Bevor der Berufsalltag wieder richtig beginnt, schreibe ich noch schnell einen Kurz-Bericht über unsere Fahrt nach Südfrankreich vom 7. – 24. März. Hoffentlich – es ist mein Erstversuch - klappt es, die ausgewählten Bilder zu integrieren.
Nach einwöchigem Studium der Wetterlage und -vorhersage entscheiden wir uns erst einen Tag vor der Abreise, nicht nach Norditalien, sondern nach Südfrankreich zu fahren : Es dürfte nach unserer Einschätzung dort wärmer, sonniger und trockener werden. Also kommen die schon bereit gelegten Italien-Unterlagen wieder ins Regal und die ebenfalls schon sortierten Frankreich-Unterlagen ins Womo.
Von Hamburg bis ans Mittelmeer sind es immerhin etwa 1500 km und damit für einen gut zweiwöchigen Urlaub ganz schön weit. Hinzu kommt, dass so viele Kilometer langweilige Autobahn doch etwas ätzend ist. Unsere Route : Hamburg – Freiburg – Moulhouse – Dijon – Lyon und weiter südlich. Immerhin gibt es in Frankreich einige interessante Städte anzusehen, was für eine angenehme Fahrtunterbrechung sorgt : Dijon, Beaune, Lyon, Valence und später – uns schon bekannt – Orange, Avignon, Nimes und Arles.
Wir übernachten in Dijon am Rande der Altstadt auf einem großen Parkplatz auf dem place de la republique, was allerdings wegen der vielen Besucher der nahen Restaurants, die nach etlichem Rotwein angeheitert nicht gerade leise nach Hause fahren, nicht ganz ruhig ist.
In Lyon sollte man nicht versuchen, mit dem Womo in die Stadt zu fahren, da es ziemlich ausgeschlossen ist, dort einen Parkplatz zu finden. Man kann vor dem örtlichen Campingplatz (von der Autobahnausfahrt an ausgeschildert) parken (oder dort bleiben) und von dort einen Bus zur nächsten U-Bahn-Station nehmen. Nach kurzer Zeit ist man dann in der sehr sehenswerten Innenstadt.
Die nächste Nacht verbringen wir in dem Dorf Gervans ca. 50 km südlich von Lyon. Hier gibt es einen (kostenlosen) Stellplatz für 6 Mobile mit einer perfekten (ebenfalls kostenlosen) VE-Einrichtung. Der Platz ist –Anfang März - aber schon am späten Nachmittag voll. Im Sommer sollte man ihn daher nicht allzu spät ansteuern.
Am nächsten Tag fahren wir – ein Muss bei einer Südfrankreich-Fahrt – die Gorge de l` Ardeche ab, ein wild zerklüftetes Tal, durch das sich der Fluss Ardeche, auf dem im Sommer unzählige Kanu-Touristen unterwegs sind, windet. Jetzt aber sind wir nahezu alleine dort.
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Den ersehnte Frühling gibt es hier aber nicht, sondern bewölkten Himmel und 8 Grad. Deshalb entschließen wir uns nach einem Blick in den Wetterbericht, ans Mittelmeer zu fahren, wo es sonnig und warm sein soll. Zwei Stunden später sind wir in Les Saintes Maries de la Mer, das langsam aus dem Winterschlaf erwacht. Saisonbeginn ist offensichtlich Ostern in 12 Tagen. Der Stellplatz am Oststrand ist nur mäßig besucht. Kosten - auch schon jetzt im März - 8 € pro Tag. Das Wetter : blauer Himmel mit einigen Schäfchenwolken und etwa 18 Grad im Schatten. Genau das Richtige, um lange Spiergänge an dem menschenleeren und nicht enden wollenden Strand zu unternehmen bzw. in der Sonne zu faulenzen oder einem – unblutigen – Stierkampf zuzusehen.
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Entgegen unserer sonst üblichen Reiselust bleiben wir mehrere Tage hier, weil wir doch etwas Erholung nötig haben. Als sich dann aber der Himmel plötzlich verdunkelt und ein Sturm losbricht, der das Womo nur so durchschüttelt, ist der Abschied angesagt.
Eigentlich hatten wir uns vorgestellt, über die Küstenstraße der Cotes d´Azur, Turin, Mailand, Lago Maggiore und die Schweiz langsam zurück zu fahren. Davon nehmen wir dann aber doch Abstand. Wir wissen zwar, dass es an der Cotes d´Azur so gut wie keine Stellplätze und stattdessen überall Anti-Womo-Balken gibt, so dass man meistens nicht einmal für kurze Zeit parken kann. Hinzu kommt jetzt aber, dass im März auch noch keine Camping-Plätze als Ausweich-Möglichkeiten offen haben. Zum zweiten haben wir von Stellplatz-Nachbarn gehört, dass es dort sogar jetzt schon ein permanentes Verkehrschaos existiert und man ständig auf die Bremslichter des Vordermannes achten muss und kaum Zeit für einen Blick nach links oder rechts hat. Also entscheiden wir uns, durch die Provence gen Osten zu fahren.
