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Reisebericht 2007


Hermanns am 30 Aug 2007 13:03:33

So, dank Dirks schneller und freundicher Hilfe kann ich jetzt wieder mich zu Wort melden. Das will ich auch gleich mit meinem diesjährigen Reisebericht über unseren Norwegen- und Schwedenurlaub machen. Die passenden Bilder und den Rest des Textes findet Ihr dann auf meiner Homepage. - übrigens auch die Reiseroute, die dank Google map ohne Verletzung irgendwelcher Rechte leicht veröffentlicht werden kann.
Hoffentlich viel Spaß beim Lesen
Hermann

1. Tag (03.08.2007)
Bis vor wenigen Wochen waren wir uns sicher: Dieses Jahr geht es mal nicht nach Norwegen, dieses Jahr bleiben wir mal zuhause bei uns in Bayern und sparen uns Tausende von Kilometern Fahrt! Wohlgemerkt: Bis vor kurzem. Und dann war uns klar, dass wir auf Skandinavien auch heuer nicht verzichten wollen.
So machen wir uns auf den Weg in den "Hohen Norden"—aber mit einem "kleinen Umweg" westwärts nach Freiburg. Der Grund: Ann-Katrin, unsere Jüngste, hat gerade Zeit und fährt mit—und wünscht sich, ihren Onkel Gerhard mal wieder zu sehen und in Freiburg ausgiebig zu shoppen. Wohl wissend, dass das Shoppen in Norwegen sicher zu kurz kommen wird.
Wir starten am Freitag Abend um 18.30 Uhr, und nach einer recht verkehrsreichen Fahrt kommen wir gegen 23.00 Uhr in Kirchzarten an. Als ehemalige Kirchzartner wissen wir natürlich, wo man sich gut mit dem Womo hinstellen kann: Wir verbringen eine ruhige Nacht hinter der Sportgaststätte.

2. Tag (04.08.2007)
Wir frühstücken gut und günstig "beim Hugebeck", einem netten Cafe im Dorf und besuchen dann Evelines Patentante in Kirchzarten—wo wir herzlich begrüßt werden und ein zweites Frühstück bereit steht! So gut gerüstet geht es dann weiter nach Freiburg. Der Wohnmobilstellplatz ist schnell gefunden und begeistert uns: Tolles Platzangebot, günstiger Preis, volle V+E, und sogar WLAN-Anschluss!
In max. 15 Minuten ist man zu Fuß mitten in Freiburgs Altstadt. Dort verbringen wir bei strahlendem Sonnenschein einen schönen Tag. Zum Mittagessen treffen wir meinen Bruder Gerhard und seine Frau Iris. Den Tag beschließen wir mit einem ausgezeichneten Spagetti-Eis am Münsterplatz.

3. Tag (05.08.2007)
Um 08.30 Uhr kommen die frischen "Weckle" vom Bäcker, kurz nach 09.00 Uhr haben wir gefrühstückt und nehmen die längste und unangenehmste Etappe unserer Fahrt in Angriff: Einmal längs durch Deutschland, von Süd nach Nord.
Den größten "Aufreger" erleben wir bei Karlsruhe: Wir werden von einem italienischen PKW überholt, der auf dem Dach-Fahrradständer ein Fahrrad mit angeschraubtem Kindersitz auf dem Gepäckträger transportiert. Ich sage noch zu Eveline: "Ganz schön verrückt, mit dem Tempo. Was da wohl für Kräfte am Kindersitz zerren. Aber immerhin scheint es ja von Italien bis hierher gehalten zu haben." Keine drei Minuten später viele Bremslichter und Warnblinker. Der Grund: Mitten auf der Fahrbahn liegt ein Fahrrad, daneben (nicht mehr obenauf!) ein Kindersitz. 100 Meter weiter steht der italienische PKW mit zertrümmerter Heckscheibe. Der Fahrtwind hat das gesamte Fahrrad vom Autodach gerissen, das Rad ist dann zuerst auf die Heckscheibe, danach auf die Autobahn geknallt.
Gegen 18.30 Uhr kommen wir dann endlich bei Karin in Rellingen hinter Hamburg an. Wir werden in ein gemütliches Lokal eingeladen, wo wir bei schönstem Wetter und gutem Essen den Abend beenden.

