rump
motorradtraeger
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Traumwochenende im Werdenfelser Land


terradoro am 13 Okt 2008 14:38:06

Liebe Forumsmitglieder,

vergangenes Wochenende haben wir, wie wahrscheinlich sehr viele von Euch, das traumhafte Wetter hier im Süden Deutschlands genutzt um einen Ausflug ins Werdenfelser Land zu machen. Hier unser Wochenendbericht:

Seit wir unser Reisemobil haben stellte sich auch vergangenen Donnerstag Abend wieder die Frage: „Schatz, wo wollen wir denn unser Wochenende verbringen....?“ Die Prognosen sagten eigentlich ein super Wochenende voraus, doch sollte sich an einigen Stellen der Nebel recht hartnäckig halten. Eigentlich wollten wir uns das Altmühltal, den Donaudurchbruch und Kehlheim ansehen. Wetter-Online sagte allerdings genau dort Nebel zumindest bis in den frühen Nachmittag voraus. Also eben mal auf Garmisch geklickt, zur Sicherheit um es etwas einzugrenzen auch noch auf Weilheim und schon stand die Richtung fest. Es sollte ins Werdenfelser Land gehen.

Das Werdenfelser Land nennt man das Voralpengebiet um Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Oberammergau und Murnau vor der beeindruckenden Kulisse der Zug- und Alpspitze, des Karwendel- und Wettersteingebirges. Nicht umsonst nennt man diese Gebiet „Goldenes Landl“ und um so schöner ist es, dass dieser herrliche Flecken Erde nur eine knappe Autostunde von München, gut über die A95 zu erreichen, entfernt liegt.

Am Freitag, mein „Homeoffice-Tag“, den Wecker auf sechs gestellt um ein wenig Zeit herein zu arbeiten. So ist bis die Liebste aufsteht schon einiges erledigt und guten Gewissens kann ich dann gegen 14:00 – 15:00 Uhr in das ersehnte Wochenende starten. An diesem Freitag hatten diesen Plan wohl halb München und so war auf den Straßen schon um diese Zeit reger Verkehr. Wir fuhren auf der A 95 von München in Richtung Garmisch bis zur Ausfahrt Sindelsdorf und dann weiter nach Murnau. Doch wo bitte ist die Sonne hin? War sie uns in München noch hold, versteckte sie sich zunehmend unter hohen Wolken. Es blieb nur auf die Kompetenz der Wetterfrösche von Radio Oberland und Wetter-Online zu hoffen, die uns Mut machten. In Murnau an der Bahn rechts nach Bad Kohlgrub abbiegen und wohlwollend feststellen, das endlich die Bahnunterführung gebaut wird und somit der lästige Bahnübergang bald Geschichte sein wird. Einen letzten Blick auf das Murnauer Moos werfend lassen wir den terassenartig angelegten Ort in dem Wassily Kandinsky und Gabriele Münter von 1909-1914 gemeinsam im Münterhaus lebten, hinter uns.

Es zieht uns nach Saulgrub, einem kleinen verträumten Ort am Eingang des Ammertals. An dem an der Ammer befindlichen Industriedenkmal, Kraftwerk Kammerl, errichtet in den Jahren 1898/99 das älteste Bahnkraftwerk der Welt für Einphasenwechselstrom, verbrachte ich einen großen Teil meiner Kindheit und Jugend. Mein Opa und im Anschluss mein Onkel waren dort Werksmeister und diesen wollten wir heute Abend besuchen. Nach freudiger Begrüßung und Besichtigung unseres fahrbaren Hotelzimmers, lud er uns in das frisch renovierte Gasthaus „Acheleschwaig“ ein. Das ehemalige Gasthaus welches mehr als ein viertel Jahrhundert leer stand und dem Verfall preisgegeben war, wurde wieder liebevoll hergerichtet und stilgerecht saniert. Die Küche setzt schwerpunktmäßig auf heimische Produkte und die kleine saisonal angepasste Karte unterstreicht auch hier, dass man sich auf's Wesentliche beschränkt dieses aber perfekt inszeniert. Der Schweinsbraten hat wieder Kultstatus erreicht, Gott sei's gedankt....

