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Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Vor unserer Reise hatte ich hier und auch sonst im internet viel gesucht und ausser Tipsels und BPHenneks Berichte über Südpolen nicht viel gefunden. Mittlerweile hat auch mabeniteam einen superschönen Bericht eingestellt. Deshalb werde ich hier auf Orte, die er bereits beschrieben hat, nur ergänzend eingehen. Reiseliteratur zur Vorbereitung waren: 1.) Lonely Planet: polen, 2.) Reise Know-How: Polens Süden, 3.) Reise-know How: Kulturschock: polen, 4.) HB-Bildatlas: polen, 5.) Izabella Gawin: Hohe Tatra, 6.)Michael Moll: Mobil Reisen: polen und die 7.) Rother Wanderführer: Riesengebirge und Hohe Tatra. 1+2+3 sind im Nachhinein betrachtet eine gute Symbiose, 4 diente dazu, optisch einen Eindruck im Vorfeld zu bekommen, 5.)+6.) haben mich nicht überzeugt. Für 7.) war das Wetter nicht entsprechend.

„Natürlich“ sind wir mit den entsprechenden Vorurteilen gefahren: Armut, vielleicht angeschmudelt oder alt und verfallen, pass gut auf Dein Eigentum auf, polen sind nicht gut auf Deutsche zu sprechen (Dazu muß ich sagen, wir waren schon 1992 mit dem PKW in Ostpreußen unterwegs und hatten dort etwas „gemischte“ Erfahrungen zwischen tätlichem Angriff bis überbordender Unterstützung gemacht und damals wirklich existierende Güterknappheit gesehen ).

Und jetzt muß ich als erstes Nestbeschmutzung betreiben: köln (und andere deutsche Städte) sind Dreckslöcher gegen Krakau oder Breslau. Da waren die Strassen und Plätze pico bello sauber, wie geleckt, nichts mit MÄCKES Tüten oder Ähnlichem…nur von den Droschkenkutschern und Touristenrikschas ermordete Tauben…aber auch die wurden beseitigt. Außerdem haben wir uns SEHR SICHER gefühlt, denn dort fuhren permanent Polizeiwagen Streife- also SICHERHEIT war präsent. Die Dörfer alle sehr gepflegt, mit tollen Blumengärten – manche Häuser alt, teilweise beschädigt…aber auch hier, vor den Häusern, die Bürgersteige, alles sauberst. (Unsere Forumskollegen aus den „neuen“ Bundesländern mögen es mir nachsehen…gleich kommt noch eine zweite Bemerkung…In polen kann man sehen, wie der deutsche Osten ohne die Transfermilliarden aussehen würde – Manches hat mich an die Zeit nach der Wende erinnert: Auch in polen gibt es mit EG oder anderer Hilfe gebaute Bürgersteige zwischen den Dörfern oder Parkplätze, die dann gleich wieder verwildern)

Strassenverhältnisse sind sehr unterschiedlich, meistens stark ausgefahrene (Spurrillen) Straßen und folglich Aufschaukeln des Fahrzeuges selbst bei Geschwindigkeiten um 50km/h. Die Beschilderung nicht überzeugend, daher ist ein Navi mit polnischem Kartenmaterial SEHR hilfreich. Kartenmaterial: Copernicus POLSKA ATLAS SAMOCHODOWY 1:250.000.

Einkaufen: Es gibt alles in den Supermärkten (vor allem französische Ketten)– Essen gehen: Super und preiswert (allerdings viel Kraut und Kohl (warum nennen die Engländer uns eigentlich Krauts???) und Rote Beete). Nur: manchmal gibt es ausschließlich POLNISCH-sprachige Speisekarten. Und dann braucht man Übersetzungshilfe. (kleiner Polyglott z.B.), da man sich oft die Beilagen individuell zusammenstellen kann. – stellplätze: CPs und 24 Stundenparkplätze (bewacht, oft umzäunt ), aber es geht auch frei. Agritourismus: Gibt es viele, aber sind nicht immer Womo geeignet. Richtige SPs.: Keine gesehen. Die polen selbst: sehr freundlich, aufgeschlossen, hilfsbereit…egal, wo wir waren, sofort ins Gespräch gekommen. Die beste Szene war ein Mütterchen im Supermarkt im Kassenstau. Obwohl klar war, dass ich kein Wort polnisch verstand (ich habe immer auf deutsch geantwortet), hat sie mir auf polnisch eine halbe Stunde lang erklärt, dass das mit den elektronischen Kassen alles Mist sei!!! Oder eine Panne: Da wurde solange telefoniert, bis einer kam, der fliesend deutsch sprach und unterstützen konnte.