4. Tag (06.08.2007)
Deutschland - Dänemark - Schweden! Das sind die drei Länder, die wir heute befahren. Um 09.00 Uhr, nach einem guten Frühstück, geht es los. 2 Stunden später stehen wir bereits an der Fähre, die uns von Puttgarden nach Rodby bringt. Wir müssen ca. 20 Minuten warten, dann geht es bereits aufs Schiff. Nach der knapp 1-stündigen Überfahrt rauschen wir durch Dänemark und dann über die Öresundbrücke nach Schweden.
Gegen 17.00 Uhr folgen wir den Hinweisschildern zu einem Campingplatz an der Ostseeküste, der Ugglarp heißt. Er liegt wunderschön direkt am Meer, ist aber eben so ein typischer Südschwedengroßcampingplatz (Waging am See lässt grüßen!). Naja, für eine Nacht, um dann weiter nach Norwegen zu düsen, ist es ok. Und vor allem können wir bei richtiger Sommerhitze zum ersten Mal im Meer baden!

5. Tag (07.08.2007)
Die E 6 ist es, die wir heute fast ununterbrochen auf dem Navi angezeigt bekommen. Und auch wenn sie immer noch teilweise eine riesige Baustelle ist mit bis zu 30 KM langem Baustellenbereich, so ist es für uns, die wir nicht gerne stundenlang auf einer Fähre sitzen, die schnellste Verbindung nach Norwegen. Gegen 13.00 Uhr überqueren wir die Grenze und gut eine Stunde später tauchen wir in den Oslofjordtunnel hinab, der zwar etwas Maut kostet, uns dafür aber die Fahrt durch Oslo erspart.
Kurz darauf sind wir in Drammen angekommen, wo wir die erste Nacht in Norwegen verbringen wollen. Da ich die Adresse des Campingplatzes nicht im Navi gespeichert habe, verfahren wir uns prompt; finden dann aber doch noch den Platz, auf dem wir zum allerersten Mal vor vier Jahren in Norwegen übernachtet haben. Sogar der Platz, auf dem wir damals mit unserem Womo standen, ist noch frei. Ann-Katrin baut ihr Zelt auf und anschließend gehen wir noch zum nahe gelegenen Einkaufzentrum, um norwegisches Geld zu holen. Den Rest des Tages wollen wir einfach nur relaxen.

