Donnerstag / 21.5.
Obwohl eine kleine eher unscheinbare Straße, so werden wir dennoch durch eine Reihe vorbeirasender Autos geweckt, später kommt noch eine unüberhörbare Lautsprecherdurchsage dazu. Wie wir später feststellen, liegt ein großes Stadion in direkter Nachbarschaft.
Ein erster Blick auf den Stellplatz: wir stehen direkt an einem großen Park, in dem es einige Bänke und einen öffentlichen Grillplatz gibt. Auf der anderen Seite wie erwähnt eine Durchgangsstraße (dadurch ordentlicher Geräuschpegel), daneben einige Wohnhäuser. Kein Highlight, aber ganz ok. Selbst ein WC das zur Entsorgung genutzt wird, ist keine 50 Meter weiter. Gezahlt wird am Automaten (ca. EUR 7 für 24 Stunden)
Blick auf den Stellplatz
Unser
Womo am Straßenrand
Wir überlegen ob wir zum nahegelegenen CP Delta fahren, und machen eine kurze Visite: der gesamte Strandabschnitt ist mit einem Bauzaun abgesperrt, ansonsten scheint der Platz sehr nett, aber: sage und schreibe 50 CHF wollen sie haben! Das ist es uns nicht wert, so entschließen wir auf dem SP zu bleiben. Erstmal einen frischen Kaffee. Danach geht es zu Fuß auf Erkundungstour nach Locarno. Der Weg führt am See entlang, und bietet so einen ersten Ausblick auf das traumhafte Bergpanorama. Der Lago Maggiore ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde. Noch ist es etwas diesig und bewölkt, aber bereits angenehm warm und mild.
Oli am See, im Hintergrund Locarno
Ca. 10 min später sind wir im Zentrum angekommen. Die Altstadt ist sehr ansehnlich: viele alte Häuser, kleine und größere Gassen, viele Cafes und Restaurants. Heute ist – wie jeden Donnerstag - Markt, der quer durch die Altstadt geht. Nachdem wir ein bisschen über den Markt und durch die Gassen gebummelt sind, gibt es noch einen Kaffee am Piazza Grande.
Markt in Locarno
Das Castello Visconteo am Rande der Altstadt
Cafe am schönen Piazza Grande
Später entdecken wir in einer Seitenstraße die sog. Standseilbahn die hoch hinauf führt – für so was bin ich ja immer zu haben (Oli muss mit ). Ca 12 CHF für 2 Personen (Hin und Rück) und los geht’s.
Oben angekommen bietet sich ein weiter Blick über den See. Von hier aus kann man noch höher fahren, jedoch wird es ab hier richtig teuer. Deshalb machen wir uns auf zur Kirche Madonna del Sasso, und entschließen, den Abstieg per pedes zu bewältigen. Ein gut ausgebauter, wenngleich stellenweise schmaler Weg führt hinab ins Tal, durch eine grüne Oase, mit unzähligen Bäumen und einem kleinen Bach mittendrin.
Madonna des Sasso von oben
Der Fußweg runter
Madonna des Sasso von unten
Unten angekommen geht es noch an die Strandpromenade von Locarno. Diese besteht eigentlich nur aus einem langen asphaltierten Weg am Ufer entlang. Hier und da reihen sich einige Straßenhändler aneinander, verkaufen Crepes oder selbstgemachte Köstlichkeiten. Viele Leute genießen das angenehme Wetter, liegen auf den angrenzenden Wiesen, im Park, oder auf den großen Steinen am Ufer in der Sonne. Wieder bietet sich ein atemberaubendes Bergpanorama. Der letzte Schnee liegt noch auf den Bergspitzen.
Ufer in Locarno
Doch etwas müde von der anstrengenden Nacht geht es zurück zum Womo.
Nach einer kleinen „Mittagspause“ werden die Räder startklar gemacht, denn Ascona wartet auf uns (laut div. Führer ein kleines, sehenswertes Örtchen). Nur etwa 10 bis 15 min sind es bis dort. Wieder bietet sich der Blick auf die Berge, dieses Mal auf der anderen Seite (ohne See), nicht minder schön, da sehr grün, mit vielen kleinen Bergdörfern.
