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Quasi-Live-Reisebericht CH, I, SLO, HR 2011


jennergruhle am 17 Sep 2011 00:28:09

Auch wenn ich meinen "Reisebericht Mitteleuropa 2010" noch nicht fertig habe (diesmal war die Zeit vor dem aktuellen Urlaub zu knapp), will ich doch mal einen Quasi-Live-Reisebericht für 2011 führen - soweit es Zeit und Internetmöglichkeiten zulassen. Bilder muss ich wohl später nachreichen - der Bilderdienst funktioniert hier über das Mailänder Campingplatz-WLAN nicht.

Wir sind am Samstag, dem 10.09.2011 nachmittags (nach Abholen des Mietmobils um zehn waren noch Einräumen, Einkaufen und kleine McGyver-Aktionen am Mobil nötig) erst mit zwei Raststätten-Zwischenstopps zu Verwandschaft nach Arnstadt (Thüringen) gefahren, wo wir wieder auf dem großen Parkplatz im Wohngebiet über Nacht gestanden haben, wie schon 2009. Am Sonntag haben wir dann noch ein paar Ecken von Arnstadt gezeigt bekommen, die wir noch nicht kannten - z.B. eine Ausstellung von Nachbauten bekannter Bauwerke der Gegend im Maßstab 1:25.



Ich habe dann zwischendurch noch ein paar Mails gelesen; auf dem Campingplatz in Lindau, wohin uns die nächste Etappe führte, würde das nicht klappen - Handyempfang gleich Null, und für das platzeigene WLAN soll man pro Stunde 5€ (!) zahlen. Nee danke, da schreibe ich den Text lieber erstmal vor und sende ihn dann später ab, wenn ich wieder Handyempfang habe.

Auch sonst wollen die hier für jeden Pups extra Geld sehen - pm 9,50€ und dazu pro Person 7€ + 0,40€ Kurtaxe, dann noch 2,50 für Strom, 2€ fürs Freibad, sogar wenn jemand zu Besuch auf den Platz kommt darf er 2€ bezahlen. Wir kamen allerdings erst 22:00 Uhr an (die Rezeption war nur bis 19:00 Uhr besetzt, und wir hatten vorher angerufen) und sollten uns dann auf den Spätankommer-Platz draußen stellen. Dort zahlt man dann pauschal 15€. Der Platz ist zwar großer Gewinner in so Kategorien wie Kinderfreundlichkeit, Sportangebot und Kinderbespaßung, aber das brauchen wir ja alles nicht.

Nun ging es heute über ein paar kleine Umwege (keine Internetverbindung heißt keine einfache Navigation) erst nach Österreich, durch Bregenz und Dornbirn, Lustenau und dann wegen der unübersichtlichen Beschilderung erst auf die Schweizer Seite des Rheins (nach Au), nach Diepoldsau und dann wieder nach Österreich (Hohenems). Über Feldkirch sind wir dann nach Liechtenstein hinein gefahren, und nachdem in Vaduz überhaupt kein genügend großer Platz zum Parken zu finden war, gleich zum Campingplatz in Triesen weitergefahren. Nach dem Abstellen des Mobils sind wir dann entspannt mit dem Bus nach Vaduz gefahren. Dann sind wir wieder zurückgefahren, haben zu Abend gegessen, und müssen sagen, dass uns der Platz viel besser gefällt als der vorige. Schöne Natur ist eben nichts zu ersetzen.

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jennergruhle am 21 Sep 2011 21:52:43

Nach der Übernachtung in Triesen wollte ich dann am nächsten Tag mal schnell morgens runter in den Ort fahren, um Brötchen zum Frühstück zu holen. Aber in Triesen gab es keine Bäckerei in Sichtweite der Straße, nur Wohngebiete, Schulen, Arztpraxen, Industrie. Also musste ich weiter radeln: nach Vaduz hinein, durch die ersten Wohngebiete, wieder Schulen, Arztpraxen, Industrie; auch Kirchen, dann das Hospital und die große Kirche. Erst als ich am Landtag vorbei in die Fußgängerzone kam, sah ich links eine Konditorei - genau dort, wo wir tags zuvor in den Bus für die Rückfahrt gestiegen waren. Auf dem Rückweg habe ich mir dann wenigstens noch die alte Rheinbrücke aus Holz angesehen, die wir vorher nur kurz aus der Ferne gesehen hatten. Als ich mich dann den Berg wieder hinauf gekämpft hatte, war ich erstmal reif für die Dusche. Aber das Frühstück mit leckeren Brötchen und Kaffee (Cappucino, Latte macchiato usw.) aus der neuen Tassimo-Maschine entschädigte für die Mühen.