6. Tag (08.08.2007)
Wir starten nach dem Frühstück mit einem touristischen Highlight: Wir fahren die Straße mit dem lustigen und vielsagenden Namen "Spiralen". Unser Reiseführer schreibt dazu: "Es handelt sich um einen 1.600 m langen Tunnel, welcher sich in sechs Spiralen zum Aussichtsberg Spiraltoppen emporschlängelt. Ein wenig schwindlig wird es einem bei dieser Fahrerei schon, aber man wird mit einem schönen Blick über den Ort belohnt. Entstanden ist dieser mautpflichtige Spiraltunnel, weil man Baumaterial brauchte und dieses aus Umweltschutzgründen im Berg abgebaut hat."
Oben angekommen sind wir begeistert. Wanderwege, Freiluftmuseum, ein wunderschönes Cafe, das um 11.30 Uhr öffnet—gerade rechtzeitig für uns, um uns einen latte macciato auf der Dachterrasse mit Blick ins Tal zu gönnen. Wir treffen ein Ehepaar aus Karlsruhe, das mit seinem Womo bereits die zweite Nacht hier oben auf dem Parkplatz steht. Diesen Geheimtipp werden wir uns für unseren nächsten Urlaub merken!
Dann geht es wieder im Kreis bergab. Unten angekommen, sagt uns das Navi, dass wir noch ca. 180 KM vor uns haben, denn ich habe als heutiges Etappenziel den See Nisser eingegeben, der südlich von Seljord und in der Telemark liegt, eingebettet in eine herrliche Wald- und Berglandschaft. Die Strecke dorthin ist typisch norwegisch: Ein ständiges bergauf und bergab, aber alle Straßen für norwegische Verhältnisse angenehm breit. Zunächst geht es von Drammen über die E134 nach Kongsberg. Dort verlassen wir diese Straße und folgen der 37 nach Gryta. Die 361 führt uns dann wieder zurück auf die E134, auf der wir dann bis hinter Seljord bleiben. Bei Brunkeberg zweigen wir auf die 41 ab, eine Straße, bei der ich mir wünsche, mein Motorrad dabei zu haben. Eine Kurve an der anderen schraubt sie sich auf der einen Seite den Berg hoch und auf der anderen wieder hinab. Dann sind wir am Nissersee. Südwärts geht es an ihm entlang. Beim dritten Campingplatz halten wir an—der gefällt uns am besten. Die Karte sagt uns, dass wir in Vik angekommen sind. Ach so, der Wetterbericht fehlt ja noch: Bei Sonnenschein losgefahren, dazwischen heftige Regenschauer, jetzt am Campingplatz trocken, Wolken und Sonne teilen sich den Himmel.

7. Tag (09.08.2007)
Nach einer ruhigen Nacht am Nissersee fahren wir die RV41 zunächst wieder einige KM nordwärts, weil wir heute den Suleskavegen unter die Räder nehmen wollen. Diese Straße wurde im Zuge des Kraftwerksausbaus angelegt und führt über eine herrliche Hochebene in Richtung Lysebotn und Stavanger. Aber bevor wir am Startpunkt dieses Weges ankommen, heißt es noch einige KM die Straßen mit den Nummern 38 und 45, zunächst Richtung Dalen, dann Richtung Valle, zu fahren. Auch dabei können wir wieder Norwegen pur erleben: Entweder wir schlängeln uns an wunderschönen Seen entlang oder es geht wieder einmal irgendwo steil den Berg hinauf oder runter. Den heutigen Clou erleben wir, als unser Navi meint, uns ca. 20 KM vor Dalen eine Abkürzung anbieten zu müssen. So fahren wir zwei Straßen, nicht breiter als eine Fahrzeugbreite, mit unzähligen Schlaglöchern—aber immer hochkonzentriert, denn schließlich kann selbst hier der unvermeidliche Lastwagen entgegenkommen.
Kurz vor Valle halten wir dann an einem wunderschönen Platz neben dem Naturschwimmbad, das wir jetzt schon zum dritten Mal sehen und wo uns der selbstgemachte Cappuccino ganz besonders gut schmeckt. Bei Brokke biegen wir dann auf den Suleskavegen ab. In kürzester Zeit hat man sich auf über 1.000 Höhenmeter hochgeschraubt und fährt dann über die urwüchsige Hochebene oberhalb der Baumgrenze. Selbst Anfang August gibt es noch vereinzelt Schneefelder neben der Straße. Nicht vereinzelt, sondern in Herden findet man unzählige Schafe auf und neben der Straße—die übrigens meist zu schmal für zwei Fahrzeuge ist! Aber Gottseidank ist hier ja nur sehr wenig Verkehr und es gibt genügend Ausweichstellen. Einen Übernachtungsplatz, der uns gefällt und nicht einfach nur eine Ausweichstelle an der Straße ist, finden wir nicht, und der Campingplatz beim Skizentrum sieht ja nun gar nicht nach unserem Geschmack aus.
So fahren wir weiter und belegen dann den Campingplatz Sageneset Feriesenter, der total ruhig in einem Seitental in Solheim liegt. Der Platz überrascht uns: Er hat sogar ein kleines, kostenpflichtiges Schwimmbad mit Naturwasserrutsche und kostenlosen W-LAN-Anschluss. So können wir unter wetter.com die Wettervorhersage für Südnorwegen checken und sind beruhigt: Zumindest die nächsten Tage soll das Wetter so schön bleiben, wie es heute war.

