yo man, we´re back from Poland.........
Start am Grenzübergang Pomellen, Stettin, Stargard, weiter östlich in Richtung Insko.
Oh Shit - die Strassen sind der Hammer! (mehr dazu später)
Die erste Nacht auf einem Zeltplatz am Insko-See.........für 19 Zloty (4,22 €)- incl. Eis für meine Tochter.
Erster Eindruck: nanu, mit Euros bezahlt - und beim Herausgeben in Zloty nicht beschissen worden.
Und Trinkgeld wollten die Zeltplatzleute auch nicht (obwohl sie die komplette Werbung abbauen mußten, da
ich mit 3,80m Höhe nicht unter dem Torbogen durch kam) Am nächsten Morgen durften die Leutchen wieder
die Werbung abbauen, damit ich den Platz verlassen konnte - und trotzdem hatte ich den Eindruck, die
haben sich echt gefreut, einfach nur, weil wir dort genächtigt haben.
An diesem Tag konnte ich feststellen, daß mein Green Monster wesentlich geländegängiger ist,
als ich erwartet habe. (und als man ihm auf den ersten Blick ansieht)
Auf den Spuren meiner pommerschen Vorfahren bin ich den ganzen Tag durch teils steiles
teils sumpfiges Gelände abseits der Strasse und quer durch den Wald gebrummt - ohne eine Spur von Problemen.
4 Liter Hubraum und 50cm Bodenfreiheit sind halt durch nix zu ersetzen. Nur eine Dachluke hab ich
im Wald gelassen..............
Wer auch immer Gelände gemacht hat, wo ein VW Touareg nicht hinkommt, Danke Mann! ;o)
Danach ging es wieder 1 Tag nach Stettin zum shoppen - Pustekuchen!
Erst haben wir uns mal im Zentrum einen bewachten Parkplatz gesucht - zwar schön
mitten drin, aber saulaut (direkt unter der Stadtautobahn) Solche Brückenelemente
bewegen sich ja, also braucht man Dehnungsfugen - in Polen legt man da einfach Bleche
drüber. Geräuschkulisse wie auf ´nem Schrottplatz...........nur die Hunde vom Sicherheitsdienst
waren lauter. Mit Klingeln in den Ohren aufgestanden und in die Stadt getappelt.
Es ist zwar alles ziemlich billig in Polen - aber man muß es auch brauchen können.
Irgendwie ist es ein bissel wie in der DDR, es gibt nix. Die Einkaufspassagen sind
voll mit tausenden kleinen Lädchen, aber entweder nur Lebensmittel oder Strutz.
Zeugs, was kein Mensch brauch. (Videos auf polnisch, ?heftchen, Störche zum Aufblasen)
Wir sind sicher 5km durch die Stadt gelatscht - und haben nicht ein einziges Spielzeuggeschäft gefunden.
Sehr zum Bedauern meiner Tochter - das Geld, was sie mit hatte, hat sie immernoch (und das will
was bei ihr heißen)
Gegen Abend sollte es dann ein bissel zum Erholen an die Küste gehen. Also auf nach Wolin.
Die Strasse zwischen Stettin und Swinemünde - ein Erlebnis. Kurze Abschnitte sind nagelneu
und verleiten zum Rasen (in meinem Falle 80 Km/h) - was aber eindeutig lebensmüde ist.
Größtenteils sind 50 Km/h hart an der Schmerzgrenze. Löcher in den Strassen, da verschwindet
ein Sattelzug drin - und zwar komplett. Das gemeinste sind aber die Teilstücke, welche aus
DDR-Autobahn-mäßigen Betonplatten bestehen. Man kommt sich vor, als fahre man Treppen.
Richtig übel wirds aber dann, wenn sich eine dieser Betonplatten gehoben hat und bis zu
15 !!! cm über Niveau steht. Man sieht es nicht so schnell - aber man merkt es um so deutlicher.
Mir hat es bei 50 Km/h mehrfach das Vorderrad so weit in den Radkasten hochgeschlagen, daß es am
Blech anschlug und damit natürlich blockierte. Herzkranke sollten lieber mit der Bahn reisen.
Lautes Fluchen über die Fahrbahn wechselte mit aber ungläubigem Staunen und lautem Lachen ab.
Sachen gibt´s! Bei denen gibt es Kreuzungen auf der Autobahn - einfach so, ohne Einfädelspur.
Und der absolute Brüller - ein kleines Kaff, geteilt durch die Autobahn - hat quer über die
Autobahn einen eigenen Zebrastreifen! Stellt euch mal vor, eine 80 jährige Omi schlurft da
von einer Seite auf die andere...........wer Platz im Haus braucht, schickt Omi zum Brötchen holen........