Nach dem Abbauen und Wasser-Ver/Entsorgen ging es dann ab ins Tal und über Balzers wieder heraus aus dem "Ländle", wieder in die Schweiz (Graubünden), und dann weiter zur Via-Mala-Schlucht. Hierhin wurde der Weg über "normale" Straßen immer schwieriger, so dass wir uns dann in Chur zum Kauf einer Vignette entschlossen, um die Autobahnen und Schnellstraßen nutzen zu können. Dann kamen wir auch besser voran, und die Abfahrt zur Via Mala war auch gut zu finden. Obwohl es nur zwei winzige Parkplätze gibt, passte das lange Mobil (6,5m) dort noch gut hin.
Nach Abgabe des Eintritts konnten wir dann die vielen Treppen hinabsteigen und auf fast jedem Treppenabsatz noch eine meist schaurige Geschichte über frühere Ereignisse in der Schlucht lesen.
Das gewaltige Brausen in der beeindruckenden, teilweise uneinsehbar tiefen Schlucht war teilweise so laut, dass man einander anschreien musste, um etwas zu verstehen. Bilder haben wir auch tonnenweise gemacht, ein paar davon füge ich hier mal bei.




jennergruhle am 21 Sep 2011 22:01:22

Danach ging es dann wieder ab auf die Autobahn, die später nur noch zweispurige Schnellstraße war und uns über den San Bernardino nach Bellinzona führte. Dort fanden wir schnell einen recht brauchbaren, aber etwas laut gelegenen Campingplatz am Ticino-Fluss. Mit dem Bus sind wir dann nachmittags in die Stadt hinein gefahren und haben den Burgberg mit dem Fahrstuhl "erklommen". Oben haben wir dann den Rundgang auf der Befestigungsmauer (Murata) unternommen und sind noch auf einem grasbewachsenen Stück der Mauer entlang gelaufen, die an die Große Chinesische Mauer erinnerte, etliche Hundert Meter ins Tal. Die führte dann über eine Straße per Brücke und noch etliche Hundert Meter weiter, aber wir sind dann unter der Rasenfläche im Innern der Mauer zurückgelaufen. Danach war dann ein Besuch im Restaurant nötig, um uns mit Essen und Unmengen von Wasser wieder aufzupäppeln. Immerhin waren es 30°C im Schatten, den es aber kaum gab. In Rostock klappern die Leute währenddessen bei Regen und 16°C herum. Gut, dass wir nach Süden fuhren! :-)




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jennergruhle am 21 Sep 2011 22:16:54

Von Bellinzona aus sind wir dann wieder Schnellstraße bzw. Autobahn gefahren, Richtung Lago Maggiore. Statt Nordufer mit Locarno und Ascona haben wir uns aber für das Süd- bzw. Ostufer entschieden, da wir nach Luino wollten (also weiter nach Italien). Dort haben wir dann den immer Mittwochs stattfindenden Markt aufgesucht. Wegen der unbarmherzig auf den Kopf brennenden Sonne habe ich mir dort einen Hut gekauft, der mir seitdem gute Dienste leistet. Parken konnte man übrigens sehr gut und kostenlos am Friedhof (Cimitero, ist gut ausgeschildert).




Weiter ging es wieder in die Schweiz, über Ponte Tresa und Agno nach Lugano. Das wollten wir uns wegen der unerträglichen Verkehrs- und Parksituation aber nicht ansehen und fuhren deshalb weiter nach Süden. In Melano kurz vor der Grenze bei Chiasso hatten wir uns einen der zwei Campingplätze (den billigeren der beiden namens Paradiso) ausgesucht. Leider sind wir beim falschen Schild von der Fernstraße abgefahren, und waren in der Straße zum anderen Campingplatz "Monte Generoso" gefangen - keine Wendemöglichkeit bis hinter die Schranke des Platzes, alle Abzweigstraßen mit Barrieren gesperrt. Die wissen schon, wie sie ihre potentiellen Gäste zum Verbleiben zwingen :-)
Zu großen Rangieraktionen auf dem Platz hatten wir dann aber auch keine Lust und sind doch auf diesem Platz geblieben. Immerhin lag er landschaftlich schön, direkt am Luganer See.
Unser Stellplatz war dann auch nur 15m vom Ufer entfernt, der nächste direkt am See hätte dann auch schon etliche Franken mehr gekostet.
Am Ufer gab es auch Enten, die wir mit Brotresten fütterten. Eine war besonders zutraulich und kam beim Zuwerfen der Brocken immer ganz nahe heran. Ich sagte noch: "Guck mal, die frisst mir womöglich noch aus der ..." - zack, hatte sie das Brotstückchen schon direkt aus meiner Hand geschnappt. Das haben wir auch fotografisch festgehalten.


