Eifelwolf am 05 Feb 2017 19:11:57

Quo vadis, Sevel? Wie sieht der nächste Boxer/Ducato/Jumper aus?

Im Jahre 1978 gründeten Fiat und die PSA-Gruppe (Peugeot/Citroën) gemeinsam zwei Gesellschaften: Die Società Europea Veicoli Leggeri Sevel S.p.A. (Sevel Sud) in Atessa (Italien) und die Société Européenne de Véhicules Légers S.A. (Sevel Nord) in Lieu-Saint-Amand, Frankreich. Die Beteiligung der Unternehmen lag jeweils bei 50%.

Bei Sevel Nord wurden zunächst die im Grundsatz nahezu baugleichenTypen Peugeot 806, Citroën Evasion, Fiat Ulysse und Lancia Zeta gefertigt. Zuletzt waren es der Peugeot Expert, Citroën Jumpy und Fiat Scudo. Da Fiat zwischenzeitlich eine Liaison mit Chrysler/Jeep eingegangen war und deren Typen verstärkt auf den europäischen Markt bringen wollte, kündigte Fiat den Vertrag mit PSA im Jahr 2012. An die Stelle von Fiat trat nun Toyota als neuer Partner von PSA in das Werk Sevel Nord ein. Mit Toyota werden derzeit die Modelle Peugeot Traveller, Citroën Spacetourer und Toyota Proace Verso 2 fabriziert.

Das für uns interessantere Werk ist allerdings Sevel Sud. Hier werden Boxer/Ducato/Jumper mit einigen temporären Unterarten von Talbot, Alfa und sogar seit 2013 als Chrysler RAM ProMaster gefertigt, aber auch anderes wie beispielsweise Omnibusse.
Das erste Kleintransportermodell setzte als Typ 280/290 unter der Bezeichnung Fiat Ducato I/Alfa Romeo AR6/Citroën C25/Peugeot J5/Talbot Express in den Jahren 1982–1994 erstmals seine Reifen auf den Asphalt.

Ihm folgte in den Jahren 1994 - 2006 der Typ 230/244, der nun auf die Modelle Fiat Ducato II/Citroën Jumper I/Peugeot Boxer I reduziert wurde.

Ab 2006 gibt es nun den derzeit nach wie vor aktuellen Fiat Ducato III/Citroën Jumper II/Peugeot Boxer II/Ram Promaster als Typ 250. Im Jahr 2014 erfolgte das letzte Facelift, das Modell erhielt – bis auf den RAM, der die alte Front beibehielt – das heutige Aussehen.

Da das jetzige Modell nunmehr schon ins 12. Baujahr geht und somit technisch den Zenit überschritten hat, die Konkurrenz zudem zunehmend schöne Töchter, die zwar preislich nach wie vor meist nicht mithalten können, technisch aber insbesondere in Hinsicht auf den Einbau moderne Assistenzsysteme überlegen sind, präsentieren, wird man bei Sevel Nord hinsichtlich eines baldigen Nachfolgers entweder weiter mit mehr oder weniger Sympathie Händchen halten oder einen klaren Trennstrich ziehen müssen. Ein neues Kleintransportermodell wird langsam fällig. Die Zeitschrift Focus mahnte bereits vor rd. zwei Jahren bei Fiat grundsätzlich neue Modelle an, die mangels Finanzmasse nicht erscheinen würden --> Link. Bei PSA sieht es finanziell bekanntlich nicht viel anders aus.

Die 1978 zwischen Fiat und PSA eingegangene Ehe ist also bei Sevel Sud nach wie vor existent, aber sie scheint nicht nur vor wenigen Jahren bei Aufgabe des zweiten gemeinsamen Projektes Sevel Nord Kratzer bekommen zu haben. Ab Sommer 2016, also dem Modelljahr 2017, geht man motorentechnisch zwischen PSA und Fiat jeweils eigene Wege. Bisher setzte man zwar auch teilweise unterschiedliche Motoren ein, bezog sie jedoch gemeinsam zum Großteil von PSA und SOFIM, einem gemeinsamen Motorenwerk von IVECO und Saviem/Renault (!). Von Fiat selbst kamen nur wenige Motorversionen.