Außerdem ist der komplette Standstreifen (so überhaupt vorhanden) voller Leute. Die laufen da,
fahren Fahrrad oder - und das massenweise - verkaufen was. Wie Perlen an einer Kette sitzen dort
Kinder und alte Leute und verkaufen Heidelbeeren oder sonst was. Die Kleineren spielen auf dem Standstreifen,
die Großen machen im Strassengraben Schularbeiten. Und mit ´nem Trecker kann man auch prima auf
der Autobahn fahren.............
Kurz Swinemünde geguckt, dann etwas weiter einen Küstendorf-Zeltplatz angelaufen, genächtigt und Vormittags
den Strand gesucht. Schwer übel......voll das krasse Touristennest. Schlimmer als Zandvoort/NL.
Nur Dönerbuden, Kioske, Ansichtskarten, Sonnenbrillen, Tattoos, Textilien und "wolle Rose kaufen"
........und ca. 45min Fußmarsch bis man an den Strand kam. Dort gingen dicke Rohre in´s Wasser............
Nee, laß mal - mit´m Taxi wieder zurück zum Womo und weg da.
Weiter die Küste entlang Richtung Kolberg auf der Suche nach einem netten Platz an der Sonne.
Die Zeltplätze waren alle ziemlich weit vom Strand weg, also wieder bewachter Parkplatz und
ein bissel baden. Gegen Abend sehr gut und sehr billig Essen gegangen. Im Schnitt kann man
sagen, man bezahlt dort das in Zloty, was man in Deutschland in Euro zahlen würde.
Offensichtlich will sich kein Pole dem Verdacht aussetzen irgendwo zu schummeln, deswegen wird
dort alles gewogen. Kartoffeln extra, Fleisch extra - und sogar Gemüse und Salat. Echt ulkig.
Da es an der Küste irgendwie nicht so recht nett war, haben wir beschlossen an einem der
unzähligen Seen im Inland uns ein Plätzchen zu suchen. Also wieder ab in die Pampa Richtung
Insko. Die Nacht haben wir dann erstmal im Wald gestanden und sind Morgens weitergezogen.
Irgendwie Nomaden halt.
Wir hatten nur eine recht alte Campingkarte und so war die Suche recht abenteuerlich.
Ich denke aber, daß auch eine neue Karte in Polen nicht viel bringt - da ist reichlich Fluktuation.
Suchen macht hungrig, also die nächste größere Stadt angepeilt und dort kurz eingekauft.
Dort Camping+See+Boot - Schild gesehen und mal vorbeigeschaut. Der Platz war ok, Cheffe sprach
fließend Englisch - also sind wir dort geblieben........und werden da auch wieder mal hinfahren.
Abschließend ist zu sagen, wir haben unsere Sachen (Schlauchboot, Spielzeug etc) auch Nachts immer
draußen liegen lassen - und am nächsten Morgen auch alles so wieder gefunden. Klauende Polen
sind wohl nur ein Vorurteil. Im Gegenteil, die Leute waren sehr nett, offen und immer 100% korrekt.
Ich hatte häufig den Eindruck, die würden eher was dazulegen, als etwas wegzunehmen - und das überall
auf unseren knapp 2500 KM Polen-Rundreise. Viele Gefallen und Dienstleistungen wollten sie garnicht
bezahlt haben. Auf dem Parkplatz in Stettin fragte ich, wo ich in der Nähe Zigaretten kaufen könne
und bekam erstmal welche so angeboten. Wasser gab es dort in Gallonen zu kaufen - als ich sagte,
ich brauche es nur für die Toilette, bot man mir an im Unterkunftsraum die Wasserleitung zu benutzen.
Auf dem Zeltplatz brauchte ich einen Angelschein - also hat Cheffe ein Taxi gerufen (damit ich nicht wieder
abbauen mußte), ist mit mir (trotz bei ihm erkennbaren Zeitdruckes) in die Kreisstadt gefahren, hat übersetzt,
auf dem Rückweg Bier ausgegeben - und wollte nix dafür haben. Auch Trinkgeld bin ich (außer in Gaststätten)
nirgendwo los geworden - wollten die einfach nicht. Der Service ist überhaupt gut, man kann in Polen auch
Nachts um 12°°Uhr Brötchen kaufen gehen, viele Geschäfte haben rund um die Uhr offen - und wenn nicht,
so jedoch zumeist bis 22°°Uhr - selbst in winzigen Dörfern.
Als mein Motorkühler kaputt ging, kaufte ich erstmal Kühlerdichtmittel - der Tankwart bestand darauf,
selber das Zeugs zur Anwendung zu bringen, damit ich mir nicht die Finger einsaue - und wollte auch nix dafür.
Abgesehen von den schrecklichen Strassen keinerlei schlechten Erfahrungen in Polen gemacht, supi Landschaft,
krass billig alles und sehr nette Leute.
PS: erstaunlicher Weise sprechen nur sehr wenige Polen etwas Deutsch, einige ausreichend Englisch -
recht gut klappts aber mit Russisch (viele Wörter sind gleich oder ähneln sich - sie verstehens halt)