Ascona ist – mit einem Wort gesagt – beeindruckend. Ein wahres Bilderbuch-Dorf. Malerisch durch und durch. Eine perfekte Promenade, eine schattenspendende Baumallee, kleine Häuser, viele farbenfroh, kleine bunte Fensterläden, nette Cafes und Restaurants, mit kleinen Terrassen, und Blick auf den See. Beeindruckend auch die wirklich unzähligen Gassen, in jeder kleine Läden und Boutiquen, viele Passagen mit erneut kleinen Geschäften, schmale Hinterhöfe mit niedlichen Cafes. Der Ort ist insgesamt deutlich schicker als Locarno, sowohl die Aufmachung als auch die Leute. Authentischer ist da sicher Locarno.
Uferpanorama in Ascona
Asconas Promenade
Wir genießen den Blick auf die Berge. Mittlerweile hat sich die Sonne durchgesetzt, und es wird richtig warm - obwohl erst Mai ist. Insgesamt ist schon ordentlich was los, trotz Nebensaison (könnte allerdings auch am langen WE liegen).
Mit dem Rad geht es dann wieder zurück zum Womo. Es ist nun richtig heiß, geradezu drückend. Da es draußen nun kaum mehr auszuhalten ist (und Oli Hummeln im Hintern hat, und naja, der SP zwar ok, aber eben nicht am Wasser ist) entschließen wir, aufzubrechen.
Als zweites Ziel für den Hinweg haben wir uns Fano in Italien ausgeguckt, da es hier auch Stellplätze am Meer geben soll. Wie erwartet gibt es etwas Stau um Milano, sonst kommen wir gut voran, die ca. 500 km schaffen wir in ca. 5,5 Stunden (mit einer Maut von ca. 26 EUR). Um ca. 22:30 Uhr kommen wir am SP an. Der liegt direkt am Meer (nur durch eine Straße getrennt), ein offenes Gelände, auf dem wir noch einen Platz in erster Reihe ergattern. Der Platz ist insgesamt nicht wirklich voll (10-15 Mobile, drauf passen bestimmt 50-60).
Stellplatz in Fano
Erkenntnis des Tages: es geht nichts über einen Stellplatz am Meer!
Freitag / 22.5.
Aufwachen und Blick auf‘s Meer – schöööön! Der nicht zu unterschätzende Lärmpegel (Straße von vorne und Bahnlinie von hinten) hat uns wider erwartend beim Schlafen nicht gestört (vielleicht war es das Adrenalin durch die Freude über einen Meerplatz )
Der Platz ist insgesamt nett, wenn auch einfach. Die Fläche besteht aus Schotter und Rasen. Die Gebühr von EUR 7,- wird einfach in einen kleinen Schlitz am Häuschen eingeworfen. Dafür gibt es keinen Strom, keine Entsorgung, aber zumindest Wasser und Außendusche. WC-Entsorgung kann (sofern keine Chemie) auf den öffentlichen WC-Häuschen direkt neben dem Platz vorgenommen werden. Auffällig: es ist wirklich deutlich wärmer als am Lago Maggiore, man könnte auch sagen: richtig heiß, und das schon morgens. Also: erstmal ins Meer. Dieser hat „nur“ Kiesstrand zu bieten, aber im Wasser gibt es dafür feinen Sand.
Oli im Meer; neben ihm: sein Schuh
Stellplatz von der Straße aus
Das Kassier-Häuschen, links daneben gibt es Frischwasser
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Später geht es dann nach Fano. Wie wir merken ist der Stellplatz schön zentral – bis zur Promenade sind es gerade mal 5 min, bis ins Zentrum ca. 10. Die Promenade ist bestückt mit unzähligen Cafes, Bars, Restaurants, eins nach dem anderen. Dazu eine Reihe von Hotels. An den Schirmreihen am Strand erkennt man schnell, was hier zu Hauptsaison los sein muss. Die Saison hat noch nicht begonnen, so werden noch diverse Vorbereitungen getroffen (Mülleimer aufgestellt, Schirme in Reih und Glied gebracht, neuer Kies angeschüttet).