jennergruhle am 27 Sep 2011 22:16:13

Die nächste Etappe führte uns dann zum zweiten Mal nach Italien (diesmal aber für längere Zeit). Zuerst war gleich hinter der Grenze Como dran. Nach einigem Suchen nach einem Parkplatz fanden wir einen großen Kiesplatz am Rande der Stadt, wo das Parken 0,50€ pro Stunde kostete. Mit dem Bus konnten wir dann für 2€ pro Nase (Verkauf im Bus) bis zur Piazza Vittoria fahren, wo die Altstadt beginnt, welche größtenteils Fußgängerzone oder zumindest verkehrsberuhigt ist.


Bis zum See konnte man durch schöne Gassen mit vielen Geschäften schlendern, und dort haben wir auch das erste originale italienische Eis gegessen.

Ich wollte eigentlich meine irische Vodafone-Karte wieder mit einem Nachladebon aufladen, aber die Verkäuferin im Vodafone-Shop meinte, sie könnten nur italienische Karten mit einem computergenerierten Code wieder aufladen, die Plastikkärtchen für das Aufladen anderer Karten gäbe es nur in 50€-Ausführung. Die hätte ich auch genommen, aber sie waren schon ausverkauft.

Am See gab es dann eine merkwürdige Uferpromenade mit Kunstrasen und Glasscheiben statt Geländern - sowas hatte ich anderswo noch nicht gesehen. Dort konnte man sich sogar zur Erfrischung unter einen Wasser-Sprühnebel stellen. Interessant war auch die am östlichen Seeufer auf den Hang fahrende Standseilbahn, die man von hier aus beobachten konnte.


Nachdem wir dann auf anderen Wegen wieder zurück zur Piazza Vittoria geschlendert waren, kam erst nach 20 min Warten (statt der ausgewiesenen 10) der Bus und hatte keine Tickets mehr an Bord. Also musste ich noch zum Tabacchi-Laden, wo sie allerdings auch nur 1,25 kosteten. Dem Bus konnten wir natürlcih längst hinterherschauen. Einige merkwürdige Szenen haben wir dann noch beobachtet: Einige Jugendliche wollten immer in verschiedene Busse steigen und wurden mit bösem Schimpfen wieder hinaus gejagt. Wir haben dann festgestellt, dass wohl ihre um den Hals getragenen Dauerkarten nicht dafür galten. Warum das so ein Gezeter rechtfertigte, blieb unklar. Irgendwann nahm sie dann doch ein Bus mit.
Und ein Bengel wurde noch vom Kontrolleur wegen Schwarzfahrens abkassiert oder verwarnt, als plötzlich eine Radfahrerin herbei kam, den Kontrolleur auf das Heftigste beschimpfte, und dem Jungen mindestens zehnmal "Bravo" hinterher rief, bevor sie aufstieg und weiterfuhr. Einen etwas gestörten Eindruck machte sie aber schon - Ähnliches habe ich bisher noch nie beobachtet.

Nach der Rückfahrt zum Parkplatz haben wir dann auch ohne Bemühung des Handy-Navis (Internetzugang gab es ja keinen mehr) gut den Weg nach Mailand gefunden.
In Mailand haben wird dann nach einer erst falschen Abfahrt dann doch nach Beschilderung den Weg nach San Siro gefunden (über die Autobahn-Westtangente), von wo aus dann eigentlich der Weg zum Campingplatz im Stadtteil Quinto Romano ausgeschildert sein sollte. Da wir aber überhaupt nichts fanden, landeten wir beim großen Stadion, das noch Baustelle ist und wo wir auf einem großen Parkplatz wenden und mit dem Karten-Programm auf dem Handy auch ohne Internet den richtigen Weg heraussuchen konnten. Nachdem wir dann aus dem Stadtinneren wieder zum Rand fuhren, war plötzlich der Campingplatz doch gut ausgeschildert - aber dummerweise eben nur von Osten, aus dem Zentrum - nicht von Westen, von der Autobahn, woher wohl die meisten kommen dürften.

