xcamping
motorradtraeger
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Schottland im Reisemobil.


haggishunter am 25 Apr 2009 09:51:09

Hallo Leute mit Fernweh.

Machen wir doch einmal eine Seite auf, die nur Informationen vermittelt.

Ich habe etwa 60-70 Din-Seiten beschieben, die nur die Reisen in Schottland betreffen und auf meinen HPs zu finden sind. Es sind Hinweise auf Campingplätze und Tipps zu Land und Leute.

Damit ich nicht den Server zumache, werde ich nur Auszüge einbringen. Mein Tipp an die Leser, die Datei einfach abspeichern und offline lesen.

Haggy


Schottland im Reisemobil.


Pitlochry, in Pertshire, dem Land der großen Bäume, ist der Start unserer diesjährigen Reise. Es liegt am River Tummel, im Norden von Perth, ist eine kleine lebendige Stadt und kann mit einigen touristischen Angeboten aufwarten. Auch wird das Städtchen als der geographische Mittelpunkt Schottlands bezeichnet. Hier werden Highland Games veranstaltet und in der Nähe sind die Beobachtungsstation der Lachstreppe und die Staustufen. Der Ort hat eine reizvolle Umgebung. Hier kann man seinen Urlaub verbringen – wir waren schon sehr oft hier.

Pertshire verspricht ein gemäßigtes Klima und hat im Verlauf der Jahrtausende Spuren und Marksteine gesetzt. Die Grampian Mountains im Norden, die Moore im Westen und die wilden und romantischen Trossachs im Südwesten garantieren einen aktionsreichen Urlaub! Wandern, Faulenzen oder den Golfball schlagen – alles ist drin!

So kann man von hier nach Blair Castle, zum Loch Tay, Loch Tummel und Loch Rannoch fahren und die kleinen Orte dazwischen aufsuchen. Im Ort auf die A924 abbiegend, führt uns die Straße hoch über die Stadt. Oberhalb, rechts abbiegend, kommt man Edradour Distillery, die zu besichtigen ist! Fährt man jedoch die steile und schmale Straße weiter in Richtung Kinnaird, so kommt man in eine Hochebene, die man hier nicht vermutet!

Zu den Straßen in GB sei zunächst gesagt, daß die Landstraßen für unsere Verhältnisse eine gewöhnungsbedürftige Sache sind. Es fängt schon damit an, wenn der Mittelstreifen fehlt und dann noch SLOW auf der Fläche aufgepinselt ist! Diesen Hinweis sollte man unbedingt einhalten!

Besonders der auf der linken Seite aufgepinselte und durchgezogene Streifen bei „Landstraßen“ ist zu beachten. Entgegen zu unseren gut ausgebauten Straßen ist es dort so, daß hinter dem Streifen der Verkehrsweg nicht mehr da sein muß. Sagen will ich damit, daß Bankette nicht vorhanden sein müssen und hinter dem aufgepinselten Randstreifen eine Rinne von bis zu 30 Zentimetern und mehr sein kann. Das kann fatale Folgen für die Achsen haben!! Wenn man einmal in so einer Rinne hängt, ist es mit der Spur vorbei!

Hinweise wie: “Vorsicht weiche Bankette“ gibt es nicht!!! Überfahren Sie diese Streifen nie, auch nicht bei Gegenverkehr oder Ausweichmanövern, wenn Sie die Straßenverhältnisse nicht übersehen können. Fahren Sie hier besonders vorsichtig!

Aber zurück zum Reiseverlauf. Bei diesem kleinen Abstecher ab Pitlochry, fahren wir über Straloch, Bridge of Cally, Blairgowrie und Dunkeld nach Pitlochry.

Die Fahrt geht zunächst über die Hochebene und den Tay Forest Park und die nachfolgenden Weidegebiete. Rinder mit den Kälbern, Schafe mit den Lämmern sind auf den Weiden. Es ist eine schöne Gegend. Hier ist Ende Mai noch der Flieder in voller Blüte, die Osterglocken sind noch auf dem Stengel, die Birken haben noch die frischen Blätter am Zweig und die Schafe tragen noch ihren warmen Wintermantel.