Die Strandpromenade
Die Promenade ist ansonsten eher durchschnittlich, so dass wir uns ins Zentrum durchschlagen. Das „Centro“, die Altstadt, hingegen, ist ein echtes Highlight, und will so gar nicht zu dem touristischem Strandteil des Städtchens passen. Man läuft durch die alten Gassen, vorbei an unzähligen restaurierten Häusern, viele Läden, hier und da ein kleiner Platz, auf einem ist heute Markt. Insgesamt ist es hier fast gar nicht touristisch, man trifft hauptsächlich Einheimische. In einer der Seitengassen erspähen wir einen Supermarkt dem wir natürlich einen Besuch abstatten.
Im Zentrum der Altstadt
Oli schwer beladen :)
Danach geht es zurück zum Womo. Mittlerweile ist es wirklich unsagbar heiß, geschätzte 35 Grad – und das um 11 Uhr morgens!! So kann man es eigentlich tagsüber nur im Wasser aushalten. Selbst der Schatten verschafft aufgrund des fönartigen Windes keine Abkühlung. Das Meer ist übrigens erstaunlich warm für diese Jahreszeit (unser neues Wasser-Thermometer misst stolze 22 Grad)
Am Land Kies, im Wasser aber Sand
So verbringen wir den Rest des Tages mit Plantschen. Gegen Nachmittag wird der Roller von der Bühne geholt. Wir fahren bis zum nördlichen Ende von Fano, wo sich die Armada von Hotels, Restaurants und Sonnenschirmparks fortsetzt. Am Zentrumsrand entdecken wir einen weiteren Womo-SP (der eine komplette V/E-Station bietet). Zudem besuchen wir auch den zweiten Stellplatz am Meer, der weiter südlich liegt. Er gefällt uns weniger, da mitten in einem Wohngebiet und zudem deutlich weiter weg vom Zentrum. (Einziger Vorteil: keine Hauptstraße zwischen Platz und Meer; die Bahn hört man hier aber genauso). Noch weiter südlich entdecken wir ein „Auchan“ Schild Ein großer Supermarkt, dazu noch klimatisiert – genau das richtige für uns!
Gegen Abend wird der Platz plötzlich voller: unzählige Italiener quartieren sich ein, die sich offensichtlich fast alle kennen, und sich viel zu erzählen haben. Auch die Dame vom SP ist nun da, und stimmt fröhlich in die Unterhaltungen mit ein. Langsam wird es etwas kühler und Wind kommt auf. Endlich.
Erkenntnis des Tages: An solch eine extreme Hitze muss man sich erst gewöhnen!
Und: Italiener haben sich irgendwie immer was zu erzählen!
Samstag / 23.5.
Noch ist es bewölkt, man merkt aber, dass es schon wieder heiß wird. Also, ab ins Meer. Nach einem weiteren kleinen Spaziergang in den Ort (zwecks aktueller Bild-Zeitung & Baguette) werden so langsam die Sachen gepackt. Wasser füllen wir am SP auf, für die Entsorgung fahren wir noch einmal zu dem SP am Zentrumsrand.
Entsorgungsstation
Statt über die Autobahn entschließen wir, die Küstenstraße nach Ancona zu fahren. Auf dem Weg reiht sich ein Hotel an das nächste, ergänzt durch diverse Campingplätze. Und: natürlich allesamt an der wohl bekannten Bahnlinie.
Ca. 70km später kommen wir zum Hafen von Ancona. Die Stadt ist schon groß, sieht aber recht nett aus: viele alte, kleine bis mittelgroße Häuser. Der „Porto“ ist gut beschildert, wenn gleich man zuerst zum Ticket Check-in muss (was wir natürlich prompt falsch gemacht haben) und erst danach zum Gate. Immer noch ist es unglaublich heiß.