8. Tag (10.08.2007)
Wir können bei strahlendem Sonnenschein im Freien frühstücken. Anschließend tanken wir in Svartevatn, kaufen etwas Obst, Milch und Brot ein und fahren dann durch die wunderschönen Hochtäler Hunnedalen und Ovstabodalen, immer entlang der mautpflichtigen Rv45 Richtung Westen. Diese Strecke ist landschaftlich gesehen einfach ein Teil des Pflichtprogramms, was man im südlichen Norwegen gesehen haben sollte. Fahrerisch sind 2/3 der Strecke eher Erholung als Anstrengung, den die Straße ist überwiegend schnurgerade und recht breit. Erst das letzte Drittel Richtung Byrkjedal verlangt wieder volle Konzentration und vorausschauendes Fahren: Viele enge Kurven zwingen bei Gegenverkehr schon mal zur Vollbremsung!
Interessant geregelt ist übrigens auch das Bezahlen der Maut: Wer, wie wohl die meisten Touristen, dieses kleine graue Kästchen nicht im Fahrerraum hat und auf Barzahlung angewiesen ist, wird auf einer Infotafel darauf hingewiesen, trotzdem ohne anzuhalten durch die Mautstelle durchzufahren und in einem der drei folgenden Orte zu bezahlen. Wir entscheiden uns für die Bezahlung im großen Info- und Touristikcenter in Byrkjedal, was dazu führt, dass wir dort natürlich deutlich mehr als nur die 40 Kronen Maut zurücklassen. Aber wer kommt schon an norwegischen Elch-Kaffeetassen vorbei!
In Gilja verlassen wir die Rv 45 und biegen ab Richtung Wasserfall Manafossen. Das Wetter hat sich zwischenzeitlich geändert, das gesamte Tal ist in Nebel gehüllt. Der Weg zum Parkplatz, ca 15 KM, ist ausgezeichnet ausgeschildert. Am Parkplatz selbst lernen wir eine neue Art der Bezahlung der Parkgebühr (20 Kr.) kennen: Wir nehmen aus einem Behälter einen Umschlag, füllen unsere Fahrzeugdaten aus, werfen das Geld in den Umschlag, trennen die Quittung ab und werfen den Umschlag in einen zweiten Behälter. Die Quittung muss man dann sichtbar ins Auto legen. Für Nichtnorweger scheint das recht kompliziert zu sein, denn wir beobachten einige Touristen, die das nicht in die Tat umsetzen. Laut Infotafel geht man ca. 30 Minuten bis zum Aussichtspunkt auf den Wasserfall, der 92 m im freien Fall ins Tal stürzt. Außerdem sagt die Tafel, dass man nur mit entsprechender Ausrüstung den Weg gehen soll—das ist für uns kein Problem, Bergschuhe, Rucksack und Stöcke liegen ja griffbereit im Womo. Nach gut 20 Minuten über viele Felsen, die mit Ketten oder Leitern versehen sind, kommen wir am Aussichtspunkt an.
Leider ist der Nebel mittlerweile so stark, dass wir den Wasserfall nur erahnen können, obwohl er doch keine hundert Meter auf der anderen Seite des Tals geräuschvoll in die Tiefe donnert. Aber allein für diesen recht unheimlichen Eindruck hat sich der Weg hierauf gelohnt. Da wir noch genügend Energie haben, gehen wir noch weiter—denn auf der Infotafel haben wir auch gelesen, dass man in einer weiteren halben Stunde am oberen Ende des Tals, in Man, ankommen wird. Auch dieser Weg ist sehr abwechslungsreich und macht viel Spaß! Nach einer kleinen Brotzeit machen wir uns wieder auf den Rückweg zum Womo, wo wir nach insgesamt gut 2 Stunden Gehzeit ankommen.
Eigentlich könnte man auf dem Parkplatz beim Wasserfall sehr gut über Nacht stehen bleiben; selbst ein Plumpsklo ist in der Nähe und nachts kommt da bestimmt niemand hin. Aber weil wir hoffen, dass Richtung Nordsee der Nebel sich auflöst, fahren wir weiter Richtung Stavanger. Unser Reiseführer beschreibt, dass man auf dem Campingplatz bei Olberg (Nahe Sola, bzw. Stavanger) mitten in den Dünen stehen kann. Das wollen wir überprüfen und können es auch nur bestätigen: Ein uriger Platz direkt am Meer, eingebettet in die Dünen, lädt uns zum Übernachten ein. Wir stehen nur wenige Meter vom Wasser entfernt und freuen uns auf den obligatorischen Strandspaziergang.

