schaschel am 23 Okt 2009 11:17:22
Hallo Carsten, Hallo Marc:
Wir haben die 2,5 l- Version mit Turbo und 95 PS. Die Getriebe von Ducato und J 5 sollen mit Ausnahme der Glocke, durch die beim J 5 eine zusätzliche Welle geführt wird, gleich sein. Die Frage danach, ob das Stützlager intakt ist, beantworte ich mit Ja. Wir hatten im Sommerurlaub an eben diesem Lager einen Totalschaden und es hat seinen Lagersitz an der Ölwanne seinerzeit komplett ruiniert.
In der Folge wurden wir eingeschleppt und in einer Kfz.- Werkstatt wurde versucht, den Schaden zu reparieren. Das gelang insofern, als dass ein neues Stützlager in den maroden Lagersitz kam. Das Gegenstück, die Ölwanne, war europaweit nicht lieferbar. Also Urlaub beenden, vorsichtig nach Hause und dort begann unser Reparaturmarathon.
Der Werkstattmeister hatte vorgeschlagen, dass ich selbst zu Hause die Ölwanne ausbaue und ihm dann zuschicke. Das ginge ganz leicht, und selbst ich als „Ungelernter“ könne das. Er hätte dann jemanden, der Alu schweißen kann. Dank dieser Fürsprache ließ ich mich deshalb auf ein Abenteuer ein, das ich nie zuvor gesehen hatte.
Jedenfalls brachte ich mit tatkräftiger Unterstützung durch einen befreundeten Kfz.- Mechaniker nach Demontage von Getriebe und Schwungrad die Ölwanne vom Motor weg und konnte sie zum Schweißen lassen weggeben. Das ist auch bestens passiert, der Lagersitz wurde rekonstruiert und erfüllt seinen Zweck prima.
Nachdem das Getriebe einmal draußen war, brachten wir es zur Überprüfung zu einem Getriebemann, der auch diverse Instandsetzungen vornahm. Das Getriebe war nun mustergültig öldicht und hat sich auch noch nie so schön schalten lassen. Doch nach etwa 1300 km im Herbsturlaub wurde der 4. Gang lauter bis laut und nun muß das Getriebe halt wieder raus, damit es zum Getriebemann zurückkann- der macht nur Arbeiten an ausgebauten Schaltboxen.
Kurz davor bin ich gerade. Nachdem ich nun in Übung bin, gingen die Vorarbeiten zügig vonstatten- jedenfalls für meine Verhältnisse. Hierbei hatte ich gestern zum ersten Mal das Vergnügen, die linke und die rechte Welle selbst rauszunehmen und miteinander zu vergleichen. Das Ergebnis: die Verzahnungen sind unterschiedlich, was ich bisher nicht wusste und wovon ich nicht glaube, dass es richtig ist. Links hat es Nut und Sprengring, rechts dagegen nicht.
Der Innenring des neuen Stützlagers der rechten Welle hatte sich nach 1300 km erneut um etwa 10 mm von seinem Sitz auf der Antriebswelle nach innen verschoben. Das führt in der Summe mit dem Ring, der daneben sitzt dazu, dass die getriebeseitige Verzahnung herauswandert und nicht auf ihren 30 mm Länge trägt, sondern nur auf 15 mm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so gewollt oder in Ordnung ist. Außerdem glaube ich, dass der Distanzring neben dem Lager verhindert, dass die Verzahnung in der Hülse ihre endgültige Parkposition erreichen kann (habe das mit Zollstock nachgemessen). Auch wieder ein Begünstigen des Wandertriebs. Vielleicht gehört der Distanzring dort gar nicht hin und soll nur ein Versuch sein, den Wandertrieb der „falschen“ Welle auszugleichen ?!?
Das nächste ist, dass die rechte Welle nicht zum ersten Mal „auswandert“- das ist uns gleich nach dem Reparaturmarathon auf der Probefahrt schon mal passiert und wie ich mittlerweile glaube, ist dieser Wandertrieb auch verantwortlich für den großen Schaden im Sommerurlaub, denn da hatte sich das Stützlager weit aus seinem Sitz herausgearbeitet und die Welle war hinausgewandert und @ Marc: ich glaube, dass das Stützlager allein die Welle in ihrem Sitz nicht ausreichend hält. Hier würden dann ja ständig einseitige Querkräfte an einem Lager ziehen, das dafür nicht unbedingt gebaut ist (normales Kugellager, keine Kegelrollen).
Der Wandertrieb wird m.E. durch das Nichtvorhandensein von Nut und Sprengring auf der Verzahnung der rechten Welle begünstigt, wenn nicht gar hervorgerufen. Denn: die linke Welle hat beides und arbeitet ohne jede Tendenz zum Wandern.
Natürlich weiß ich, dass wenn die Welle und/ oder auch der Distanzring tatsächlich falsch ist, dieser Irrtum schon durch mehrere Hände gegangen sein muß. Aber für unmöglich halte ich das keineswegs. Welcher Kfz.- Mechaniker kann bei jedem von ihm instandgesetzten Fzg. sicher sagen, dass er dessen Soll- Zustand zu 100 % kenne? Mal ganz abgesehen von Hobbybastlern mit brandgefährlichem Halbwissen wie mir.
Noch weiß ich nicht, ob die Hülsen im Getriebe tatsächlich nur für Sprengring und Nut auf einer Seite ausgelegt sind, denn das Getriebe ist noch drin. Doch einerseits kann ich mir das kaum vorstellen und andererseits würde das doch auf eine so einfach zu lösende Art den Wandertrieb der Welle erklären. Vielleicht gab es ja Baujahre oder Getriebe, die ohne Nut und Sprengring klarkamen. Bei unserem ist das eher nicht der Fall.
Eigentlich bin ich schon kurz davor, die Welle in den Schraubstock zu spannen und die Nut mit einer Eisensäge selbst in die Verzahnung einzuarbeiten, denn vieles deutet auf die Richtigkeit dieser Maßnahme hin. Sobald das Getriebe draußen ist und die Hülsen gut einsehbar sind, kann ich hoffentlich mehr erkennen.
Vielleicht gibt ja der eine oder andere Tip hier im Forum mehr Aufschluß darüber, wie die Verzahnungen denn nun auszusehen haben. Also, bitte ruft die Fotos oben auf und vergleicht das mal mit dem, was bei Euch noch so zu finden ist.
Danke und ,
Schaschel