Einreihen im Fährhafen
Unser Schiff (Olympia Palace)
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Blick auf Ancona
Gott sei dank müssen wir nicht lange warten, die Einfahrt erfolgt zügig und ohne Probleme. Wir hatten es gehofft, und haben tatsächlich Glück: wir bekommen einen Platz mit „Meerblick“, denn wir stehen zumindest in 2. Reihe, d.h. wir können seitlich zwischen den Mobilen der 1. Reihe durchschauen und dem vorbeirauschenden Wasser zugucken (was auch zur Folge hat, dass man was von dem Wind abbekommt). Ruck zuck wird der Strom angeschlossen, und ab aufs Deck. Das Schiff macht insgesamt einen ordentlichen Eindruck (entgegen unserer Erfahrungen auf der Fähre nach Sardinien). An Deck gibt es eine nette Bar und einen Pool.
Das Sonnendeck
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An Deck gönnen wir uns dann auch Bier und Cola und die erste unbekannte griechische Spezialität, ein „haariges“ Etwas, was auf den Namen KANTAIFI (oder so ähnlich) hört. Eine verdammt süße Nachspeise, aber sehr lecker!
Gestatten: Kantaifi (kurz vor seiner Vernichtung)
Später testen wir das Self-Service-Restaurant an – wie gewohnt ist es nicht billig und das Essen ist, naja, ok. Auch hier wird es griechisch – eine große Portion Tsatsiki, der tatsächlich verdammt lecker ist! (wohl aufgrund des hohen Knoblauch-Anteils).
Die Hitze fordert wieder mal ihren Tribut, so geht es früh ins Bett. Leider kommt weniger Wind im Womo an als vermutet, so dass man es kaum aushält. An Schlafen ist erst viel später in der Nacht zu denken!
Das Womo auf dem Campingdeck
Ja, es ist warm!
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Erkenntnis des Tages: Die zweite Reihe ist halt nicht die Erste!
Und: Am griechisches Tsatsiki hat man lange Spaß...
ETAPPE 2: Der Westen
Sonntag / 24.5.
Die Hitze bleibt, die Nacht ist kurz. Gegen 9 Uhr erfolgt der Zwischenstop in Igoumenitsa. Ein Teil der Fahrzeuge musste auf der Rampe stehen, und muss nun rückwärts ausfahren! Wie gut dass wir rechtzeitig da waren. Das Schiff leert sich deutlich, und ehe man sich versieht haben wir auch schon wieder abgelegt.
Das Deck nach Igoumenitsa - fast leer
Die griechische Küste verläuft nun parallel, so erhält man einen ersten Eindruck von Griechenland. Noch ist es leicht diesig, dennoch erkennt man die steilen Küsten, schroffe Berghänge, grüne Landstriche. Und unter uns das tiefblaue Meer. So lässt es sich aushalten! Mittags geht es wieder ins Self-Service Restaurant.
Griechenlands Küste
Wir nähern uns Patras – groß ist es, mit vielen mehrgeschössigen Wohnhäusern.
Blick auf Patras
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Pünktlich um 15 Uhr geht es zügig von Board. Wir tanken (0,89 EUR/l), und schon sind wir auf der Schnellstraße Richtung Westen. Die Hitze setzt sich wie erwartet fort, wenn auch es nicht ganz so schwül ist wie in Italien.
Schnell merken wir, dass das befürchtete Griechisch kein größeres Problem darstellt: alle wichtigen Schilder sind auch in Englisch. Dennoch ist es gewöhnungsbedürftig, die meisten Worte nicht lesen zu können.
Es geht an eine der schönsten Küsten Peloponnes, die von Kalogria (nur ca. 50 Km von Patras entfernt). Ab Lapas fahren wir querfeld ein, durch ein paar Dörfer. Die Gegend ist teils karg, teils grün, und erinnert ein wenig an Spanien. Die Straßen sind überraschend gut, so kommen wir zügig voran. Wir haben uns den SP unterhalb von Kalogria ausgesucht. Kurz vorher beginnt der schöne Pinienwald, im Hintergrund ragen die kargen Felswände der angrenzenden Berge in die Höhe.
