MichaelN hat geschrieben:Stephan1 hat geschrieben:Was passiert wenn man den Scheck auf sein Konto einreicht und die restliche Summe nicht überweist :D
Erst nach Ablauf der Stornofrist reagiert.
Oder das konto nach der Gutschrift sofort auflöst!
Die schauen doch dann bestimmt dumm aus der Wäsche :eek:
Naja.. Dan gesht Du als Scheckbetrüger vor den Kadi.. Dann dann hast Du es ja garantiert gewusst ... :versteck:
nicht ganz.... denn "Scheck e.V." beträgt 6 Wochen und beginnt am Einreichung des Schecks, NICHT ab Ausstellung des Schecks. Im obigen Fall wird also innerhalb 6 Wochen (das Konto ist garantiert ungedeckt) das Geld zurückgebucht und nichts weiter passiert. Das Auto hast Du dann allerdings auch los... :wink:
Eileen hat geschrieben:Der eigentliche "Betrueger" in dem Fall ist das Bankensystem. Die schreiben dir den Scheck sofort nach Einzahlung gut und ein paar Wochen spaeter stellt sich heraus, dass er nicht gedeckt ist oder gesperrt wurde.
Nicht ganz, wenn Du genau nach siehst steht dort: "e.V.", das heißt "Eingang vorbehalten", damit ist der Geldeingang von der bezogenen Bank gemeint.
Eileen hat geschrieben:Bei einem Auslandsscheck kann das anscheinend so lange dauern ...sagt dir aber natuerlich keiner.
Stimmt, es fragt ja auch keiner :wink: . Zumindest sollte das Wissen in der Grundausbildung eines Bankangestellten (Banklehre) vermittelt werden, dort gibt es nämlich das Fach "Auslandszahlungsverkehr" und "Außenhandel".
Eileen hat geschrieben:Das Geld, das du inzwischen moeglicherweise schon ausgegeben hast, wollen sie aber von dir zurueck ...bzw die stornieren einfach die Gutschrift und damit hat sich's
Jawohl so ist das, da das Geld nur "vorbehaltlich" da ist. Erklärt muß das außerdem in den AGBs werden, die man bei Kontoeröffnung akzeptieren muß. Meist gibt es sogar spezielle AGB's, die sich nur mit dem Scheckverkehr befassen. Das hauptsächliche Problem ist, daß die keiner liest, da kannst Du eine beliebige deutsche Bank raussuchen, die Bedingungen werden überall im wesentlichen gleich sein.
Eileen hat geschrieben:Genau darauf wird in dem Fall ja spekuliert. Wenn die Bank bereits bei Scheckeinreichung hundertprozentig klaeren und garantieren koennte, dass der Scheck gut, gedeckt und nicht storniert ist, wuerde der ganze Betrug ueberhaupt nicht funktionieren.
Die Banken interessiert das natuerlich einen Pfifferling ...schliesslich kassieren sie ja Gebuehren ...
Ja so ähnlich ist das schon. Soweit ich weiß findet da gar keine "Klärung" statt. Die "e.V." Frist beträgt nun mal 6 Wochen. Innerhalb dieser 6 Wochen passiert prinzipiell nichts, außer, daß die Scheckeinreichung an die Bank gemeldet wird, bei der das zu belastende Konto geführt wird. Innerhalb eines Zeitraumes von 6 Wochen kann immer - auch ohne Gründe - eine Rückbelastung erfolgen, ausgelöst durch mangelnde Deckung oder auf (grundlos) vorgebrachten Wunsch des Kontoinhabers. Die 6 Wochenfrist ist lediglich dafür da, das weltweit die Belastungsbuchung ankommen kann und ein eventueller Widerspruch zurückkommen kann. Egal wie die Bankensysteme im Land "XY" sind.
Die 6 Wochenfrist liegt natürlich an den weltweit unterschiedlichen Bankensystemen. Die Tatsache, daß es "Scheck e.V." gibt, liegt jedoch ausschließlich daran, daß manche Leute schon lange kein Geld mehr haben, jedoch immer noch Scheckformulare ausfüllen .........
Das "Banksystem" als Auslöser sehe ich somit weniger, sondern mehr den Menschen an sich.
Außerdem zu den "Bankgarantierten" Schecks: Dies ist eine Erfindung der Betrüger. Im Zahlungsverkehr ist ein Scheck immer ein nicht garantiertes Zahlungsversprechen. Ein von einer Bank garantiertes Zahlungsversprechen wird gänzlich anders gehandhabt. Verwechselt wird das immer wieder mit den "LZB-Schecks" die vereinzelt noch, NUR in BRD existieren. Das sind tatsächlich Schecks der Landeszentralbanken, die man als Privatmann auch direkt in die Finger bekommen konnte, was jedoch meinem Kenntnisstand nach nicht mehr praktiziert und auch nicht mehr ausgestellt wird (die Banken selbst bieten das Produkt "LZB-Scheck" gar nicht mehr an).
Last but not least, gibt es dann noch die "Reiseschecks", die sind zwar garantiert, können aber nicht an andere Personen übergeben werden. Auf Reiseschecks sind zwei Unterschriften der ausstellenden Bank drauf (die schon längst kassiert hat) und ist vermerkt wer den Scheck einlösen darf. Diese Person muß sich beim Einlösen dann auch ausweisen. Hier müßte dann also die ursprüngliche Bezugsperson draufstehen, weshalb diese eine andere Person - hier in diesem Fall der WoMo-Verkäufer - gar nicht einlösen kann.
Also merke:
Garantierte Schecks (die einer beliebigen Privatperson zugesandt werden können) gibt es nicht. Und ohne zwei Unterschriften einer Bank, die auch im Ausland (von Banken) auf Echtheit geprüft werden können läuft sowieso nichts was auch nur in die Nähe einer Bank-Garantie kommt.
Die eigentliche Ursache für solche Dinge ist in meinen Augen erschreckende Unkenntnis in der Funktionsweise von Banken, sowie die "Glücksrittermentalität", die wir zur Zeit pflegen. Schnäppchen machen, nichts tun, aber gewaltig "absahnen" (meist wird ja der Betrag "großzügig" gerundet, das Sahnehäppchen, das viele blind werden läßt)
Seekater