Blairgowrie ist ein hübsches kleines Städtchen mit einigen Geschäften um einen geschäftigen Ortskern. Bei der Fahrt nach Dunkeld durchfahren wir eine Gegend mit Vieherden auf den Weiden und bewegen uns auf einer schmalen Straße mit „Achterbahn feeling“. Es ist eine schöne, hüglige und bewaldete Landschaft entlang einiger Wasserflächen, die wir durchfahren – mit viel SLOW Hinweisen auf der Fahrbahn und eingefasst mit Steinmauern. Bei Butterstone kommen wir zum Loch of the Lowes.

Im folgenden Dunkeld einen Parkplatz für ein Reisemobil zu finden ist so etwas, wie eine Parzelle auf dem Mond zu besitzen. Hat man einen Platz gefunden, kann man den kleinen Ort und die Brücke am River Tay besichtigen.

Von unserem Übernachtungsplatz in Blair Atholl fuhren dann in den Norden, auf der A9, oft mit Dual Carriageway, vergleichbar mit unseren Schnellstraßen mit 70 Meilen, das sind ca. 112 Stundenkilometer bis Dalwhinnie.

Hier in den Grampians kann es passieren, daß im Winter die Schnellstraße mit einer Barriere (ROAD/ CLOSED/ SNOW) für die Weiterfahrt gesperrt ist. Hier in der Region ist, wir haben die letzte Maiwoche, die Weide noch in der Blüte, ohne Blätter, die Bäume schlagen langsam aus und das Grün ist noch eingerollt. Nur der blühende Ginster sticht aus dem tristen Grau hervor.

Heute in der Frühe hatten wir angenehme 11 Grad und die Sonne lachte uns an. Ein angenehmer Morgen, zumal die Nachrichten aus Deutschland dort eine Temperatur von 30 Grad für den Tag erwarteten!

Die uns umgebenden Berge bei der Durchfahrt des Glen Garry und dem Pass of Drumochter, tragen dicke Wolken um ihr Haupt, die aussehen, als trügen die Gipfel dicke Pudelmützen aus Schafwolle gegen die Kälte. Auch die Schafe auf den Weiden tragen noch ihr Winterkleid. Auf den höheren Hängen glitzert der Schneerest in der Morgensonne. Es ist schön hier in den letzten Maitagen, der Frühling beginnt.

Bei Dalwhinnie tauchen die Pagodentürme der Brennerei auf und die weißen Gebäude leuchten aus der grauen Umgebung hervor. Von hier sind es 100 Meilen bis Kyle of Lochalsh, unserem Tagesziel.

Wir wollen entlang des Loch Laggan, durch den Glen Spean, Loch Lochy, Invergarry, Loch Garry mit der schönen Aussichtsplattform, Loch Gluany entlang der „Five Sisters“ am Glen Shiel zum Loch Duich. Auf diesen Straßen kann man, wenn es überhaupt möglich ist, mit 60 Meilen, das sind ca. 96 Stundenkilometern fahren.

Diese Strecke führt durch eine der schönsten Gegenden in Schottland und ist ein Erlebnis. Hinter der Brennerei geht es steil in die Berge und die einspurige, gewundene Straße lässt keine schnelle Fahrt zu – warum auch, wir haben Urlaub! Bei den Hinweisen HIDDEN DIP und REDUCE SPEED NOW sollte man wirklich gefühlvoll fahren! Hier kriecht man mit 20 durch die Kurven und kann mit dem Reisemobil, mal auf satte 40 „aufdrehen“. Hinter dem Abzweig Laggan wird die Straße etwas besser, hat dafür keinen Mittelstreifen und ist sehhhhr eng.