Nach einigen kühlen Bieren stellte sich so langsam die Frage nach einem ruhigen Platz für die Nacht da die Einfahrt vor seiner Wohnung völlig ungeeignet war. „Kein Problem, stellt euch doch auf dem Platz hinter den V-Markt. Der gehört der Gemeinde, ist, weil derzeit keine Bahn fährt, sehr ruhig und Probleme hat es dort auch noch nie gegeben“, sagte er. „Die Gemeinde und der Markt dulden es und wenn du dort Morgen frische Semmel kaufst ist alles o.K.. Wie versprochen war die Nacht sehr ruhig und am nächsten Morgen blinzelte die Morgensonne von einem wolkenlosen Himmel durch das Heki. Also raus aus dem Bett, die Türe und Fenster öffnen und die herrlich frische Luft herein lassen. Mit frischen Semmeln, heißem Kaffee und einer großen Portion gute Laune im Bauch in den Tag starten, so haben wir uns das gewünscht. Bevor es dann los geht noch schnell ein paar Bilder vom „Stellplatz“ machen, damit ihr auch etwas davon habt.

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

terradoro am 13 Okt 2008 15:24:29

Wir bekamen den Tipp, doch einmal in Ettal die Schaukäserei zu besuchen. Diese Schaukäserei verarbeitet täglich immerhin 3000 Liter Milch aus der Region von 37 Landwirten die sich zu einer Genossenschaft zusammen geschlossen haben. Sobald man das kleine Gebäude betritt, all die herrlichen Käse in der Auslage liegen sieht und die Nase die olfaktorische Herausforderung annimmt, überkommt zumindest mich, wieder ein Hungergefühl obwohl ich doch gerade eben erst gefrühstückt habe.....aber diesmal bleibe ich standhaft. Eine informative Führung rundet den Besuch ab und jetzt wissen wir wie Milch zum Käse wird, was Molke ist und wie die Rinde an den Käse kommt. Falls ich euer Interesse geweckt habe erreicht ihr die Schaukäserei aus Richtung Oberammergau kommend indem ihr nach der Klostermauer nach links abbiegt. Ein Hinweisschild ist auch gut sichtbar auf der Hauptstraße aufgestellt. Für alle die Käse mögen, aber die weite Anreise scheuen, können erste Genüsse sogar Online erwerben. Das Netz macht heute fast alles möglich.....

Nachdem wir uns satt gesehen und all den herrlichen Duft, den es gratis gab, weg geschnüffelt haben, fuhren wir über Graswang zum Märchenschloß König Ludwigs II Schloss Linderhof welches das letzte Wochenende im Jahr geöffnet hatte. Zu dieser Jahreszeit ein besonderes Erlebnis, so dachte wahrscheinlich halb Süddeutschland denn der Parkplatz war voll. Kein Problem, denn Linderhof kennen wir schon und somit können wir diese Ziel überspringen. Die Landschaft ist gezeichnet von warmen Rot- und Brauntönen, leuchtendes Orange wechselt mit blassem Grün und der Himmel ist immer noch tief blau. Die Berge sind teilweise noch immer in ihr weißes Kleid gehüllt das sie am letzten Wochenende erhalten haben und tragen zu einem für das Auge wundervollen Farbenspiel bei wie es nur der Goldene Oktober in den Bergen kennt. Weiter geht es dann am Plansee nach Reute.

Gast am 13 Okt 2008 15:45:44

Na das ist ja ein wunderbarer Bildbericht geworden.
Schmunzeln muß ich nur über diesen Text:

"Nach einigen kühlen Bieren stellte sich so langsam die Frage nach einem ruhigen Platz für die Nacht da die Einfahrt vor seiner Wohnung völlig ungeeignet war. „Kein Problem, stellt euch doch auf dem Platz hinter den V-Markt"

Da gab´s durch vor kurzer Zeit etwas mit Bier trinken und noch Auto fahren in Bayern ? ;-)


aus dem Norden
Bernd

Anzeige vom Forum


Tipsel am 13 Okt 2008 16:00:20

Wunderschöne Bilder, und wir hocken hier im Nebel :cry:

terradoro am 13 Okt 2008 16:01:05

Stimmt, doch meine bessere Hälfte trinkt keinen Alkohol und somit ist unsere Fahrtüchtigkeit niemals eingeschränkt.

Ansonsten gilt für mich: Dont drink AND drive...!