Hier entschlossen wir uns dann, zwei Nächte zu bleiben, um Mailand einen Tag lang zu besuchen.

jennergruhle am 27 Sep 2011 22:48:33

Im Mailand kamen wir am Donnerstag am späten Nachmittag an, und nach dem Aufbau der Sitzgruppe und Anschließen des Stroms bin ich erst mal mit dem Fahrrad losgefahren, um die nähere Gegend zu erkunden und einen Supermarkt oder Gemüsehändler zu finden - wir wollten noch Tomaten zu dem vorhandenen Mozzarella für einen Salat haben. Aber in Richtung Stadt gab es einfach nichts dergleichen, und im Quinto Romano, wo unser Campingplatz lag, hatte ich auch schon alles abgefahren. Ich war schon fast wieder beim Stadion angekommen, als ich dann noch einen Vodafone-Laden fand. Der dortige Verkäufer war im Gegensatz zu seinen Kolleginnen in Como der Meinung, man könnte in Italien ausschließlich italienische Karten aufladen. Aber so ist das ja immer - fragt man drei Experten, hört man vier Meinungen.
Nachdem ich dann auch dort fast alles abgekurvt hatte (und dabei noch zwei Straßen namens "Via Carlo Marx" und "Via Federico Engels" fand), brachte auch ein Ausflug ins nahe Industriegebiet nichts.


Am nächsten Morgen sah ich dann aber auf dem von der Rezeption erhaltenen Ausdruck, dass an einer Ecke ein coop-Supermarkt sein sollte. Dort fand ich den dann wirklich (am Abend zuvor hatte ich nichts gesehen, auch sah das Gebäude wie ein Bunker aus), und konnte doch Tomaten und frische Baguettes kaufen. Dann machten wir uns auf den Weg zum Bus. Der Verkäufer im Zeitschriftenladen fragte uns schon auf 20m Entfernung: "Tickets?"
Mit diesen konnten wir dann den Bus in die Stadt nehmen und zur Piazza de Angeli fahren, wo wir in die U-Bahn umstiegen. Ausgestiegen sind wir dann am Dom, um gleich in den Stadtrundfahrt-Bus umzusteigen.

Die Rundfahrt kostet zwar 20€ pro Person, aber man kann erstens mit Ohrhörern (die sind inklusive) eine komplette Erläuterung aller gesehenen Dinge hören (auch in Deutsch), und außerdem kann man 48 Stunden lang ständig an den 11 + 9 Haltestellen (zwei Linien) ein- und aussteigen und spart sich so ein Tagesticket für Bus und Bahn, und muss sich um Anschlüsse der Linien keine Gedanken machen. So haben wir dann alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gesehen, wie z.B. Dom, Scala, Kathedrale San Marco, Castello Sforzesco, Torre Branca, Palazzo dell'Arte, Porta Garibaldi, Porta Nuova, Pirelli-Hochhaus, Hauptbahnhof, Planetarium, Torre Velasca usw.




Nach einer kompletten Runde mit der blauen Linie B sind wir dann wieder am Dom ausgestiegen und haben uns diesen angesehen. Danach sind wir zu Fuß zum Palazzo Bagatti-Valsecchi gelaufen, einem Patrizierhaus aus dem 19. Jh., das sich zwei reiche Brüder als Renaissance-Residenz eingerichtet haben. Sie haben damals alle möglichen Bilder, Wandbilder, Kamine, Möbel, sogar Rüstungen und Waffen aus der Renaissance-Zeit erworben (teils aus Kirchen und Palästen der ganzen Lombardei stammend) und ihre zwei Wohnungen im Haus damit eingerichtet. Ein Piano (das gab es in der Renaissance-Zeit noch nicht) haben sie sogar in einer Renaissance-Kredenz versteckt und andere moderne Dinge gekonnt versteckt, wie z.B. die im Keller untergebrachte Heizung. Diese Ausstellung war ihre 8€ Eintritt auf jeden Fall wert.

Danch haben wir die nächste Haltestelle der Rundfahrt aufgesucht und nach 20 min. Wartezeit, in der wir uns die Beine in den Bauch gestanden haben, sind wir wieder weiter gefahren.