Die Provence von Arles bis nach Italien ist sehr gut, genau und humoristisch beschrieben von Ralf Gréus, der im Womo-Verlag die beiden Provence-Bücher geschrieben hat. Er hat dort nicht nur die sehenswerten Strecken und die vielen kleinen Orte beschrieben, sondern auch zahlreiche Stellplätze auf seinen Fahrten entdeckt. Wir konnten wegen der wenigen Tage nur Teile seiner Routen nachfahren und die von ihm beschriebenen Orte und Gegenden besichtigen. Die Anschaffung beider Bücher hat sich aber allemal gelohnt. Für die, die jetzt mit der Stirn runzeln : Ich bekomme für diese Werbung kein Honorar. Ich kenne Ralf Gréus auch nicht.
Das Wetter in der Provence : überwiegend sonnig mit etwa 18 Grad im Schatten. Dafür wird es aber nachts gerade mal meist 4 Grad, da man sich hier doch reichlich höher befindet als am Mittelmeer.
Zunächst besichtigen wir das römisch geprägte Arles mit Amphitheater, Arena und einer schönen Altstadt.
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Weiter geht es nach Les Beaux des Provence, einem beschaulichen Ort auf einem Berggipfel, der angesichts der zahllosen Andenkenläden und Restaurants im Sommer wahrscheinlich brechend voll mit Touristen ist und den man deswegen dann wohl meiden sollte.
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Wir übernachten in Gordes, einem mit Les Beaux vergleichbaren, aber nicht so touristischen Ort, in dem es sogar gleich zwei Stellplätze gibt (im März noch kostenlos, sonst 5 €, VE).
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Weiter geht es nach Roussillion, das ebenso schön wie Gordes ist, darüber hinaus jedoch für die Ockerfelsen berühmt ist.
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Wir übernachten ein Ende südlicher in Lourmarin, einem ebenfalls netten Ort, der – wie alle anderen auch – von den ursprünglichen Einwohnern weitgehend verlassen ist. Bei drei Lokalen gibt es fünf Maklerbüros. Stellplatz : der örtliche Parkplatz mit Toilette und Wasser.
Am nächsten Tag fahren wir auf der D 973 und der D 952 bis Ste Croix an den gleichnamigen Stausee, der gewaltig groß in die umliegenden Berge eingebettet ist. Auch nach einem langen Spaziergang am Seeufer entlang können wir von dem Stellplatz aus (6 €, aber jetzt im März noch nicht, VE) auch weiterhin den Blick auf den See genießen (aber nur, weil wir schon mittags da waren. Am Nachmittag sind alle etwa acht Plätze in der ersten Reihe belegt, und das schon am 19. März!
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Heute ist der Canyon du Verdon angesagt, die Mutter aller Schluchten. Es gibt zwei Routen entlang der Schlucht. Die südliche führt u.a. durch zwei sehr enge Tunnel, wo man den Beifahrer mit einer Taschenlampe losschicken soll, um den Gegenverkehr vor dem Tunneleingang anzuhalten. Da ich das meiner Frau nicht antun will, nehmen wir die nördliche Route, die „Route des Cretes“, auf der wir uns über endlose Serpentinen bis auf 1285 Meter hoch schrauben und von dort faszinierende Blicke in das tiefe Tal des Verdon und in die umliegenden Bergmassive genießen.
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Aber auch, nachdem wir die Route des Cretes wieder verlassen haben und auf der D 952 weiter fahren, ist die Landschaft alles andere als langweilig.
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Wir fahren bis Castellane, einem netten kleinen Ort, wo wir auf dem örtlichen Stellplatz (5 €, VE) übernachten.
Jetzt wollen wir in vier Tagen nach Hause fahren : Grenoble, Genf, Lausanne, Bern, Basel usw. Kurz Gap geraten wir in den Bergen mitten in den Winter hinein und sind – trotz Winterreifen – froh, dass der Schnee bei der Fahrt hinunter nach Grenoble in Regen umschlägt. Zum Bleiben animiert das aber andererseits auch nicht gerade.
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Die Wetterinformation von tomtom sagt uns, dass in der Schweiz auf unserer Route abwechselnd Regen, Schneefall oder Graupelschauer angesagt sind. Deswegen wollten wir die Fahrt an den Genfer See und durch die Schweizer Berge eigentlich nicht machen. Also fahren wir über Lyon, Dijon in Richtung Mulhouse. Die Fahrt auf der Autobahn kostet uns zwar doppelt soviel wie eine Schweizer Jahres-Vignette (diese jetzt 25 €), aber wir kommen flott durch. Wir übernachten in Thann in der Nähe von Colmar, einer netten Kleinstadt mit einem Stellplatz auf dem Großparkplatz im Stadtzentrum (kostenlos, VE).
Für die Rückfahrt durch Deutschland von Süden nach Norden ist nur schlechtes und kaltes Wetter angesagt. Nach drei Stunden durch - fast pausenlosen - Regen entschließen wir uns, auch heute durchzufahren. Wo sollten wir bei einem solchen Wetter denn auch bleiben und am Nachmittag nette Spaziergänge machen? Nördlich von Kassel kommen wir in dichtes Schneetreiben hinein, das nach Hannover wieder in Regen übergeht. Um 19 Uhr sind wir nach knapp 3.500 km endlich zu Hause, u.a. um etwa 450 € für Diesel und Autobahn-Gebühren ärmer, dafür aber – trotz der ätzenden Rückfahrt – um ausreichend Erholung und viele interessante Eindrücke reicher. Schlussfolgerung : Es hat sich eindeutig gelohnt.