Die Fahrt entlang des Loch Laggan , der sich im Sonnenglanz auf der linken Seite in Fahrtrichtung auf der A 86 hinzieht, zeigt sich in seiner ganzen Schönheit. Die Landschaft verändert sich dann aber schnell im Glen Spean, wenn man auf Spean Bridge zu fährt. Dort geht es dann rechts ab in Richtung Invergarry entlang des Loch Lochy.

Am Loch hat man einige große, gute Haltepunkte und es ist reger Verkehr auf der gut ausgebauten Straße. An den Rändern der Straße wachsen große Rhododendren, die in dieser Jahreszeit mit einer üppigen Blütenfülle das Auge erfreuen. Auch Ginster steht in voller Blüte, der die Ränder der Straße und die umliegenden Hügel überzieht. Hier fahren wir dann über die „Laggan-Swing- Bridge“ und folgen dem Loch Oich.

Hier entlang des Loch Oich tauchen auch wieder die ersten Parkplätze mit den Hinweisen auf Übernachtungsverbote auf.

Vor Invergarry biegen wir links ab auf die A87, in Richtung Kyle of Lochalsh. Auch hier geht es wieder durch üppig mit blühendem Ginster bewachsene Täler, Höhenzüge und dem dicht bewaldeten Glen-Garry-Forest. Oberhalb des Loch Garry ist ein schöner Haltepunkt mit einer tollen Aussicht – wenn das Wetter mitspielt! Wir haben schon oft dort gestanden.

Etwas weiter dann stoßen wir auf die Querverbindung, von der wir links auf Loch Cluanie abbiegen und auf der A 87 bleiben.

Zu den Straßenbezeichnungen muß man sagen, daß es in Großbritannien ein gutes und übersichtliches Ordnungsprinzip gibt. Nur – WENN einmal an einer Straße stählerne Leitplanken am Straßenrand aufgebaut sind, sollte man seeeeehr vorsichtig fahren. Dann wird es wirklich gefährlich! Ich habe Straßen in den Highlands gesehen, die bei uns für den öffentlichen Straßenverkehr sofort gesperrt würden und für den Viehverkehr auch nur bedingt zugelassen wären. Dort rollen aber noch 40tonner und es sind keine Leitplanken an der Seite, wo es 50-80 Meter abwärts zur See geht!

Entlang des Loch Cluanie, das am Ende mit einer Staumauer versehen ist, kommen Wasserfälle aus den Hängen des Creag A’Amaim und Aonach Air Chrith, die mit Gewalt zu Tal rollen. Die Sonne lässt in diesem Moment leichte Lochmuster auf die Hänge fallen, die sonst im Nebel verschwinden. Die Straße führt dann steil abfallend durch eine gewaltige Naturschöneit, an den „Five Sisters“ vorbei, in Serpentinen zum Loch Duich und Shiel Bridge. Es ist eine urtümliche und sehenswerte Landschaft.

In Dornie gelangen wir nach Eilean Donan Castle. Der Parkplatz ist voll wie immer und wir sehen auch einige Touristen aus Deutschland. Das Castle habe ich schon an anderer Stelle beschrieben.

Im hinteren Teil des Parkplatzes, der immer noch gebührenfrei ist (!), kann man auch ein größeres Reisemobil abstellen.

In Balmacara, bei Kyle of Lochalsh, haben wir wieder einmal Station gemacht. Die Campsite, hinter dem Hotel mit Pub, ist in einer guten Verfassung. Von Kyle ging früher die Fähre nach Skye ab. Heute ist eine eindrucksvolle Brücke gespannt, die eine einfache und schnelle Verbindung zur Insel ermöglicht.

Von Balmacara über Lochkarron, Kishorn, Applecross entlang der Küste, Torridon, Kinlochewe, Gairloch, Laide nach Inverness.

Auf dieser Fahrt wollte ich wissen, was unser Mobil kann! Da auf der Karte der Pass am Sgurr A’Chaorachain nach Applecross als gefährlich für größere Fahrzeuge eingestuft ist, quetschte ich einen Anwohner im Pub aus. Er winkte ab und sagte, daß er oft dort mit seinem Tanklaster fährt. Nebenbei: Der „Tanklaster“ kam uns am nächsten Tag im Berg entgegen. Ein Pick-up mit einem kleinen Faß!