9. Tag (11.08.2007)
Der Nebel, der uns gestern schon den Blick auf den Wasserfall verbaut hat, hat sich zu einer konstanten hochnebelartigen Bewölkung festgesetzt, die über dem ganzen Küstenstreifen rund um Stavanger liegt. So verlassen wir diese Gegend, um ins Landesinnere zu gelangen. Als heutiges Tagesziel haben wir Odda am Sorfjord, einem Nebenarm des Hardangerfjords, ausgesucht. Auch wenn die Strecke dahin uns schon bekannt ist, (weil wir sie 2004 schon gefahren sind), so ist es doch wieder ein schönes Erlebnis: Zunächst "Inselhopping" an der Küste nordwärts die E 39. Ein echtes straßenbautechnisches Meisterwerk: Wir unterqueren zweimal die Nordsee, einmal 223 Meter und einmal 123 Meter unter der Wasseroberfläche in den wohl tiefsten Unterwassertunneln der Welt; fahren dann in Mortavika für ca. 170 Kronen mit der Fähre weiter und rattern über zahllose Brücken, bevor wir dann auf der Höhe von Haugesund nordöstlich auf der E 134 ins Landesinnere abbiegen. Und was entlang der Küste die Brücken, das sind auf dieser Straße die Tunnel.
Kurz hinter Skare erfüllen sich dann unsere Hoffnungen: Hier, östlich des Folgefongletschers, haben die Wolken keine Chance mehr. Hier scheint die Sonne! Wir fahren dann noch ca. 20 KM bis Odda, lassen den Latefossen-Wasserfall rechts liegen (zumal der kleine Parkplatz davor wieder mal hoffnungslos überfüllt ist) und finden in Odda auf dem dortigen Campingplatz einen traumhaft schönen Platz für unser Womo: Direkt am Wasser, mit absolut freiem Blick zum Latefossen, dessen Rauschen man selbst auf 15 KM Entfernung noch hören kann!

10. Tag (12.08.2007)
Heute wollen wir zum Voringfoss-Wasserfall wandern. Er liegt oberhalb des Eidfjords am Ende des Mabotals. Dazu müssen wir zunächst rund 70 KM von Odda aus nordwärts am Sorfjord entlang fahren. Wir freuen uns schon beim Start auf die guten Kirschen, die entlang dieser Straße an zahlreichen kleinen Obstständen verkauft werden. Gleich beim ersten schlagen wir zu. Teuer, aber gut! Leider löst sich der Nebel, der sich seit heute Morgen wieder überall breit macht, nicht auf. Im Gegenteil: Je näher wir unserem Ziel kommen, um so dichter wird er. An eine Wanderung ist nicht zu denken, wir haben gerade mal 50 Meter Sichtweite.
So stochern wir der Straße Nr. 7 entlang durch den Nebel. Diese Straße windet sich hinter Eidfjord auf abenteuerliche Weise nach oben—die Anzeige im Navi schaut aus wie eine Brezel! Tunnel mit wildesten Kurven drinnen wechseln sich ab. Schade, dass man von der Natur drum herum nichts sieht. Erst ganz oben, auf der Hardangervidda, reißt die Bewölkung auf und wir haben eine tolle Sicht über die fast unendlich wirkende Weite dieses Hochplateaus. Der Hardangerjokulen, der sechstgrößte Gletscher Norwegens, strahlt in bläulichen Farben in der Sonne. Die Straße über das Fjell scheint kein Ende zu nehmen—Natur, soweit das Auge reicht.
Wir fahren weiter über Geilo nach Gol, wo wir nordwestlich auf die Rv 52 abbiegen. Unsere Hoffnung ist, dass uns das einigermaßen gute Wetter folgt, wenn wir aus dieser Richtung wieder ins Fjordnorwegen kommen. Aber das wissen wir frühestens morgen, denn heute fahren wir nur noch bis zu einem Campingplatz in Hemsedal. Das Wetter ist hier durchwachsen. Wir essen im Freien, müssen uns dabei sogar im Schatten vor der heißen Sonne verstecken, und eine halbe Stunde später flüchten wir ins Womo, weil ein Regenschauer durchzieht.

