Herbstferien in Baden-Württemberg, 1 Feiertag enthalten, bedeutet 4 Urlaubstage für 9 Womo-Tage.
NUR:
Was tun, wenn der Urlaub so langsam aber sicher zur Neige geht? Pech gehabt, lassen wir das mit den 9 Tagen. Also Mittwoch weg, Donnerstag Feiertag, Freitag Gleittag und dann das Wochenende.
WOHIN:
Bad-Dürrheim könnten wir mal wieder, doch das 49,-- € Angebot hatte im November keine Gültigkeit mehr. Also doch ein Spaßbad? So richtig Lust hatte ich hierzu nicht. Eher durch Zufall, beim stöbern in alten Mobilzeitschriften die Idee: Ein UNESCO Welterbe sollte es sein.
Goslar und der Rammelsberg, gleich zwei Welterben, 400 km Fahrt, das ist zu schaffen, können wir doch am Mittwoch bereits um 16:00 Uhr auf die Piste.
NUR:
Die Rechnung ohne unseren Kleinsten gemacht. Mittwoch = 31.10. = Halloween. Also zuerst mal sehen, ob die Nachbarn süßes geben oder saures wollen. Anmerkung: Sie haben sich für süßes entschieden. Nachdem mit den Freunden die Süßigkeiten geteilt waren, konnte es gegen 20:00 Uhr los gehen. Die Autobahn war voll, viele Baustellen, unzählige LKW-Kolonnen, zäh fließender Verkehr und dennoch konnten wir gegen 01.00 Uhr den kostenfreien Parkplatz in der Hildesheimer Str. erreichen.
Dieser befindet sich unmittelbar hinter der ARAL-Tankstelle. Angeblich soll man hier entsorgen können, direkt gesehen habe ich diese jedoch nicht, bestand auch keine Veranlassung. Die Stadt gestattet das Parken für 24 h.
Die Lage des Platzes ist gut, bis in die Altstadt zu Fuß ca. 5 – 10 Minuten.
Am nächsten Tag stand Stadtbesichtigung auf dem Programm, zu Fuß überhaupt kein Problem. Museen lassen wir wegen der Kinder und Forrest Gump unserem Golden Retriever außen vor.
Gegen 20:00 Uhr verlassen wir den Platz und fahren zum Rammelsberg. Das Bergwerk steht auch auf der Liste der UNESCO. Wir übernachten auf dem Parkplatz allerdings ohne VE und Strom. Ist ja kein Problem, so weit sind wir schon autark.
Am nächsten morgen die Qual der Wahl. Insgesamt 5 Führungen bieten sich uns an, in Frage kommen schließlich der Röder Stollen, in dem man die Erzgewinnung vor der Jahrhundertwende besichtigen kann oder die neuzeitliche Gewinnung bei der man mit einer Grubenbahn in das Bergwerk einfährt.
Wir entschließen uns für den Röder Stollen. In einer kleine Gruppe unter fachkundiger Führung ging es hinein in die „Unterwelt“. Absolut fasziniert von diesem Rundgang die weitere Entscheidung, auch die Führung mit der Grubenbahn zu buchen, denn schließlich ist man nicht jedes Wochenende hier.
Zu den Kosten. Familienkarte 26,-- € für einen Rundgang. Nimmt man einen weiteren Rundgang in Anspruch schlägt dieser nur noch mit 12,-- € zu Buche. 38 € für ~ 21/2 Stunden Führung ist zwar einerseits viel Geld, überlegt man sich jedoch den Eintritt in ein Kino..... Durch die beiden kostenfreien Übernachtungsplätzen war der Eintrittspreis jedoch sehr schnell wieder wett gemacht.
Am Nachmittag ging es dann auch gleich weiter in das ~ 40 km entfernte Wernigerode. Über die zweispurig ausgebaute B 6 war die Stadt schnell erreicht. Auf dem großen Parkplatz sind einige Wohnmobil Stellplätze ausgewiesen. Kosten 2,50 € für 24 h. Aufenthaltsdauer unbeschränkt (war zumindest kein Hinweis zu sehen). An einer verschlossenen Entsorgungsstation werden weitere 2,-- € fällig. Zahlbar an dem danebenliegenden Schalter der Stadtbimmelbahn, die Mitarbeiterinnen schließen die Station auf. Am Abend kurzer Stadtbummel durch die sehr gepflegte und wunderschön anzusehende Altstadt, dann etwas früher in die Koje, denn am nächsten Morgen sollte es mit der Harzer Schmalspurbahn auf den Brocken gehen. Erwachsene 24,-- €, Kinder 12,-- € Hund in der Größenordnung von Forrest ebenfalls 12,-- €. Puuhh, das schlägt ganz schön auf den Geldbeutel für jeweils 1,5 Stunden hin und 1,5 Stunden zurück. Die Fahrt selbst war ein Erlebnis. Mit der Dampflok mitten durch den herbstlichen Harz. Auf dem Brocken angelangt, dichter Nebel, Wind peitscht uns um die Ohren, Nieselregen in Verbindung mit dem Wind erscheinen uns wie eine unangenehme Dusche und zu allem Elend war dann noch die gestreckte Erbsensuppe.
Wir beschließen bereits eine Stunde nach unserer Ankunft den nächsten Zug für die Rückfahrt zu nehmen. Aber immerhin, wir waren auf dem Brocken!
Nach der Ankunft in Wernigerode erst einmal im Womo aufwärmen, dann nochmals ein Stadtbummel, denn am nächsten Tag soll es wieder Richtung Heimat gehen, die wie auch die Hinfahrt geprägt war von zäh fließendem Verkehr, kleineren Staus und einer großen Verkehrsdichte.