Negative Erfahrungen:

Mit polen keine – über einen Hitlergruß im Vorbeifahren kann ich nur Schmunzeln
Reisegruppen – und das ist die zweite Bemerkung – aus dem deutschen Osten:
- Auf der Schneekoppe wird die Küchenmamsel angefahren: Was ist das für ein Fraß hier, so eine Schweinerei – Selbstbedienung: Jeder konnte sehen, was es zu essen gab, und es hat geschmeckt
- In Bad Warmbrunn (Cieplice) im vollbesetzten Cafe, ziehen Bündel mit 100 Zloty-Scheinen „Wenn sie (die Bedienung) nicht sofort kommt, schmeiss ich das dahin und wir gehen – wir haben ja genug davon“ – 60 Sekunden, nach dem „Zahlen“ Schrei.
- Mit riesigem Bierbauch in Badehose und T-Shirt durch Klodzko (Glatz), einschließlich Kirchenbesuch
- Ein Pole zu uns in Breslau in der Strassenbahn: „Sie sind aus Westdeutschland! Das merkt, hört und sieht man am Benehmen!“ Ups! Zur Vermeidung von Fehlinterpretationen: Als er ausstieg, blieb er stehen und winkte uns hinterher, bis die Strassenbahn um die Ecke bog.

1.) Tag – Görlitz – Grenzüberschreitung bei Radomierzyce südlich von Görlitz – weiter Richtung Süden – die ersten polnischen Autofahrer, die entgegenkommen, winken zur Begrüßung, als sie unsere großen WOMOS sehen, aus den Autos – wo sind wir hier eigentlich, das ist polen? – vorbei am tiefsten Loch Polens, dem Tagebau bei Bogatynia, dann nach Friedland in Tschechien – (Die Grenzer besichtigen erst mal ausgiebig Duschen und Toiletten und das Womo und erzählen strahlend ihren Kollegen, was sie gesehen haben – wahrscheinlich waren wir so eine Art Caravan Salon Düsseldorf für sie) das Schloss Wallensteins – nach Hejnice – ein Wallfahrtsort mit barocker Kirche – weiter durch das Isergebirge – Inlineskater laufen den Berg hinauf und rasen dann die ganze Strasse wieder hinunter - nach Desna, dann über die Nationalstrasse 14 nach Harrachov – zum ersten mal in meinem Leben finde ich einen Fabrikverkauf für Bier bei der Brauerei in Harrachov, der Samstag abends geöffnet hat. Da wird sofort ordentlich Vorrat eingekauft, dunkles Starkbier in 3ltr. Plastikflaschen – echt lecker. Beim Grenzübergang Harrachov werden wir nur durchgewunken, dann kommen einige große Parkplätze an der Passhöhe – nein, Freistehen in polen, das machen wir nicht – viel zu gefährlich. Nächster Ort ist Szklarska Poreba – einst: Schreiberhau – Sind wir in Mittenwald oder Garmisch? Aberhunderte von Touristen schlendern auf Bürgersteigen und Strassen. Alles voller Sportgeschäfte und Touristenbedarf. Da der stellplatz nicht mehr existieren soll und alles sehr bergig ist, fahren wir weiter auf den CP nach Cieplice (Bad Warmbrunn).
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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
2.) Tag: Fahrradtour nach Jelenia Gora (Hirschberg) – Erste Überraschung ist aber Cieplice – wunderschön herausgeputztes Örtchen – dann am Ufer der Kammiena entlang nach Hirschberg – auch hier nur große Augen über wunderschöne Bürgerhäuser mit Passagen, eine riesige Kirche und verfallene alte, deutsche Grabstätten. Mittagessen in einem der netten Restaurants. Auf der Rückfahrt halten wir wieder in Cieplice an und spazieren durch den Kurpark – da ist Party angesagt – klassische Musik eines Streichorchestors – ein bischen weiter das norwegische Haus – alle sitzen auf Bänken oder liegen im Gras und genießen 1,2,3 ltr. köstliches Fassbier in Gläsern, nicht Pappbechern. Wir auch. Wunderbar: Warka Strong! Abends auf dem CP wird das Pizzataxi bemüht, weil wir sooo müde sind. Dem Beispiel folgt der ganze CP. Das war für den Pizzaladen das Geschäft seines Lebens.