11. Tag (13.08.2007)
"Ja verfolgt uns dieser Sch... Nebel eigentlich?" Das ist die Frage, die wir uns nach dem Aufwachen stellen, denn alle Berge rings um uns herum sind in dichte Wolken gehüllt. Da fällt uns die Abfahrt von Hemsedal nicht schwer. Gottseidank reißt die Wolkendecke schon beim Frühstück auf, und bis wir auf der Rv 52 über das Morkedalen oben auf dem Fjell angekommen sind, haben wir schönes Wetter. Obwohl die Wolken am nördlichen Ende der Hochebene Schlimmes vermuten lassen!
Aber je länger wir uns entlang der E 16 dann talwärts durch das Laerdalen bewegen, umso sicherer ist, dass zumindest heute noch recht passable Wetterbedingungen herrschen werden. So passabel, dass wir den kleinen Abstecher nach Laerdalsoyri einbauen, wo wir schon letztes Jahr waren und wo es einen guten Cappuccino gibt. Dummerweise müssen wir feststellen, dass unsere norwegischen Sprachkenntnisse schon ausreichen zu verstehen, dass "Cafe stengt 13.08." heißt, dass das Cafe gerade heute zu hat! Also braut Eveline kurzerhand selber einen guten Latte macciato, bevor es dann zur längsten Tunnelfahrt der Welt geht: 24,5 KM durch den Laerdaltunnel nach Flam, unserem heutigen Etappenziel.
Den Tunnel kennen wir schon vom letzen Jahr, so ist das keine allzu große Aufregung. Trotzdem stellen sich dauernd solche Gedanken ein wie: "Wenn wir jetzt zu Fuß zum Ausgang müssten, wären wir wohl mindestens zwei Stunden unterwegs" oder "Mein Gott, bis zum anderen Ende sind es ja länger als ein Halbmarathon!" Die drei großen Hallen, die extra im Tunnel etwas Weite und Himmel simulieren sollen, freuen uns natürlich so wie jeden Touristen—auch wenn wir dieses Jahr auf den Fotostopp verzichten.
Flam besuchen wir jetzt schon zum dritten Mal. Und auch wenn wir wissen, dass es der totale Touri-Ort ist, in dem alles etwas teurer ist als anderswo, so können wir uns der Faszination dieser Ortschaft nicht entziehen: Fjord, hohe Berge, Bahngleis und Schiffsanlegestelle direkt nebeneinander, das hat schon etwas einmaliges!
Besonders toll wird es nach 17.00 Uhr, wenn die Touristenströme abgezogen sind und der Ort nur noch den wenigen Einheimischen und den Übernachtungsgästen gehört. Nach einem ausgiebigen Shoppingbummel gehen wir zurück zu unserem Womo, das heute über den Dächern von Flam am höchsten Stellplatz des Flamer Campingplatzes steht. Die Aussicht von hier über den Fjord und den Ort ist wirklich ein Traum.