Die Fahrt geht nun, wir sind hier in „Wester Ross“, zunächst in stark bewaldete Höhen, entlang des „Beinn Raimh“ im einspurigen Verkehr mit Ausweichplätzen. Von hier kann man aus großer Höhe, wir hatten einen schönen und sonnigen Morgen, Loch Carron übersehen. Die Gegenseite mit den Ortschaften leuchtet im Morgenlicht. Weiße Gebäude, im Hintergrund die hohen Berge des „Sgurr A’Sharaidh“ und „Beinn Bhan“ tauchen auf in der Morgensonne.

Hier sind die Straßen sehr eng, schmal und steil mit einem Gefälle bis zu 14%. Hinter Attadale sollte man unbedingt in den kleinsten Gang schalten. Wenn hier die Bremsen versagen und einige Tonnen kommen ins Rollen, hat man entweder Glück und bekommt die Kurve nach 300 Metern oder die Eisenbahnlinie hält das Fahrzeug auf! Wenn nicht, geht’s ab in den Teich.

Bei 14% Gefälle über ca. 300 Meter und gerader Sicht auf Loch Carran ist es ein Fall für feuchte Hände.

Wir biegen dann links ab auf Kirkton, durchfahren Lochkarron – ein schmuckes Küstenstädtchen – es geht steil wie im Fahrstuhl hinauf und biegen hinter Kishorn auf unsere „Teststrecke“ ab, in Richtung Applecross.

Hier stehen große Warnschilder mit Hinweisen darauf, daß die Straße nur für PKW und ohne Anhänger geeignet ist, nichts für Fahranfänger, verboten für Caravan und größere Fahrzeuge. Sie weisen auf die Gefahren hin, die die einspurige Straße mit bis zu 16% Steigung/ Gefälle hat! Da kommt man schon ins Grübeln, zumal uns vorhin der „Tankwagen“ entgegen kam! Bis Applecross sind es 11 Meilen.

Wenn Sie diese Strecke abfahren wollen, nehmen Sie sich viel Zeit dazu. Es geht stetig den Berg hinauf. Die „Straße“ ist in den Berg gebaut und hat alle ca. 50 Meter einen kleinen Ausweichplatz für den Gegenverkehr. Es ist sehr eng in Fahrzeugbreite und es geht auf der abfallenden Seite steil ins Tal. Auch hier sind keine Leitplanken zu sehen, da wir uns auf einem alten Viehpfad befinden, den man hier am Paß zum Verkehrsweg ausgebaut hat – und die Straße ist im oberen Teil noch im Bau!

Die Straße ist der absolute Knaller. Man fährt hier durch einen Hochpaß in engen Windungen nach oben, von Meereshöhe in kurzer Zeit auf ca. 710 Meter durch den Coire na Ba, dem Viehpfad und Bealach na Ba zur Plattform.!

In engen Haarnadelkurven und auf steiler Gebirgsstraße in Fahrzeugbreite dröhnt der 2,5L TDI den Berg teilweise im 1. Gang die 16% Steigung hinauf. Ständig hänge ich mit einem Auge auf der Anzeige der Kühlung, die sich so langsam der 100 Gradmarke nähert und mit dem anderen Auge auf dem engen Steig!

Der Blick nach vorn/ oben zeigt uns einen enge, gewundene und an den Berg geklebte „Straße“, die sich wie ein Hühnersteg in engen Serpentinen am Horizont verliert. Es gibt kein zurück – da muß man schon durch!

In den letzten Kurven muß ich das Reisemobil zurücksetzen, da die Kurven immer enger werden und die „Straße“ wie eine Feuerleiter im Krimi wirkt.