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
3.) Tag: mit dem Fahrrad nach Sobieszow (Hermsdorf) – Fahrräder auf dem 24 Stundenparkplatz abgestellt (~1€ pF) – und dann zu Fuß hinein in das Riesengebirge – erst noch 1€ Eintrittsgebühr pP abgedrückt (Das ist vollkommen in Ordnung, toll gepflegte Wanderwege, tolle Wegauszeichnungen und Karten unterwegs, wer sich verläuft, ist selber schuld – und gleichzeitig Arbeitsbeschaffung, vom Parkwächter bis zum Ranger) zur Burg Kynast (Zamek Chojnik). Unheimlich viel Betrieb, obwohl nur zu Fuß zu erreichen, tolle Aussicht über das Hirschberger Vorland – wer will kann auch Armbrustschießen. Wir wandern weiter nach Jagniatkow (Agnetendorf) – plötzlich sind wir ganz allein im Wald, nur ein Pilzsammler. Jagniatkow – was ist das? Wohnort des Nobelpreisträgers für Literatur: Gerhart Hauptmann! Die Weber! Dummerweise liegt sein Haus ganz am anderen Ende des Ortes oben am Berg! Und weil Montag ist: Geschlossen! Dann tippeln wir noch 9 km zurück nach Sobieszow und mit dem Fahrrad nach Cieplice. Platt!

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
4.) Tag: Wir verlassen Cieplice und suchen die legendären Schlösser im Hirschberger Tal. Keine Ahnung, wo die sind und was uns erwartet. Nur, wo Lomnitz (Lomnice) ist, weiß ich. Die Tour geht etwas kurvig (nach Navi, mit Karte hätte das nie funktioniert) an alten Fischteichen vorbei nach Staniszow – ah…ein Schloss…noch trauen wir uns nicht aus den Mobilen….im nächsten Dorf..eine riesige Schlossruine im Wiederaufbau ....mit tollem Teich davor…wir trauen uns nicht aus den Mobilen…. nach etlichen Haken und Kurven kommen wir nach Schloss Lomnitz….da gibt es eine Ausstellung über die Schlösser und das Leben im Hirschberger Tal…und wieder große Augen….Hier gibt es die größte Schloßdichte (Schlösser/km²) der Welt…eigentlich ein Landschaftspark, wo Schlosspark in Schlosspark übergeht…alles Relikte der preußischen Adeligen (König (Kaiser) und Fürsten)…ich schreibe mir die Namen der Dörfer mit Schlössern auf…aber vorher wird noch im Witwenhaus in der Sonne gespeist und durch den Schlosspark spaziert…und tatsächlich..jenseits des Flusses sieht man schon das nächste Schloss (riesengroß) ganz in WEISS, gerade in Renovierung. (Lomnitz Witwenhaus z.B. und auch andere Schlösser wurden privat wiederhergestellt, aber es gibt auch die Geschichte des BRD Kredits an polen aus den 70er Jahren, der in den 90ern nicht zurückbezahlt werden musste und stattdessen in ausgewählte polnisch-deutsche Projekte fließt.) Der Rest des Tages ist eine Schlösser und Ruinenorgie – fahrerisch nicht immer ganz einfach durch das Bobertal, aber LANDSCHAFT!…nicht alle Schlösser haben wir gefunden. Und eines gelernt: Diese wirtschaftliche Differenz einst zwischen deutschem Hochadel einerseits und Armut der Weber andererseits auf geographisch engstem Raum – das sind vielleicht 10km Unterschied- ist unfassbar! Was muß das für eine Ignoranz, Hochmut, Desinteresse und Armut, Hunger, Leiden, Verzweiflung, Wut gewesen sein. Das konnte Schule nie vermitteln und hat sie nie versucht. Hier kapiert man das! Abends kommen wir nach Karpacz (Krummhübel). Wir verpassen den Campingplatz, trauen uns die Strasse zum stellplatz (obwohl Busparkplatz) nicht hinunter (da stehen PKWs in der Zufahrt kreuz und quer drin), übernachten schließlich auf dem Parkplatz an der Wangkirche (30Zlts/24Std). Und machen noch die Besichtigung der WANG-Kirche.

