husser am 06 Nov 2004 18:49:33 Hallo,wer kann mir helfen?
Ich bekomme ein neues Mobil(Eura 666) und möchte einen Retarder einbauen lassen.Hat das überhaubt Sinn?Was sind die Vorteile oder Nachteile.
Und was kostet das ganze etwa.Bisher hat mir nur der Messemann von der Firma dazu geraten.
Vielen Dank im Voraus.
Achim
Eddy am 06 Nov 2004 19:25:30 Hallo husser(Achim),
technisch bin ich zu unbedarft um den Retarder, genau zu erklären.
Wer viel in die Berge fährt und auch die entsprechenden Abfahrten hat, kann mit dem Retarder entsprechend bremsschonend fahren, da mit dem Retarder auf elektromagnetischem Weg das Womo gebremst wird. Dadurch wird eine Überhitzung der Bremsanlage vermieden.
Aber die Kosten stehen in keinem Vergleich und lohnen sich m.E: nicht, für solche Fahrer wie uns die nur zweimal im Jahr(leider) in die Berge kommen.
aus Kiel
EDDY
mikel am 06 Nov 2004 20:02:57 Servus,
also das mit der elektromagnetischen Sache ist, denke ich, ein wenig anders. Die elektromagnetische Bremsanlage nennt man Wirbelstrombremse, dabei wird durch Elektromagnete eine Stahlscheibe auf der Kardanwelle gebremst. Das Ding hat einen Riesennachteil, weil es glühend heiß wird!
Dann gibt es Retarder, Intarder und, neu von ZF Getriebe, Aquatarder! Die Wirkungsweise ist ähnlich einem Automatikgetriebe: verstellbare Flügel drehen sich in einem geschlossenen System in Flüssigkeit, je steiler der Winkel dieser Flügel, je größer der Widerstand. Dieses System bremst das Fahrzeug ohne Verschleiß der Bremsanlage. Der Intarder ist an den Ölkreislauf des Motors angeschlossen, der Aquatarder ist an der Kühlkreislauf des Motors/Kühlwassers angeschlossen. Der Aquatarder ist Drehzahlabhängig, der Re- Intarder nicht.
Mit diesen Systemem hat man eine durschnittlich schnellere Fahrt Bergab, und es schont das Bremssystem. Mein Fahrlehrer sagt, er kenne einen LKW Fahrer der fast 1.000.000 km mit den selben Bremsklötzrn gefahren ist, weil er den Retarder richtig einsetzt.
........... ist eine supersache!
Pijpop am 07 Nov 2004 13:44:55 Gleich welches System - so ab 6 Tonnen zul. Ges. Gewicht in Verbindung
mit einem Automatikgetriebe ( = weniger Motorbremsleistung möglich)
macht sowas u. U. Sinn.
Klar ist es eine feine Sache ( für die die mit solcher Technik umgehen
können ). Kosten so ab 4000 Euro - nicht zu vergessen die 50 KG die so
ein Teil wiegt.
Falls Dickschiff mit Schaltgetriebe - runterschalten hilft.
Falls Dickschiff mit ( bitte nicht hauen ) Dickschiffmotor ( so ein Reihen
4 o. 6 Zyl. mit 4 Liter Hubraum aufwärts) Stauklappenbremse dran und
gut is.
Mein Ami mit 7,5 Tonnen ( oft mit Hänger ) braucht alle 60 000 KM
neue Scheibenbremsbeläge vorne - die hinteren halten 100 000 KM
( auch Scheiben ) Die Bremsscheiben ( Innenbelüftete im Familienpizza-
format ) sind noch die Ersten.
Bei mir hatts bisher 2 x geraucht ( d. h. Retarder wär sinnvoll gewesen )
Überquerung Gotthardt ( war mein Fehler ich hatts bergab ein bischen
eilig ) und dann noch mal in Spanien ( die Bergabstrecke über Ronda mit
Hänger )
Hab ich geholfen - ich glaub..........
Pijpop
husser am 07 Nov 2004 16:08:24 hallo,
danke für die Antworten und Ratschläge.Für meinen 4t ist das also zuviel des Guten.Aber jetzt weiß ich Bescheid.
Danke Achim
Rolli am 08 Nov 2004 09:39:52 Hi zusammen,
Retarder für alle Wohnmobilgrössen gibt es hier:
--> Link
leider nicht für meins, da ich einen Heckdiesel habe. Da gibt es momentan nur die Möglichkeit eines Intarders, aber das bedeutet neues Getriebe und etliche Umbauten, da fahre ich lieber weiterhin vorsichtig und warte, dass es vielleicht doch noch irgendwann auch einen Retarder für mein Womo gibt.