Wer hier mit seinem KFZ Probleme und der Kupplung hat, kommt in ernste Schwierigkeiten.
Viele Bremsspuren auf der Straße, vor den Kurven, zeugen von heftigen Reaktionen der Fahrer.

Oben auf dem Berg kommt die totale Entspannung. Dort ist ein kleiner Parkplatz – Pause für den gequälten Motor mit geöffneter Haube. Absolute Ruhe empfängt uns hier mit einer hervorragenden Aussicht auf Skye, den Inner Sound, Loch Torridon und die umliegenden Berge.

Hier machen wir eine längere Rast, gehen in die Berge und bauen unseren Steinhügel. Ein frischer Wind empfängt den Besucher und wir befinden uns in einer Steinwüste mit einer absoluten Ruhe und Abgeschiedenheit.

Von dem Parkplatz gehen einige bepackte Wanderer den Weg zu der auf 776 Metern stehenden Station, die vermutlich Funkübertragungen dient. Es ist eine unwirtliche und steinige Landschaft.

Hinter Applecross in nördlicher Richtung, windet sich die Straße einspurig in etwas höher gelegter Lage entlang der Küste. Mit freier Sicht auf die See in etwa 50 Metern über der Wasserfläche - mit Sicht auf die Inseln und die dahinter im Nebel liegenden Bergspitzen der Insel Skye. Kurz vor Lonbain, eine Ansammlung von wenigen Häusern, auf einer Anhöhe mit einer starken Steigung, ist ein Parkplatz mit einer schönen Aussicht auf den Inner Sound, die Inseln, Skye und die freie See. Es gibt hier auch keine Einschränkungen wegen des Stellplatzes! Der Platz liegt hier in typischer, schottischer Heidelandschaft, mit dem Meer vor der Tür.

Bei der Weiterfahrt an der Nordspitze, hinter Callakille mit einigen Häusern und verlassenen Ruinen, bietet sich dem Betrachter eine schöne Aussicht auf die freie See und den Loch Torridon.

Zu den vielen verlassenen Häusern und Ruinen in Schottland sei gesagt, daß diese nicht abgerissen und betreten werden, da man die Geister der verstorbenen Bewohner nicht verärgern und sich deren Zorn nicht zuziehen will. Wir haben sehr viele verlassene Gemäuer der alten Crofter im schottischen Hochmoor gesehen.

Hier ist Schottland noch so, wie man es sich gewünscht hat. Abseits der großen Touristenpfade, findet man hier in diesem Teil von Wester Ross noch die einsamen Strände, leere Hochmoore und kleinere Orte, die den Reiz der unverbrauchten Natur ausmachen. Die Straßen sind eng und es ist vorgekommen, daß sich eine Herde vor uns auf dem Asphalt breit nachte. Auf den Halteplätzen, die den Gegenverkehr ermöglichen, grüßt man sich wieder und wir haben hier keine Raser oder ungeduldige Menschen vorgefunden.

Die Straße entlang des Loch Shieldaig ist dann ein auf und ab bei ca. 14%, engen Kurven und toller Aussicht zwischen Ardheslaig und Shieldaig! Dahinter empfängt uns eine mit blühenden Rhododendren und Ginster eingefasste Straße, die entlang des Upper Loch Torridon auf Torridon zu führt.

Ab hier hat uns die Touristenstraße wieder, mit der A 896. Sie führt durch den Glen Torridon entlang des Beinn Eighe. Die schroffe Bergkette in dieser Gegend ist ein beliebtes Ziel und Eldorado der Bergsteiger und Hochlandtourer, die die kleinen Parkplätze und Notbuchten bevölkern, um auf die Gipfel zu kommen. Die Straße führt uns weiter durch üppige, blühende Rhododendrenwälder auf Kinlochewe zu.

