Bin nun von der romantischen Straße , zumindest Teile davon ,wieder daheim und möchte nur ein paar Eindrücke schildern. Anreise von Kärnten , -Pustertal -Brenner –Mieminger Platte –Fernpass – Füssen, ohne Staus und Probleme . Nach Durchfahrt durch den Grenztunnel Füssen hatte ich leichte Probleme den CP am Forgensee zu finden , mittig falsch eingeordnet in 1. Reihe stehend ,blinke rechts fahre bei grün langsam nach rechts ,dahinter Ww-Gespann , -Hupkonzert und keine Bereitschaft nachzugeben . Ortschaft Schongau halte in Dorfstraße frage eine Frau nach CP –Richtung PKW von hinten – Tüüüüüt, jetzt war ich mir ganz sicher in Deutschland zu sein. Nichts desto trotz , der CP Brunnen ist einfach perfekt, wir hatten das Glück um 17h den letzten freien
Stellplatz zu bekommen und konnten dann im Laufe der nächsten Stunde vom VP-Restaurant die lange Schlange der abgewiesenen bemitleiden. Die Lage dieses Platzes ist grandios.
Alles ist optimal organisiert und es werden alle Klischees ,die man so über deutschen Perfektionismus speziell von den dort existierenden Langzeitrentnercamper hat ,perfekt abgedeckt. Der Ün-Preis und die Preise im CP-Gasthaus sind in Anbetracht des gebotenen und der außergewöhnlichen Lage erstaunlich günstig. Am nächtsten Tag bei Postkartenwetter auf einen wunderschönen Radweg direkt ins Zentrum von Füssen . Weiterfahrt 12h nach Landsberg am Lech,auch sehr schön ,auch ganz nett, aber am eindrucksvollsten war für uns die Pfarrkirche mit ihren wundervollen bemalten Butzenscheiben und der Altar. Nach einen wiederum sehr guten und preiswerten Mittagessen , wurde ich etwas nachdenklich in Bezug auf das Preis/Leistungsverhältniss im Vergleich zu unserer Gastronomie und Campingplätzen und konnte ein wenig nachvollziehen ,warum sich deutsche Urlauber im Urlaub öfters übervorteilt fühlen.
Die Fahrt gegen Augsburg wurde zunehmend öder, die liebliche bayrische Bilderbuchlandschaft veränderte sich zu einer Art mittelwestlichen Präriegegend.
Die B25 war leider bei Harburg unterbrochen ,so das wir Nördlingen nicht anfuhren ,was ich nun sehr bedaure , die durch die Umleitung hervorgerufenen Verirrungen konnten ich nach einer halben Stunde wieder einigermaßen ausbügeln, Es ist nämlich so das die Schilder nur am Anfang der Umleitung stehen, und dann nie mehr wieder ,so ist es äußerst schwer ist sich zurecht zu finden, zumal mein Navi immer wieder von längeren Aussetzern geplagt wurde. Als Entschädigung nahm die Landschaft wieder einen lieblicheren Charakter an.
Nach Ankunft im angepeilten Tagesziel Dinkelsbühel steuerten wir als erstes dem in Internet erwählten CP an. Dieser sicher schöne Platz erschien mir etwas abgelegen vom Stadtzentrum , auch am davorliegenden Stellplatz konnte mich die Aussicht auf die in der Nähe darüberführende 380KV Leitung im Gegensatz zu einigen dort campierenden Kollegen nicht wirklich zum bleiben animieren und fuhr zurück ins Zentrum. Nachdem man zu meiner größten Verwunderung mit dem Auto durch die Stadt fahren kann , blieb ich zuerst an einem kleinen Parkplatz am Stadtgraben , nach Einwurf von 2€ (17h30) erlaubte mir der Ausdruck einen Aufenthalt bis 10h30 n.Tg. Dies sah ich als „Aufforderung von oben „ gleich am Platz zu übernachten , was wahrscheinlich eher verboten ist . Der darauffolgende Stadtspaziergang beeindruckte mächtig, noch nie habe ich eine
so schöne homogene mittelalterliche Stadt gesehen , hier ist alles noch authentisch . Als unverständlich fand ich ,das man die Autos nicht etwas mehr ausgesperrt hat , es ist ja fast eine Durchzugsstraße.
Von einer Fußgängerzone hat man hier noch nichts gehört. Sehr schade, so viel Mittelalter und so viele Autos , unangenehm die Paraden der dum,dumm,dum disco -Schüsseln die erfolgreich gegen das laute Pflasterabrollgeräusch anwummern.