Rolli
mikel am 08 Nov 2004 13:07:02 Hi,
jetzt muß ich mene Erklärung zu Retarder zurücknehmen. Bei dem vorhergenannten Link, ist auch von elektromagnetischem System die Rede, da hebe ich in der Fahrschule wohl doch nicht richtig hingehört.
Sorry.
mikel am 08 Nov 2004 13:13:12 Mmmhhh, jetzt habe ich noch mal gesucht.
Der Kloft Retarder ist anscheinend kein klassischer Retarder, sondern doch eine Wirbelstrombremse.
--> Link
Kann mich vielleicht mal jemand aufklären??
Pijpop am 08 Nov 2004 14:08:19 2 Systeme - gleiche Wirkung. Einmal von Kloft die Wirbelstrombremse -
dann von Voith die Version mit dem Öl.
Keine Ahnung was besser ist - zum Nachrüsten wird die Wirbelstrom-
bremse einfacher sein da anscheinend kein Anschluß ans Kühlsystem
erforderlich ist.
Pijpop
mikel am 08 Nov 2004 14:34:25 Ja, soweit so klar.
Aber, der klassische Retarder basiert doch auf der Funktionsweise mit den Lamellen? oder? Die Wirbelstrombremse nicht. die arbeitet wie ein Magnet.
Pijpop am 08 Nov 2004 14:42:32 Grüß Dich Mikel
Vollkommen richtig.
Liegt vielleicht an den " Fachleuten " - für die ist jede Hilfsbremse ein
Retarder. Beide Systeme sind an der Kardanwelle verbaut.
Nicht jeder " Kutscher " kennt die funktionsweise der Technik mit der Er
umgeht.
Pijpop
mikel am 08 Nov 2004 14:43:38 Ahhh, jetzt ja!
Danke Dir Pijpop.
laichy am 09 Nov 2004 19:18:32 Hallo ihr,
leider wieder falsch :oops:
Es handelt sich nur um einen Anglizismus: "to retard" heißt zu deutsch nämlich nichts weiter als bremsen oder verzögern.
Also ist ein Retarder nur eine andere Art Bremse. Wie das dann gemacht wird, Wirbelstrom oder hydraulisch ist eigentlich wurscht.
Bei den Neuerungen kommen die Marketing-Leute und nennen es dann "Intarder" weil im Getriebe intergriert oder "Aquatarder", weil das Hydraulikmedium geändert wurde.
Es bleibt immer ein Retarder, eine (meist) verschleißfreie zusätzliche Bremse, s.o.
Eddy am 09 Nov 2004 22:32:56 Hallo, dann lag ich ja nicht so falsch.
Wir hätten jedenfalls letztes Jahr mit unserem Bürstener den Großglockner runter so ein Teil brauchen können. Die Bremsen liefen heiß, trotz 2. Gang und kein Gas.
Wurden abgeschleppt und neue Bremsbeläge für 250,- €, wurden sogar am Sonntag in Ordnung gebracht. War damals eine Opel-Werkstatt in Heiligenbluth.
Messung hatte ergeben Bremsflüssigkeit hatte 2 % Wasseranteil. Die Heimatwerkstatt meinte, Fiat wechselt erst ab 3%.
Da wird ab jetzt sorgfältig darauf geachtet.
EDDY
mikel am 09 Nov 2004 22:43:35 So, jetzt habe ich mal mein aktuelles Fahrschulbuch bemüht:
Retarder lateinisch = "verzögern"
Es gibt Primär- und Sekungetarde. Primär sind vor dem Getriebe eingebaut, Sekundär direkt auf der Gelenkwelle. Beim Primärretarder hängt die Wirkung vom eingelegten Gang ab, nicht von der gefahrenen Geschwindigkeit. Primärretarder werden überwiegend in Linienbussen und Schwerlastzügen eingesetzt.
Der Sekungetarder ist ebi Nutzfahrzeugen üblich. Sie werden hinter dem Getriebe eingebaut und wirken direkt auf die Gelenkwelle des Fahrzeugs. Über die Antriebsachse wird das Fahrzeug abgebremst. Die Bremswirkung hängt von der gefahrenen Geschwindigkeit ab und nicht von der Motordrehzahl.
Sekungetarder können auch in Anhängerachsen eingebaut werden.
!!!!!! Retarder können betrieben werden als
!!!!!! Hydrodynamische Strömungsbremse
und als
!!!!!! Elektromagnetische Wirbelstrombremse
beide Bremssysteme sind in ihrer Wirkung abstufbar.
Retarder funzen nur bis 10 km/h, darunter gehts nur mit der Betriebsbremse.
Man lernt nie aus!!!! :D
mikel am 09 Nov 2004 22:45:18 @EDDY
SORRY
Ich hätte darauf geschworen :oops: :oops:
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