Am Strand angekommen das Entsetzen: es ist Sonntag, was bedeutet das wohl halb Peloponnes die Strände aufsucht. Parkplatz und Strand sind rappelvoll! Kein Wunder, ist doch Sonntag und die Einwohner genießen Ihre freie Zeit am Stand. Wir finden noch einen Stellplatz in der letzten Reihe. Die Hitze ist mittlerweile wieder kaum auszuhalten, so geht es erstmal ins Wasser. Das Wasser ist hier spürbar wärmer als in Italien. Unschön: hier wimmelt es von riesigen „Stechfliegen“ (bei uns würde man sie wohl „Bremsen“ nennen), die echt hartnäckig sind, und sofort stechen. Nachdem Oli bereits den dritten, riesigen Buckel auf seinem Rücken zählt (er reagiert allergisch auf Stiche aller Art), gehen wir zurück zum Womo.
Der Parkplatz bietet keinerlei Schatten, und ist zudem eine staubige Schotterfläche. Das Meer ist nur „entfernt“ zu sehen, und die Bucht ist riesig. Wir suchen doch eher nach einem gemütlichen Platz an einer kleinen netten Bucht. Das heißt: weiter geht’s.
Parkplatz in Kalogria (dieses und folgende)
Uns zwar Richtung Killini. Es sind ca. 45 Minuten bis zum Ziel. Nachdem wir die Hauptstraße verlassen haben, ändert sich die Landschaft. Wo es zuvor nur plattes Land gab, wird es nun zunehmend hügeliger und grüner. Links und rechts der Straße reihen sich Olivenbäume. Dazwischen immer wieder Felder, und Zypressen die herausragen. Es geht durch Kastro (welches wir später noch besichtigen), von dort wieder bergrunter. Die Fahrt wird langsamer, die Serpentinen etwas enger, aber nicht wirklich eng. Wir nähern uns dem Meer, Eine traumhaft schöne Gegend.
Wir wählen den SP zwischen den beiden Campingplätzen (Melissa & Fournia) und werden nicht enttäuscht: ein Traum von einem Platz. Direkt an einer kleinen Bucht, mit feinsten Sandstrand. Man steht auf Schotter, und wir direkt in erster Reihe – bis zum Meer sind es, sagen wir 20 Meter! Das WC Häuschen ist leider verschlossen, genauso wie die Strandbar (die aber mehr an einen Baucontainer erinnert). Dafür gibt es einen Wasserhahn und Duschen. Hier bleiben wir! Gegenüber erkennt man die Inseln Kefalonia und Zakynthos. Die Sonne geht unter, und es wird kühler. Vom Bett ein letzter Blick auf das Meer. Mit dem Meeresrauschen schlafen wir ein.
Stellplatz Killini
Erkenntnis des Tages: Manchmal lohnt es sich doch, noch weiter nach einem SP zu suchen.
Montag / 25.5.
Wieder scheint die Sonne, und wieder geht es direkt ins Wasser. Der Untergrund ist toll, nichts außer Sand, und man kann einige Meter weit ins Meer laufen. Das Wasser ist klar und von einer tollen türkis-blauen Farbe.
Die ehemalige Taverne, rechts daneben Duschen und Wasserhahn
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Mit dem Roller geht es nun auf Erkundungstour. Etwas südlich liegt der weitere SP am Meer, der jedoch keinen direkten Blick auf das Meer hat (aufgrund der Dünen zwischen Parkplatz und Meer), doch auch dieser ist mit WoMos gut frequentiert.
Wir fahren bis Gastouni (eigentlich primär aufgrund eines in meinem Finger verbliebenen Glasstückes was ich mir vor dem Urlaub blöderweise in den Finger gerammt hatte und welches wir nun wo es doch noch feststeckte entfernen lassen wollten – in Gastouni gibt es zwar ein Medical Center jedoch mit nur einer engl. sprechenden Dame die eher Krankenschwester als Arzt ist - so zumindest unser Eindruck - denn machen konnte sie nichts sondern uns nur nach Pirgos schicken denn dort könne man behandeln. Da uns dies aber zu weit war, bleibt das Glas einfach wo es ist, und wird nach dem Urlaub „behandelt“).