Und nun der Blick in die Glaskugel:

1. Wann kommt der neue Sevel-Kleintransporter, der Fiat Ducato IV/Citroën Jumper III/Peugeot Boxer III?

2. Wer sind seine Väter? Kommt vielleicht Chrysler verstärkt mit ins Boot, obwohl sie selbst derzeit bei Sevel in Form des RAM ProMaster fertigen lassen?

3. Was unterscheidet ihn, außer dem Einsatz moderner Assistenzmodelle wie teilweise die der Konkurrenz, vom heutigen Modell 250?

RichyG am 05 Feb 2017 19:14:00

Eifelwolf hat geschrieben: Was unterscheidet ihn ,vom heutigen Modell 250?

Du meinst vom heutigen Modell 290 ;D

Eifelwolf am 05 Feb 2017 19:24:56

RichyG hat geschrieben:Du meinst vom heutigen Modell 290 ;D


Der Typ 290, die modernisierte Form des Typs 280, ist schon ein bisschen älter:

"Die Modelle mit kurzem Radstand wurden nicht als Fiat Ducato, sondern ab März 1989 als Talento verkauft. Gleichzeitig wurde der Ducato Typ 280 überarbeitet und der Typ 290 kam auf den Markt. Innenraum und Technik wurden verbessert und der Fensterausschnitt in den Türen für eine bessere Rundumsicht verändert...Ab Juli 1990 wurde nur noch der Typ 290 angeboten".

Quelle: WIKIPEDIA

wolfherm am 05 Feb 2017 19:28:08

Da stimmt mal wieder Wikipedia nicht.... Such mal hier im Forum nach 290....

flairmichel am 05 Feb 2017 19:34:34

de aktuelle heißt x 290...

lg
Michel

wolfherm am 05 Feb 2017 19:35:46

Genau. Das x gehört davor....

FWB Group am 05 Feb 2017 19:37:02

Ab Juli 1990 wurde nur noch der Typ 230 angeboten".

Roman am 05 Feb 2017 23:32:26

Eifelwolf hat geschrieben:..3. Was unterscheidet ihn, außer dem Einsatz moderner Assistenzmodelle wie teilweise die der Konkurrenz, vom heutigen Modell 250?



Er wird sicher bereits ab Werk eine komfortablere Vorderachse erhalten. Außerdem vermute ich, dass auf Wunsch die 8 Gang Automatik aus dem Daily im Ducato Einzug hält.
Die ganzen Ausbauer würde sich sicher freuen, wenn analog zum nächsten Sprinter, ab dem Fahrerhaus alles beim alten bleiben würde....In dem Bereich kann man das Rad auch nicht mehr all zu oft neu erfinden...

Gruß
Roman

Eifelwolf am 12 Mär 2017 10:08:58

Die Zeitschrift „Reisemobilist“ greift im aktuellen Heft (Frühjahr 2017) aufgrund des 35jährigen Geburtstag des Ducatos das Thema ebenfalls auf. Danach fertigen derzeit über 6.000 Mitarbeiter(innen) täglich 1.000 Ducato/Jumper/Boxer bei SEVEL in rd. 300 Karosserievarianten und 208 Farben. Seit 2006 kam die derzeit letzte (und damit am längsten hergestellte) Modellversion mit dem Typ 250 (der Facelift 2014 erhielt keine eigene Baureihenbezeichnung) auf den Markt.

Ab 2019 soll nunmehr ein gänzlich neues Modell bei SEVEL gebaut werden. Ob dies noch in Zusammenarbeit FIAT/PSA geschieht, ist auch für die Fachzeitschrift fraglich. Statements dazu gibt es angeblich von SEVEL nicht. Eine Möglichkeit der weiteren Zusammenarbeit wäre wohl „Badge engineering“, also das Labeln fremder Fahrzeuge.

Wie auch immer, imho ist zumindest für FIAT der Ducato ein interessantes und bisher erfolgreiches Geschäftsfeld. 2015 lief das fünfmillionste Fahrzeug vom Band, davon rd. 10% für den WoMo-Markt. Da wird SEVEL sich ganz gewiss viel Mühe geben, das auch der Nachfolger ein Erfolgsmodell wird.

rkopka am 12 Mär 2017 10:37:31

An die KfZ Profis:
Was ist denn am derzeitigen Ducato so schlecht/veraltet, daß man es nicht durch einen Tausch/Upgrade verbessern könnte ohne ein ganz neues Modell zu entwickeln ?