Hier biegen wir ab auf die A832. Gleich hinter dem Ort ist ein Info-Zentrum mit Parkplatz. Die Weiterfahrt auf dem unteren Teilabschnitt der Straße entlang des Loch Maree ist ein Vergnügen, nach den einspurigen und holperigen Wegen des Hochlands. Auch hier ist eine üppige, blühende Vegetation zu dieser Jahreszeit. Hinter den Victoriafällen verändert sich dann jedoch wieder das Straßenbild. Es wird wieder ländlich und wir kommen nach Gairloch, einen schönen und kleinen Stadt. Die Campsite liegt günstig im Ort, etwas oberhalb gelegen, mit guter Sicht auf die See und Loch Gairloch. Weiter geht’s dann auf der A823.

Nördlich von Poolewe, wo im Ort direkt an der See eine Campsite ist, befindet sich Inverewe Garden. Eine Besichtigung ist zu empfehlen! Diesen Ort habe ich schon in anderen Berichten beschrieben. Die Fahrt in Richtung Aultbea ist aber dann ein Naturerlebnis, entlang des Loch Ewe. Die Fernsicht von dort ist überwältigend, da die Straße sich, sehr eng zwar, in die Berge hinein windet – hoch über der See!

In Laide, einem kleinen Ort ohne Pub und Geschäfte, fährt man dann direkt auf eine kleine, bescheidene Campsite zu. Hier findet man Ruhe und hat das Wasser der Gruinard Bay direkt vor dem Reisemobil. Nach dem Motto: “Tür auf und rein in das Wasser“ – wenn Tidezeit ist. Das Wasser ist aber bei einer schottisch, sommerlichen Lufttemperatur von 12Grad sehhhhhhr kalt und eignet sich nur für die ganz harten Kaltduscher.

Die freie Sicht über die See mit dem Blick auf Gruinard Island ist auch bei bedecktem Wetter schön. Eine kleinere Jugendgruppe mit ihren Zelten, die sich in unserer unmittelbaren Nachbarschaft befinden, lassen nicht die Unruhe aufkommen, wie man sie in unserem Land gewohnt ist. Wenn man keine größeren Ansprüche stellt und Ruhe sucht, kann man hier einige Tage verbringen. Auf dem Platz stehen noch einige Mobilheime.

Die Weiterfahrt, auch schon an anderer Stelle beschrieben, führt bei Second Coast mit 12% Gefälle durch eine reizvolle Gegend nach Gruinard und seinem kleinen aber weißem Sandstrand, mit kurvenreicher Straße über Höhenzüge, Hochmoor mit auf der linken Seite Blick auf Gruinard Bay und das Meer. Hier sind kleine und einsame Badebuchten, die man jedoch nur mit einem kleineren Fahrzeug anfahren kann, da die Parkmöglichkeiten sehr begrenzt sind.

Oberhalb des Little Loch Broom ist eine große und ebene Parkfläche, die man auch zur Nachtzeit benutzen kann. Von hier hat man eine tolle Aussicht über das Wasser und die Höhenzüge des Beinn Ghobhlach und in der Ferne schimmern die wenigen Häuser von Badrallach. Ab hier könnte man zur Wanderung in Richtung Static Point aufbrechen. Bedenken Sie aber bei allen unseren Hinweisen daran, auch wenn die Landschaft schön und reizvoll ist, ob das Fahrzeug ohne Aufsicht sein kann. Es ist dort sehr einsam!

Eingangs Little Loch Broom ist eine kleine Camp Site (Northern-Lights) zu finden, in guter Lage auf Grasfläche. Hinter Ardessie, wo ein großer Parkplatz direkt am Wasser ist, verlassen wir das schottische Hochmoor mit all seiner Schönheit und Reizen und kommen hier über Dundonnell in eine waldreiche Gegend mit Bächen, die aus den Höhen des Carn Bhiorain fallen.

Hier treffen wir auf einen Familienvater, der mit Frau, vier Kindern und Zelt, die Nacht zum Angeln in freier Natur am reißenden Gebirgsbach verbrachte und dem am Morgen das Fahrzeug bis zur Achse im feuchten Morast versunken war. Vielleicht hatten die anderen Fahrer das Fahrzeug nicht gesehen, da man im Reisemobil doch eine höhere Sitzlage hat und die Straße doch sehr eng war. Für uns war es eine knubbelige Angelegenheit, das Mobil am nächsten Haltepunkt zu wenden, um dem abgesoffenen Angler aus dem Dreck zu helfen. Unser dickes Seil und die kräftige Maschine waren schon sehr hilfreich.