In Vartholomio gibt es einen (für griechische Verhältnisse großen) Supermarkt, in dem wir uns eindecken.
Auf dem Weg zurück entdecken wir unzählige Felder mit Gestrüpp. Später entdecken wir dann die dazugehörigen Früchte: Melonen. Es scheint, als wechseln sich Melonenfelder und Olivenbäume ab. Dazwischen mischen Orangen- und Zitronenbäume. Immer wieder eröffnen sich weite Ausblicke auf die grünen Berge und Hügel.
Den Rest des Tages verbringen wir im Schatten und im Wasser. Gegen Nachmittag frischt der Wind auf, so das Oli zumindest kurz zum Kiten kommt. Leider ist dieser aber sehr böig und teilweise zu schwach.
Oli allein auf dem Wasser
Später wollen wir noch Zatziki kaufen, und fahren nach Kastro. In einem kleinen Laden gibt es zwar keinen Zatziki, dafür einen netten Griechen mit gutem Englisch, der kurzerhand erklärt wie man Zatziki selbst macht und verkauft die entsprechenden Zutaten. Darüber hinaus dreht er mir noch eine Flasche selbstgemachten Wein an (angeblich ohne Zucker, deshalb keine Kopfschmerzen, so behauptet er).
Der Zatziki wird doch erst morgen gemacht und der Abend klingt ruhig mit dem selbst gemachten Wein aus.
Erkenntnis des Tages: Zatziki machen ist scheinbar ganz einfach (zumindest laut den Griechen)
Und: Medical Center bedeutet noch nicht das einem geholfen wird.
Dienstag / 26.5.
Hach, an diese Aussicht könnte man sich gewöhnen. Noch bevor es heiß wird, wollen wir mit dem Roller nach Killini, eher gesagt Port Killini, ca. 20 km entfernt im Norden der Landzunge. Dort angekommen, drehen wir nur eine kleine Runde durch den Ort, denn er scheint ziemlich unaufregend: ein paar Tavernen und Geschäfte, und der große Fährhafen, mit Fährschiffen zur Überfahrt auf die beiden Inseln.
Auf dem Rückweg halten wir in Kastro und besichtigen die auf dem Berg trohnende Festung Chlemoutsi. 6 EUR ärmer, betreten wir die riesige Burganlage und sind beeindruckt von der Größe der Mauern. Nach einen zügigen Runde durch die Anlagen, geht es zurück ans Meer.
Eingang Castle Chlemoutsi
Gegen Nachmittag machen wir noch einen Strandspaziergang. An dem langen Strand gibt es nichts außer ein paar Schirmen (gehören zu den wenigen Appartments) und einige wenige Bars (gehören zum großen Hotel). Direkt in der Nähe des SP befindet sich eine Taverne am Strand - hier liegt auch der Campingplatz Melissa - die wir heute abend besuchen wollen.
Die Strandbar heißt Polos (gehört zur Appartmentanlage Polos) und der Wirt ist wirklich nett – und spricht sogar deutsch. Das Essen finden wir recht gut (leckerer griech. Salat und Zatziki, als Hauptgericht Lamm und Hähnchen, anschließend zwei Ouzo aufs Haus) – EUR 35,- (i.V. zu deutschen Preisen) nicht viel. Wir genießen die wundervolle Aussicht aufs Meer und die letzten Sonnenstrahlen.
In der Taverne ...
(für optimale Darstellung einfach “HQ” im Videofenster unten rechts aktivieren)
Einige griechische Biere und Ouzo später wandern wir am Strand zurück zum SP und fallen ins Bett.
ETAPPE 3: Der Südwesten
Mittwoch / 27.5.
Heute geht es früh los. Noch schnell Wasser „getankt“ und schon finden wir uns auf der Hauptstraße Richtung Pyrgos wieder. Die Gegend bleibt grün, teils flach, teils von Berghängen umlagert. Unser Ziel: der erste Finger des Peloponnes. Wir machen einen kleinen Stop an der Navarino Bucht. Ruhig ist es hier. Und leider auch extrem heiß (liegt wohl daran dass aufgrund der vorgelagerten Inseln eigentlich kein Wind in der Bucht ankommt).