Gast am 13 Okt 2008 16:43:40

Damit ist du Kuh vom Eis. Falls ihr mal in den Rupertiwinkel kommt, würde ich mich über einen aktuellen Bildbericht von dir freuen. Vor vielen Jahren haben wir denUmkreis vom Waginger- und vom Tachingersee kennen und lieben gelernt.
Ich würd mich freuen wie gesagt....irgendwann.
Bernd

Gast am 13 Okt 2008 17:34:44

Stimmt, das Werdenfelser Land ist ein schöner Ausflug fürs Wochenende und bietet viel Unterhaltungs- Besichtigungs- und Wandermöglichkeiten!!
Ausgesprochen stimmiger Bericht und hübsch bebildert!!

terradoro am 13 Okt 2008 17:38:41

Als Motorradfahrer kenne ich das überwältigende Gefühl an so einem Tag durch die Berge zu fahren und Kurven zu Räubern. Doch heute sitze ich im Reisemobil und verstehe euer Kopfschütteln nur zu gut wenn ihr an so einem wundervollen Tag, anstatt zügig durch die Kurven zu pendeln und die Kräfte zu spüren die auf einen in dieser Situation wirken, den großen langsamen Gefährten ausweichen müsst die euer schnelles fortkommen permanent einbremsen. Sorry, aber an so einem Tag bleibt niemand zu hause sitzen der es nicht muss.

Unser Weg führte uns am Forggense, einem vom Lech durchflossenen Stausee in der Nähe von Füssen im Königswinkel vorbei nach Schongau auf den dortigen Stellplatz wo wir eigentlich die Nacht verbringen wollten. Doch es kam anders....

In Schongau angekommen warteten schon einige Mobile auf uns und wir suchten uns einen Platz neben einem anderen Mobil dessen Besitzer wohl gerade in der malerischen Altstadt oder dem Plantsch, einem schönen Schwimmbad mit Wellnessbereich, sein musste. Der Platz liegt eigentlich wunderbar ruhig am Lech direkt unterhalb der Altstadt und ist noch bis 4. November geöffnet. Das heißt allerdings nichts anderes, als das bis dahin die V/E-Möglichkeiten geöffnet sind. Den Schlüssel haben wir uns, wie hier im Forum beschrieben an der Kasse im Schwimmbad gegen einen Pfand von 10 € geholt. Alles total unbürokratisch.

Danach ging es in die Altstadt von Schongau die über Treppen und einen steilen Anstieg direkt vom Stellplatz aus sehr gut zu erreichen ist. Es hatten sogar noch einige Cafés Tische und Stühle draußen stehen, die durchweg gut besucht waren. Wir hatten Glück und es wurde doch tatsächlich zwei Plätze in der Sonne frei. Hier lässt es sich aushalten, darin waren wir uns einig.

Solange es ging genossen wir unseren Platz in der Sonne bis sich der Hunger langsam aber sicher bemerkbar machte. Also zurück zum Platz der sich immer mehr füllte. Schinken-Maccheroni standen auf dem Speiseplan die wir uns anschließend im Bad wieder ab trainieren wollten. Wir freuten uns auf Sauna und Wasser doch leider würde das Bad schon um 20:00 Uhr schließen. So beschlossen wir, noch ein wenig am Lech entlang zu laufen und dann bei einer Runde Rommé den Abend ausklingen zu lassen. Morgen ist auch noch ein Tag dachten wir doch es kam anders.

Bei unserem Abstecher in die Altstadt fiel mir auf, das nur einen Steinwurf vom Stellplatz entfernt ein Billard Café liegt. Auf dem Weg und teilweise auch auf dem Stellplatz lagen viele Scherben und erste Bedenken überkamen mich als sich zu fortgeschrittener Stunde der Parkplatz vor dem Café füllte, laute Musik aus den Bassboxen der aufgemotzten Autos brüllte und die Stimmung immer ausgelassener wurde.

Nun ja, dachte ich, du warst auch mal jung und hast gefeiert. Mach die Augen zu und schlaf sooo schlimm wird’s schon nicht werden.

