und Backsteinhäusern. Hier ist die Zeit stehen geblieben. In der Ferne taucht die “Chaîne des Puys” auf, die vulkanische Bergkette des französischen Zentralmassivs. Bis in die Auvergne ist es nicht mehr weit.


Chaîne des Puys

Den Rest des Reiseberichts könnt ihr auf meiner Blogseite lesen: --> Link

Viele weitere interessante Reiseberichte gibt es hier: --> Link

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WomoToureu am 21 Jun 2024 17:59:25

Wunderschöner Reisebericht - Danke dafür !

Stefan-Claudia am 21 Jun 2024 19:56:01

Hallo Joe!

Wie alle Deine Berichte und Fotos
***** hervorragend *****

Anzeige vom Forum


MilesandMore am 21 Jun 2024 21:03:21

Danke für den Bericht!

Beste Gruesse Bernd

Säcker am 27 Jun 2024 13:27:58

Wie immer mit sehr viel „Liebe“ für Frankreich geschrieben. Wunderbar!!!

HeideMobil am 28 Jun 2024 08:15:32

Danke für deine Anregung :!: Ich fahre gern die Strecke, allerdings auf der Autobahn, landschaftlich wunderschön, wenig Verkehr. Für mich ist Vichy eine Augenweide, etwas abseits der Strecke 8)

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