Schweden 2005 / 15.08.-01.09.2005
Also eigentlich beginnt unser Urlaub bereits am 13.8. Wir fahren noch zu Bekannten nach Soltau, wo wir wieder mal schön zusammen grillen und ich im Einkaufsmarkt ein Funkthermometer für 9 Euro kaufe, um die Temperatur im Gefrierfach im Auge zu behalten. Da liegen unsere Brotvorräte drin, da ich das süße Brot in Schweden nicht so besonders mag. Nach einem ausgiebigen Frühstück am Sonntag morgen verabschieden wir uns in Soltau und nehmen die restlichen km Richtung Travemünde unter die Räder. In Travemünde angekommen schauen wir am Skandinavienkai vorbei und fahren dann auf einen
Stellplatz ganz dort in der Nähe. Im Internet haben wir gelesen, dass zur Zeit auch die Sandworld stattfindet, nur diese zu finden war nicht so einfach, da zeitgleich auch noch das NDR-Festival und die DLRG-Weltmeisterschaft stattfinden. Wir nehmen den längeren Spaziergang gelassen hin und verbuchen diesen als sportliche Ertüchtigung. Nach einer Portion Pommes als Stärkung sehen wir auch endlich die Sandworld, die unter dem Thema „Märchen“ steht. Tolle Ausstellungsstücke sind zu sehen und zum Schluß gibt es dort auch noch eine moderne Variante des Märchens „Rotkäppchen und der böse Wolf“. Der Abend klingt bei Regen und schönen Getränken aus. Am nächsten Morgen stellen wir uns am Skandinavienkai in die wartende Schlange bei der Fähre an und stellen fest, dass die Saison quasi schon vorbei ist. Die Fähre ist nicht voll und wir können die Überfahrt richtig geniessen und schlagen natürlich beim 12 Euro Buffet gut zu – wer weiß, wann wir das nächste Essen bekommen.
In Trelleborg erwartet uns gegen abend herrliches Wetter und wir landen am Stellplatz direkt bei Trelleborg an. Im Aussichtsbereich können wir die ankommenden und abfahrenden Fähren sehen und im Hintergrund gammeln alte Boote vor sich hin. Der Dienstag steht im Zeichen eines Besuches von Bekannten, die sich vor zig Jahren in der Nähe von Östra-Frölunda einen Hof gekauft haben. Da Klaus auch in Schweden auf die Jagd gehen darf, sind wir am Abend nach einem deftigen Grillmenü (Steaks, Kartoffeln und frische Pfifferlinge in Buttersauce) auf der Elch-Pirsch. Aber irgendwie müssen die Viecher Infos bekommen haben, dass wir da sind und haben sich ins Unterholz verkrochen.
Der nächste Tag, ein Mittwoch, lockt uns mit Sonnenstrahlen aus dem Bett und das Frühstück kündigt sich schon mit Kaffeeduft an – ich liebe diese Ruhe, meinen Kaffee und eine Guten-Morgen-Zigarette! Heut steht als Ziel der Vännernsee auf dem Blatt und wir finden einen wunderschönen Badeplatz bei Järns mit Standmöglichkeit. Wir entspannen am Strand mit Buch und Fotografieren und bis zum Abend kommen noch 3 weitere Womos an. Auf einmal hören wir Gänseschreie und sehen Wildgänse im V-Flug über den See ziehen – einfach Klasse und der Foto läuft heiss. Schon wieder ist ein Tag rum und morgen wollen wir nach Haverud zu den Schleusen. Im Jahr 1868 konnte mittels einer Kanalbrücke das reißende Gefälle des Upperudsälvs ausgetrickst werden und Boote können mittels 3 Schleusen zum Österbosjö hinabkommen. Heute bekommen wir das volle Programm geboten: Ein Passagierboot und ein Segler werden durchgeschleust. Da der Segler auch noch zu hoch ist, muß die junge und gutaussehende Schleusenwärterin mittels Muskelkraft die Eisenbahnbrücke hochkurbeln. Den Rest vom Tag verbringen wir beim Hofgut Baldersnäs am See, wo wir gegen Abend das Gefühl haben, dass hier eine Neuauflage des Filmes „The Fog“ gedreht wird. Innerhalb einer Stunde sieht man nix mehr und wieder eine Stunde später haben wir das herrlichste Abendwetter.
