nach der Lektüre vieler hier eingesellter Reiseberichte will ich mich nicht lumpen lassen und auch einen kleinen Bericht unserer ersten „richtigen“ WoMo-Tour einstellen.
Zeitraum Fr. 24.10. bis Sa. 01.11.2008.
Tag 1
Gleich nach Büroschluss sind wir (Frau Bettina, Hund Paula und ich) losgedüst – und prompt in den ersten Stau vor Rastatt gerasselt. Genauer: Ich wollte schlauer als die anderen sein und habe Umfahrung auf der Bundesstraße gewählt, das klappte leider nur bis zu den ersten Ampeln in Rastatt. Naja, shit happens, es kann ja nur noch besser werden.
Weiter ging es auf der A5 staufrei bis Weil am Rhein, das wir mit Anbruch der Dunkelheit erreichten. Nach einer leckeren Suppe ging es früh in den Alkoven, wir wollten am nächsten Tag ja zeitig wieder los.
Tag 2
Um 6:00 Uhr sind wir schon losgedüst. Die Grenze bei Basel war staufrei, die Einfahrt in den Gotthardtunnel auch. Am Übergang Chiasso gab es mehr Andrang, ich habe unverschämterweise die Transporter-, Anhänger- und Wohnwagenspur großzügig als Wohnmobilspur interpretiert und bin so einfach durchgerollt. So schnell und vor allem so früh war ich noch nie in Italien :-)
Bis zum Tagesziel Levanto gab es außer einer kurzen Stockung hinter Mailand und einem lichterloh brennenden PKW auf dem Standstreifen nicht viel erwähnenswertes.
Ankunft dann um 14:00 Uhr auf dem Campingplatz Aqua Dolce in Levanto.
Der CP ist nix besonderes. Standplätze recht klein, teils Kies, teils erdig. Sanitäranlagen vorhanden, wenn auch einfach. Benutzt haben wir diese nicht, wir nutzen lieber die WoMo-Dusche.
TV war leider auch nix, zu viele Bäume (ich muss aber mal hier testen, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los dass mit der Anlage irgendwas nicht stimmt).
Nach einer kleinen Stadtrunde zur ersten Orientierung mit kleiner Espresso-Einkehr sind wir bald auf den CP zurück und haben das Abendessen am lauen Abend vor dem WoMo genossen. Herrlich das….
Tag 3
Nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg nach Monterosso gemacht, dem ersten (nördlichsten) der fünf Cinque-Terre-Dörfer.
Ab dem CP war das ein Marsch von gut zweieinhalb Stunden mit 320 Höhenmetern
Gleich nach Abmarsch belohnte uns schon ein netter Ausblick zurück nach Levanto
Kurz vor Ankunft in Monterosso öffnete sich der Blick auf das Dorf. Wenn man das noch nicht gesehen hat mag man es kaum gleuben, so schön stellt sich das dar.
Nach einer Runde durch das Dorf sind wir mit dem Zug durch den Berg zurück nach Levanto und haben dort dem Strand einen Besuch abgestattet. Ganz am nördlichen Ende von Levanto ist es kein Problem, mit dem Hund ans Meer zu gehen, innerhalb des Stadtstrandes wird das nicht so gerne gesehen (und ist im Grunde auch verboten, wobei sich nicht jeder daran hält).
Tag 4
Wir haben uns die Cinque-Terre-Card Tren zugelegt. Damit gibt es Zutritt zu den teilweise gebührenpflichtigen (!) Wanderwegen, freie Fahrt mit den Ortsbussen sowie freie Fahrt mit der Bahn zwischen Levanto und La Spezia. Für drei Tage kostet das für Erwachsene knapp 20 Euro.
Damit sind wir mit dem Zug in das vorletzte Dorf Manarola gefahren. Von dort aus haben wir einen kleinen Spaziergang auf der „Via dell Amore“ nach Riomaggiore, dem südlichsten der Dörfer gemacht.
Der Weg ist fast komplett eben und immer gut ausgebaut wie auf dem Bild zu sehen. Dauer eine halbe Stunde. Die Ausblicke sind wieder beeindruckend.
Von Riomaggiore sind wir mit dem Zug weiter nach La Spezia um dem dortigen Zentralmarkt einen Besuch abzustatten.
Kurz: Kann man vergessen. Frisches Obst und Gemüse, etwas Käse und Wurst. Nichts was man in jedem Kaff nicht auch bekommen würde. Dazu ein paar Klamottenhändler. Von den im Reiseführer angepriesenen Fischständen ist nichts zu sehen.
An der Straße entlang des Marktes gibt es zwei Fischläden, die ausschließlich tiefgefrorene Ware (Pangasius etc.) im Angebot haben. Grauslich, und so was an der Küste.
Zurück in Levanto haben wir das WoMo noch etwas fit gemacht (Wasser/Abwasser), zu zweit Duschen kostet halt etwas Arbeit. Abends war es im Gegensatz zu den ersten beiden Abenden deutlich frischer, zudem hat es leicht geregnet. Abendessen gab es also in der guten Stube.