Wir fahren bis Pilos, am Ende der Bucht, und machen einen kleinen Bummel durch den Ort. Parken kann man bequem am Hafen, und von dort durch die Stadt laufen. Diese bietet ein paar Läden, einen schönen, schattigen Platz direkt vorne im Zentrum der mit einigen Cafes und Restaurants zum Pausieren einlädt. Der Ort ist schnell erkundet. Eine richtige Einkaufsstraße gibt es nicht, dafür viele kleine verstreute Läden - für alles und jeden einen eigenen Laden: Bettwäsche/Handtücher, Malereibedarf, Haushaltswaren, Gardinen, Hüte/Mützen u.ä., und natürlich einige Souveniergeschäfte.
Hafen von Pilos
Unser Womo im Hafen
Blick auf die Hafenbucht und die alten Fischerboote
Der kleine Platz im Zentrum
Die Hitze ist ohne Wind wirklich nicht zu ertragen, so dass wir entschließen noch etwas weiter zu fahren.
Methoni liegt nur etwa 12 Kilometer entfernt. Wir fahren die Umgehungsstraße und steuern einen SP in der Nähe an (laut Schulz) – der existiert aber nicht mehr (man sieht nur eine Schranke). Da die Gegend auch nicht wirklich einladend ist, fahren wir bis Finikounda, und quartieren uns hier auf dem Campingplatz Loutsa ein. Von hier aus bietet sich ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Methoni und Koroni – welche wir beide unbedingt sehen wollen.
Der Campingplatz Loutsa liegt etwas außerhalb von Finikounda, an einem Sand- + Kiesstrand. Der Platz ist verhältnismäßig klein, überschaubar, insgesamt einfach und nett. Der Boden bildet eine Mischung aus Rasen, Kies, Schotter und Unkraut. Unzählige Bäume spenden Schatten. Außer uns sind nur ca. 10-12 Mobile hier, was ganz angenehm ist. Leider ist natürlich die erste Reihe belegt, aber auch von der 2. hat man einen Blick aufs Wasser. Die Sanitäranlagen sind herausragend sauber. Immerhin 20 EUR (pro Nacht) lassen wir hier für eine Nacht, dafür mit Strom. Naja morgen geht es ohnehin weiter.
Unser Platz auf dem Campingplatz Loutsa
Strandansicht vom Campingplatz, im Hintergrund Finikounda
Finikounda selbst durchfahren wir nur kurz, schaut aber klein und gemütlich aus, mit einigen Cafes an der Promenade. Auf dem Weg durchs Zentrum kommt uns ein alter Mann auf einem Esel entgegen und grüßt freundlich.
Exkurs Freundlichkeit der Griechen
Wir sind wirklich begeistert von der Freundlichkeit der Griechen ggü. Fremden. In diversen Orten sind wir von einem alten Griechen oder einer Griechin freundlich gegrüßt worden (winkend) obwohl wir nur durchgefahren sind (natürlich weiß man nicht warum sie das tun: aus reiner Freundlichkeit, weil sie froh sind, in ihrem entlegenen Nest überhaupt mal eine Nase zu Gesicht zu bekommen, oder weil sie doch irgendwelche Absichten hegen, z.b. auf den Besuch ihres Geschäftes, ihrer Taverne oder was auch immer hoffen.) Egal. Nett ist es trotzdem. Punkt.
Schnell ist der Roller „abgeschnallt“ und schon geht es nach Methoni. Über den Hafen gelangen wir in das kleine Städtchen. Trotzdem Camping-Verboten-Schildern stehen hier 2/3 Womos. Direkt am Hafen gibt es einen kleinen Platz, mit einigen Tavernen und Restaurants. Von hier hat man auch einen schönen Blick auf den Festungsturm (Bourtsi). Der Ort bietet sonst noch ein paar wenige Geschäfte (vorrang. Souveniers), das war‘s.