Die Weiterfahrt führte durch ein Hochmoor mit Höhenzügen beiderseits der Straße mit scharfen Umrissen im Frühnebel, wie eine japanische Tuschezeichnung. Scharfe, dunkle und schroffe Felsformationen im Vordergrund, schwach, in verschiedenen Grauabstufungen und im Dunst verschwimmend der höhere Hintergrund. Sehr schön und beeindruckend!

Nahe den Falls of Measach, dem Ende des Strath-More Tales, stößt man dann auf einen Parkplatz wie eine Terrasse, hoch im Berg gelegen, mit freiem Blick auf das Tal, den River und Einschnitt des Loch Broom, der im weiteren Verlauf auf Ullapool führt. Die Sicht in das Tal ist eingeengt durch den auf der linken Seite liegenden Carn Breac beag und die Hügel der Bein Dearg und Carn Mor auf der rechten Seite.

Ich will nicht lästern! Daß dies eine bevorzugte Aussichtsplattform ist, zeigen die in regelmäßigem Abstand auftauchenden Reisebusse verschiedener Nationalitäten. Tür auf – Zigaretten an – Fotos gemacht und ab geht’s zum nächsten Highlight! Das ist auch eine Art von „entspanntem Urlaub“. Zuhause werden dann die einzelnen Orte den Bildern zugeordnet – ach gucke da, da waren wir auch! Jedem das Seine! Ich glaube nicht, daß man bei dieser Reiseart die Vögel im Wald singen, die Blätter rauschen, den Wind riechen oder die Brandung in der Nacht hören kann.

Ab hier geht es dann über die A832 zu Abzweig bei Braemore, wo wir auf die A835 stoßen und man nun die Route zum Norden, über Ullapool, Durness, Tongue und Thurso wählen kann oder in Richtung Inverness.

Zum Wetter: Bei unserer Ankunft vor einer Woche hatten wir 7 Grad und mußten mit fester Bekleidung wandern, gestern waren es 11 Grad und am heutigen Tag sind es 20 Grad.

Die Fahrt in Richtung Inverness führt uns durch ein weites offenes Hochmoortal, umgeben von hohen Bergen und dem Loch Droma. Rechts und links der Straße sind noch die Schneelatten, die bei Schnee den Straßenverlauf anzeigen. Durch dieses hohe offene Tal, pfeift ein Starker Wind!

Zur linken Seite kommt dann Loch Glascarnoch mit der Staumauer und Aultguish Inn. Die Straße ist gut befahrbar, wird dann aber auf Contin zu schmal, da parallel dazu die Eisenbahn verläuft. Zur rechten Seite kommt der „Munro Park“, die Campsite des Ortes und ab hier sind es noch 17 Meilen bis Inverness. Hinter Contin weitet sich die Landschaft und es sind große, offene Wiesen mit Vieh, knallgelber Ginster und blühende Rapsfelder, die das Auge erfreuen.

Über die beeindruckende Brücke, die sich über den Maray Firth und Beauly Firth spannt, erreichen wir dann Inverness, an einem schönen warmen Frühsommertag.

Inverness, die Hauptstadt der Highland Region, liegt in verkehrsgünstiger Lage an der Mündung des Caledonian Canals, wo er in den Mary Firth mündet. Die Stadt hat ca. 43T Einwohner und war bereits im 6. Jahrhundert Hauptresidenz der Pikten.

Die Burg, die über der Stadt und dem River Ness liegt, hat schon viele tragische Dinge erlebt.

