Diese Einschätzungen beruhen manchmal vermutlich auch auf subjektiven Wahrnehmungen bei denen das eigene Womo zu positiv gesehen wird.
Ich war jetzt mal wieder (ohne Kaufabsicht) in der Erwin Hymer World (ist ganz bei mir in der Nähe) und habe mir die neuesten Modelle angeschaut.
Da habe ich nun an den Nach-Nachfolgemodellen meines Womos (Hymer B Klasse Bj. 2005) feststellen müssen, dass es da auch wirklich objektive Verschlechterungen in Sachen Ausstattungsniveau bei den neuen Modellen der gleichen Baureihe (hier: z.B. Hymer B Premium-Line) gibt.
Hier 3 Beispiele:
1.Garagentür-Verriegelung
Altes Modell :
nur ein Schloss (aber solide Qualität) mit der Möglichkeit, sehr einfach eine Zentralverrieglung nachzurüsten. Ein Handgriff genügt zum Öffnen.

Neues Modell:
2 Verriegelungen der einfachsten Art (Ellipse Drehspann-Türschloss). Diese Schlösser sind mit einem großen Schraubenzieher in 10 Sekunden geknackt („Vorteil“ ist allerdings, dass sie dadurch nicht mal kaputtgehen; selbst schon mit Erstaunen und Erleichterung an meinem Vorgänger-Womo festgestellt !). Keine Möglichkeit des Einbaues einer Zentralverriegelung. Man benötigt 2 Handgriffe zum Öffnen.
Diese Verriegelungen sind an meinem Womo zwar auch verbaut, allerdings nicht an den Garagentüren sondern nur an den Stauraumklappen.

2. Fensterverriegelung
Altes Modell: sehr bequeme Einhandverriegelung

Neues Modell: umständliche Verriegelung mit 3 - 4 Hebeln (je nach Fenstergröße)

3.Kontrollanzeige für Strom und Wasser
Altes Modell:
Sehr großes LCD-Display mit 0,1-Volt-genauen Anzeigen für die Batteriespannungen und 1-A-genauen Anzeigen für den momentan fließenden Strom (Ladung und Entladung) sowie 1-Ah-genauen Anzeigen der momentanen Batteriekapazität.

Neues Modell:
kein LCD-Display mehr, nur noch ungefähre Spannungsanzeigen mittels farbiger Leuchtdioden. Keine Messung des momentan fließenden Stromes, keine Messung der Kapazität mehr.

Nochmals zur Klarstellung:
Ich beschreibe hier nicht die Unterschiede von unterschiedlichen Modellreihen, sondern von absolut vergleichbaren Nachfolgemodellen in derselben Preisklasse (Neupreis vergleichbares altes Modell 2005 : ca. 65-70 tsd. €, neues Modell 2016 ca. 85-100 tsd. €).
Bei den o.g. Beispielen ist die Ursache für diese „Rückschritte“ neben der Kosteneinsparung (Teile sind wahrscheinlich ein paar € billiger) v.a. die Reservierung dieser Komfortausstattung für die noch höherpreisigen Modellreihen weit jenseits der 100 tsd. € (bei denen gibt es diese Ausstattungsmerkmale nämlich weiterhin !).
Das zeigt m.M. aber auch, dass es in den letzten 10 Jahren in manchen Bereichen so wenig Innovationen gab, dass die Top-Features von damals noch die gleichen wie von heute sind.
Nur mit dem Unterschied, dass sie damals auch gelegentlich in Modellen der Mittelklasse zu finden waren und heute nur noch in der Oberklasse („Der Preisunterschied muss dem Kunden eines Oberklasse-Mobils gegenüber ja auch zu rechtfertigen sein“).
Die einzige allgemein für alle Marken gültige echte Innovation der letzten 10 Jahre ist m.M. nach der holzfreie Aufbau der in der Mittelklasse mittlerweile schon die Regel darstellt.
Es gibt sicher noch mehr solcher Beispiele für Verschlechterungen der Ausstattungsniveaus oder für qualitative oder konstruktive Verschlechterungen bei Nachfolgemodellen. Vielleicht könnt Ihr hier ja auch noch welche auflisten.
Gruß
Stefan