Tag 5
Mit dem Zug nach Vernazza, dem zweiten Dorf der Cinque Terre. Für mich das eindeutig schönste der fünf Dörfer.
Nach einer kurzen Runde durch Vernazza haben wir uns auf den Weg in die nächsten Dörfer gemacht. Gleich nach dem ersten Anstieg, auf dem Weg nach Corniglia, konnten wir einen herrlichen Blick zurück auf Vernazza genießen
Von Corniglia ging es über Manarola nach Riomaggiore. Also vier Dörfer in einer Tour, auf dem „unteren“ Weg aber locker zu machen. Insgesamt sind das rund 400 Höhenmeter, mit reichlich Pausen waren wir keine vier Stunden unterwegs. Paula hat es allerdings gereicht, sie ist meist der limitierende Faktor wenn wir wandern. Denn ausdauernd ist sie nicht gerade.
Von Riomaggiore sind wir mit dem Boot zurück bis Vernazza, das ist wirklich lohnend. Vom Wasser aus wirken die Dörfer nochmals ganz anders.
Abends hat es leider wieder begonnen zu regnen.
Tag 6
Nachts hat es durchgeregnet, und zwar kräftig. Eine weitere Wanderung in den CT haben wir uns verkniffen, zum einen sind die Wege nach kräftigen Regennächten gerne mal unter Schlamm verschwunden, zudem sind die teils doch kräftigen Anstiege auf glatten Steinen nicht wirklich ungefährlich. Ich will meine noch gesunden Finger nicht auch noch riskieren….
Also Plan B und mit dem Zug ab nach Genua. Dort leider auch kräftiger Regen, also Aquarium besichtigen. Das wurde auch nix, denn in das Aquarium dürfen (verständlicherweise) keine Hunde rein, der extra hierfür eingerichtete „Dogsitter“ machte an diesem Tag (unverständlicherweise) absurd früh Feierabend.
Naja, Schirm auf und los. Petrus meinte es gut, nach einer guten Stunde war der Regen vorbei.
Alter Hafen, Altstadt – 2 x Cola und 2 x Panini mit Schinken bzw. Tomate-Mozarella 23 Euro. Willkommen in Genua.
Tag 7
Nachdem es nachts wieder geregnet hat und das Meer am Morgen den Wetterumschwung recht deutlich anzeigte haben wir uns nach einem Blick auf wetter.com kurzfristig entschlossen, Richtung Toskana weiterzufahren. Wozu ist man denn mit dem WoMo unterwegs?
Unterwegs haben wir zunächst Station in Collodi gemacht. Nicht der berühmte Pinoccio-Park war das Ziel, sondern der wirklich schöne Ort mit einem beeindruckenden alten Kern, schmal an einen Berg gebaut.
Weiter in das Chianti-Tal, Kurzstopp beim Weinhändler in Castellina. Zwölf Flaschen eingepackt und weiter nach San Gimignano. Oder auch „Gosh! Saint Jimmy!“, wie ein US-Bustourist lt. Reiseführer auf den Anblick der mittelalterlichen Skyline ausrief. Man kann ihn irgendwie verstehen….
Zwischen Castellina und San Gimignano haben wir noch einen am Weg liegenden Ipercoop leergekauft.
Ankunft auf dem CP in San Gimignano, genauer im Ortsteil Santa Lucia. Fußläufig zur Stadt, ruhig gelegen. San Gimignano stand schon auf unserem ausführlichen Toskana-Urlaub im August auf dem Programm. Allerdings war das dort dermaßen voll, da gab es nicht einen Parkplatz, auch keinen „unverschämten“. Angesichts der Menschenmassen wollte ich mir das in San Gimignano nicht mal vorstellen und bin auf dem Absatz umgekehrt.
Was ein Unterschied Ende Oktober! Klar, da schlendern immer noch Touristen durch die Gassen, das ist aber absolut überschaubar. Wir konnten das richtig genießen. Der Ort ist absolut sehenswert, die Skyline verspricht nicht zuviel. Man darf halt nur nicht in der Saison kommen.
Tag 8
Auch der schönste Kurz-Urlaub geht irgendwann zu Ende. Vor uns lagen rund 850km.
Geplant war eigentlich nur bis Airolo, also direkt vor dem Gotthard zu fahren. Allerdings war die gesamte Strecke frei, wir haben richtig Strecke gemacht, und das extrem entspannt. Das Navi meldete am Gotthard (mit reichlich Schnee bedacht!) eine Ankunftszeit „zu Hause“ um 17:30 Uhr, da hat der Stalltrieb überhand gewonnen. Also durch. Reisen um diese Jahreszeit ist absolut klasse, weder an den neuralgischen Punkten Grenzen I-CH und CH-D noch am Gotthard war irgendetwas los.
Insgesamt ein herrlicher, wenn auch etwas kurzer Urlaub. Wir haben den Kauf unseres (ersten) WoMos in diesem Jahr noch keine Sekunde bereut.
Gast