Am Palazzo Sforzesco sind wir wieder ausgestiegen uns haben uns dann diesen angesehen (allerdings ohne die einzelnen Ausstellungen, das wollten die Füße nicht mehr). Dann kam uns der Bus der anderen Rundfahrt-Linie A (rot) genau recht, der hier zur anderen Runde startete. So haben wir dann auch noch den Süden des Stadtzentrums mit dem ehemaligen Hafen (wo jetzt Schiffe als Restaurants liegen), weitere Kirchen und das Hospital gesehen. Auch einige Anekdoten über das Mailänder Essen wurden uns erzählt, z.B. über das Safranrisotto, das eigentlich ein Sabotageversuch eines eifersüchtigen Hausangestellten mit dem gelben Farbstoff war, der bis dahin nur zum Färben von Glas verwendet wurde.
Zurück am Dom, haben wir uns dann noch ein schönes Eis schmecken lassen, bevor wir wieder zurück zum Campingplatz fuhren und dort in der Bar noch Pizza vertilgten. Auch einen WiFi-Internet-Bon für den Internetzugang konnte ich dort noch kaufen, um dann noch Mails zu lesen und zu schreiben, und die weiteren Reiserouten herauszusuchen. Allerdings "klemmte" das Internet irgendwie, und das Aufladen der Vodafone-Karte per Kreditkarte klappte auch immer noch nicht.

Am nächsten Tag ging es dann erst noch zum dem Einkauf im coop-Bunker, wo ich noch das Wiegen der Tomaten vergaß. Die Verkäuferin schickte mich noch zur Waage in die Gemüseabteilung (soviel hatte ich verstanden) und rief noch "numero setenta", wo mir dann die nächste Verkäuferin gleich die Tomaten abnahm und wog, so dass ich sofort zurück zur Kasse rennen konnte.
Danach fuhren wir über den nahen Autobahnring um Mailand herum gen Südosten, vorbei an Piacenza und nach Parma, wo uns allerdings die miserable Parksituation (nur Parkhäuser und Plätze bis 2m Fahrzeughöhe) den Aufenthalt verleidete. So sind wir gleich weiter nach Süden gefahren, Richtung Pisa. Dabei kamen wir auch durch die Gegend des Marmor- und Granitabbaus um Carrara, was sowohl an den Bergen als auch an den vielen Steinblöcken in den Industriebetrieben zu erkennen war.


Da weder Pisa noch Lucca Campingplätze anzubieten hatten, die uns zugesagt hätten, haben wir uns einen in Viareggio, Ortsteil Torre del Lago, herausgesucht, wo es auch noch Ermäßigung mit der ACSI-Karte gab - 15€ statt mehr als 30. Der Platz "Camping Europa" liegt landschaftlich schön zwischen dem Ort und dem etwa 1,3 km breiten Küstenwald, den wir nach Ankunft erstmal durchquert haben, um an den Mittelmeerstrand zu kommen und dort die Füße ins Wasser zu halten. Gigantisch sahen die nahen Bergketten der "Alpi Apuane" im Norden aus, die teils im Nebel verborgen waren.

Nebenan liegt noch der "baugleiche" CP "Italia", bei dem dann wiederum die ADAC-Karte Ermäßigung gebracht hätte.

jennergruhle am 27 Sep 2011 23:07:54

Von Torre del Lago aus sind wir ins relativ nahe Pisa gefahren, wo wir erst wie wild nach bezahlbaren Parkplätzen gesucht haben. Dann fanden wir einen, aber irgendwie wollte das Bezahlen der Tickets nicht klappen - es war 11:30, und nach Einwurf von 2€ zeigte der Automat an, dass ich nun bis 09:30 Uhr parken dürfe. Auch der andere Automat zeigte dieses Verhalten, und erst dann fiel mir auf, dass ja Sonntag war und erst ab Montag 9:00 Uhr gezählt wurde. Sonntags war das Parken frei.
Wir haben uns dann über eine Brücke und durch die nächste Wohngegend in die Altstadt begeben, wo wir natürlich zuerst zu dem Platz mit Dom, Baptisterium und schiefem Turm gegangen sind. Wir hätten auch sehr gerne den Botanischen Garten besichtigt, aber der war sonntags leider geschlossen.
Gefühlte 99% aller Menschen auf den Straßen waren Touristen und knipsten dauernd. Da mussten wir uns dann einreihen und die üblichen "Guck-mal-ich-stütze-den-Turm"-Bilder machen. Wobei mein bessere Hälfte auch einmal virtuell "dagegendrückte" - hoffentlich stürzt der Turm jetzt nicht ein...

