felix52 hat geschrieben:Selbst hier in Friesland war das eine Meldung in der Tagespresse wert. Ich werde mich bemühen, dieses Meisterwerk besichtigen zu dürfen und freue mich sehr drauf. Das steht fest.
Es ist jedoch nur eine Leihgabe und vertraglich vereinbart mit dem Eigentümer, einem wegen Steuerhinterziehung vorbestraften Schraubenhersteller, der nunmehr seinen Steuersitz nach Österreich ( warum wohl?) verlegt hat, wurde, dass dieses Kunstwerk auch woanders ausgestellt werden darf.
Ein schaler Beigeschmack.
Aber Raidy sagt ja, iss nur 0,0001 % der Griechenland - Hilfe. :D
hallo felix,
nicht so ganz, beide Museen gehören ihm -er hat sie der Stadt Schw.hall geschenkt und noch weitere, und es sind seine Kunstwerke.
Politisch denkende Menschen hier sind tatsächlich zwiegespalten: Würth ist ein unwahrscheinlich großzügiger Mäzen (zB auch die Maxime: kein Eintritt, Kunst ist für jeden kostenlos zu sehen) und gleichzeitig war er mehr als sauer darüber, dass die örtl. Medien über seine Steuerverfehlungen so unvoreingenommen berichteten. Er hatte wohl mehr Wohlwollen von allen Seiten erwartet. Er hatte der Stadt Schw.Hall das neue Museum erstellt für 10 Mio, nur, weil er es mit dem ehemaligen OB gut konnte, denn SchwHall ist weiters weg vom Firmensitz, sogar anderer Landkreis). Er war sogar am überlegen, sich aus dem Stammsitz in Künzelsau zurückzuziehen. Nun baut er für 30 Mio eine neue Großlagerhalle, alle sind glücklich. Er hat Teile des Imperiums ins Ausland aus Steuergründen verlegt, genaues müsste ich recherchieren (uns genügen die Arbeitsplätze
:D ).
Heute kam ein Leserbrief: er meint, ein wirklicher Mäzen hätte dieses teure und auch die anderen Kunstwerke der öffentlichen Hand geschenkt, diese sollte es dann als Dauerleihgabe an seine Museen geben, WEIL die Erben mit all dem ja machen können, was ihnen beliebt. Und früher wäre es moralisch undenkbar gewesen, dass die Erben diese Kunst verscherbeln, aber heutzutage gibt es moralische Hürden ja nicht mehr...
Interessante Denke.
Aber er ist ein Einzelfall :D
Übrigens betreibt seine Familie das erste Hotel am Platz in Künzelsau: es wird überwiegend mit behinderten Angestellten betrieben, auch eine Art von Mäzenatentum.
Aber deine Schwäbin zuhause, die interessiert mich, sie hatte ja auch mein Bilderrätsel gelöst (oder wars die Grafikinfo? :D :D ), stammt sie aus der Region HN?
zusatz aus wikipedia:
Ende März 2008 wurden Vorwürfe laut, Reinhold Würth habe sich der Steuerhinterziehung schuldig gemacht. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel veröffentlichte aus ihm zugespielten Dokumenten, dass gegen Würth und fünf weitere Personen aus dem Umfeld des Konzerns die Staatsanwaltschaft Stuttgart bereits seit Herbst 2006 ermittelt hatte.[5] Ende Mai 2008 wurde bekannt, dass Würth der Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldstrafe zustimmte. Das Amtsgericht Heilbronn verhängte gegen Würth einen Strafbefehl in Höhe von 700 Tagessätzen. Der Unternehmer gilt damit als vorbestraft.[6] Gegen zwei andere Verantwortliche der Würth-Gruppe wurden ebenfalls Geldstrafen festgesetzt. Das Steuerverfahren ist damit beendet, da alle Betroffenen die Strafbefehle akzeptiert haben.[7]
Nach Feststellung der Staatsanwaltschaft hätten alle Beschuldigten „keine eigenen Vorteile“ erlangt.[8] Strittig seien vielmehr die Kostenverrechnungen zwischen inländischen und ausländischen Konzernteilen gewesen. Die steuerrechtliche Legalität der steuermindernden Verrechnung über die deutsche Muttergesellschaft war der Kern der Auseinandersetzung zwischen Würth und der Steuerbehörde. Da die Klärung der Rechtmäßigkeit mehrere Jahre beansprucht hätte und damit eine Rufschädigung des Lebenswerkes von Würth zwangsläufig zu erwarten gewesen wäre, nahm er das kleinere Übel von Steuernachzahlung, Bußgeld und Vorstrafe billigend in Kauf.[9] In einem Interview mit der FAZ äußerte Würth: „Wenn ich noch jünger gewesen wäre, hätte ich mich vor Gericht gewehrt.“[10]