Gegen Mitternacht wurde ich durch lautes Schreien geweckt. Permanent brausten Autos hinter den Womos vorbei Richtung Café. Andere schossen auf den Platz und nutzten den dortigen feinen Kiesel zum Driften. Es flogen Flaschen und immer mehr Jugendliche waren auf dem Platz die um die Womos strichen. Das war mir alles nicht mehr geheuer und die Nacht war zumindest für mich gelaufen. Meine liebste lag neben mir, schlief tief und fest und bekam vom ganzen Treiben nichts mit. Das wunderte mich denn wenn wir frei Stehen sitzt sie senkrecht im Bett sobald eine Maus Blähungen hat aber das Spektakel hier lässt sie kalt....

Draußen kamen immer mehr Autos, die Mucke war tierisch laut und die Bässe wummerten. Da stellte sich mir wieder mal die Frage: Love it, change it or leave it....
Lieben kann ich das nicht, versuchen es zu ändern ist sicherlich zu gefährlich und aussichtslos! Also dann nichts wie weg....das Womo ist ja schließlich immer für einen Notstart vorbereitet.
Und so geschah es auch. Rein in meine Klamotten, Fensterverdunklung entfernt, angelaufene Scheibe schnell frei gemacht, Motor gestartet und nichts wie weg wieder nach Saulgrub, unserm Platz vom Vortag. Das sind um diese Uhrzeit gerade mal zwanzig Minuten und wir waren diesmal nicht alleine auf dem Platz.....
Eine Weise Entscheidung wie wir am nächsten Abend erfahren sollten. Die anderen Womos sind teilweise mehrmals in der Nacht recht heftig durchgeschüttelt worden wie uns ein holländisches Paar berichtete welches die Nacht ebenfalls dort verbrachte und mit dem wir uns am anderen Abend unterhielten.

Die restliche Nacht war dann ruhig und erholsam und wieder weckte uns die Sonne die abermals von einem wolkenlosen Himmel brannte. Die gleiche Zeremonie wie Tags zuvor leider ohne frische Semmel. Beim Frühstück mussten wir uns dann noch über unsere „Mitbewohner“ auf diesem Platz ärgern. Es hängen zwar überall Mülleimer am Parkplatz des Marktes und diese sollen sicherlich auch ihren Zweck erfüllen, doch als „Dankeschön“ für den Gratisplatz hinterlasse ich sicherlich nicht meinen ganzen Müll des Wochenendes. Das ist unserer Meinung nach absolut verachtenswert!
Bevor wir etwas sagen konnten verschwand der Herr in seinem Womo und brauste auch schon davon.

Wir spülten dann noch schnell, beratschlagten wie der Tag aussehen sollte und einigten uns auf einen ausgedehnten Waldspaziergang und anschließendem Einkehrschwung im Forsthaus Unternogg welches auf der alten Königstraße gelegen ist. Der Wald duftete erdig, das Moos war feucht und die Wege mit Blättern übersät - eine ganz besondere Stimmung. Schöner hätte man es nicht malen können. Das Forsthaus war drinnen und draußen bis auf den letzten Platz gefüllt, aber auch diesmal war uns das Glück hold und wir ergatterten zwei Plätze an der Hauswand in der Nachmittagssonne. Eine frische Russnmaß, einen Schweinsbraten und frische Pfifferlinge mit Semmelknödel rundeten den Tag ab. Solange sitzen bleiben bis die Sonne hinter den Baumwipfeln verschwindet, sich der Gastgarten leert und die feuchte Kälte der unmittelbar am Haus vorbei fließenden Ammer die Beine herauf kriecht. Nun ist es Zeit zu gehen, Das Wochenende ist vorbei. Schnell noch den Schlüssel des Stellplatzes in Schongau abgeben und sich dann mit tausenden anderen Wochenendausflüglern den besten Weg, möglichst staufrei, nach München suchen.

Gegen 22:00 lagen wir zu hause in unserem Bett, haben an die Eindrücke der vergangenen Tage gedacht und waren uns einig, dass das Werdenfelser Land zurecht „Goldenes Landl“ genannt wird.

terradoro am 13 Okt 2008 17:43:43

Wenn auch der Forggensee und Schongau nicht zum Werdenfelser Land gehören, reizvoll sind auch sie.

Anne42 am 13 Okt 2008 21:43:16

Ein schöner stimmungsvoller Bericht. :daumen2:

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Stellplatz in/bei Dingolfing
Köln besuchen ohne Köln zu besuchen.
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt