kirsten am 22 Jan 2012 01:19:44
Gerne möchte ich hier meine aktuellen Interneterfahrungen von der Ostalgarve mitteilen. Immerhin habe ich 2 Wochen gebraucht (seit Anfang Januar 2012), bis es wirklich lief!
Ich wollte einen unbegrenzten Internetzugang, da ich hier im Moment auch arbeite, dabei brauche ich nicht nur die Datenübertragung, sondern habe mir auch per Skype eine Festnetztelefonnummer im Netz eingerichtet. Als Weiterleitung zu Hause bei mir ins Telefon einprogrammiert, erreicht mich jeder kostenfrei so, als ob ich zu Hause wäre.
Voraussetzung dafür ist ein unbegrenzter Internetzugang, also kein Prepaid. Das geht am besten mit Vodafone. Man schließt einen Vertrag ab, den man allerdings nach einer Mindestlaufzeit von einem Monat schlicht und einfach wieder deaktivieren kann – das Ideale also, wenn man 2–3 Monate im Winter hier ist. (Alle anderen Anbieter haben hier nur 12-Monats-Verträge zu bieten.) Wenn man den Vertrag länger als 3 Monate ruhen lässt, verfällt er, und man muss sich im nächsten Winter eben einfach eine neue Karte holen. Ich fahre also am letzten Tag bei Vodafone vorbei, lasse die Karte deaktivieren – es ist am besten, das persönlich im Laden zu machen –, und bezahle dann auch nur die 2 oder 3 Monate, die ich die Karte hier im Land nutze. Wenn man sie 12 Monate nutzt, sind die Preise für die ersten 6 Monate um 50% reduziert. Damit werden diese Tarife beworben, und es hört sich dann so an, als könne man sie nur für feste 12 Monate abschließen. Aber tatsächlich ist die Mindestlaufzeit nur 30 Tage. Das Tolle ist, dass man so das unbegrenzte Volumen für einen begrenzten Zeitraum bekommen kann.
Die monatlichen Kosten richten sich nach der Übertragungsrate. Ich hatte vorher mit „Speedtest“ geprüft, welche Netzabdeckung Vodafon in Manta Rota hat, wo ich diesen Winter lebe. Mit dem Tarif 2 MB für monatlich 17,49 € komme ich prima klar, damit funktioniert – trotz gegenteiliger Versicherung in den Vodafone-Filialen, die mir mindestens 4 oder besser 8 MB verkaufen wollten, was aber real gar nicht vorhanden ist –, auch Skype und VoIP absolut zuverlässig. Aber Achtung: Sipgate (Internettelefon) funktioniert bei Vodafone hundertprozentig nicht!
Aber jetzt kommt der Clou, für den ich auch sehr lange gebraucht habe: Um einen Vertrag bei einer Telefongesellschaft abschließen zu können, braucht man eine portugiesische Steuernummer. Auch wenn sich das erst mal sehr kompliziert anhört, ist es ganz einfach: Man geht mit seinem Personalausweis zum Finanzamt (Finanças) und bekommt dort eine Bescheinigung mit einer Steuernummer. Am besten die deutsche Adresse eintragen, man muss dafür kein Resident sein, und man braucht auch keine portugiesische Adresse. Kosten: 6,80 € Gebühren – und ein bisschen Zeit und Geduld. Ich habe das in Vila Real gemacht, sollte aber auch in Faro oder anderen Städten möglich sein.
Mit dieser Steuernummer kann man in einer Vodafone-Filiale einen Vertrag abschließen und braucht dann auch keine weiteren Papiere. Sinnvoll ist eine portugiesische Adresse, da kann man ja die nächstgelegene Straße nehmen. Und man sollte unbedingt darauf bestehen, dass die Rechnung per Mail geschickt wird.
Die besten Erfahrungen habe ich mit der Vodafone-Niederlassung in Tavira im Gran Plaza gemacht (Einkaufszentrum direkt am Kreisverkehr der N125, großes Schild CONTINENTE). Kompetent, hilfsbereit, englischsprachig, kostenloser Support bei der Installation auf meinem Mac-Notebook. In anderen Filialen (Vila Real und Faro) habe ich eher widersprüchliche oder sogar falsche Aussagen erhalten.
Jetzt bin ich also stolzer Besitzer eines zuverlässig funktionierenden Internet-Sticks mit Karte für 29,90 € (dass der vermutlich nur in Portugal mit portugiesischen Vodafone-Karten läuft, stört mich dabei nicht wirklich, da ich auf jeden Fall den nächsten Winter wieder hier bin). Außerdem habe ich mir noch den kleinen W-LAN-Router für 29,90 € dazu gekauft. Damit kann ich nun ein kleines Netzwerk für 5 Geräte betreiben. Also bin ich dann hier auch mit meinem iPhone online (über das ich meine Skype-Telefongespräche kostenlos führen kann), und meine Freundin kann mit ihrem iPhone, iPad und Netbook ebenso reingehen.
Noch ein Hinweis für die Fahrt: Da ich mehrere Tage unterwegs war, und natürlich durch mehrere Länder, habe ich mir für eine Woche den WeekPass von T-Mobile geholt. Ich habe vieles recherchiert vorher, aber nach meinem Wissen ist das aktuell die günstigste Lösung für eine bezahlbare Internetanbindung im Roaming. Kostet für 1 Woche 14,95 €, damit war ich dann mit dem iPhone online und konnte bei Bedarf auch mit dem Notebook über die Hotspot-Funktion ins Internet.
Noch ein Zusatz: Meine Freundin hat den Aldi-Stick und hat es versucht mit einer Prepaid-TMN-Karte, das hat aber nicht funktioniert.
Ich würde mich freuen, wenn diese Infos jemandem weiterhelfen. Ich habe jedenfalls in Deutschland vor meiner Abreise keine wirklich brauchbaren Aussagen gefunden, deshalb wollte ich das hier auf jeden Fall zur Verfügung stellen.
Boa viagem!