RK

teuchmc am 12 Mär 2017 10:55:25

Roman hat geschrieben:Er wird sicher bereits ab Werk eine komfortablere Vorderachse erhalten. Außerdem vermute ich, dass auf Wunsch die 8 Gang Automatik aus dem Daily im Ducato Einzug hält.
Die ganzen Ausbauer würde sich sicher freuen, wenn ab dem Fahrerhaus alles beim alten bleiben würde...
Gruß
Roman


Moinsen! Das IVECO-Getriebe bedingt Heckantrieb. Beim ProMaster-Duc gibt es ja für Frontantrieb mit Benziner nen 6-Gang-
Wandler-Automaten.
Ähnlich wie bei FORD sieht man in D und EU keinen Markt dafür.Irgendwie hören die Verantwortlichen beider Companies nie richtig zu.
Das Innenraum des Kastens ist ja der Vorteil der SEVEL's.Quadratisch,praktisch gut.Besser geht kaum.
Einfluß von Chrysler wird es kaum geben, da ja FIAT die US-Boys übernommen hat.Denke mal, das alle Verantwortlichen von FCA wissen, wie ein ProMaster-Duc ausgestattet sein muß.
Nachdem PSA Opel gekauft hat, könnte sogar der Blitz uufn Grill kommen...Lassen wir uns überraschen.
Sonnigen weiterhin. Uwe

Eifelwolf am 12 Mär 2017 11:14:11

teuchmc hat geschrieben:... Beim ProMaster-Duc gibt es ja für Frontantrieb mit Benziner nen 6-Gang-Wandler-Automaten....


...und einen 3,6 Liter V6-Benziner mit 284 PS, mit dem Gesicht des "alten" Typ 205 (vor Facelift). Witzigerweise als Nachfolger des bisherigen Chrysler-Sprinters, der noch von der Benz-Liaison herrührte.

teuchmc hat geschrieben:...Nachdem PSA Opel gekauft hat, könnte sogar der Blitz uufn Grill kommen...


Blöd gelaufen für Womondo :? . Als eigentlicher Opel-Händler weiterhin den Renault-Master als Basis beizubehalten, wäre eine Alternative, die allerdings nicht dem eigentlichen Grundgedanken entspricht.

teuchmc am 12 Mär 2017 11:51:57

Moin Eifelwolf!Bis der Blitz uffn neuen Sevel rauf kommt, wird wohl noch ne Menge Wasser die Spree runter fließen......Ob es in dem Segment dann überhaupt noch sinnvoll ist, ist ja auch noch die Frage.
Bis dahin kann Womondo noch ne Menge Kawa auf Renault-Basis verkaufen.
Der 3.6l-Pentastar ist ja hierzulande in div. Jeep-Modellen eingebaut und verfügbar. Könnte mir vorstellen, daß im Bereich der Freizeitmodelle die Kombi"3.6l+Wandlerautomat" evtl.mit alternativen Treibstoffen durchaus interessant sein könnte.Leistung und Komfort könnten für Einige mehr wiegen, wie ein höherer Treibstoffverbrauch. Auch im Hinblick eines weiter um sich greifenden unkontrolliertem "Plakettenwahns" in D und der EU..
Sonnigen weiterhin. Uwe
Ps. Etwas OT. Läuft der Sprinter nicht noch als Freightliner(gehört ja wohl zu MB m.W.n.)?

eclipse88 am 12 Mär 2017 12:03:06

teuchmc hat geschrieben:Ps. Etwas OT. Läuft der Sprinter nicht noch als Freightliner(gehört ja wohl zu MB m.W.n.)?


Ja da hast du recht, siehe hier --> Link

yellowmellow am 12 Mär 2017 12:06:23

teuchmc hat geschrieben:Ps. Etwas OT. Läuft der Sprinter nicht noch als Freightliner(gehört ja wohl zu MB m.W.n.)?


Nein, mittlerweile wird der Sprinter in den USA auch als Mercedes Sprinter vertrieben. Und ja, Freightliner ist eine Daimler-Tochter.

Mir hat ein Zulieferer berichtet, dass er einen Entwicklungsauftrag für einige Zulieferteile von SEVEL bekommen hat. Das kann bedeuten, dass eine Neuentwicklung in Arbeit ist, es kann aber auch nur eine weitere Modifikation bedeuten.

Grüße
Carsten

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