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
5.) Tag; Heute fällt die Schneekoppe. Wir wählen den Weg genau anders herum wie alle Reiseführer. Wir gehen von der Wangkirche aus (nach Bezahlen des Reisengebirgspark-Obulus). Und das ist gut so! Weil: Der Weg ist nicht so steil und gut befestigt (keine abgefahrene Skipiste). Wir wechseln allerdings zum Nebenweg über die kleine Teichbaude und dann zur großen Teichbaude und anschließend Anstieg zum Kamm des Riesengebirges. Ein Traum von Landschaft. Noch einmal Pause in der Baude vor dem letzen Anstieg. Über den Schlesierweg rundherum hinauf zum Gipfel. Wie heißt der Brunnen in rom? Fontana di Trevi? Ja, so voll ist es hier..da kommt die Seilbahn auf tschechischer Seite fast bis obenhin, auf polnischer Seite muß man wenigstens von der Seilbahn noch eine Stunde laufen. Es ziehen blitzschnell Wolken auf.. Nichts ist es mit toller Aussicht. Hinunter nach Karpacz zur Talstation der Seilbahn.. Wir sind jetzt 8 Std. unterwegs, müde und hungrig. Zwischen Talstation und Sprungschanze gibt es noch einen 24 Std. Parkplatz auf einem riesigen ebenen Wiesengelände vor einem Hotel, das im Sommer stillgelegt ist. Ideal für WOMOs. Wir haben noch einen „Geheimtip“ zum Essen:.U Ducha Gor, Olimpijska 6. Da schleppen wir uns hin. Ich kann das Essen nicht beschreiben. Danach geht nichts mehr. Mit dem Taxi zurück zu den WOMOs von ganz unten im Ort bis ganz oben: 5€ für 4 Personen, 1,50€ extra für den hund. Wir sind unfähig, darüber noch zu diskutieren. Gute Nacht!

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Der Geheimtip:

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Gast: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Weiter so, liest sich sehr gut ! :D und wunderbare Fotos !
wir waren mal in Harashov und wollen dort mal wieder hin.... wir haben damal mit 5 Personen auch nur 4,50 DM bezahlt ich wollte es kaum glauben, alle waren satt inkl. Bier !

sind Euch denn auch die Bordsteinschwalben aufgefallen ? hmmm räusper :oops:
LG Marry
Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
6.) Tag: Durch Wälder, Felder und Hügel geht es über Kowary nach Chlemsko Slaskie:12 Aposteln. Trotz viel Wodka zählen wir nur 11 Holzhäuser – einer ist wahrscheinlich abgehauen (Judas), es sind ehemalige Weberhäuser und heute wird darin zum Teil auch noch händisch gewebt. Isoliert wie Chlemsko Slaskie liegt, sieht es (leider) auch aus. Weiter geht es nach Kreszow (Grüssau) – Unesco Weltkulturerbe – „“Ein Bollwerk des erfüllten Traums gegen die Nüchternheit des Erwachens“ (Roswitha Shwieb)…ÄÄhhhh??.. Eher viel Geld auf Seiten der Kath. Kirche, weil JP.II war auch schon da (wie fast überall). Nächste Station soll Ksiaz sein. Schloss Fürstenstein. Leider leitet uns das Navi über Kamiena Gora, Bolkow, Swiebodzice einen Riesenumweg – und unsere Abkürzungsversuche (lt. Karte) scheitern im Nirwana. Es ist 17:00 Uhr – Feierabend – außerdem dürfen wir auf dem Parkplatz mit dem Womo nicht halten. Schade …keine Fotos. Weiter nach Swidnica (Schweidnitz). Die berühmte, große Friedenskirche (schlecht ausgeschildert) umkreisen wir 2-mal, bevor wir sie hinter Mauern und Bäumen sehen. Auch verschlossen. Kreisau (Kreisauer Kreis) schenken wir uns. Die nächsten 2 Tage gehören der Erholung in

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
@marry_c

Preise haben sich erheblich geändert, aber immer noch preiswert.

Schwalben bauen ihre Nester wohl im Moment gerade woanders.
(oder sie waren gerade im Wald aktiv)

Gruß
Frank
Tipsel: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Wir haben die Kirche auch nicht gefunden, obwohl wir den Schildern nachgefahren sind und immer wieder an der gleichen Stelle vorbeikamen. Aber zu diesem Zeitpunkt waren wir wegen der miesen Landstraße bis dorthin schon dermaßen genervt, dass wir aufgegeben haben.

Nochmal zurück nach Cieplice: Seid ihr mal außerhalb des Campingplatzes spazieren gegangen? Oder zu Fuß ins Badeörtchen? Dort waren die Häuser weder mit Blumenschmuck, noch war irgendetwas gepflegt. Lediglich die Innenstadt ist restauriert. Auch die Wohnblocks gegenüber vom CP sind noch im Urzustand und die Fußwege und Anlagen dazwischen bestehen aus festgetretener Erde. Dort wurde seit der Erbauung vor zig Jahren nichts mehr dran getan. Wir empfanden es dermaßen deprimierend, dass es uns peinlich gewesen wäre, sowas zu fotografieren. Und diese Wohnstadt war nicht die einzige in solchem Zustand.

Ansonsten muss ich dir Recht geben, es war nirgends vermüllt oder dreckig, lediglich vernachlässigt.
Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Friedenskirche
(Habe gerade Probleme meine Fotos zu laden - System meckert an, ich verwende suspekte Zeichenfolgen :D )

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
7.) 8.) Tag: Uciechow, einem kleinen Campingplatz (Agritourismus) an einem Minisee unter polnisch/holländischer Leitung (ja die Liebe hat goldene Flügel). Sehr nett, sehr ruhig, Gänse, Schafe, Katzen bringen uns abends zum Wohnmobil. Gutes Essen und Bier. 40 Zlt p.Tag
Tipsel: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Boah, ist die schön. Schade, dass wir sie nicht gesehen haben.
Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Campingplatz Dzierzoniow Uciechow

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
8.) Tag: Jetzt geht es ins Eulengebirge zum Projekt Riese. Nie gehört. Das Navi auch nicht. Aber nach einer Fahrt über den Sokola Pass, etwas Mut bei einer 3,30 Eisenbahnbrücke erreichen wir Sierpnice (Die meisten Touris fahren nach Walim), aber S. soll der „interessantere“ Teil sein. Es geht um riesige Höhlenanlagen, die die Nazis durch KZ-Häftlinge haben bauen lassen. Hier wurde 1944/45 mehr Beton verbaut als für alle zivilen Schutzmaßnahmen im Deutschen Reich. Es gibt Führungen (leider nur in Polnisch). Nach dem Urlaub habe ich noch recherchiert. Es gibt kaum Dokumente über „Riese“, d.h. Sinn und Zweck sind nicht klar, auch keine Baupläne – vielleicht Dokumente in russischem Besitz? Vermutlich ein geplantes Führerhauptquartier. Gerüchte über: Hier ist das Bernsteinzimmer. Gefunden habe ich eine ausführliche Examensarbeit eines Dortmunder (?) Refrendars (heute Studienrat in Bergheim b. köln): Arbeit der KZ-Häftlinge unter grausamsten Bedingungen. Beispiel: 500 junge, jüdische Gefangene werden abgelehnt, da zur Arbeit nicht geeignet , und sofort nach Auschwitz weiter transportiert. Gleiches passiert auch mit Kranken und Verletzten. Aufarbeitung vor Ort in einem Dokumentationszentrum, was hier eigentlich war und stattgefunden hat: Bisher keine. Wir sind die einzigen deutschen Besucher in der Führung.
Über Wambierzyce (Albendorf), einem Walfahrtsort, der im 19. Jahrhundert jährlich 200-250 T. Pilger pro Jahr hatte, fahren wir nach Polania Zdroj – Bad Altheide (beschrieben bei: mabeniteam) und Duszniki-Zdroj. Noch kurz zu Albendorf : Große Barockkirche am Berg und rund um das Dorf 1xx lebensgroße Heiligenfiguren – Ensembles in der Landschaft verteilt (u.a. ein kompletter Kalvarienberg). Da wurde gesungen und gebetet mit Fahnen und Musik und Megafon….und geheiratet im ½ Stunden Takt. So viele Ave Marias von Schubert per lautsprecher habe ich noch nie gehört. (Die Dorfbewohner müssen Schubert hassen). In Duszniki Zdroj (Bad Reinerz) finden wir einen 24 Std. Parkplatz, umzäunt, immer bewacht, direkt am Kurpark, direkt am Stadtzentrum, direkt neben einer Gaststätte (15 Zloty (4€) pro Nacht. Von hier aus unternehmen wir Spritztouren die nächsten 2 Tage….

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