So, wie gesagt, den Rest könnt Ihr ja bitte auf meiner Homepage weiterlesen - schliesslich freut sich mein Counter über jeden!!
Hermann

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Administrator am 30 Aug 2007 13:21:48

Hermanns hat geschrieben:
So, wie gesagt, den Rest könnt Ihr ja bitte auf meiner Homepage weiterlesen - schliesslich freut sich mein Counter über jeden!!
Hermann


Dann tu doch - völlig regelkonform - den Link zu Deiner Homepage gleich an erste Stelle über Deinen Text. :wink: Das ist vollkommen ok.

Tipsel am 30 Aug 2007 14:23:42

Da seid ihr aber ganz schön rumgekommen und habt viel gesehen in der kurzen Zeit.

:respekt:

Anzeige vom Forum


Gast am 30 Aug 2007 17:06:44

Da möchte ich mich am liebsten gleich wieder ins Auto setzen :D

Werde erst mal den counter der webpage schwitzen lassen :D

Gast am 30 Aug 2007 17:45:17

Hallo Hermann,
danke für einen wirklich interessanten Reisebericht. Sogar Fotos sind dabei - sehr gute, übersichtliche HP.
Prima, dass du Links zu den CP reingestellt hast, frage mich aber immer, warum so viele Womos diese überteuerten CP benutzen und nicht frei stehen.

Als ich gelesen hatte, das ihr in Drammen übernachtet habt, musste ich schon ein bisschen staunen. In N gibt es da so einen "Spruch", den jeder kennt und immer wieder gern benutzt. Da muss man erst mal erklären, dass das norwegische Wort "dram" mit Schnaps übersetzt werden kann:
heller en dram i timen, enn en time i Drammen.
Lieber einen Schnaps pro Stunde, als eine Stunde in Drammen.
Drammen wird nicht gerade als norwegens Perle angesehen, obwohl sich dort in den letzten Jahren viel verändert hat.
Wunderte mich auch, dass ihr nicht auf dem Spiraltoppen übernachtet hattet, aber man kann eben als Tourist nicht alles wissen.

Hermanns am 30 Aug 2007 18:54:02

Hallo Andreas,
versteh ich gut, wenn du dich darüber wunderst, warum man auf überteuerten Campingplätzen steht. Bei uns hat das dieses Jahr einen besonderen Grund gehabt: Nach einigen Jahren Abstinenz ist ja, wie du gelesen hast, unsere Tochter mal wieder mitgefahren - und hat, so war´s von Anfang an vereinbart, im kleinen Zelt übernachtet. Dabei mussten wir dann dem "erhöhten Sicherheitsbedürfnis" der Tochter Rechnung tragen. Sprich: So fühlt sich im Zelt auf einem CP um ein vielfaches wohler als im Zelt freistehend. Aber du hast recht, meine Frau und ich haben uns vorgenommen, das nächste Mal, wenn wir wieder alleine sind, mehr nach freien Plätzen (wie der auf dem Spiraltoppen!!!) umzusehen.
Hermann

womo-klaus am 12 Sep 2007 02:14:24


Hallo Hermann,

sehr schöner Reisebericht und tolle Fotos auf Deiner Homepage.
Freue mich immer über Reiseberichte aus Norge, vor allem wenn man dann auch noch bekannte Namen von Orten liest, wo man selber schon gewesen ist.
Hier hat man dann sofort ein Bild vor Augen.... und könnte schon wieder losfahren. :D

Ich bastle zur Zeit auch an meinem Reisebericht und versuche die Fotos irgendwie dann hier mit einzubetten, denn eine Homepage habe ich nicht.

Wird aber langsam Zeit....

Sonst ist Norwegen doch nicht ganz so preiswert, aber bei den Campingplätzen liegen sie aber weit unter den deutschen Preisen. Ich würde sie eher mit deutschen Wohnmobil-Stellplatzpreisen vergleichen (11-16 Euro).

in den Süden der Republik ....