Die erste Feste war im 12. Jahrhundert in der Nähe errichtet worden und etwa 500 Jahre später wurde das heutige Kastell begonnen. Hier fand 1715 die Proklamation von James Francis Edward zum König statt, Jakobiter haben hier 1745 gelebt und von der Freiheit geträumt. Nach der Schlacht von Culloden ging alles in Flammen auf und zerfiel zu Asche. Ein Museum im Anbau zeigt die Geschichte dieser alten Zeit. Im heutigen Schloß ist die Verwaltung der Stadt Inverness untergebracht.

Heute ist die Stadt eine geschäftige Kleinstadt, geteilt durch den River Ness, mit einer betriebsamen Innenstadt und typisch, britischen Häusern der viktorianischen Zeit, im äußeren Zirkel.

2006 haben die großen Geschäfte in der Stadt 24 Stunden, an 7 Tagen der Woche geöffnet!!! Ein großer Supermarkt in Inverness, Tesco, liegt direkt an der A9/ Abbiegung A95 Nairn. Es gibt eine interessante Innenstadt mit einigen großen Marktzentren, der neuen und riesigen Marktpassage an der Milburn/ Crown Road und dem älteren Victorian Market gegenüber dem Bahnhof an der Queensgate/ Union Street und auch kleineren Fachgeschäften in der High Street und der verschachtelten Innenstadt.

Von der Campsite, dem Torvean Caravan Park an der Glenurquhart Road und direkt am Caledonian Canal gelegen, hat man es nicht weit bis in die City. Der Platz machte auch in diesem Jahr einen guten und gepflegten Eindruck und der Preis für eine Übernachtung mit einem Reisemobil, zwei Personen und Elektrizität, betrug 11,50 BP pro Nacht.

Inverness Castle und die Floral Hall nahe Caledonian Canal oder auch „nur“ ein Spaziergang entlang des River Ness sind zu empfehlen. Beginnend am Aquadome über die Ness Islands, dann die Ness Bank entlang, Castle Road und Besichtigung der Innenstadt, vor der Douglas Row über die Greig Street Footbridge und die Huntley Street wieder über den Ness Walk zurück zum Ausgangspunkt.

Inverness mit seiner zentralen Lage ist ideal für interessante Ausflüge!

Von hier aus kann man viele Ziele ansteuern, vom Loch Ness, Cawdor Castle, Brodie Castle, Culloden Battlefield bis hin zu Fort George oder weiter über den Whisky- bis zum Castle- Trail nach Aberdeen.

Oder Sie schlagen die Südroute ein und folgen über Loch Ness dem Weg nach Fort William und Glen Coe. Hier sind Sie gern gesehener Gast unter Gästen, in Schottland!

Machen Sie etwas aus Ihren schönsten Tagen des Jahres und fahren Sie in die ruhigen Highlands!

Haggy 2007

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

haggishunter am 07 Mai 2009 22:40:54

Seid Ihr schon einmal satte 16 oder auch 20% Gefälle abwärts gefahren?

Das macht Laune bei 20%, zumal man vorher nicht weiß, ob man unten mit dem Reisemobil auch wieder wenden kann, um nach oben zu gelangen.

Der Spaß macht noch mehr Freude, wenn man eine dusselige Anhängekupplung dran hat, die Funken schlägt und aufliegt.

Crovie, Aberdeenshire

war eine nette Erfahrung!
Haggy



schaschel am 23 Sep 2009 10:21:17

Hallo Haggy-

dieses Crovie erinnert mich doch sehr an Niarbyl Bay auf der Isle of Man. Genau, wie Du es geschildert hast mit dem Gefälle. Mit 6,6 m Länge war ein Wenden dann in etwa 8 Zügen möglich. Digitalfotos habe ich davon nicht, aber wenn Du googelst, solltest Du diese malerische Ansammlung von drei, vier Häusern leicht finden. Ich kann Deinen Spaß an solchen Fahrten sehr gut verstehen- nur meine Kupplung manchmal nicht.

, Schaschel

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Von Kent (Dover) nach Cornwall 2009
Übernachtung nähe Dover?
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt