Gedacht war es ursprünglich als Sprachreise für meine jüngste. Doch bis zur letzten Minute war ich unsicher, ob ich das überhaupt will.
Das Wetter, die engen Straßen, das Ganze gekrönt mit meiner ersten Fahrt mit Hänger. Es hat mich irritiert. Dann noch die Situation an
den Fähren, die mich sehr abgeschreckt hat. Und so war ich unsicher. Letztendlich bog ich links ab.
Spontanurlaub französische Pyrenäen.
Nicht dass ich in irgendeiner Weise vorbereitet war. Das wäre ja zu einfach. Ich bin also mit meinem Kind, Wohnmobil und Motorrad los,
ohne Planung ohne irgendwas. Wird schon laufen.
In zweieinhalb Tagen sind wir gemütlich bis Arcachon runtergezuckelt. Klar bei einem Tempolimit von 80 km/h.
Fand ich aber tatsächlich gar nicht so schlimm.
Erste Station Nogent sur Seine vor dem Campingplatz. Leider wurde ich gleich beim Aussteigen von Wespen attackiert und da ich diesbezüglich ein Schisser bin, hab ich auch gleich wie wild rumgefuchtelt. Dabei ging meine Brille zu Boden und zu Bruch. Super. Erster Tag gleich ohne Brille starten? Freundlicherweise splitterte sie unten gleichmäßig auf beiden Gläsern ab, so dass ich sie trotzdem weitertragen konnte. Eine Whatsapp nach Deutschland geschickt und gleich neue Gläser bestellt und nicht mehr weiter drüber nachdenken.





essen mussten wir auch was. Solche Bilder werden ja gerne gesehen. :lol: wir bevorzugten FastFood

Wir standen ja am Schwimmbad aber das habe ich gar nicht gehört (Siehe Stellplatzdatenbank) aber warum zum Teufel knallen die den ganzen
Abend Böller. Boah was ging mir das auf den Nerv. Ein zufälliger Blick ins Internet sagte mir dann, nächster Tag Feiertag – Nationalfeiertag.
Naaa gut. Das erklärt vieles. Da kann man nix machen. Schlafen konnten wir dann doch noch oh Wunder, irgendwann waren auch die letzten Böller weg
Diese wahnsinnig großen Felder, die wir unterwegs gesehen haben, waren schon irre. Weit und breit nichts anderes als Weizen und zwischendurch
mal ein Ort. Nach der zweiten Übernachtungsstation in Montguyon


sind wir dann bis zur Dune du Pilat gekommen und haben uns erst mal auf dem Campingplatz Panorama du Pyla festgesetzt. Motorrad abgeladen, eingerichtet


und erst mal auf die Düne.



wer ist das?

immer rauf und runter durch den Sand. Sport ist Mord
Schön isses da, allerdings weiss man nach paar Tagen zum Strand runter und wieder rauf, was man geleistet hat. Es ist schon etwas mühselig.
Unser Platz lag so ungefähr auf der halben Höhe. Wir konnten immer schön den Paraglydern zuschauen, die uns so querten. Gemacht haben
wir das nicht, das war Nepp. 10 Minuten für 50 bzw. 60 Euro.

und noch ein Sonnenuntergang. Einer wenigstens muss sein

Wir sind stattdessen viel mit dem Motorrad rumgegurkt, vorzugsweise in den Ort zum Eis essen oder rumbummeln. Auch mal bis an den Lac de Biscarrosse. Dort war Halligalli
Nach 4 Nächten wollte ich weiter. Also erste Mal das Motorrad allein verladen. Gesagt getan. Da auf dem Platz starkes Gefälle und enge Wege waren, habe ich den Hänger an das Wohnmobil gehangen und wollte den etwas weiter abstellen um eine gerade Verlade- und Verzurrstelle zu haben. Leider habe ich vergessen, das Stützrad hochzukurbeln. Das hat dann leider den örtlichen Gegebenheiten nachgegeben und die Gewindestange war verbogen. Noch einiges mehr, allerdings konnte ich mit brutaler Gewalt einiges wieder zurechtzerren.
Das war schon so stressig, dass die Verzurrerei auch nicht so richtig geklappt hat und einige Zelter etwas genervt waren. Jou war ich dann auch.
Letztendlich hat es geklappt nur das Stützrad würde uns noch den Rest der Reise Schwierigkeiten machen, da das Rad nicht mehr mitdrehte und auch das
Kurbeln schwierig war. Gebeichtet habe ich das übrigens erst Wochen später zu Hause
Also ab nach Süden. Gelandet sind wir in Bidart beim Camping La Plage. Geniale Lage an dem großen Strandabschnitt. Aber die Dame des Hauses verlangte ein Aufstellen mit Nase zum Ausgang. Leider gings leicht bergab und das war für einen Ducato zuviel. Da halfen auch die Keile nicht mehr für das Gerade stellen. Egal, essen wir halt draussen. Die Sanitäreinrichtung war so ziemlich die älteste und hässlichste, die ich bisher hatte. Aber was solls? War eh nur für eine Nacht

Wir waren den ganzen Tag am Strand. Dank der reinkommenden Flut war das schon ein schöner Wellengang mit großem Spassfaktor. Leider nicht für den armen Lifeguard. Der war recht hektisch an dem Tag.

Dann waren wir noch 2 Nächte in St. Jean de Luz. Einfach nur zum Baden und Motorradfahren.

So nun Schluss mit Atlantik. Auf durch die Pyrenäen. Wir also morgens alle Nachbarn auf dem CP informiert, dass wir uns jetzt zum Verladen des Mopeds breitmachen und dann haben wir losgelegt. Also mit viel Willenskraft, noch mehr Wut und etwas Muskelkraft musste ich mit dem Stützrad arbeiten. Das ist schon recht anstrengend und schweisstreibend, da der blöde Anhänger leider nicht mehr freiwillig die Richtung änderte. Entsprechend war ich auch nach jedem anhängen und verladen feddisch.
Ok gesagt getan, wir also alles erledigt und abgefahren. Die Richtung lautete Luz St. Sauveur (unterhalb von Lourdes).
Mautstraßen vermeiden auf dem Navi einstellen und los. Und dann kam es. Nachdem ich so eine Stunde in Richtung Osten gefahren bin, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Scheisse, Zeche nicht bezahlt :eek: Platz wird regelmäßig kontrolliert :eek: die rufen die Bullen und ich bin dran
Da setzte dann meine erste Panikattacke ein. Wir also runter von der Bahn in einen kleinen Ort rein und geparkt am Sportplatz. Ich war schon völlig um, weil ich mir schon Horrorszenarien ausgedacht habe. Was tun? Ich fahr doch nicht die ganze Strecke um mit dem Wohnmobil. Also Motorrad abladen, und damit über die Mautautobahn zurück. Zeitersparnis rd. 2 Stunden. So dachte ich!!!!!!
Leider war mein Kind inzwischen auch schon aufgelöst und wollte mir unbedingt helfen.
Sie wollte also das Kettenschloss am Motorrad abmachen und was tut sie? Sie nimmt den falschen Schlüssel und bricht ihn auch noch ab. Damit wars um mich geschehen. Das war ein ABUS Kettenschloss mit 15 mm Stahl (Höchste Sicherheitseinstufung).
Nach einem Anfall aus purer Verzweiflung quasi ein Nervenzusammenbruch kam vom Parkplatz ein LKW Fahrer zu mir um zu gucken was los war. Er versuchte am Schloss rumzufummeln, was natürlich nix brachte. So nach und nach fanden sich weitere 6-7 Fahrer ein, von denen dann einer die glorreiche Idee hatte, jemanden vom Bau anzufunken. Die brachten dann schweres Gerät mit und flexten die Kette auf.
Nicht zu glauben?
Hier der Beweis

Ich kann jetzt noch nicht fassen, dass ich so ein Glück hatte und einen Treffpunkt für die Mittagspause verschiedener LKW-Fahrer angefahren hatte. Mit meinen 3 Wörtern Kenntnis der Französischen Sprache wäre ich von allein nicht weitergekommen.
So konnte ich also mein Motorrad schnappen und zurück nach St. Jean de Luz fahren. Die vom Camping hatten natürlich noch gar nix registriert. Also alle Aufregung und Schäden umsonst.
Bedingt durch diese Episode und der Regenfront die ich dann durchfahren habe, kamen wir richtig spät in Lourdes an. Die Weiterfahrt nach Luz St. Sauveur war keine Frage. Ich fahre seltenst abends ein Ziel an, wo ich mehrere Tage bleiben will. Morgens bis Mittags gibt’s mehr Camping oder Stellplätze zur Auswahl. So wollten wir also in der Umgebung von Lourdes einen Übernachtungsplatz suchen. Es goss in Strömen und wurde dunkel. Mein Navi führte mich 2 x ins Nirvana, aus dem ich rückwärts wieder rausmusste. Ich war sauer und müde und entschloss mich, entgegen meiner Überzeugung, an dem Lidl Parkplatz zu nächtigen, wo bereits 2 Wohnmobile standen.
Ich hatte ein Scheiss-Gefühl. Mein Kind machte sich mächtig lustig darüber. Gegen 11 gingen wir dann schlafen. Um 1 war die Nacht zu Ende.
Ein Getöse, grelles Licht und Lärm ohne Ende.
Erschreckt spring ich aus meinem Alkovenbett. Massen an Traktoren mit Anhängern fahren auf den Platz. Sie kippen Mist auf den Platz vor dem Eingang des Lidls und zu meinem Entsetzen zünden sie das an. Ich war einem Herzinfarkt nahe und dem Feuer auch
Dann kam noch einer, beladen mit alten Reifen. Ich hab nur noch gebetet, dass die das nicht auch noch da anzünden.
Ich also raus, zu den Menschen hin um zu erfahren, was überhaupt los ist. Raus kam ich ja nicht mehr. Die lachten alle nur und ließen irgendwas auf Französisch ab. Auf Englisch hörte ich dann noch einen Kommentar wie „selber schuld, ist ja nicht gestattet so zu stehen“
Das half mir jetzt auch nicht weiter. Irgendwann zogen die alle weiter und ließen das fröhlich vor sich hin brennen. Das war der Zeitpunkt in dem ich mich hinters Lenkrad geschwungen habe und nix wie vom Hof bin. Wir sind dann noch bis Tarbes und einmal kreuz und quer durch die Stadt gefahren und haben uns dann auf den Stellplatz quer gestellt und erst mal geschlafen. Es waren 3.30 Uhr.
Morgens dann um 8 klopf klopf. „ich bin hier der Boss. Das macht 10 Euro und das nächste mal bitte längs stellen“
Mir wars egal. Da komm ich eh nie mehr vorbei
Ok unser Ziel war ja immer noch Luz St. Sauveur und erst mal ein Motorradshop wo ich ne neue Kette herbekomme. Wir mussten bei Tageslicht feststellen, dass alle Discounter dieser Mistaktion zum Opfer gefallen waren und erst mal wegen Reinigung geschlossen blieben.
Erst zwei Tage später habe ich von zu Hause gehört, dass überhaupt was in den deutschen Medien kam, wenn auch nix von der Aktion.


In Luz hab ich mir den Campingplatz International ausgesucht und ich muß sagen, der war schon supi.


Große Plätze und eine tolle Umgebung. Von dort aus haben wir so einige Motorradrunden gedreht.
Natürlich waren wir auch am Col du Tourmalet






der Cirque de Garvanie soll ja auch ganz toll sein. Also haben wir uns auf den Weg gemacht bei einigermaßen schönem Wetter

da hinten soll es sein

hmmmmm die Wolken hängen aber tief

ok, fast geschafft. aber die Wolken ....

das wird wohl nix mehr


gut dass es die Infotafeln gibt. So weiss ich wenigstens, was wir nicht gesehen haben

Lourdes haben wir auch kurz besucht, aber ich habe binnen von 5 Minuten festgestellt, dass ich dringend wieder raus muss. Wir haben dann stattdessen die Grottes de Bétharram besichtigt. Mein Navi war allerdings erst mal wieder der Meinung, dass es uns in die Walachei schicken muss. Vielen Dank Navi. Tolle Strecke!


Die Rückfahrt nach Luz hab ich dann auch durch die verschiedenen Cols gefahren und das war einfach nur genial. Leider haben viele Strecken in den Bergen einen frischen Belag in Form von Split bekommen, so dass ich die Touren nicht so ganz genießen konnte. Ich bin wahrscheinlich noch zu sehr Anfänger. Andere brausten an mir vorbei. Sollen sie doch
Die Route führte über Asson – Arthez – Arbeost – Arrens-Marsous – Argelès Gazost zurück nach Luz.







immer diese Hindernisse auf der Straße

Stellplatz

Nächster Halt Axat. Mein Gott, ist die Ecke schön. Wir sind reichlich mit dem Motorrad rumgefahren, statt 2 Nächten sind wir 4 geblieben und
haben dort auf der L’Aude geraftet und haben auch den Hydrospeed ausprobiert. Das jedoch ist nichts für meine Knochen. Das mach ich nicht
noch mal. :rofl:




Rafting

Hydrospeed

an der D17


Ach ja. Unsere erste und einzige Ruinenbesichtigung
auf Anraten einer mir bekannten Userin wurde ich auf die Kathanenburgen aufmerksam. Jetzt bin ich nicht der Burgen und Schlösserbesichtiger
aber eine musste sein. das Chateau de Puilaurens. Praktisch durch die Nähe zum CP und dem kurzen Fußmarsch.





Letzte Station vor der gemächlichen Rückreise war das Mittelmeer. Wir haben uns bis Arles-sur-Mer durchgeschlagen


und die teuersten 4 Nächte auf einem Campingplatz des ganzen Urlaubs gebucht. Lange suchen wollte ich auch nicht mehr. Also was solls. Der Platz war ein Wohnmobilbetonplatz mit Sitzgruppe und reichlich schief.

Erst hab ich mich geärgert, dass ich es gebucht hatte, konnte ich noch nicht mal die Markise festmachen. Allerdings änderte ich meine Meinung nach der ersten Nacht. Es gewitterte und stürmte die ganze Nacht mit Massen von Regen, so dass ich froh war, dass bei uns alles ablief. Die anderen Plätze, allesamt mehr staubig als mit Gras waren ein Schlamm


Natürlich haben wir auch hier Ausflüge mit dem Motorrad gemacht.
wo gibts das beste Foto? Da unten?

Port Vendres



blos nie den Helm ausziehen. Die Frisur :eek:






Ansonsten stand nur noch schwimmen und faulenzen auf dem Programm
Die Rückreise von 1200 Kilometern habe ich in drei Etappen zurückgelegt, wobei ich Gorges de L’Ardeche mitnehmen wollte. Einfach nur mal gucken.
Auf der ersten Etappe gerieten wir in einen kurzen Stau. An einem Kreisel brannte ein Auto lichterloh. Als wir vorbeifuhren war weit und breit kein
Mensch zu sehen. Allerdings standen zwei Autos in Sichtnähe. Feuerwehr oder Notarzt Fehlanzeige. Meine Tochter und ich haben uns schon so gewundert.
Ich hätte ja zumindest erwartet, dass dort der Fahrer des Fahrzeugs zu sehen war.
Ich habe meiner Tochter gesagt, sie soll mal mit der Handykamera fotografieren. Zu Hause, als ich das so erzählte, gucken wir uns das Bild etwas genauer
an und haben mit Erschrecken festgestellt, dass da offensichtlich eine Person verbrannte. Fahrertür war zu und die Beifahrertür offen. Das hat mich echt umgehauen. Das Foto werde ich natürlich nicht veröffentlichen.
Aber wie gesagt, das fiel mir erst in Deutschland auf.
Also erst mal das Gorges de L'Ardeche




mit meinem Gespann

Übernachtet haben wir dann in Vallon Pont d’arc auf einem reinen PKW Parkplatz. wie soviele andere auch. Da war die Hölle los
Mit noch einer weiteren Zwischenstation gings dann zügig über Land nach Hause.
Gefahrene Kilometer


zuzgl. rd. 300 Kilometern Suche und Rumgurkerei
zuzgl. 1500 Motorradkilometern