Klaus :wink:

Bernd-66 am 21 Jan 2008 22:17:43

Hallo Hermann,

ich habe eben deinen Reisebericht auf deiner HP gelesen. Alle Achtung, super gemacht. Beim lesen stellte sich bei mir direkt das Fernweh ein. Ich war schon einige male in Norwegen, bisher aber immer nur in Ferienhäusern. Ich werde mir nun in diesem Jahr eine WOMO zulegen um Norge zu erkunden. Die Strecke nach Lyseboten kenne ich, ich war schon mehrmals in der Region Evje.
Nun habe ich noch eine Frage zu deiner Reiseroute:

Ich bin bisher immer via Hirtshals ---> Kristiansand nach Norge gefahren, ich kenne auch die Fähre Hirtshals ---> Langesund. Du reist über Schweden ein. Wie lange fährst du durch Schweden ? Mir kommt das doch sehr weit vor.



Bernd-66

Hermanns am 21 Jan 2008 23:35:57

Hallo Bernd,
da hast du nicht unrecht - da fährt man natürlich ein ganzes Stück mehr als wenn man eine der typischen Fähren nach Norwegen benutzt. Aber bei mir kommen da mehrere Gründe zusammen:
1. Mir wird schon schlecht, wenn ich ein Schiff sehe und ich bin froh, wenn die knappe Stunde von Puttgaden nach Dänemark überstanden ist! Im Jahr 2006 hab ich mal versucht, Kilometer zu sparen und bin dann von Hanstholm nach Egersund mit der Fähre, aber meinem Magen hat das überhaupt nicht gefallen!
2. Meine Frau und ich lieben die absolute Unabhängigkeit, die ein Womo bietet und wir wollen uns von vorgebuchten Fähren keinen Stress machen lassen. Da bietet sich natürlich die Vogelfluglinie an - wir kommen, wann wir wollen und müssen max. eine knappe Stunde warten. Besonders von Vorteil finde ich das übrigens bei der Heimreise!
Und außerdem muss ich feststellen: Egal ob lange Womo-Strecke über Schweden oder längere Fähre nach Norwegen: Von München aus brauch ich immer drei Tage, bis ich auf der Höhe von Oslo bin.
Also, du siehst, da entscheidet bei mir mehr der Bauch (im wahrsten Sinn!) als der Kopf. Ich kann mich übrigens erinnern, dass wir vor langer Zeit sogar einmal dieses Thema im Forum hatten, da hat sich auch gezeigt, dass es für beide Alternativen Befürworter und Gegner gibt.
Viel Spaß beim planen deies Urlaubs; auch wir werden ab Mitte Juli wieder für 4 Wochen in Norwegen sein - und wenn das Wetter es zulässt, hauptsächlich nördlich des Polarkreises!
Hermann

Bernd-66 am 22 Jan 2008 13:00:05

Hallo Hermann,

ja, das sind einfach Argumente die jeden überzeugen. Nun, ich bin schon mehrmals mit Color Line nach Kristiansand gefahren und hatte immer Glück. Mein erster größerer Tripp wird mich in diesem Jahr in die Bretagne führen. Aber im nächsten Jahr steht Norge wieder auf dem Plan.
Für euren Urlaub schon jetzt eine "gute Fahrt", grüßt mir die Elche ....
:)

Bernd-66

steinar am 24 Jan 2008 00:11:48

Hallo Bernd-66!
Als Norweger ist mein "Urlaubs-Land" die BRD, und nach Deutschland und zurück fahre ich über Schweden und Dänemark. Mit PKW legen wir die Strecke Oslo - Kopenhagen (etwa 620 KM) in etwa 6 und halb Stunden hinter uns. Die Strecke Kopenhagen - Gedser,DK (Fähre Rostock) etwa 2 Stunden.

Fähre Kiel - Oslo um die 20 Stunden.
Fähre Kiel - Göteborg, S, ca. 13 Stunden. Göteborg bis Oslo 3,5 Autostunden.

Steinar aus Norwegen.

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