Die Stadtnähe unseres Schlafplatzes erlaubt es uns auch den Kurzauftritt des Nachtwächters zu beobachten und so einen Hauch von Dinkelsbühler Nachtlebens mitzuerleben. Nach einer ruhigen Nacht radelten wir noch mal um die Stadt und begaben uns nach Feuchtwangen, welches auch als ein mittelalterliches Schmuckkästchen gepriesen wurde , allein w i r fanden hier nichts entsprechendes was nur annähernd an Dinkelsbühl herankommen könnte. Aber Dinkelsbühl zu toppen , glaubten wir könnte ja nur mehr Rothenburg o.d.T. Also auf dorthin . Gegen Mittag trafen wir in Rhtbg/Tb ein und wieder steuerte ich die ausgewiesenen CP`s an. Deren Lage im „lieblichen Taubertal“ , einer für mich auf den ersten Blick zugewachsenen Schlucht , paßten mir von der Stadtendfernung auch nicht , sie sind für WOWA sicher optimaler, also zurück vorerst auf P2 , wo sich noch ein passendes Plätzchen fand.
Der Eindruck den die Stadt macht ist schon sehr beeindruckend , aber uns hat Dinkelsbühl einfach besser gefallen. Nach einem mehrstündigen Aufenthalt zurück zum Auto und auf die Frage ob wir für den Rest des Tages wie viele andere auch Parkplatz-Camper-Romantik praktizieren und sich dem Straßenlärm aussetzen wollen ,entschloß ich mich den hier im Forum erwähnten CP in Geslau –Lauterbach anzusteuern und habe dies nicht bereut, ein Terrassenplatz mitten in einer unverbrauchten weiten Landschaft , fast keine Leute, ein Rasenteppich von unglaublicher Dichte , ein kleiner Weiher, ein Sonnenuntergang wie im Kino , herrliche Ruhe.
Auffallend war für mich auch ,das es doch viele passive Stellplatz-Urlauber gibt ,die sich von ihren Standplätzen kaum wegbewegen und schon zufrieden sind ,wenn sie vor ihren Mobilen ein Sesselchen und Tischchen aufstellen und den Tag in den Asphalt oder auf Leute starrend darauf verbringen können . In Rthbg ist u.a. einer, als wir in die Stadt gingen in Unterhosen in der offenen Türe seines XXlarge WM´s gesessen und wie wir 5 Std.später zurück kamen saß er noch immer da , nur hatte sich seine Haut von großteils käseweiß in tomatenrot gewandelt und seine Körperstruktur lies kurz Heimweh aufkommen, da er farblich stark an unsere Flagge erinnerte.
Weil der Bedarf an Romantik, sei es auf oder neben der Straße bereits gedeckt war und eine Schlechtwetterfront sich ankündigte ,machten wir uns am nächsten Tag auf in Richtung
Chiemsee , diese Fahrt war ein selbstgemachtes Fiasko. Ich höre im Radio immer so viele Staumeldungen auf den ATB und kann für Stau`s überhaupt keine Begeisterung aufbringen also versuchte ich zuerst eine Überlandpartie sprich über Bundestraßen schräg hinunter Richtung Ingolstadt .Zuerst ging es ganz entspannt dahin , ab Lichtenau , wohin ich mich schon fälschlicherweise zu weit nach Nordosten hinbewegte , machten die obligaten Umleitungen meinen ehrgeizigen Plänen einen gewaltigen Strich d.d.Rechnung , mit zunehmenden Falschfahrten nahm mein (und meines Navis )in diesen Tagen nicht sehr ausgeprägter Orientierungsinn noch mehr ab und ich sehnte mich geradezu nach einem Hinweisschild >zur Autobahn< .
Endlich ein Schild A6 –immer stand nur Richtung Nünberg darauf , das kann es doch nicht sein , weiterirren ,wir wollen doch nach München ,
(ich habe mir immer eingebildet das ich ja auf die A9 stoßen müßte) beim nächstenmal bereits mit leichtem Nervenflattern voll Misstrauen trotzdem auf die A6 aufgefahren und ich habe mich schon auf eine Stadtbesichtigung von Nünberg eingestellt , dann kam das Autobahnkreuz Süd und da stand endlich > nach München – gerettet. Es ging dann trotz dichten Verkehrs recht zügig gegen Süden.
Dieses Navigationsdesaster kam einerseits durch das defekte Navi und dem daraus resultierenden Misstrauen gegenüber dem Ding und anderseits durch die leichte Kartenleseschwäche meines biologischen Ersatznavis und meiner eigenen Behämmerung zustande. Ab Freising wieder Bundestraße nach Wasserburg /Inn, eine schöne Altstadt aber ebenso zuviel Durchzugsverkehr , danach schon etwas geschlaucht nach Seebruck . Ün auf einen schönen ruhigen Parkplatz mit mehren WOMO`s .
Nach einer erfrischenden Radpartie am nächsten Morgen nach Gstadt , ging es vor Einsetzten des Freitagnachmittagsverkehrs viel stressfreier nach Hause.
schulze