Am nächsten Tag wollen wir den Hof von Selma Lagerlöft (Schriftstellerin u.a. von Nils Holgersson und Nobelpreisträgerin im Jahr 1909) besuchen. Mittlerweile haben wir uns wieder an die schwedische Gastfreundlichkeit und Gelassenheit gewöhnt und gönnen uns erst mal eine schöne Tasse Kaffee und schauen einem Schweden bei einem typischen schwedischen Hobby zu: Rasenmähen – an zweiter Stelle kommt wohl das Golf spielen. Den Nachmittag geniessen wir in Sörby auf einem Badeplatz am Lakenesjö. Das Grillen am Abend wird wohl nicht in die Geschichte eingehen, da die Bratwürstchen keine waren, sondern irgendwie nur so aussahen – aber die Aussicht hat wieder alles wettgemacht. Die Nacht war nicht so ruhig, da in einigen km Entfernung eine Party am gefeiert wurde und Geräusche vom Wasser gut weitergetragen werden. Auf dem Weg nach Särna zum höchsten Wasserfall Schwedens mit 97m freiem Fall, machen wir Halt in Ekshärad und sehen uns die Holzkirche, den Friedhof mit den Lebensbäumen und den Marterpfahl mit der Dorfgeschichte an. Der Weg nach Särna führt durch Wald, Wald, Wald und habe ich es schon gesagt: Wald. In Särna angekommen machen wir Halt auf einem Campingplatz (ca. 10 Euro in der Nebensaison) und qualen mal wieder das Backgammonspiel (Zwischenstand: -61 Jutta / -4 Andreas *grins*). Da in den letzten Tagen das körperliche Wohl sehr unter viel Fahrerei und gutem Essen gelitten hat, wird heute gewandert – der Wasserfall Njubeskär im Nationalpark Fulufjäll liegt an einem Rundwanderweg, den wir locker unter die Füße nehmen. Am Nachmittag steht für mich die Formel-1 auf dem Programm und Jutta entspannt bei leichter Buchlektüre. Auf dem Weg nach Nusnäs sehen wir uns zwischen den Wällen eines alten Forts eine Sammlung von alten Häusern an (10 Kronen p.P) an, wo nichts abgesperrt ist und man/frau sich alles in Ruhe ansehen kann. Wir stellen wieder mal fest, dass die Saison vorbei ist und kaum noch was los ist. In Nusnäs, der Heimat der Dalahästarna (Dala-Pferden), schauen wir uns die Produktion der kleinen bis großen Holzpferde an: sägen, schleifen,anpinseln, feddisch.
Am Dienstag (23.8.) geht unsere Reise ans Ende des Silijansees nach Rättvik. Dort suchen wir nach der Kirche, da dort ein interessanter Friedhof ist und vor allem 87 Kirchställe sind, wo die Pferde früher im Winter untergestellt werden konnten. Auch das Pseudo-Rättvik-Naturwunder sehen wir: den Springkälla – ein Brunnen, der angeblich von natürlichem Wasserdruck eine meterhohe Fontäne aus dem Boden schiessen lässt.
Heute am 24.8. haben wir mal wieder eine längere Fahrt vor uns (jawoll der Kaffe ist gekocht) und wir fahren an Avesta (da steht das grösste Dala-Pferd der Welt ) vorbei nach Uppsala, wo wir in Ruhe mal die Uni-Stadt besichtigen, wo es ungefähr 1 Mio Fahrräder geben muß. Der Campingplatz dort lockt uns und die Nacht dort ist auch nicht so ruhig, weil dort eine englische Pfadfindergruppe ihre letzte Nacht vor der Abreise verbringt (ein lustiges Völkchen). Aber der nächste Tag naht und wir beschliessen Skokloster zu besuchen. Da sich direkt beim Schloss auch ein Motormuseum befindet trennen sich die Wege von Jutta und mir, da ich irgendwie keine Schlösser mehr sehen kann. Aber das ist ein Glücksgriff: in dem Museum (nicht sehr groß) ist nichts los und ich bekomme eine Einzelführung von einem sehr netten Schwedischen Mann, der wirklich anschaulich die Exponate erläutern konnte. Da das Wetter an diesem Tag nicht unser Freund ist (Regen), übernachten wir auf einem kleinen Campingplatz in Kungsör direkt am See und fast keinen Mücken. Nachdem die letzten Tage eher mit viel Landschaft gefüllt waren möchste meine bessere Hälfte heute in eine Stadt – Ihr Wille ist mir Befehl und wir laufen Örebrö an und werden nicht enttäuscht: schöner gemütlicher Stadtkern mit Wasserschloss, Cafes, Kirche im Umbau und netten Wasserspielen. Dann erhalte ich doch noch einen Minuspunkt, da ich den Foto im WoMo vergessen habe. Beim Womo zurück, bricht wieder ein Regenschauer los (vom feinsten) und wir fahren Richtung Göteborg weiter – da keiner Lust zum kochen hat, ist heute mal Mc-Donalds unser Freund. Auf dem Weg ändern wir noch mal unsere Pläne und statten dem Vänndernsee noch einmal für 2 Tage einen Besuch ab. Bei Vännersborg gibt es wirklich schöne Stellen am See. Allerdings baut sich so langsam ein großes Problem auf: das Nutella geht zur Neige und Nachschub ist nicht in Sicht. Wir kennen aber jetzt jeden ICA, Konsum oder Lidl zwischen Göteborg und Trelleborg. Aufgrund eines Tips von unseren Bekannten, wollen wir einen Abstecher zu den Schäreninseln unternehmen. Leider ist aber an diesem Tag der Wettergott nicht unser Freund. Bis zur Ankunft in Lysekil scheint die Sonne um dann innerhalb kurzer Zeit dem Regen und einem sehr heftigen Wind Platz zu machen. Am nächsten Tag machen wir eine Schärenrundfahrt und geniessen die Landschaft, die bestimmt bei Sonnenschein noch eindrucksvoller ist. Aber das Wetter bessert sich langsam und wir können noch zum Ende des Urlaubs zwei wunderschöne Sonnentage bei Ystadt und Trelleborg geniessen. Auf der Fähre Richtung Travemünde stellen wir fest, dass die Saison wirklich vorbei ist: kein Buffet mehr und noch weniger Menschen auf der Fähre. In Deutschland angekommen werden wir fahrtechnisch wieder schnell in die Wirklichkeit geholt und der Caravan-Salon in D-Dorf ist in diesem Urlaub unser letztes Ziel. Die 3 Wochen waren wieder viel zu schnell vorbei, aber die Eindrücke, die wir von Schweden mitgenommen haben, halten hoffentlich noch ein wenig an.