Wir steuern geradewegs auf die Burg zu. Die riesige Festungsanlage konnte man schon von weiten erahnen. Der Eintritt ist frei (nur in der Nebensaison?), und die Anlage beeindruckend. Ist man erst einmal aus den Außenmauern raus, ergibt sich ein Blick und ein Pfad bis zum äußersten Turm (Bourtsi, wie oben erwähnt). Bis dahin sind es etliche Meter durch die sengende Sonne, vorbei an den alten Mauerresten, quer durch zugewucherte Landschaft.
Eingang zum Methoni Castle
Weg zum äußersten Turm
Lustigaussehende Pflanzen
Der Bourtsi
Später geht es dann in die andere Richtung, nach Koroni. An dieser Stelle
Exkurs: Straßenführung & -schilder
Wir haben uns extra die angeblich beste Straßenkarte für Peloponnes besorgt, und sie scheint auch in den ersten Tagen wirklich gute Dienste zu leisten. In den letzten Tagen aber merken wir vermehrt dass Kreuzungen falsch einzeichnet sind, oder fehlen, oder der Maßstab so klein ist, dass manche Straßen auf der Karte gänzlich anders verlaufen und aussehen als in der Realität. Auch fehlen manche Orte. Das wäre ja kein Problem, wenn die Straßenschilder einen ausreichend führen. Und da sind wir beim zweiten Problem: mit den Straßenschildern geht der Grieche an sich wohl nicht wirklich großzügig um. Oft fehlen sie komplett, oder sie sind nur von einer Seite (meist nicht die aus der man selbst kommt!) lesbar. Das einzig Vorteilhafte: oft gibt es nur eine oder zwei Straßen in der Gegend! Manchmal aber ist eine falsche Abfahrt dann doch schnell passiert und dann doch sehr ärgerlich.
So kam es denn auch, dass wir die Hauptstraße nach Koroni nicht fanden, was an dieser Stelle nicht tragisch war da wir ohnehin einen kleinen Abstecher über Vasilitsi – und einen angeblichen SP – machen wollten. Ob es wieder mal an der miserablen Schilderführung oder an der schlechten Beschreibung des Womoführers lag, keine Ahnung, auf jeden Fall fanden wir die Abfahrt nicht. So ging es dann direkt weiter nach Koroni. Das kleine Städtchen wirkt ein wenig verschlafen, die vielen Tavernen an der kleinen Promenade lassen jedoch darauf schließen, was im Sommer hier los ist. Parallel zur Promenade gibt es noch eine Straße mit ein paar Läden.
Koroni mit Blick auf die alte Festungsanlage
Strandpromenade von Koroni
Blütenpracht in den kleinen Gassen
Bei der Ausfahrt halten wir noch an dem größeren Supermarkt, und kaufen ein für das Abendessen. Auf der Rückfahrt ein neuer Versucht, den SP zu finden, und siehe da: zwar anders als im Führer beschrieben aber dennoch gefunden. Dass der Platz so weit ab liegt, hätten wir nicht gedacht. Nach etlichen Minuten „Bergetappe“ stehen wir im „Nirgendwo“, nichts außer der kleinen Bucht mit ein paar Parkmöglichkeiten. Hier haben sich auch schon einige Womos eingefunden. Wir sind froh, uns nicht die Mühe gemacht zu haben, mit dem Womo hier runter zu gondeln. Hier fällt uns wieder mal auf: warum fahren Menschen 1000e von Kilometer, an die schönsten Strände, und machen was als erstes: die Sat-Schüssel ausfahren!? Wer will wirklich das gewohnte, schlechte Fernsehprogramm gucken, wenn man im Urlaub einfach mal aufs Wasser schauen (oder zur Not auch ein gutes Buch lesen) kann? Keine Ahnung.
(Vielleicht der Grund: oftmals funktioniert das Ausfahren der SAT-Schüssel – wie bei uns auch - nur wenn die Boardspannung maximal ist, also z.B. direkt nach dem Fahren. D.h. vielleicht schauen sie gar nicht und haben nur ausgefahren? Wer weiß…)
Zurück an unserem Platz heißt es, den Abend ausklingen zu lassen.
Erkenntnis des Tages:
Straßenführung und Schilder sind hier eine echte Herausforderung!
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