Nachmittags dann fing es allmählich an zu regnen, und plötzlich witterten Regenschirmverkäufer ihre Chance. Wir hatten aber keine Lust, überteuerte Touristen-Nepp-Preise zu zahlen und sind schnell zum Auto gelaufen. Weiter sollte es dann nach Lucca gehen.

Allerdings fiel die Besichtigung von Lucca buchstäblich ins Wasser - es goss in so heftigen Strömen, dass eine Besichtigung unmöglich war, auch gab es kaum Möglichkeiten zum Parken. Wir hatten ja auch nur einen halben Tag eingeplant und entschieden uns dann gleich nach Florenz durchzufahren. Den dortigen Campingplatz zu finden, war allerdings schwerer als gedacht. Wir verließen die Autobahn kurz vor Florenz, und gerieten in eine problematische Mautschlange (am Selbst-Bezahl-Automaten, nicht am Häuschen mit einem Menschen darin). Kurz hinter uns schrie plötzlich ein Alarm los, und die Schranke ging zu. Vor uns standen noch zwei Autos, und dem Fahrer des ersten Autos gelang es nicht, sein Mautticket einzuführen und die Maut zu bezahlen. Zurückfahren und eine andere Kasse zu wählen war auch nicht mehr möglich - wir waren ja mit den anderen beiden eingesperrt.

Der Fahrer ganz vorn drückte dann alle paar Sekunden auf den Knopf zum Hilferufen, und nach gefühlten 10 Minuten bekam er eine Antwort, die Schranke vorn ging auf und er fuhr davon. Nach weiteren zehn Minuten das selbe Spiel mit dem zweiten Auto, und dann waren wir an der Reihe. Nach Drücken des Knopfes sagte eine Stimme auf Englisch, die Maschine wäre kaputt, wir sollten weiterfahren und an der nächsten Mautstelle bezahlen. Nur wie - man zieht ja immer erst an der Einfahrt ins Mautsystem ein Ticket und gibt es bei der Ausfahrt zur Bezahlung wieder ab. Egal - die Schranke war auf, und wir konnten weiterfahren. Nur hatten wir nun ein nicht bezahltes Mautticket - wer kann das schon als Andenken behalten? :-)

Dann stellten wir fest, dass wir hätten weiter auf der Autobahn bleiben sollen, um eine andere Abfahrt zu nehmen. Also durften wir die Stadt wieder verlassen, um auf die Autobahn wieder drauf zu fahren. Die angegebene Anfahrt klappte jedoch wieder nicht, weil wir zwar die richtige Autobahn, aber die falsche Richtung hatten - die Angabe im Campingführer war hier missverständlich. Nachdem dies dann klar war, hieß es, weiter auf der Autobahn zu fahren und diese wieder zu verlassen (und wieder ein paar Euro zu zahlen) und wieder in die andere Richtung zu fahren. Diesmal ging es südlich um Florenz herum, bis zur Anschlussstelle "Certosa" sollten wir fahren. Die kam jedoch nie, und bald waren wir wieder aus Florenz weit heraus. Wir mussten wieder 15km weiterfahren, bevor es wieder die Chance gab, die Autobahn zu verlassen. Dann hatte ich aber genug von der Autobahn, und wollte nur noch Landstraße fahren (ein drittes Mal vorbeizufahren hätte wieder zusätzlich Diesel und Maut gekostet). Durch Zufall kamen wir dann auch an ein Schild, das zum Campingplatz zeigte. Zunächst ging es auch gut, danach weiterzufahren, aber irgendwann war die Beschilderung weg. Dann landeten wir in engen Gassen, mit einem dauernd hupenden Bus hinter uns, und plötzlich noch einem Krankenwagen mit Lalülala dahinter. Der bog dann irgendwann ab, und später auch der Bus. Mit den vermutlich letzten Tropfen Diesel im Tank (die Rest-Kilometerzahl auf der Anzeige lautete nur noch "----") schleppten wir uns dann noch weiter und waren plötzlich auf einer Straße, die sich in endlosen Schleifen den Berg hinaufwand. Plötzlich tauchte die CP-Beschilderung wieder auf, und wir fuhren kurz nach 20:00 Uhr auf den Platz, der zum Glück noch geöffnet war und freie Kapazität hatte. Nach Klärung der Einzelheiten wurden wir dann vom Einweiser auf dem Moped durch das Straßengewirr des Platzes zum Stellplatz geleitet.

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